Nach Island fliegen kann ja jede

Der Liebste und ich waren vor 10 Jahren auf Island. Mit dem Rucksack. Fortbewegt haben wir uns damals entweder zu Fuß oder mit dem Linienbus. Das war für 2 Endzwanziger Thirtysomethings auch eine super Sache. So toll, dass wir schon bei der Rückkehr die nächste Reise dorthin im Sommer 2009 anfingen zu planen. Wir wollten mit einer Bergführerin die Tour über den Grænafjall ins Norðurdalur machen. Wir spielten mit einem GPS Gerät herum, das auch mit Linux sinnvoll zu benutzen wäre. Im November 2008 endete das Pläne schmieden jäh. Stattdessen wurden wir in ein Abenteuer der ganz anderen Art gestürzt: Wir wurden Eltern.

Unser Sehnen nach Island ließ dadurch aber nicht nach. Und auch der gr kl Mensch schien eine enge Bindung an diesen Sehnsuchtsort zu haben, den er ja nur aus unseren Erzählungen kannte. In der Phase, wo kl Menschen imaginäre Freunde haben, da hatte er unzählige Geschwister auf Island und arbeitete irgendwas mit Containern dort.

Dann kaufte sich mein Schwager einen Defender. Und der Liebste kam auf die verrückte Idee, dass wir uns dieses Auto ja mal einen Sommer ausleihen könnten und damit nach Island fahren. Denn eins war klar: mit kl Menschen wäre es schwierig nur mit Trekkingrucksack, Minizelt und sehr eingeschränktem Speiseplan zu verreisen. Klar, man könnte hinfliegen, dort ein Auto mieten und über die Ringstraße einmal um die Insel rumfahren. Aber wie man vielleicht oben schon bemerkt hat, reizen uns die eher abgelegenen Orte auf der Insel. Die man nur mit einem ernstzunehmenden Geländewagen erreicht. Wir diskutierten verschiedene Varianten durch:

  1. Hinfliegen, Geländewagen mieten: wie bekommt man das familientaugliche Zelt hin? Außerdem darf man die wirklich interessanten Straßen aus versicherungstechnischen Gründen oft nicht fahren. Also man kann schon, ist halt nur doof, wenn dann was passiert. (siehe auch *)
  2. Den Defender vom Schwager leihen: kam nicht in Frage, da war der Schwager unmissverständlich
  3. Selbst einen Geländewagen kaufen.

Der Liebste beobachtete also jahrelang mobile.de auf der Suche nach einem Geländewagen Baujahr 1986 oder früher. Er erklärte mir in epischer Breite, warum es alternativlos total rational sei, einen so alten Wagen zu kaufen.* Ich wollte eigentlich nur gerne wieder nach Island. Jetzt häng ich halt mit drin.

Der Liebste hat sich informiert, hat sich von den Machern von Matsch und Piste beraten lassen, hat eine Werkstatt ausgesucht, sich dort noch weiter beraten lassen und stetig den Suchagenten bei mobile.de im Blick gehabt. Im November 2016 wurde er dann fündig: Ein Nissan Patrol 160 Station Wagon 5-Türer Baujahr 1986 erfüllte seine Sehnsucht nach legendärem japanischem Altmetall und wurde gekauft. Die Restauration dieser Autos Rostbeule ist eine ganz eigene Geschichte, die jeden nervlichen, zeitlichen und finanziellen Rahmen sprengt.

Als das Auto gekauft war, war auch ungefähr absehbar, wann wir die Reise antreten können: Sommer 2018. Da man allein für die Anreise 4 Tage einplanen muss (2 Tage bis Hirtshals, 2 Tage auf der Fähre), ebensoviele Tage für die Abreise und wir wirklich Zeit auf Island haben wollten, wenn man sowas schonmal macht, war klar, dass wir mehr oder weniger die gesamten Sommerferien weg sein wollen würden. Wie macht man das mit nur 30 Tagen Urlaub/Jahr? Ich hatte schon länger überlegt, ob ich nochmal 2-3 Monate Elternzeit nehmen sollte. Beim kl kl Mensch bin ich ja 4 Monate nach seiner Geburt wieder voll arbeiten gegangen und das war schon sehr anstrengend. Außerdem waren auch die ersten drei Schuljahre beim gr kl Mensch sehr kräftezehrend. Also besprach ich im Sommer 2017 mit meinem Chef, ob ich im Sommer 2018 in Elternzeit gehen könne. Das dritte Jahr Elternzeitanspruch kann man bis zum Ende des siebten Lebensjahres des Kindes nehmen. Mein Chef machte zwar keine Freudensprünge, war aber auch nicht dagegen. Die Personalabteilung war auch einverstanden und so wurden mir im Herbst 2017 zwei Elternzeitmonate im Juli und August 2018 genehmigt. Der Liebste schiebt seit seiner Elternzeit 2012 30 Tage Urlaub vor sich her, so dass er genügend Urlaubstage hat für unsere Reise.

Wir begannen also konkreter zu planen. Buchten die Fähre. Kauften ein familientaugliches Zelt, das sich schnell aufbauen lässt. Da wir eine Rundreise planen, ist das wichtig. Wir sind oft nur eine Nacht an einem Ort, da will man nicht 1 h lang am Abend Zelt aufbauen und 1h lang am Morgen Zelt abbauen.** Der Liebste wurde süchtig nach australischen Offroad Videos auf YouTube.

Ein erster Test sollten die Pfingstferien auf Ameland sein. Auto ausprobieren, Zelt ausprobieren, 4 Tage Nordsee genießen. Daraus wurde nur leider nix, weil die Werkstatt zwar handwerklich richtig richtig gut ist, aber eine absolute Katastrophe, was Zeitplanung von Langzeitprojekten angeht.

Wir liehen uns den Campingkocher von Familie 700Sachen und kochten die Pfingstferien über auf dem Balkon. Um Rezepte zu probieren und um zu schauen, welche Utensilien man immer in der Küche vergisst. Wir wissen also jetzt, dass One-Pot-Pasta mit Würstchen von allen gern gegessen wird, ebenso Pizza aus dem Omnia Campingbackofen. Reis mit Hackfleisch, Paprika und Tomaten ist okay (Ich fand es sehr lecker, vor allem mit einem Schuss Ketchup), Nudeln mit Käse-Sahne-Soße gehen eh immer. Wir arbeiten noch ein bisschen an der Erweiterung dieses Speiseplans. Mal schauen, ob bei sehr großem Hunger Couscous mit Nüssen und Trockenfrüchten nicht doch ginge.*** Wir werden ohne Kühlschrank verreisen, da diese Kühlboxen, die über das Autostromnetz betrieben werden können, dem Liebsten unsympathisch sind vermutlich das Gerüttel auf den F-Straßen nicht so gut mitmachen. Wir haben eine passive Kühlbox, wir müssen einfach immer irgendwelche Tiefkühlprodukte und gekühlte Getränke einkaufen und die gemeinsam mit den Sachen aus dem Kühlregal in der Kühlbox lagern. Da es auf Island in der Regel nicht so richtig heiß wird, hoffe ich, dass wir so einigermaßen klar kommen. Aber vielleicht kann man auch am Campingplatz so wie in Frankreich Kühlakkus einfrieren lassen. Wir haben aber auch Milchpulver und Volleipulver dabei. (Und ehe man sich versieht, landet man bei der Suche nach solcherlei Sachen auf Prepper-webseiten. Gruselig sag ich euch. Gru-se-lig!) Trockenfleisch als Proteinquelle scheidet leider aus, da man das nicht einführen darf. Ich komme auch gut mit Hülsenfrüchten klar, allerdings finden die kl Menschen das vollkommen inakzeptabel. Ich hoffe ja noch, dass ihnen Skyr schmeckt. Meiner Erinnerung nach schmeckte der auf Island damals wie Fruchtzwerge, ich hab da also begründete Hoffnung 🙂 Zum Frühstück wird es wohl mal Brot und mal Müsli geben. Oder Pfannkuchen. Ich mag nämlich kein Müsli, die anderen drei aber schon. Also werde ich mir dann wohl einfach einen Pfannkuchen machen, wenn die anderen Müsli essen. Dank Milch- und Volleipulver sollte das ja problemlos gehen. Oder ich kaufe so ein Pancake-Fertigmix, da muss ich dann nur schauen, wie ich den für eine Person portioniere. Tagsüber werden wir Müsliriegel, Nussmischungen, Cracker, Kekse, etc snacken. So der Plan. Lassen wir uns überraschen, wie wir uns da eingrooven.

Wir hatten eine grobe Vorstellung, was wir alles sehen wollen auf Island. Da wir mit der Fähre im Osten ankommen und wir zum eingewöhnen das etwas stabilere Wetter im Norden nutzen wollen, war klar: grobe Richtung ist gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel. Dabei ist der Plan, den nördlichsten, westlichsten, südlichsten und östlichsten Punkt der Insel zu besuchen. Mal schauen, wie das so klappt. Der Liebste legte ein Textdokument an, wo er reinschrieb, was er sehen will. Ich probierte ein bisschen mit verschiedenen Reiseplanungsapps rum und wir landeten schließlich bei Google MyMaps als Planungstool. Dort legte ich verschiedene Ebenen für Campingplätze, Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Einkaufsmöglichkeiten und heiße Quellen an und übertrug das Textdokument in diese Karte. Dabei fiel mir auf: Reykjavik und der Golden Circle fehlten in den Plänen des Liebsten. Ich fand allerdings, dass wir den kleinen Menschen diese zugegeben sehr touristischen Orte nicht vorenthalten können. Andererseits möchte ich den kleinen Menschen auch den Reiz der Abgeschiedenheit des isländischen Hochlands näherbringen. Wir werden also einige lange Wanderungen machen, evtl sogar eine mit Übernachtung im Minizelt. Mal schauen. Aber wir haben ja diesen Geländewagen eigentlich nur auch deshalb, damit wir auch mit dem Auto abseits der Ringstraße an abgelegene Orte kommen. Die Westfjorde z.B. Oder ins Fjallabak. Trotzdem ist wandern für mich nochmal ein ganz anderes Level an Erholung. Ich bin sowieso mal gespannt, wie die kleinen Menschen das mit dem vielen Autofahren finden werden. Der kl kl Mensch leidet ja häufig unter Reisekrankheit.

Einige Leserinnen fragen sich jetzt vielleicht: Wird sie selbstgenähte Kleider tragen beim Campen in der Wildnis? Die Antwort ist: Nein. Ich habe tatsächlich Hosen gekauft. Ganz auf selbstgemachte Kleidung werde ich aber auch bei diesem Trip nicht verzichten. Ich habe den Port Charlotte Sweater von Katie Davis aus isländischer Wolle gestrickt. Und ich habe mir T-Shirts aus Merinojersey genäht. Und aus den Resten des Jerseys wurden Slips. Und für die ganz warmen Tage habe ich den Wanderlust-Rock dabei.

Wie wir das Auto für so einen Camping-Roadtrip packen erzähle ich euch dann mit dem ersten Reisebericht.

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*in Wahrheit konnte er vor sich selbst nicht zugeben, dass er einfach scharf auf so eine asoziale CO2-Schleuder ist und es mit seinem Selbstbild nur vereinbaren konnte, wenn es wenigstens ein cooler Oldtimer ist

**Der Nachteil dieses Zelts: Sein Packmaß und sein Gewicht. Auch im verpackten Zustand ist es 2 m lang, man muss es also auf jeden Fall mit dem Dachgepäckträger transportieren. Und es ist hässlich.

*** Gestern probiert: Nein, geht nicht.

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Nachgereicht: Anna Dress

Ich habe einige Sachen genäht und noch nicht verbloggt. Und weil auch mein Blog fast nur noch aus Sonntagssachen und Tagebuchposts besteht, hier nochmal ein Nähblog-Beitrag.

Das Anna dress nähte ich bereits im Sommer 2016 vor unserem Urlaub in Südfrankreich. Den Stoff (Oberstoff:  Baumwollvoille, Futter: leichte Viskose) habe ich gemeinsam mit Vrouwelin in Hannover gekauft.

Allerdings war ich mit dem Sitz des Oberteils gar überhaupt nicht zufrieden. ICh hatte das Oberteil nach meinem eigenen Grundschnitt konstruiert, weil ich damit bei den meisten anderen Kleidern deutlich bessere Erfahrungen gemacht habe, als von einem fertigen Schnittmuster ausgehend zu ändern.ardecheMiriam_160822-006

Also nahm ich das Kleid im Sommer 2017 nochmal auseinander, schnitt das Oberteil nach dem Originalschnittmuster nochmal neu zu und bin nun deutlich zufriedener mit dem Sitz des Kleides. kleid_170801-001Leider ist dieses lange flatterige Kleid zwar mega angenehm zu tragen, aber auch nicht sehr alltagstauglich, wenn der Alltag Radfahren beinhaltet. Deshalb ist es ein Kleid, das hauptsächlich im Urlaub getragen wird.kleid_170801-002kleid_170801-005

Es ist bisher bei diesem einen Anna Dress geblieben. So richtig überzeugt mich der Schnitt für mich nicht. Als flatteriges leichtes Sommerkleid mag ich es sehr gerne, aber aus festerer Baumwollwebware kann ich mir für mich bessere Schnittmuster (Ashland Dress ftw) vorstellen.

Tagebuch Ardèche 03.08.2015

Teekochen und Frühstücken auf dem Boden war ebenso unkompliziert wie das gestrige Abendessen. Anschließend machten wir uns nochmal auf zum Strand am Pont d’Arc, wo wir unsere Decke unmittelbar neben dem Felsbogen ausbreiteten. Der große kleine Mensch hat zwar das Seepferdchen, aber so ne Flussdurchquerung erschien mir dann doch noch ein bisschen heikel. Aber mit 3 klötzchen am schwimmgurt ging es ziemlich gut und so konnten wir auch die Höhle am anderen Flussufer erkunden. Aber rausgehüpft sind wir nicht.ardeche_JuliAugust2015-080 Der Stein auf unserer Seite des Flusses war aufregend genug zum runter springen.ardeche_JuliAugust2015-085 ardeche_familyGallery_JuliAugust2015-120Und wir sahen einen Flusskrebsardeche_JuliAugust2015-086 und mal wieder eine Eidechse.ardeche_JuliAugust2015-087Auf dem Rückweg kauften wir noch zweitklassiges Nougat (macht das nicht. Kauft nicht diese einzeln abgepackten Stückchen sondern geht auf einen Markt und lasst euch 200g Stücke von großen Laiben abschneiden!)
Da schon wieder Montag war, gabs wieder Pizza. Anschließend mussten wir diesmal wirklich richtig ordentlich unsere Sachen sortieren, um am nächsten morgen alles im Auto verstaut zu bekommen.

Tagebuch Ardèche 02.08.2015

Nach dem Frühstück packten wir unseren Kram mehr oder weniger ordentlich ins Auto, übergaben das Mobile Home und zogen um auf einen Zeltplatz. Unseren ursprünglichen Plan, noch 2 Tage bei Annecy zu zelten hatten wir gegen 2 Tage mehr an der Ardèche getauscht. Dadurch wird zwar die Rückfahrt in einem Rutsch bis Deutschland länger, aber es war einfach nicht herauszufinden, ob es am Lac d’Annecy noch einen freien Zeltplatz geben würde (Frankreich-Camping-Erfahrene: habt ihr da Tipps?)
Also bauten wir unser 3,5 kg leichtes Zelt aufDSCF9808 und richteten uns für die nächsten 2 Tage dort ein. Ohne Kühlschrank, ohne Stühle ohne Tisch. Sehr provisorisch, aber für 2 Tage okay. Dann ging es wieder an den Strand.ardeche_JuliAugust2015-078 Und ich konnte unglaublich viel lesen, während die kleinen Menschen in und am Wasser spielten.
Abends kochten wir dann mit unserem mini-benzinkocher Nudeln und wärmten die vorgekochte und in Kirschengläser abgefüllte Bolognese aufardeche_JuliAugust2015-079 und aßen auf dem Boden sitzend. Ging erstaunlich gut! ardeche_familyGallery_JuliAugust2015-109Nur die Nacht war etwas unbequem, da der ausgetrocknete Boden doch um einiges härter war als der weiche feuchte Waldboden in Alaska oder auf Island.

Tagebuch Ardèche 01.08.2015

In der Nacht hatte es ganz schön geregnet, so dass sich morgens die Sachen auf dem Wäscheständer ganz schön klamm anfühlten. Und es war tatsächlich so kühl draußen, dass wir zum Frühstücken auf der Veranda lange Sachen anzogen.
Dann packten wir Regenjacken und Fleecejacken ein und machten uns auf zur Aven d’Orgnac, einer der größten begehbaren Tropfsteinhöhle der Welt. Ich muss ja zugeben, dass ich mit allem, das groß, unbekannt und dunkel ist, so meine Probleme hab. Ich würde nie auf die Idee kommen, die Tiefsee erforschen zu wollen und ebenso verhält es sich mit Höhlen. Trotzdem fand ich den ersten Saal, in den auch noch Tageslicht durch den Schacht, durch den die Höhle entdeckt wurde, fällt, unglaublich beeindruckend.ardeche_JuliAugust2015-058

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Um Moosbewuchs weitestgehend einzudämmen, wird das Licht immer nur kurz an der Stelle eingeschaltet, wo man gerade ist. Auf dem Weg zum zweiten Saal erwischte mich dann auch eine aufkeimende Panikattacke, weil wir auf ein großes dunkles Loch zuliefen. ardeche_JuliAugust2015-070Ich kann sowas zum Glück meist mit ein wenig rationaler Anstrengung gut unterdrücken, aber es dämpfte meine Begeisterung für die beeindruckenden Tropfsteinformationen empfindlich.ardeche_JuliAugust2015-069

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Anschließend erholte ich mich von den zittrigen Knien bei diversen Live-Archäologie-Vorführungen. So weiß ich jetzt, wie man vor Erfindung von Pfeil und Bogen den Speer effektiv beschleunigte und wie man Faustkeile herstellt. ardeche_familyGallery_JuliAugust2015-096Und obwohl diese Vorführungen auf französisch kommentiert wurden, schauten auch die kleinen Menschen fasziniert zu. Demonstrationen sind dann doch auch ohne Tonspur sehr gut verständlich. Anschließend schauten wir uns noch die Ausstellung zur Frühgeschichte an, wo es einige toll gestaltete Dioramen mit Lebenssituationen aus der Steinzeit gab.
Zurück am Campingplatz musste natürlich erst mal wieder in der Ardèche gebadet werden, dann kochte ich und nach dem Essen durften die kleinen Menschen wieder rumrennen und wir packten unsere 7 Sachen zusammen, da wir am nächsten morgen um 10 Uhr aus dem Mobile Home raus sein mussten.

Tagebuch Ardèche 31.07.2015

Heute haben wir mal das mit dem Urlaub so ausprobiert wie das andere Leute so machen: einfach nur am Strand rumliegen. Die kleinen Menschen hatten schon länger ein paar deutschsprachige Kinder aufgegabelt, mit denen sie den Campingplatz unsicher machten. Die eine Familie kümmerte sich heute um die jüngere Tochter der anderen Familie, damit die mit ihrem siebenjährige Sohn Kanu fahren konnten. Wir gesellten uns dazu und machten lustige Spiele mit Gummibooten und Gummitieren im Wasser.DSCF9447 Die Kinder genossen das sehr, damit im Wasser hin und her geschubst, gedreht und manchmal versehentlich umgekippt zu werden. Als dann die anderen im Kanu vorbei kamen durften die Kleinen alle mal eine Runde mitfahren. 2015-07-31 13.06.04Irgendwann sind wir dann zurück zum Mobile Home, der Liebste hat eine Dissertation fertig korrigiert (diese Dinge, zu denen ein Hochschullehrer nur im Urlaub kommt),2015-07-31 15.50.58 ich hab weiter im Buch von Katrin Rönicke gelesen (da schreib ich nochmal ne ausführliche Rezension drüber die nächsten Tage) und zu unserem Füßen spielten 6 Kinder. Richtig schön kitschiges Urlaubsidyll.
Abends gabs aus dem Freitags-Food-Truck am Campingplatz Burger und Pommes, die aber nicht so richtig gut waren, aber ich fand es trotzdem sehr praktisch ohne mich groß anstrengen zu müssen (also entweder selber kochen oder mit dem Auto zu nem Restaurant fahren, wo man dann die Karte im Zweifel nicht versteht…) zu nem passablen Abendessen zu kommen. Urlaub halt 😀2015-07-31 21.26.41

Tagebuch Ardèche 30.07.2015

Weil die kleinen Menschen mittlerweile bis nach 21:30 Uhr hier auf dem Zeltplatz rumtoben schlafen sie morgens auch gerne bis nach 8. Das hat auch seine angenehmen Seiten.
Das Wetter war wie vorhergesagt nicht so gut wie die letzten Tage. Beim Frühstücken auf der Veranda brauchten wir tatsächlich lange Ärmel!!!
Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass Donnerstags Markttag in Vallon Pont d’Arc ist und da ich Nimes und Stoffgeschäfte ja schon abgehakt hatte, hatte ich ein bisschen Hoffnung, dass es evtl auf dem Markt den ein oder anderen Stoffstand  zu entdecken gäbe. Als wir über die Brücke der Ardèche fuhren, schwante uns, dass ziemlich viele andere Menschen den gleichen Plan verfolgten wie wir. Wir parkten also recht weit weg das Auto, setzten den kl kl Mensch in die Manduca und stürzten uns ins Getümmel. Zum Glück war es nicht so heiß wie die letzten Tage. Ich merkte recht schnell, dass der Liebste wenig Muse zum gemütlichen Schlendern über den pickepackevollen Markt hatte. ardeche_JuliAugust2015-031An einem Gewürzstand konnte ich ihn ein wenig in seinem Tempo bremsen. ardeche_JuliAugust2015-036

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ardeche_JuliAugust2015-033Die kleinen Menschen durften sich außerdem ein paar Gummibärchen u.ä. aussuchen. Dann entdeckten sie einen Brathähnchenstand und wollten Brathähnchen haben. Wir suchten uns auf einem hübschen Platz direkt vorm Kinderkarusell ein paar Stühle und aßen die Hühnerschenkel. Anschließend durften die kl Menschen auf dem Karusell fahrenardeche_familyGallery_JuliAugust2015-064 und ich ging nochmal schnell zurück zu einem sehr sympathischen Stand, wo es weißes Nougat gab. ardeche_JuliAugust2015-054Der Verkäufer war unheimlich engagiert, erklärte sehr viel, ließ probieren und schnitt auf 4g genau das Nougat ab. Allerdings dauerte das auch etwas und dummerweise hatte ich die Gummibärchen im Rucksack mitgenommen… Danach gabs dann noch riesen Geschrei, weil der Luftballonmann statt des verlangten Schwertes für den kl kl Menschen eine Katze knotete. Und damit war der Besuch des Marktes dann endgültig unentspannt. Schnell noch ein paar Trauben und Zwetschgen gekauft und ab zum Auto.
Als nächstes stand die Krokodilfarm in Pierrelatte auf dem Programm. Auch da war es ziemlich voll aber nachdem die anfängliche Schlange sich ein bisschen verteilt hatte, gings eigentlich. Achtung, jetzt gibts ein paar mehr Bilder.

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Zurück in Salavas schauten wir uns auch noch den mittelalterlichen Ortskern an und waren recht verzückt. ardeche_JuliAugust2015-049

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ardeche_JuliAugust2015-053Am Campingplatz bestellten wir dann die zweite Portion Grillhähnchen und ließen den Tag gemütlich ausklingen.