Sonntagssachen

Einem Mann im Anzug hinterhergefahren. In eine Kirche gegangen. Gruselige Liedtexte gesungen. Aufs Essen gewartet. Noch mehr aufs Essen gewartet. Kuchen gegessen. Sehr sehr nass geworden. Ein Kleid zum Trocknen aufgehängt.

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Mini-Täschchen

Die Freundin vom großen kleinen Menschen hatte heute Erstkommunion. Und wir waren eingeladen. Was schenkt man einer 8-jährigen zu so einem Anlass? Ich war etwas ratlos.

Und dann war ich im März auf dem ganz zauberhaften #sewbelgian Blogger Event in Köln und dort fiel mir ein DIY Pack von Lotte Martens in die Hände.2018-03-25-09-29-18.jpg Das lag da mehr so zur Deko, hatte ich den Eindruck, denn als Give away gabs nochmal extra Boxen mit sehr edel bedruckten Stoffen2018-03-25 11.54.29

(Was ich aus diesen beiden wundervollen Stoffen mache, weiß ich noch nicht so recht, da vor allem das Gold leider nicht als Kragen für mich geeignet ist, auch wenn ich das Designbeispiel links ziemlich toll finde)

Jedenfalls musste ich beim Anblick genau dieses pelzigen Stoffes an die Freundin vom gr kl Mensch denken. Und wusste: Das ist ein prima Geschenk zur Erstkommunion. Also fragte ich Lotte Martens, wieviel das Kit koste, da ich es gerne der Freundin des gr kl Menschen schenken wolle. Und sie sagte großzügigerweise: „Today I’ll give it to you for free.“ Danke!

Am nächsten Morgen zeigte ich es dem gr kl Menschen und erzählte ihm, dass ich daraus ein Täschchen für seine Freundin nähen wolle. Da sagte er: „Sie näht doch auch! Wir schenken ihr einfach dieses Kit!“

Da ich den Stoff aber für eine 8-jährige etwas anspruchsvoll fand, haben wir noch ein bisschen rumüberlegt und kamen dann auf die Idee: Ich nähe das Täschchen, wir füllen es mit Nähzubehör und ich besorge noch ein anderes Kit mit weniger heiklem Stoff.

Ich habe das Täschchen, das wirklich sehr simpel ist zu nähen noch mit einem Rest Waxprint gefüttert, der ganz hervorragend zum beiliegenden Reißverschluss passte.

Gefüllt haben wir das Täschchen dann mit Stecknadeln, einem Maßband, einem Kreiderädchen, einem Nahttrenner und einer Schere. Dazu dann noch ein Täschchen zum selber nähen aus grauem Filz, der mit Gold besiebdruckt ist.

So wirklich ein Begriff war mir Lotte Martens bis zu diesem Event nicht, aber es ist wirklich toll, was sie macht! Nur leider habe ich echt keinen blassen Schimmer, zu welchen Anlässen ich diese extravaganten Stoffe tragen würden. Auch wenn sie mittlerweile auch die unbedruckten Stoffe anbieten und man den Druck dann nur an wenigen Stellen als Hingucker platzieren kann. Und leider sind es eben auch oft goldlastige Drucke und warme Farben. Liebe Lotte Martens, mach doch auch mal eine Kollektion mit Silber und kühlen Farben! Das wäre großartig!

 


Dieser Blogpost fällt vermutlich unter das, was man gemeinhin als „werbung“ bezeichnet. Ich denke, das solltet ihr wissen.

Tagebuchbloggen 05.04.2018

6:30 Uhr der Wecker klingelt, ich snooze noch 2 Mal, um 6:50 Uhr stehe ich auf. Die kleinen Menschen sind bei den Großeltern in den Osterferien, der Liebste und ich sind allein zu Hause, wir frühstücken einsilbig miteinander. Gegen 8 verlassen wir beide das Haus.

8:10 Uhr ich fahre direkt ins Labor, nach dem rechten sehen wie neuerdings jeden Morgen. Es gibt keine neuen Hiobsbotschaften.

8:45 Uhr ich komme im Büro an, Mails lesen, Kaffee holen.

10:30 Uhr die Sicherheitsbetrachtung für den Versuch muss überarbeitet werden, also setzen der Laborleiter und ich uns zusammen und gehen nochmal durch die 157 Seiten und teilen auf, wer welchen Teil durchgeht und überarbeitet.

Danach mache ich mich direkt daran, meinen Teil zu bearbeiten.

11:30 Uhr Mittagessen. Anschließend fühle ich mich ziemlich erschlagen und würde am liebsten einen Mittagsschlaf einlegen. Stattdessen versuche ich mich weiter zu konzentrieren, um mit der Sicherheitsbetrachtung weiter zu kommen. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir ausmalen, dass ich um 15 Uhr nach Hause gehe und mich ins Bett lege. Was ich natürlich nicht tue. Aber es kostet mich echt Überwindung.

Der Laborleiter ruft an und hat dann doch noch neue Hiobsbotschaften. Mal schauen, ob wir morgen eine Lösung finden.

Irgendwann bekomme ich von einem Kollegen aus den USA eine Mail, in der er bestätigt, dass ich wohl übernächste Woche nach Mexiko fliegen werde. Das mit den Dienstreisen scheint so langsam zur Gewohnheit zu werden. Aber es bewegt sich noch in einem Rahmen, den ich angenehm und nicht lästig empfinde.

17:50 Uhr ich verlasse das Büro, gehe zur S-Bahn

18:30 Uhr ich treffe Marja Katz, wir gehen zusammen thailändisch essen und haben einen sehr schönen Abend zusammen.

21:54 Uhr ich komme zu meinem Fahrrad, das ich an der S-Bahn abgestellt habe und stelle fest: irgendeine Arschgeige hat mein Fahrradlicht geklaut. Warum macht man sowas? Ich begreife das ehrlich nicht. Vor allem an dieser S-Bahn Haltestelle muss man sich schon sehr gezielt rumtreiben, da hängen keine gelangweilten Jugendlichen ab, die das als „Mutprobe“ machen. Nur warum sonst klaut man ein popeliges Fahrradlicht? Was will man damit?

22:00 Uhr ich komme zu Hause an, rege mich beim Liebsten noch über die fahrradlichtdiebe auf, höre das äußerst amüsante Interview von Holgi und Katja Weber auf Radio eins mit Jens Jessen, was deutlich vor Augen führt, dass Herr Jessen ein großes Problem hat und statt mit Radioleuten wohl besser mal mit einer Therapeutin sprechen sollte, mache mich bettgehfein, schreibe diesen Blogpost und werde danach schlafen.

Zimtkringel Siegerländer Art

Bei uns zu Hause gab es früher am Wochenende immer mindestens einen Kuchen. Meistens eher zwei. Traditionell wurde am Samstag um 16 Uhr nach getaner Arbeit (meine Mama und wir Mädchen: backen, putzen, der Vater und meine Brüder: Landwirtschaft) zusammen Kaffee getrunken und Kuchen gegessen. Bei meiner Oma gabs die gleiche Tradition und eine Zeit lang gingen meine Schwester und ich nach getaner Arbeit zu ihr, schauten dort „Formel eins“ (also diese Musiksendung, nicht dieses sinnlose Autorennen) (bei uns zu Hause gab es über lange Phasen keinen Fernseher, deshalb mussten wir zu meiner Oma gehen. Dort gabs auch nur 3 Programme, aber immerhin!!!) und setzten uns dort an den Kaffeetisch (der Stall war eh bei meiner Oma, so dass der Vater und meine Brüder dann auch dort Kaffee tranken). Ein Standardkuchen, sowohl bei uns zu Hause, als auch bei meiner Oma war Zimtkringel. Allerdings hatten meine Mama und meine Oma leicht andere Rezepte. Das meiner Mama schmeckte mir besser, auch wenn meine Oma die unübertroffene Hefegebäckkönigin war!

Hin und wieder ereilt mich die Sehnsucht nach diesem Kuchen und statt Zimtschnecken backe ich dann Zimtkringel. Und im Prinzip unterscheiden sich beide Rezepte auch kaum voneinander. Der Hefeteig ist sowieso der gleiche:

180 ml Milch
50 g Butter
420 g Dinkelmehl
100 g Zucker
1 großes Ei
1 Päckchen Trockenhefe

Backofen auf 100ºC vorheizen, wieder ausschalten.
Milch und Butter mischen, warm machen, bis die Butter geschmolzen ist. 120 g Mehl, Zucker, Ei und Hefe zufügen. 3 Minuten durchkneten. Die restlichen 300 g Mehl zufügen, ca. 8 Minuten kneten, gegebenenfalls noch etwas Mehl zufügen, damit der Teig nicht mehr klebrig ist. Den Teig in eine eingeölte Schüssel legen, darin etwas schütteln, damit der Teig mit Öl überzogen ist. Den Teig in den (ausgeschalteten!) Backofen stellen, 2 Stunden gehen lassen. Den Teig zu einem 40×30 cm großen Rechteck (oder einem Oval mit ungefähr diesen Abmessungen) ausrollen.

Dann den Teig mit Pflaumenmus bestreichen, großzügig Zimt und Butterflocken darüber verteilen (für mäkelige kleine Menschen kann man einen Teil auch ohne Pflaumenmus machen, das geht dann in Richtung des Rezepts meiner Oma, schmeckt auch, ist aber nicht so saftig)

Dann rollt man den Teig auf

und legt ihn in einem Bogen auf ein Backblech.

Bei 200°C für 30 min in den Ofen, bis er ungefähr so aussieht:

Etwas abkühlen lassen und noch leicht warm genießen. Die Reste kann man dann am nächsten Morgen frühstücken. Und an Übernachtungsgäste verfüttern.