Geburtstagsshirt mal anders

Ich habe für den Liebsten ein Geburtstagsshirt gemacht. Und es es ziemlich cool geworden!

Neulich bei Freunden hing da ein Stoffbeutel von einer Konferenz rum, auf dem ein Slogan stand, der dem Liebsten ausgesprochen gut gefiel und so hatte ich eine Geburtstagsgeschenk-Idee.

Ich nähte ihm ein T-Shirt und entwarf eine Schablone. Wie schon bei den Stoffbeuteln mit den Kätzchen plante ich die Schablone mit dem Cutter von Hand auszuschneiden. Doch dann kam Weihnachten dazwischen und ich bekam einen Schneidplotter geschenkt. Was zum Ausschneiden der Schablone natürlich perfekt war! Also ließ ich den Plotter die Schablone aus den Plastiktrennblättern für Aktenordner ausschneiden. Das hat ganz hervorragend funktioniert. Anschließend fixierte ich die Schablonen mit Sprühkleber auf dem T-Shirt und schablonierte mit schwarzer Glitzerfarbe den Slogan.

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Da ich den Slogan so groß wie möglich haben wollte, schnitt ich die Schablone im Querformat aus zwei von diesen Trenndingsis aus. Nachdem die erste Schablone fertig schabloniert war, kam also die nächste Schablone darunter

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Und dann hatte ich noch einen wirklich coolen Einfall. Der Liebste hätte nämlich gerne, dass der hashtag #saveeurope populärer würde. Nun kann er ihn sogar analog verbreiten:

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Und weil mir die Botschaft des Motivs wirklich am Herzen liegt, stelle ich die Vektorgrafik gerne zur Verfügung, damit jede, die es genauso cool findet wie ich, selber machen kann. Wer einen Schneidplotter hat, kann es sich natürlich auch aus Flexfolie aufs Shirt bügeln. Oder man druckt es mit einem Tintenstrahldrucker auf Bügeltransferfolie aus (denkt daran, dass ihr für beide Verfahren das Motiv zuerst spiegeln müsst!). Oder eben ganz klassisch mit Messer die Schablone von Hand ausschneiden und mit Stofffarbe schablonieren.

PS: Ich habe übrigens nicht den Neujahrsvorsatz, wieder mehr zu bloggen. Ich habe überhaupt keine Neujahrsvorsätze. Ich habe gerade einfach nur Zeit und Muse zum Selbermachen und darüber bloggen.

Ikea Hack: Gästebett Hemnes wird zum Zuschneidetisch

Zwischen den Jahren haben wir innerhalb der Wohnung einen mittelgroßen Umzug hingelegt. Die kleinen Menschen hatten bisher ein Spielzimmer auf der Wohnebene und ein gemeinsames Schlafzimmer auf der Schlafebene. Nun wollten sie gerne getrennte Schlafzimmer haben, was eben bedeutete, dass wir 3 Zimmer rotieren mussten. Das Arbeitszimmer wurde ins Spielzimmer verlegt, das Näh- und Gästezimmer ins Arbeitszimmer und der kl kl Mensch zog beim gr kl Mensch aus ins Näh- und Gästezimmer. Das neue Nähzimmer ist aber deutlich kleiner als das alte und ich war anfangs nicht sonderlich begeistert von dem Plan. Dann übernachtete ich bei Freunden in einem ausziehbaren Gästebett. Im zusammengeschobenen Zustand ist es knapp 90 cm breit, im ausgezogenen Zustand hat es 1,60 m Liegefläche. Das erschien mir für das kleinere Zimmer eine sehr attraktive Lösung. Ich finde nämlich ein Gästezimmer sehr notwendig, weil wir gerne Gäste bei uns haben. Aber ich brauche auch Platz für meine Nähmaschinen. Und dann kam mir bei der Betrachtung des Bettes noch eine sehr viel bessere Idee: Der Rahmen um dieses sehr an Küchenbank für Mägde in einer Astrid Lindgren Geschichte erinnernde Bett ließe sich sicher sehr gut als Auflagefläche für eine Tischplatte nutzen, so dass ich einen Zuschneidetisch hätte. Bislang schnitt ich nämlich immer auf dem Esstisch zu, was dazu führte, dass der Liebste den Esstisch als Basteltisch bezeichnete.

Und wenn mein Hirn dann erstmal angefangen hat mit Nachdenken, dann kann es passieren, dass ich in so einen Strudel aus Ideen komme. Zuerst war der Plan, dass man die Tischplatte, wenn Gäste da sind und das Bett benutzt werden soll, hinters Bett hebt. Ich hatte aber Bedenken, dass das in dem engen Zimmer so einfach möglich sein würde. Dann fiel mir der Wickeltisch ein, den mein Schwiegervater für uns baute. Damals wohnten wir in Hamburg in einer kleinen Wohnung mit einem sehr kleinen Bad und einer Toplader-Waschmaschine. Deshalb konnten wir den Wickeltisch nicht einfach oben auf der Waschmaschine einrichten. Mein Schwiegervater als gelernter Zimmermann und Architekt baute uns also einen Wickeltisch zum hochklappen, der exakt in die Ecke der Waschmaschine passte (es gab noch andere Constraints, weshalb ein fertig gekaufter Klapptisch nicht in Frage kam). Jedenfalls hatte ich dann die Idee, die Tischplatte statt wegzuheben doch viel besser wegzuklappen sei. Ich tauschte noch ein paar Ideen mit dem Liebsten aus und dann bestellte ich eine 28 mm dicke 220x110cm große Tischplatte im Internet (es ist ein Jammer, aber so ein gewöhnlicher Baumarkt mit Holzzuschnitt ist einfach nicht in der Lage, vernünftig umleimte Tischplatten zu machen. Und raue Kanten sind nun mal das letzte, was man will bei einem Zuschneidetisch. Klar hätte ich mir auch noch ein Angebot von einer lokalen Schreinerin hier holen können, aber meine Erfahrungen mit Handwerkern (sic!) sind nun mal eher von frustrierenden Erlebnissen geprägt). Diese Platte wurde gestern morgen geliefert. Also machten wir uns gestern ans Werk und montierten die Tischplatte mit Scharnieren auf dem Bettrahmen. Zuerst markierte ich in 60 cm Abständen die Stellen am hinteren Rahmen und an der Tischplatte, wo die Scharniere festgeschraubt werden sollten.

Dann markierte ich die Bohrlöcher, um die Scharniere an der Tischplatte und am Rahmen (da muss es genau mittig sein, damit man die 2 cm dicke Platte, auf der der Rahmen sitzt, auch wirklich trifft) fest zu schrauben.

Ich schraubte die Scharniere in die Tischplatte

Wir waren uns etwas unsicher, ob der Rahmen die 50 kg schwere Platte tragen würde, weshalb wir uns entschlossen, an die Stellen, wo die Scharniere waren, noch Vierkanthölzer zur Unterstützung von hinten gegen die Rückwand des Bettes zu schrauben und zu verleimen. Dafür musste aber zuerst einmal eine Aussparung oben aus dem Holz gesägt werden für den Rahmen.threema-20190102-144034-22b9e621e76787e8

Anschließend bestrich ich das Vierkantholz mit Leim

und wir schraubten es von hinten gegen das Bett an den Stellen, die ich vorher am Rahmen angezeichnet hatte.

Dann kam der schwierigste Part, den man am besten zu dritt erledigt: Das festschrauben der hochgeklappten Platte auf dem Rahmen. Davon gibt es keine Fotos, weil 2 Personen die Tischplatte hielten, während die dritte die Scharniere festschraubte. Niemand wollte da Zeit mit Fotos vertrödeln!

Damit die Gäste, wenn sie im Bett liegen nicht von einer 50 kg schweren Platte erschlagen werden, brachten wir noch eine Sicherung an der Wand an, damit die Platte wirklich hochgeklappt bleibt.

Außerdem noch 5 mm dicke Latten rechts und links um die Höhe der Scharniere auszugleichen und eine waagerechte Tischplatte zu haben.

Und jetzt habe ich eine wirklich großartigen Zuschneidetisch und trotzdem noch immer ein Gästebett!!!

Nachgereicht: Anna Dress

Ich habe einige Sachen genäht und noch nicht verbloggt. Und weil auch mein Blog fast nur noch aus Sonntagssachen und Tagebuchposts besteht, hier nochmal ein Nähblog-Beitrag.

Das Anna dress nähte ich bereits im Sommer 2016 vor unserem Urlaub in Südfrankreich. Den Stoff (Oberstoff:  Baumwollvoille, Futter: leichte Viskose) habe ich gemeinsam mit Vrouwelin in Hannover gekauft.

Allerdings war ich mit dem Sitz des Oberteils gar überhaupt nicht zufrieden. ICh hatte das Oberteil nach meinem eigenen Grundschnitt konstruiert, weil ich damit bei den meisten anderen Kleidern deutlich bessere Erfahrungen gemacht habe, als von einem fertigen Schnittmuster ausgehend zu ändern.ardecheMiriam_160822-006

Also nahm ich das Kleid im Sommer 2017 nochmal auseinander, schnitt das Oberteil nach dem Originalschnittmuster nochmal neu zu und bin nun deutlich zufriedener mit dem Sitz des Kleides. kleid_170801-001Leider ist dieses lange flatterige Kleid zwar mega angenehm zu tragen, aber auch nicht sehr alltagstauglich, wenn der Alltag Radfahren beinhaltet. Deshalb ist es ein Kleid, das hauptsächlich im Urlaub getragen wird.kleid_170801-002kleid_170801-005

Es ist bisher bei diesem einen Anna Dress geblieben. So richtig überzeugt mich der Schnitt für mich nicht. Als flatteriges leichtes Sommerkleid mag ich es sehr gerne, aber aus festerer Baumwollwebware kann ich mir für mich bessere Schnittmuster (Ashland Dress ftw) vorstellen.

Tropical Trousers

Wer mir auf Twitter folgt, hat es schon mitbekommen: ich bin gerade in Indien auf Dienstreise. Als sich abzeichnete, dass diese Reise ansteht, war klar, dass Tropen- und Werkstatt-geeignete Kleidung her muss. Also nähte ich Leinenhosen. Und Shirts aus viskosejersey.

Eine Kombination der so entstandenen reisegarderobe fotografierte der Liebste im Rahmen der „Sweetheart und Stacheldraht“ Session. 

Morgen gibt’s die ersten reisenotizen, jetzt erstmal nur Bilder der Tropical Trousers 

Der Shirtschnitt ist vom plantain top abgeleitet. Ich hab 4 cm in der Mitte vom Vorderteil zugegeben, hab diese mehrweite am Hals mit Falzgummi eingehalten 

und unten und an den ärmelsäumen mit der overlock und dem gummiannähfuß ein Gummi angenäht. Da der Stoff eher dünn ist, musste ich die Säume mit dünner Einlage bebügeln, damit es funktionierte

Die Hose ist mein bewährter Hosenschnitt mit einer Stickerei von urban threads auf dem Bein. 

In den Bund habe ich wieder eine Waschhilfe für den Liebsten eingestickt 

Die Tascheeingriffe sind ebenfalls mit Blumen verziert. Und der Knopf ist auch ne Blume.

Ich bin gespannt, wie sich die Hose bewährt.