Allgäu 17.07.2014 – Gaisalpsee

Dachten wir gestern schon, wir sind irre, müsste man uns spätestens jetzt in die Klapse einweisen. Nach der (für die Erwachsenen dieser Familie) Anstrengung von gestern wollten wir heute eher was ruhiges machen. Also konsultierte ich einen unserer Wanderführer, und wir entschieden uns für eine Wanderung „direkt vor der Haustür“. Von Reichenbach entlang des Reichenbachtobels zur Gaisalpe und optional noch bis zum Gaisalpsee. Der zweite Teil war in dem Wanderführer für Kinder ab 6 angegeben. Wir sagten uns: Umkehren können wir jederzeit, mal schauen, wie es läuft. Wollten wir nicht was ruhiges machen? Irgendwo unterwegs muss dieser Vorsatz verloren gegangen sein, wir wissen auch nicht so genau, was da passiert ist…

Die bewährte Strategie, steil, spektakulär, Wasserfälle wendeten wir auch hier wieder an. Vom Wanderparkplatz kurz vor Reichenbach bis zum echten Einstieg in den Tobelweg war es mal wieder mühsam, ab da lief es wie geschmiert.allgaeu_web_2014-018Recht schnell gelangten wir durch den Tobel nach oben auf Alpwiesen und hatten dann die Wahl zwischen der Gaisalpe und der Richtersalpe für eine Einkehr zur Mittagspause. Wir entschieden uns für die etwas kleinere und in unseren Augen sympathischere Richtersalpe (vor allem aber deshalb, weil der Wegweiser zum Gaisalpsee dorthin zeigte).allgaeu_web_2014-019Nach einer Mirabellensaftschorle und einer ausgedehnten Ruhepause machten wir uns dann weiter Richtung Gaisalpsee. Ich fragte die Alpwirtin extra nochmal nach dem Weg (weil mir nämlich die Kante, die mir als zu überwinden notwendig erschien, doch einigen Respekt einflößte) und sie schien in keinster Weise beunruhigt, dass wir mit den beiden kleinen Menschen dort hin wollten. Innerlich lachte ich ein bisschen über den Wanderführer, der den Wegteil zum See erst für größere Kinder empfahl. Also ging es weiter über Alpwiesen und durch kleine Wäldchen, immer weiter hinauf. Wir waren alle guter Dinge, unterhielten uns über alles mögliche, irgendwann musste der Blutzuckerspiegel des großen kleinen Menschen mal ein bisschen aufgefrischt werden, weshalb wir auf dem doch recht schmalen, viel bewanderten Pfand eine Pause einlegten. Dann kam eine leichte Klettersteigpassage mit Drahtseilsicherung und Eisentritten, die der große kleine Mensch aber souverän meisterte (auch nichts anderes als klettern auf dem Spielplatz, oder?). Was dann nicht mehr wie auf dem Spielplatz war, war die Stelle, wo es einen kleinen Wasserfall zu überwinden galt. Das war etwas tricky, weit das eine Seil endete am einen Rand des Wasserfalls und das andere Seil begann am anderen Rand des Wasserfalls. Dazwischen waren 30 cm ungesicherter Steig zu überwinden. Ich bin vorgegangen, habe ihn an die Hand genommen, und doch ist der große kleine Mensch aus Vorsicht sehr nah am Fels und damit direkt unter den Wasserfall getreten. Der wasserdichte Schuh (was immer wieder in Bächen getestet werden musste) war dann also von oben mit erfrischend kühlem Bergwasser gefüllt worden, was für die nächsten 5 Minuten für Geschrei und Gejammer beim großen kleinen Menschen führte. Als das Wasser dann endlich Körpertemperatur hatte, war das Gejammer aber wieder vorbei und weiter ging es frohen Mutes Richtung See.allgaeu_web_2014-020 Ganz zum Schluss, kurz bevor wir den See sehen konnten, bedurfte es dann schon ein bisschen gutes Zureden, aber allein das Versprechen, dass da ganz bald ein See sein würde reichte schon als Motivator.Und da wollen wir hin: Zum Gaisalpsee.Das war übrigens auch die Kante, die uns beim Anblick von unten etwas Respekt eingeflößt hatte.

Am See angekommen wurden dann zuerst die pitschnassen Schuhe und Socken ausgezogen und die geschundenen Füße den im See lebenden Raubfischen zum Fraß angeboten.Oben angekommen, kann Emil erstmal ganz vorsichtig die Füße kühlen.Nach einer ausgedehnten Mittagspause überlegten wir noch ganz kurz, ob es einfacher sei, den Weg zum Höfatsblick zu nehmen und dann mit der Gondel nach Oberstdorf zu schweben und von dort mit dem Bus nach Reichenbach zurück zu fahren, aber uns entgegenkommende Wanderer bestätigten unsere Vermutung, dass der Weg nach oben nicht ganz anspruchslos ist und wir entschieden uns dann doch für den Abstieg über den gleichen Weg, den wir gekommen waren. Merke: wenn die kleinen Menschen lang genuge Beine für diese Klettereien haben: Früh genug los und von Reichenbach zum Höfatsblick durchsteigen.

Auf dem Rückweg nochmal an der Richtersalpe gerastet, den fast schon obligatorischen Käsekuchen gegessen, ein bisschen auf dem Spielplatz getolltemiljulius_gallery_140727-049_jpgDann über die Fahrstraße nach Reichenbach abgestiegen,allgaeu_web_2014-024 wirklich wenig Motivationsspiele spielen müssen und am Ende des Tages bekamen die kleinen Menschen von unserer Vermieterin einen Orden verliehen. Den hatten sie sich aber auch redlich verdient!!!

Allgäu 15.07.2014 – Faltenbachtobel, Seealpe

In guter Tradition gibt es in den kommenden Tagen hier häppchenweise das Urlaubstagebuch unseres diesjährigen Urlaubs zu lesen. Weil ich nämlich noch immer (vielleicht sogar immer mehr) begeistert davon bin, wie gut Wanderurlaub auch mit kleinen Kindern klappen kann. Ich bin nicht der Typ für Pauschalreisenstrandurlaub, das habe ich mit einem heiß ersehnten total verkorksten Urlaub auf Gran Canaria im Februar 2013 lernen müssen. Und so, wie es dieses Jahr im Allgäu lief, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir schon ganz bald mit den Kindern zu Fuß die Alpen überqueren (oder so…).

Auch wenn der Urlaub irgendwie schon am 11.07.2014 begann, war heute unser erster richtiger Tag im Allgäu. Am Wochenende waren der Liebste und ich noch in der Schweiz auf einer Hochzeit. Am Sonntag dann eine nebelverhangene Fahrt entlang/durch die Alpen ins Allgäu nach Hinang zum gleichen Hof, wo wir schon 2011 und 2013 urlaubten. Nach dem Wiedersehen mit den kleinen Menschen, die wir zwischenzeitlich bei den ziemlich genialen Großeltern geparkt hatten, gab es den obligatorischen Besuch bei den Wasserfällen. Am Montag war dann erstmal Organisationstag, also all die Sachen einkaufen, die wir in der etwas sehr hektischen Vorbereitung vergessen hatten. Da das Wetter auch sehr durchwachsen war, taten wir dem großen kleinen Menschen den Gefallen und gingen ins Spaßbad. Premiere für den Bombshell swimsuit. Spaßbadtauglich ist der nicht so richtig.

Heute also dann der erste richtige Urlaubstag. Und das Wetter wird langsam besser. Die Berggipfel hingen noch immer ziemlich im Nebel, aber zwischendurch kam dann auch immer wieder die Sonne durch. Da wir letztes Jahr die Erfahrung gemacht haben, dass Wandern dem großen kleinen Menschen besonders viel Spaß macht, wenn es steil bergauf geht, sind wir heute den Faltenbachtobelallgaeu_web_2014-001 rauf bis zur Seealpe (Mittelstation der Nebelhornbahn) gelaufen. Und wieder zeigte sich: steile enge felsige Pfade sind genau nach des großen kleinen Menschen Geschmack. Sobald wir auf breitere Schotterwege oder gar geteerte Straßen kamen, verlangsamte sich unser Tempo rapide. Der kleine kleine Mensch saß meist glücklich in seiner Kiepe, auf den breiten Schotterwegen wollte er aber dann lieber selber gehen und war dabei sogar schneller als der große kleine Mensch im Protestmodus. An der Seealpe angekommen machten wir eine ausgiebige Mittagspause und konnten den großen kleinen Menschen sogar noch zum weiter wandern auf dem Seealpe Rundweg motivieren.allgaeu_web_2014-002 Als von diesem Weg der Pfad hoch zum Höfatsblick abzweigte, wollte der große kleine Mensch allen Ernstes da rauf. Wir entschieden uns aber in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit dagegen, auch wenn wir es ihm zugetraut haben, dass er es bis oben schaffen würde. Aber der Rundweg entschädigte ihn mit einem Hochsitz und einer Hängebrücke, was schlussendlich sehr okay für ihn war.
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Der kleine kleine Mensch überraschte uns damit, dass er 2/3 des Rundweges (hauptsächlich bergauf) selbst lief und erst beim Abstieg irgendwann in die Kiepe wollte. Dass er gern zu Fuß geht, wussten wir ja, aber das war schon eine stramme Leistung für einen 2-jährigen.
Den Rückweg machten wir dann mit der Gondel.

Urlaubstagebuch: Samstag, 10.08.2013 – Fellhorn

An unserem letzten vollen Ferientag klarte es nach dem Dauerregen des Freitags endlich wieder auf, wir konnten die Gipfel wieder sehen! Also brachen wir nach dem Frühstück auf zur Talstation der Fellhornbahn. Es ist schon ein etwas komisches Gefühl, die Bahn nach oben zu nehmen, früher sind wir solch einen Berg sehr gerne komplett hochgewandert und dann mit der Bahn runtergefahren. Aber die kleinen Menschen verlangen Konzessionen. Der große kleine Mensch durfte in der Gondel ganz vorne auf einem Abstatz knien und rausschauen, und ich glaube, er genoss es sehr, mit großartiger Aussicht nach oben zu schweben. Der kleine kleine Mensch war hingegen in seiner Kraxe gefangen auf dem Boden der Gondel abgestellt und hat nur Treckinghosen zu Gesicht bekommen.
Oben angekommen genossen wir die wilde Blumenpracht auf dem Fellhorngipfel

allgaeu2013auswahl_web-060 und machten dann einen kleinen Rundweg mit grandioser Aussicht. Wir genossen es sehr, endlich einmal wieder Hochgebirge zu schnuppern, selbst wenn wir uns den Gipfel nicht wirklich „verdient“ hatten.

allgaeu2013auswahl_web-062 Das Wetter hielt, obwohl immer wieder prächtige Wolken
vorbeizogen.

allgaeu2013auswahl_web-066Der kleine kleine Mensch wollte auch schon auf dem Gipfelpfad wandeln, aber nur an der Hand.

Spektakulär wurde es dann, als wir gebannt und besorgt beobachten konnten, wie ein Bergsteiger per Hubschrauber und wirklich langem Seil aus dem 2-Länder-Klettersteig geborgen wurde.

allgaeu2013auswahl_web-073_modNichts für mich! Ich glaube, ich würde bei der Rettung am Seil vor Angst sterben! allgaeu2013auswahl_web-074

Als der Hubschrauber die Retterin und Gerettete absetzte und die Gerettete aufstand und zum Hubschrauber lief, waren wir alle sehr erleichtert, dass offensichtlich nichts allzu schlimmes passiert gewesen zu sein schien.

Der Rest der Wanderung verlief weiterhin abwechslungsreich und schön, und am Ende waren wir sehr froh, es gerade am letzten Tag noch auf über die Baumgrenze geschafft zu haben. Den Abschluss fand die Tour auf dem großen Spielplatz der Mittelstation der Fellhornbahn. Am Abend feierten wir unseren schönen Urlaub mit einem Abendessen im Gasthof Zengerle in Hinang. Nur leider stellten wir fest: Entspannend ist Essen gehen mit kleinen Menschen eher nicht.  Und die “ Spätzle“, welche sich als Knöpfle erwiesen, konnten trotz künstlich-gelber Farbe bei weitem nicht mit den schwäbischen Spätzle bei den Eltern des Liebsten mithalten, die wir am Montag darauf geniessen durften. Dafür war der Zwiebelrostbraten eine Wucht!

Urlaubstagebuch: Freitag, 09.08.2013 – Sturmannhöhle, Obermaiselstein

Wenn das Wetter die letzten beiden Tage schon zu schlecht fürs Hochgebirge war, so war es das heute defininitv. Regen, Regen, Regen.

Also musste eine Aktivität nicht unter freiem Himmel her. Wir entschieden uns für die Sturmannshöhle in Obermaiselstein auf der anderen Talseite. Und weil das Wetter wirklich wirklich schlecht war, fuhren wir mit dem Auto ganz entgegen unserer eigentlichen Art so nah wie möglich an den Höhleneingang ran. Ganz nah ran ging allerdings nicht, die wenigen Parkplätze waren schon belegt, aber 100 m weiter unten waren noch ausreichend Parkplätze vorhanden. Wären wir vom Hirschsprung aus gelaufen, hätten wir Unmengen an Bergsalamandern sehen können.

Am Kiosk, der die Eintrittskarten verkauft, mussten wir dann feststellen, dass der kleine kleine Mensch nicht mit in die Höhle konnte, da er 1. zu jung ist und 2. die Höhle zu eng für Kraxen ist. Also bin ich mit dem großen kleinen Menschen alleine reingegangen. Die Höhle ist nur mit Höhlenführer begehbar. Die Führung um 11:30 Uhr war total überfüllt, das war echt purer Streß für mich in dieser engen Höhle auf einen quirligen 4-jährigen aufzupassen. Dementsprechend wenige und schlechte Photos hab ich also gemacht. Aber der große kleine Mensch erzählt allen immer als erstes vom Sandstrand in der Höhle und danach erst vom Drachentor und Drachenbett

allgaeu2013auswahl_web-057Unterdessen vergnügten sich der Liebste und der kleine kleine Mensch draußen im Regen Wald, wo sie tatsächlich auch mehrere Bergsalamander sichteten

allgaeu2013auswahl_web-059Den Rest des Tages verbrachten wir dann in der trockenen Ferienwohnung, wo wir uns, entgegen meiner Befürchtung, auch gar nicht gegenseitig die Köpfe abgerissen haben.

Urlaubstagebuch: Dienstag, 06.08.2013 – Pfronten, Burgruine Falkenstein

Und weil der Montag mit den Freunden so schön war, verabredeten wir uns nochmal zum gemeinsamen Wandern. Diesmal so, dass die Anfahrt direkt und ohne kurvenreichen Pass erfolgen konnte. Trotzdem haben wir uns wieder mal verzockt. Um „Schlechtigkeit“ zu vermeiden, fuhren wir einen Umweg über die Autobahn, nur um wegen einer Vollsperrung einer Bundesstraße dann südlich um den Grüntensee herumfahren zu müssen und schlussendlich wieder auf der Landstraße landeten, die wir versucht hatten zu meiden. Als Ziel hatten wir uns diesmal eine „echte Ritterburg“ ausgesucht, die auf einem Berg liegt, der wie eine Insel aus dem platten Voralpenland herausragt und vor den eigentlichen Alpen liegt.

allgaeu2013auswahl_web-031Es war noch immer megaheiß und die ersten km über sonnige Wiesen und entlang der Teerstraße waren wieder extrem mühsam, was die Motivation des großen kleinen Menschen betraf. Und dann kamen wir in den Wald und es ging ziemlich steil in unzähligen Serpentinen bergauf. Und plötzlich waren wir wieder mit der Bergziege vom Sonntag unterwegs.

allgaeu2013auswahl_web-030Und dabei hat er uns die ganze Zeit vollgequatscht. In einem fort. Ohne auch nur das kleinste bisschen aus der Puste zu kommen. Oben an der Burg angekommen, mussten wir feststellen, dass es sich um eine Ruine handelte, es keinen Burggraben und keine Zugbrücke gab, aber ich glaube, der Begeisterung des großen kleinen Menschen hat das keinen Abbruch getan. Zum Glück lag das Micky Maus Schloss ziemlich im Dunst, sonst hätte er sicher ewig lang gequengelt, dass er doch noch dorthin will (was er in der Ferienwohnung bereits getan hatte, nachdem er Fotos gesehen hatte und der Meinung war, es handele sich hierbei um eine echte Ritterburg). So mussten wir nur stundenlang Fragen beantworten, warum die Burg kaputt sei, warum es keine „Ritters“ mehr gäbe, usw. Der kleine kleine Mensch war mal wieder sehr glücklich in der Kraxe und schaute entweder begeistert in der Gegend rum oder schlief. Im Burgrestaurant verfütterte er versehentlich seine Brezel an zwei kleine Hunde und hat ziemlich dumm geguckt, wie schnell die plötzlich weg war.
Und weil 400 Hm für einen 4-jährigen kleinen Menschen schon eine echt gute Leistung sind, hatten wir uns für den Abstieg überlegt, dass ich den kleinen kleinen Menschen in der Manduca auf dem Rücken nach unten trage und der Liebste den großen kleinen Menschen in der Kraxe. Da hatten wir aber die Anhänglichkeit des Papakindes etwas unterschätzt. Sobald der kleine kleine Mensch nämlich den Liebsten mit dem großen Bruder auf dem Rücken sah, flippte er schier aus. Also mussten wir mit etwas Abstand voneinander den Berg runter gehen. Irgendwann schlief der kleine kleine Mensch dann wieder und der Liebste durfte sich wieder nähern.
Fazit dieser beiden Tage: Man sollte öfter mal die Ferien gemeinsam mit viel zu weit weg wohnenden Freunden planen und die Ferienwohnungen nah beieinander mieten!

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Urlaubstagebuch: Montag, 05.08.2013 – Heiterwanger See

Da Freunde von uns aus Zürich gerade im Ammergau Ferien machten, hatten wir uns mit ihnen irgendwo in der Mitte verabredet. Irgendwo in der Mitte bedeutete in diesem Fall am Heiterwanger See in Tirol. Wir wollten mal wieder schlauer als das Navi sein und folgten in Sonthofen den Straßenschildern nach Reutte. Also ging es über Bad Hindelang und den Oberjochpass nach Tirol. Bei der Abfahrt Richtung Reutte gab es dann wieder ein Problem mit „Schlechtigkeit“ beim großen kleinen Menschen. Also wieder Zwangspause eingelegt, diesmal allerdings leider nicht so hübsch gelegen wie in Karlsbad sondern schlicht in einer Nothaltebucht der engen Bergstraße. Nach einem kurzen Spaziergang ging es aber wieder leidlich und mit 1 h Verspätung kamen wir an dem traumhaft schön gelegenen Heiterwanger See an.

allgaeu2013auswahl_web-024Direkt am See gibt es einen kleinen Campingplatz, einen Spielplatz, eine Badestelle, einen Bootsanleger für Seerundfahrten, einen Ruderbootverleih und ein Hotel. Und obwohl es gerade Hauptferienzeit ist und es noch immer über 30 Grad Celsius hatte, war erstaunlich wenig los dort oben.
Zuerst machten wir einen Versuch, den See zu umwandern. Allerdings schien das der große kleine Mensch ziemlich öde zu finden, der wollte nämlich viel lieber im See baden bzw. auf dem Holzfloß, das bei der Badestelle am Ufer schwamm, spielen. Diesem Wunsch kamen wir dann auch nach. Die Erwachsenen fanden das Bad im Bergsee sehr erfrischend, den kleinen Menschen war es scheinbar doch eher zu erfrischend. Trotzdem war das rumliegen im Schatten am See sehr entspannt, der große kleine Mensch hatte seinen Spaß auf dem Floß und ich war ganz entzückt davon, wie rücksichts- und verantwortungsvoll die anderen Kinder dort spielten. Sowohl auf dem Spielplatz als auch auf dem Floß.
Irgendwann trieb uns der Hunger dann mal zum Hotel, wo wir auf der Terasse Wiener Schnitzel mit Pommes aßen. Der große kleine Mensch wollte dann noch gerne Ruderboot fahren. Da der Wind eher vom Ufer weg wehte, war ich etwas ängstlich, dass ich es nicht schaffen würde, uns sicher wieder zurück ans Ufer zu rudern. Also musste der Liebste ran. Wie ein Kapitän saß der große kleine Mensch hinten im Boot und sagte an, wo es hinzugehen hatte. Er hat vor Freude gequiekt, als sie über die Wellen des Ausflugsbootes ruderten und wollte viel lieber ein Elektroboot mit Lenkrad fahren, als er entdeckte, dass es auch solche zu mieten gab. Am Ende hat er sogar noch ein bisschen selber gerudert. Die Rückfahrt machten wir dann auch so, wie das Navi wollte: über die Autobahn. Und es gab keine Klagen über „Schlechtigkeit“.

In Hinang angekommen, wartete das nächste kulturelle Highlight auf uns: das Standkonzert der Musikkapelle Altstädten

UrlaubAllgaeuTag2_01-001Interessant fand ich die Geschlechterrollenverteilung auf die einzelnen Instrumente. Holzbläser waren Frauen, Blechbläser Männer. Eine einzige Ausnahme von dieser Regel gab es: Ein Mann durfte Klarinette spielen.

Urlaubstagebuch: Sonntag, 04.08.2013 – Hinanger Wasserfälle, Sonnenklause

Dieses Mal sind wir ja mit zwei kleinen Menschen unterwegs und der große kleine Mensch ist nun ja auch fit genug, dass er kleinere Wanderungen selber gehen kann. Außerdem ist er auch zu schwer, um längere Strecken in der Kraxe getragen zu werden. In die Kraxe darf nun der kleine kleine Mensch, der sich noch ein wenig schwer tut mit dem selber laufen (was mit 1 Jahr auch nicht verwunderlich ist). Für den ersten Tag hatten wir uns die Wanderung zu den Hinanger Wasserfällen ausgesucht. Es ist keine Anfahrt mit dem Auto oder gar der Seilbahn nötig und es kann im Prinzip jederzeit der Heimweg angetreten werden. Denn auch wenn wir uns sicher waren, dass der große kleine Mensch gut zu Fuß ist, wollten wir ihm das Wandern nicht gleich am ersten Tag durch überforderung verleiden. Und auch beim kleinen kleinen Menschen war die Kraxenliebe noch nicht vollumfänglich ausgebrochen. Der Zustieg zum Wanderweg auf der geteerten Straße war dann auch erstmal echt mühsam. Aber sobald wir im Wald auf dem Wanderweg waren und es streng bergauf ging, war der große kleine Mensch in seinem Element. Wie eine Bergziege stiefelte er auf seinen kurzen Beinen zielstrebig den Berg rauf. Er und ich mussten immer wieder auf den Liebsten und den kleinen kleinen Menschen warten, die ettliche Fotostops einlegten und deshalb ganz schön hinterher waren.

allgaeu2013auswahl_web-011 Aber auch dem kleinen kleinen Menschen schien es sichtlich zu gefallen, so durch den Wald getragen zu werden, jedenfalls nach den „aaaahs“ und „ohhhs“ zu urteilen. Die Wasserfälle hatten wir recht schnell hinter uns gelassen und weiter ging es den Bach entlang bergauf Richtung Sonnenklause.

allgaeu2013auswahl_web-012 Das letzte Stück des Weges ging leider wieder über die geteerte Straße, was zu deutlichen Motivationsproblemen beim großen kleinen Menschen führte. Aber der Wettlauf mit einem anderen wandernden Kind und die Abkürzung über eine Wiese halfen dabei, ohne große überredungskünste an der Sonnenklause anzukommen. Dort gabs dann die versprochene Limo und ein Eis, der große kleine Mensch spielte ein wenig mit anderen Kindern auf dem Spielplatz und dann ging es auch schon wieder an den Abstieg.

allgaeu2013auswahl_web-016Und der gestaltete sich deutlich schwieriger, was die Motivation betraf. Der Weg war aber auch deutlich sonniger, was bei Temperaturen über 30 Grad Celsius auch kein echtes Vergnügen darstellt.

allgaeu2013auswahl_web-017Irgendwann zog es sich dann aber sehr schnell zu und wir waren nicht sicher, wie lange es noch trocken bleiben würde, so dass rumtrödeln keine echte Option war. Beim runterrennen eines steilen Waldweges stürzte der große kleine Mensch dann auch noch und zog sich klitzekleine Schürfwunden an Brust, Bauch und Knien zu. Also hat der Liebste dann ein ganzes Stück beide kleinen Menschen getragen. Trotzdem ist der große kleine Mensch schlussendlich 250 Hm und ca. 5km selbst gewandert.
Bei einem kleinen Abstecher auf den Hinanger Spielplatz verblüffte uns der kleine kleine Mensch dann noch damit, dass er ohne Hilfe die ganze Rutsche hochkrabbelte. Noch nicht richtig laufen können, aber schon die Rutsche hochkrabbeln…

Der Liebste machte dann noch einen nächtlichen Ausflug zum Malerwinkel, den er nur dank Taschenlampe bewältigte, um den Sternenhimmel eingebettet in das Panorama des Oberallgäus zu photographieren. Man beachte die Schöllanger Burgkirche in der unteren Bildmitte und die drei Flugzeuge.

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