Lundi Lopapeysa – Papageitaucher Pullunder

The instructions for the Léttlopi Vest with puffins is here: InstructionsPuffin

Schon im letzten Post sang ich ein Loblied auf Wolle als Faser für Funktionskleidung. Der Liebste war ja vor unserem Islandtrip etwas skeptisch ob der von mir vorhergesagten tollen Eigenschaften der isländischen Wolle (das Vlies der isländischen Schafe besteht aus zwei Schichten: einer äußeren wasserabweisenden Schicht aus langen groben Haaren und einer inneren winddichten Schicht aus weichen kurzen Haaren. Diese beiden Fasern werden gemeinsam versponnen).iceland_preview_animals-180811-085 Er war dann aber ziemlich schnell umgestimmt, als der kleine kleine Mensch und ich quasi ständig in unseren Lopapeysur rumliefen und somit Wind und Nieselregen trotzten.

In Vík og Myrdal im Fabrikverkauf von Icewear sah ich dann einen Lopapeysa mit Papageitauchern auf der Passe. iceland_preview_story-180809-103Just an dem Tag, an dem er hochgradig frustriert war, weil er keine anständigen Fotos von Papageitauchern machen konnte.iceland_preview_animals-180808-076 Da hatte ich zwar eigentlich schon meinen Wolleinkauf bei Ístex in Mosfellsbær getätigt, aber Létt-Lopi bekommt man in Island in jedem Supermarkt und sogar in Ásbygri an der Tanke. Und wie meine nicht repräsentative Recherche ergab, ist sie in Ásbyrgi an der Tanke sogar am günstigsten, dicht gefolgt vom Netto. Mit Abstand am teuersten war die Wolle in Reykjavik auf dem Laugavegur in den unzähligen Souveniergeschäften, der Fabrikverkauf in Mosfellsbær war aber auch eher teuer. So kann man sich täuschen. Also begab ich mich in Höfn auf geheime Mission und kaufte nochmal eine ganze Tüte voller Wolle ein.iceland_preview_story-180801-080

Zurück in Deutschland machte ich mich auf die Suche nach einem Strickmuster für die Papageitaucher. Und fand: nichts. Lediglich den fertig gestrickte Pullover bei etsy. Ich hatte aber geistesgegenwärtig ein Foto von dem Pullover in Vík gemacht, so dass ich mich also daran machte, mir das Strickmuster mit Hilfe eines traditionellen Musters und anhand des Fotos selbst zusammen zu knobeln.lundiLopeysa-190421-004

Dann fing ich an zu stricken. Da der Liebste ziemlich groß ist, hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nie in Betracht gezogen, einen Pullover für ihn zu stricken. Und nun hatte ich also diesen irren Plan. Denn wie sich beim Muster ausknobeln herausstellte, waren die Papageitaucher nicht mit der klassischen 2-farbigen Fair Isle Methode zu stricken, sondern man muss mit 3 Fäden hantieren und am Kopf sogar mit 4 Fäden. Aber wozu gibt es YouTube…

Der untere einfarbige Teil zog sich und zog sich und zwischenzeitlich strickte ich auch gar nicht. Langsam wurde der Korpus länger und länger. Da der Liebste gerne einen warmen Po hat, musste der Korpus aber Bitte Danke 10 cm länger sein als die Strickanleitungen das so für einen XL Pullover vorsahen. Aber immerhin mag der Liebste es wiederum nicht, wenn er an den Armen schwitzt, weshalb er lieber einen Pullunder als einen Pullover haben wollte. Also nochmal geknobelt, diesmal um aus dem Pullover einen Pullunder zu machen.lundiLopeysa-190421-011

Ende März war ich dann endlich an der Passe angekommen und der lustige Teil konnte losgehen. Und weil ich nur Papageitaucher irgendwie auch langweilig fand, spendierte ich ihnen noch Lavafelsen, Blümchen und einen Wolkenhimmel. Es ist erstaunlich, wie viel schneller ich anspruchsvolle abwechslungsreiche Muster stricke im Vergleich zu einfarbig glatt rechts. Und so wurde vorgestern der Pullunder fertig. Und der Liebste musste bei 25 °C Modell stehen für Fotos. lundiLopeysa-190421-012

Ich bin nicht 100% zufrieden mit dem Ergebnis, da die Papageitaucher mit den 3 bzw. 4 Fäden spürbar unelastischer sind als der Rest. Ich habe die Spannfäden zwar alle 3 Maschen eingewebt, aber irgendwie ist das ganze Konstrukt trotzdem etwas zu fest geworden. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, ich hätte die 4-farbigen Runden jeweils mit 2 Farben gestrickt, die Maschen, die in den anderen 2 Farben gestrickt werden nur abgehoben und in einer zweiten Runde dann das ganze Spiel nochmal mit den anderen beiden Farben gemacht. Es ist durch waschen und spannen etwas besser geworden, aber noch immer nicht perfekt. Trotzdem bin ich sehr stolz auf mich, dass ich es überhaupt geschafft habe. lundiLopeysa-190421-001

Achja, und am Ende fuhren wir dann noch nach Bakkagerði und es gab noch ordentliche Fotos von Papageitauchern. Puh, der Liebste hatte nämlich schon damit gedroht, ohne anständige Papageitaucherfotos nicht auf die Fähre fahren zu wollen…iceland_preview_animals-180814-101

(Dies ist das erste Mal, dass ich ein Strickmuster selbst entworfen habe und natürlich habe ich es auch bei Ravelry hochgeladen.)

Schottland-Island Fusion

Als das Buch „Inspired by Islay“ von Kate Davies erschien, verliebte ich mich sofort in den Port Charlotte Sweater. Allerdings wollte ich gerne einen Pullover aus Islandwolle für unsere Islandreise haben. Die Léttlopi ist jedoch dicker als die von Kate Davies vorgeschlagene Buachaille Wolle. Die Maschenprobe mit 3,25er Nadeln ergab, dass ich einfach Größe 1 stricken musste, um mit der dickeren Wolle auf meine Maße für den Oberbrustumfang zu kommen. Ich weiß ja mittlerweile, dass ich mich bei der Größenauswahl an meinem Oberbrustmaß orientieren muss, ansonsten werden die Schultern zu breit. Der Sweater wird von unten nach oben in der Runde gestrickt, die Ärmel werden an der Passe mit dem Korpus verbunden, die mit Raglanabnahmen geformt wird. Island_Pullover-180725-017Um die Mehrweite des Brustumfangs einzuarbeiten, habe ich intensiv „Little red in the city“ von Ysolda Teague studiert und dann sowohl verkürzte Reihen auf Brusthöhe eingefügt, um die benötigte Länge hinzuzufügen als auch zuerst bei 5 Reihen im Vorderteil an 2 Stellen je 2 Maschen zugenommen, dann 10 Reihen mit dem 20 zusätzlichen Maschen gestrickt, um diese 20 Maschen dann wieder abzunehmen. Beim Nähen formt man den Stoff ja dadurch, dass man durch Abnäher Stoff an bestimmten Stellen wegnimmt. Beim Stricken entstehen diese „Abnäher“ dadurch, dass man an manchen Stellen gezielt Stoff hinzufügt. Ich finde das sehr spannend.Island_Pullover-180802-024

Dadurch, dass ich mit Nadelstärke 3,25 gestrickt habe (empfohlen für Léttlopi ist 4-5), ist der Pulli sehr dicht. Was ihn zu einem sehr guten Soft Shell macht und sich perfekt die Eigenschaften der Islandwolle zunutze macht. Mein Softshell aus Polyester hat nach ungefähr 1 Woche Island sehr streng gemüffelt. Mein Port Charlotte Sweater hingegen war auch nach 4 Wochen noch gesellschaftsfähig. Da rochen andere Menschen auf der Fähre deutlich unangenehmer. Island_Pullover-180804-026Sowieso möchte ich hier ein Loblied auf Wolle als Funktionsmaterial singen. Ich hatte Unterhemden und Shirts aus Merinowolle, meinen Port Charlotte Sweater und einen traditionellen Pullunder aus Léttlopi dabei und hatte diese Sachen in verschiedenen Kombinationen, je nach Temperatur quasi täglich an. Bei meinen vorherigen Trekkingurlauben hatte ich immer Funktionskleidung aus Polyester dabei und die fängt einfach nach 1 Tag an zu müffeln. Ich bin da zwar nicht sonderlich empfindlich, aber wenn man das vermeiden kann, ist das natürlich toll. Und Mikroplastik im Meer durch Faserabrieb in der Waschmaschine vermeidet man noch dazu!Island_Pullover-180810-029

Nach Island fliegen kann ja jede

Der Liebste und ich waren vor 10 Jahren auf Island. Mit dem Rucksack. Fortbewegt haben wir uns damals entweder zu Fuß oder mit dem Linienbus. Das war für 2 Endzwanziger Thirtysomethings auch eine super Sache. So toll, dass wir schon bei der Rückkehr die nächste Reise dorthin im Sommer 2009 anfingen zu planen. Wir wollten mit einer Bergführerin die Tour über den Grænafjall ins Norðurdalur machen. Wir spielten mit einem GPS Gerät herum, das auch mit Linux sinnvoll zu benutzen wäre. Im November 2008 endete das Pläne schmieden jäh. Stattdessen wurden wir in ein Abenteuer der ganz anderen Art gestürzt: Wir wurden Eltern.

Unser Sehnen nach Island ließ dadurch aber nicht nach. Und auch der gr kl Mensch schien eine enge Bindung an diesen Sehnsuchtsort zu haben, den er ja nur aus unseren Erzählungen kannte. In der Phase, wo kl Menschen imaginäre Freunde haben, da hatte er unzählige Geschwister auf Island und arbeitete irgendwas mit Containern dort.

Dann kaufte sich mein Schwager einen Defender. Und der Liebste kam auf die verrückte Idee, dass wir uns dieses Auto ja mal einen Sommer ausleihen könnten und damit nach Island fahren. Denn eins war klar: mit kl Menschen wäre es schwierig nur mit Trekkingrucksack, Minizelt und sehr eingeschränktem Speiseplan zu verreisen. Klar, man könnte hinfliegen, dort ein Auto mieten und über die Ringstraße einmal um die Insel rumfahren. Aber wie man vielleicht oben schon bemerkt hat, reizen uns die eher abgelegenen Orte auf der Insel. Die man nur mit einem ernstzunehmenden Geländewagen erreicht. Wir diskutierten verschiedene Varianten durch:

  1. Hinfliegen, Geländewagen mieten: wie bekommt man das familientaugliche Zelt hin? Außerdem darf man die wirklich interessanten Straßen aus versicherungstechnischen Gründen oft nicht fahren. Also man kann schon, ist halt nur doof, wenn dann was passiert. (siehe auch *)
  2. Den Defender vom Schwager leihen: kam nicht in Frage, da war der Schwager unmissverständlich
  3. Selbst einen Geländewagen kaufen.

Der Liebste beobachtete also jahrelang mobile.de auf der Suche nach einem Geländewagen Baujahr 1986 oder früher. Er erklärte mir in epischer Breite, warum es alternativlos total rational sei, einen so alten Wagen zu kaufen.* Ich wollte eigentlich nur gerne wieder nach Island. Jetzt häng ich halt mit drin.

Der Liebste hat sich informiert, hat sich von den Machern von Matsch und Piste beraten lassen, hat eine Werkstatt ausgesucht, sich dort noch weiter beraten lassen und stetig den Suchagenten bei mobile.de im Blick gehabt. Im November 2016 wurde er dann fündig: Ein Nissan Patrol 160 Station Wagon 5-Türer Baujahr 1986 erfüllte seine Sehnsucht nach legendärem japanischem Altmetall und wurde gekauft. Die Restauration dieser Autos Rostbeule ist eine ganz eigene Geschichte, die jeden nervlichen, zeitlichen und finanziellen Rahmen sprengt.

Als das Auto gekauft war, war auch ungefähr absehbar, wann wir die Reise antreten können: Sommer 2018. Da man allein für die Anreise 4 Tage einplanen muss (2 Tage bis Hirtshals, 2 Tage auf der Fähre), ebensoviele Tage für die Abreise und wir wirklich Zeit auf Island haben wollten, wenn man sowas schonmal macht, war klar, dass wir mehr oder weniger die gesamten Sommerferien weg sein wollen würden. Wie macht man das mit nur 30 Tagen Urlaub/Jahr? Ich hatte schon länger überlegt, ob ich nochmal 2-3 Monate Elternzeit nehmen sollte. Beim kl kl Mensch bin ich ja 4 Monate nach seiner Geburt wieder voll arbeiten gegangen und das war schon sehr anstrengend. Außerdem waren auch die ersten drei Schuljahre beim gr kl Mensch sehr kräftezehrend. Also besprach ich im Sommer 2017 mit meinem Chef, ob ich im Sommer 2018 in Elternzeit gehen könne. Das dritte Jahr Elternzeitanspruch kann man bis zum Ende des siebten Lebensjahres des Kindes nehmen. Mein Chef machte zwar keine Freudensprünge, war aber auch nicht dagegen. Die Personalabteilung war auch einverstanden und so wurden mir im Herbst 2017 zwei Elternzeitmonate im Juli und August 2018 genehmigt. Der Liebste schiebt seit seiner Elternzeit 2012 30 Tage Urlaub vor sich her, so dass er genügend Urlaubstage hat für unsere Reise.

Wir begannen also konkreter zu planen. Buchten die Fähre. Kauften ein familientaugliches Zelt, das sich schnell aufbauen lässt. Da wir eine Rundreise planen, ist das wichtig. Wir sind oft nur eine Nacht an einem Ort, da will man nicht 1 h lang am Abend Zelt aufbauen und 1h lang am Morgen Zelt abbauen.** Der Liebste wurde süchtig nach australischen Offroad Videos auf YouTube.

Ein erster Test sollten die Pfingstferien auf Ameland sein. Auto ausprobieren, Zelt ausprobieren, 4 Tage Nordsee genießen. Daraus wurde nur leider nix, weil die Werkstatt zwar handwerklich richtig richtig gut ist, aber eine absolute Katastrophe, was Zeitplanung von Langzeitprojekten angeht.

Wir liehen uns den Campingkocher von Familie 700Sachen und kochten die Pfingstferien über auf dem Balkon. Um Rezepte zu probieren und um zu schauen, welche Utensilien man immer in der Küche vergisst. Wir wissen also jetzt, dass One-Pot-Pasta mit Würstchen von allen gern gegessen wird, ebenso Pizza aus dem Omnia Campingbackofen. Reis mit Hackfleisch, Paprika und Tomaten ist okay (Ich fand es sehr lecker, vor allem mit einem Schuss Ketchup), Nudeln mit Käse-Sahne-Soße gehen eh immer. Wir arbeiten noch ein bisschen an der Erweiterung dieses Speiseplans. Mal schauen, ob bei sehr großem Hunger Couscous mit Nüssen und Trockenfrüchten nicht doch ginge.*** Wir werden ohne Kühlschrank verreisen, da diese Kühlboxen, die über das Autostromnetz betrieben werden können, dem Liebsten unsympathisch sind vermutlich das Gerüttel auf den F-Straßen nicht so gut mitmachen. Wir haben eine passive Kühlbox, wir müssen einfach immer irgendwelche Tiefkühlprodukte und gekühlte Getränke einkaufen und die gemeinsam mit den Sachen aus dem Kühlregal in der Kühlbox lagern. Da es auf Island in der Regel nicht so richtig heiß wird, hoffe ich, dass wir so einigermaßen klar kommen. Aber vielleicht kann man auch am Campingplatz so wie in Frankreich Kühlakkus einfrieren lassen. Wir haben aber auch Milchpulver und Volleipulver dabei. (Und ehe man sich versieht, landet man bei der Suche nach solcherlei Sachen auf Prepper-webseiten. Gruselig sag ich euch. Gru-se-lig!) Trockenfleisch als Proteinquelle scheidet leider aus, da man das nicht einführen darf. Ich komme auch gut mit Hülsenfrüchten klar, allerdings finden die kl Menschen das vollkommen inakzeptabel. Ich hoffe ja noch, dass ihnen Skyr schmeckt. Meiner Erinnerung nach schmeckte der auf Island damals wie Fruchtzwerge, ich hab da also begründete Hoffnung 🙂 Zum Frühstück wird es wohl mal Brot und mal Müsli geben. Oder Pfannkuchen. Ich mag nämlich kein Müsli, die anderen drei aber schon. Also werde ich mir dann wohl einfach einen Pfannkuchen machen, wenn die anderen Müsli essen. Dank Milch- und Volleipulver sollte das ja problemlos gehen. Oder ich kaufe so ein Pancake-Fertigmix, da muss ich dann nur schauen, wie ich den für eine Person portioniere. Tagsüber werden wir Müsliriegel, Nussmischungen, Cracker, Kekse, etc snacken. So der Plan. Lassen wir uns überraschen, wie wir uns da eingrooven.

Wir hatten eine grobe Vorstellung, was wir alles sehen wollen auf Island. Da wir mit der Fähre im Osten ankommen und wir zum eingewöhnen das etwas stabilere Wetter im Norden nutzen wollen, war klar: grobe Richtung ist gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Insel. Dabei ist der Plan, den nördlichsten, westlichsten, südlichsten und östlichsten Punkt der Insel zu besuchen. Mal schauen, wie das so klappt. Der Liebste legte ein Textdokument an, wo er reinschrieb, was er sehen will. Ich probierte ein bisschen mit verschiedenen Reiseplanungsapps rum und wir landeten schließlich bei Google MyMaps als Planungstool. Dort legte ich verschiedene Ebenen für Campingplätze, Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Einkaufsmöglichkeiten und heiße Quellen an und übertrug das Textdokument in diese Karte. Dabei fiel mir auf: Reykjavik und der Golden Circle fehlten in den Plänen des Liebsten. Ich fand allerdings, dass wir den kleinen Menschen diese zugegeben sehr touristischen Orte nicht vorenthalten können. Andererseits möchte ich den kleinen Menschen auch den Reiz der Abgeschiedenheit des isländischen Hochlands näherbringen. Wir werden also einige lange Wanderungen machen, evtl sogar eine mit Übernachtung im Minizelt. Mal schauen. Aber wir haben ja diesen Geländewagen eigentlich nur auch deshalb, damit wir auch mit dem Auto abseits der Ringstraße an abgelegene Orte kommen. Die Westfjorde z.B. Oder ins Fjallabak. Trotzdem ist wandern für mich nochmal ein ganz anderes Level an Erholung. Ich bin sowieso mal gespannt, wie die kleinen Menschen das mit dem vielen Autofahren finden werden. Der kl kl Mensch leidet ja häufig unter Reisekrankheit.

Einige Leserinnen fragen sich jetzt vielleicht: Wird sie selbstgenähte Kleider tragen beim Campen in der Wildnis? Die Antwort ist: Nein. Ich habe tatsächlich Hosen gekauft. Ganz auf selbstgemachte Kleidung werde ich aber auch bei diesem Trip nicht verzichten. Ich habe den Port Charlotte Sweater von Katie Davis aus isländischer Wolle gestrickt. Und ich habe mir T-Shirts aus Merinojersey genäht. Und aus den Resten des Jerseys wurden Slips. Und für die ganz warmen Tage habe ich den Wanderlust-Rock dabei.

Wie wir das Auto für so einen Camping-Roadtrip packen erzähle ich euch dann mit dem ersten Reisebericht.

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*in Wahrheit konnte er vor sich selbst nicht zugeben, dass er einfach scharf auf so eine asoziale CO2-Schleuder ist und es mit seinem Selbstbild nur vereinbaren konnte, wenn es wenigstens ein cooler Oldtimer ist

**Der Nachteil dieses Zelts: Sein Packmaß und sein Gewicht. Auch im verpackten Zustand ist es 2 m lang, man muss es also auf jeden Fall mit dem Dachgepäckträger transportieren. Und es ist hässlich.

*** Gestern probiert: Nein, geht nicht.

Inhaltsverzeichnis Reisetagebuch Island 2008

So, nun habe ich alle Tagebucheinträge des Islandurlaubs abgetippt, mit Photos versehen und in den Blog hochgeladen. Und wie das bei Blogs so ist, muss man unten anfangen zu lesen, wenn man es in chronologischer Reihenfolge lesen möchte. Oder man nutzt das untenstehende Inhaltsverzeichnis 😉
Viel Spaß beim Lesen

25.07.08 Freudenberg
26.07.08 Siegen – Frankfurt – Reykjavík
27.07.08 Reykjavík – Skaftafell
28.07.08 Skaftafell
29.07.08 Skaftafell – Jökulsárlón – Egilsstaðir
30.07.08 Egilsstaðir – Mývatn
31.07.08 Mývatn – Dettifoss
01.08.08 Dettifoss – Vesturdalur
02.08.08 Vesturdalur – Ásbyrgi
03.08.08 Mývatn
04.08.08 Mývatn
05.08.08 Mývatn
06.08.08 Mývatn – Sprengisandur – Landmannalaugar
07.08.08 Landmannalaugar – Hrafntinnusker – Álftavatn
08.08.08 Álftavatn – Emstrur/Botnar
09.08.08 Emstrur/Botnar – Þórsmörk (Langidalur)
10.08.08 Þórsmörk
11.08.08 Þórsmörk
12.08.08 Langidalur – Fimmvörðuskáli
13.08.08 Fimmvörðuskáli – Skogar -Selfoss
14.08.08 Selfoss – Hveragerði
15.08.08 Hveragerði
16.08.08 Hveragerði – Geysir – Gullfoss – Þingvellir – Reykjavík
17.08.08 Reykjavík
18.08.08 Reykjavík

18.08.08 Reykjavík

Unser letzter Tag in Island, heute abend gehts zurück nach Frankfurt, wo uns morgen um 7:00 Uhr das Frühstück bei einem wahrscheinlich total verschlafenen Udo erwartet. Also noch ein bißchen nostalgisch vor uns hingeträumt und die schönsten Momente der letzten drei Wochen Revue passieren lassen, noch einmal das grandiose Gebäck von Sandholt genossen, die auch-nicht-so-besonderen Hotdogs (isländisch Pylzur) von Bæjarins Betzu ausprobiert (Bill Clintons letzter Hotdog vor dem Herzanfall…),
das Walfleisch im Restaurant Sea Baron (Wale werden überall auf der Welt strikt nur für wissenschaftliche Zwecke gejagt, ist doch klar) neben dem alten Hafen begutachtet,

wo alte rostende Walfangschiffe auf der einen Seite des Piers liegen, während von der anderen die Whale Watching Touren ablegen,

und noch etwas bei Utilif und Everest nach gefriergetrockneten Trekkingmalzeiten und anderen unnötigen Trekkinggütern gestöbert. Den Rest der Zeit haben wir dann noch in einem netten multikulturellen Cafe auf der Hverfiskgata abgesessen.

Impressionen von Reykjavík



17.08.08 Reykjavík

Da am Sonntag nur manche Geschäfte geöffnet haben und wir morgen auch noch was zu tun haben müssen, haben wir den heutigen Tag genutzt und waren im Isländischen Nationalmuseum und haben uns dort über die 1200 jährige Geschichte seit der Entdeckung Islands informiert. Vorher haben wir noch eine Bäckerei schräg gegenüber des Guest House VON
ausprobiert, nämlich Sandholt, und auch diesmal waren wir sehr begeistert von den Backwaren, so daß wir nach dem Museumsbesuch nochmal dorthin sind um dort Tee und Kaffee zu trinken und noch mehr von den unglaublichen Blätterteigtaschen mit Äpfeln und Pecanüssen zu essen.

16.08.08 Hveragerði – Geysir – Þingvellir – Reykjavík

Trotz der Party, die um uns herum stattfand, mit Zelten und Wohnwagen dicht an dicht und Gitarrenmusik überall auf dem Campingplatz, haben wir dank Ohropax eigentlich ganz gut geschlafen und haben es sogar geschafft, ohne Wecker rechtzeitig für unseren frühen Bus wach zu werden.

An der N1-Tankstelle haben wir noch versucht, herauszufinden, ob der SBA-Bus tatsächlich dort abfährt, nachdem wir auf der Hinfahrt vor 3 Wochen beobachtet hatten, wie jemand winkend an der Tanke stand und unser Netbus vorbei gefahren ist, um dann 300m weiter an der
Shell-Tankstelle zu halten. Aber die beiden Gestalten an der Tankstelle waren scheinbar vom Abend vorher noch so besoffen, daß aus ihnen keine in irgend einer Form nennenswerte Information heraus zu bekommen war. Aber da der Zeltplatzwart ja bereits bei der Busgesellschaft angerufen hat, um uns anzukündigen, hielt der Bus problemlos an der verregneten Haltestelle.

Das Wetter wurde besser, und der Geysir, also Strokkur, war schon irgendwie beeindruckend, vor allem, da es einer kleinen Geduldsprobe gleichkam, im richtigen Moment auf den Auslöser für ein Photo (wegen der Auslöseverzögerung der Kompaktkamera fast unmöglich)



Außer dem Geysir gabs aber irgendwie nicht viel zu sehen, schöne Landschaft natürlich, aber ein gewissen Scenic Overdose Syndrome machte sich nach der ganzen Faszination der letzten Wochen breit, und das bequeme warme Visitor Center rief mit seinem Angebot an Tee, heißer Schokolade und warmen Sitzplätzen, wo wir dann ein kleines Picknick mit ein paar dort gekauften und vielen mitgebrachten Sachen veranstalteten.

Danach ging es weiter zum Gullfoss, dem gefühlten 1000. Wasserfall unserer Reise. Man spürt deutlich, daß dieser Wasserfall am ‚Golden Circle‘ liegt, es gab deutlich mehr Touristen als an den anderen Wasserfällen und die Wege waren mit Holzplanken sehr gut ausgebaut. Trotzdem boten sich beeindruckende Blicke, da man an einigen Stellen recht dicht unterhalb der oberen Kante des Wasserfalls stehen kann.


In Þingvellir hatten wir etwa 50min Aufenthalt, so daß wir uns noch den ‚berühmten‘ Lögberg und die Spalte des mittelatlantischen Rückens


anschauen konnten. Diesen Spaziergang unternahmen wir zusammen mit einem sehr netten französischen Ehepaar, das wir schon in Þorsmörk kennen gelernt hatten (und ob ihrer perfekten und unfranzösischen Ausrüstung, hauptsächlich Mammut und Arcteryx, für Schweizer hielten). Anschließen ging es dann endgültig zurück nach Reykjavik.