Bananenbrot

Irgendwie haben wir in letzter Zeit Probleme die Bananen, die in der Gemüsekiste meistens drin sind, zu essen. Und irgendwann sind sie dann so dunkel, dass selbst ich sie nicht mehr essen mag. Deshalb backe ich in letzter Zeit ziemlich häufig Bananenbrot. Am Mittwoch abend zum Beispiel. Und am Donnerstag erzählt der große kleine Mensch mir, dass er auch ein Stück davon haben wolle. Der große kleine Mensch? Der weder Schokolade noch Bananen mag? So recht konnte ich das nicht glauben. Und weil er dann im allgemeinen Trubel dann doch kein Stück aß, aß ich es dann am Donnerstag abends spät noch. Freitag morgen gab es dann ein riesen Theater, weil der Kuchen alle war. Also buk ich Freitag abend das nächste Bananenbrot. Und wir frühstückten es Samstag. Auch der große kleine Mensch!

Das Rezept kam vor bestimmt 25 Jahren irgendwie zu uns. Ich glaube, meine Eltern und wir Kinder waren irgendwo zum Kaffeetrinken eingeladen und dort gab es diesen Kuchen und wir haben uns das Rezept geben lassen. Seither ist das definitiv mein liebster Kuchen. Später fand ich das Rezept dann auch noch im Wilnsdorfer Kochbuch. Dort heißt es Bananen-Gewürzkuchen. Irgendwann bemerkte ich, dass ich dank dieses Rezepts einen veganen Kuchen im Repertoire habe, der ganz ohne Soja auskommt!

Man braucht:

250 g Margarine

250 g Zucker

3-4 reife Bananen, zerdrückt

300 g Mehl

1/2 Päckchen Backpulver

1 TL Natron

1 TL Zimt

1/2 TL Nelken

1 Prise Muskat

2 EL Kakao

100 g Schokolade

(2 EL Rum) ich machs ohne, schmeckt trotzdem sehr gut

Margarine mit Zucker schlagen, zerdrückte Bananen dazu. Dann das Mehl mit dem Backpulver, dem Natron, den Gewürzen und dem Kakao dazu geben. Die Schokolade schmelzen, unter den Teig ziehen.

Den Teig in eine gefetteteKastenform geben, bei 180 °C für 50 min in den Backofen. Mittels Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen durch ist.

Ich hab diesmal nur die halbe Menge gemacht und in einer Königskuchenform gebacken. Und die passt einfach vorzüglich zum Herzdamekleid.herzdamekleid_150424-005

Wer gerne Bananenbrot isst und auch mal ein anderes Rezept ausprobieren möchte, der kann ich das Banana Bread von Orangette sehr empfehlen!

Weihnachtsessen

Seit ein paar Monaten bekommen wir ja nun alle zwei Wochen die Gemüsekiste vom Biolandhof Apfelbacher. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit der Qualität des Gemüses, vor allem die Frische des Salates haut mich immer wieder um. Aber auch ansonsten freue ich mich immer total auf die Kiste, weil sie einfach Abwechslung in unseren Speiseplan bringt.

Für Weihnachten war es außerdem äußerst praktisch, dass man den Inhalt der Kiste beliebig (nach saisonaler Verfügbarkeit, selbstverständlich) verändern kann. Wobei der Inhalt der vorgeschlagenen Kiste bereits ziemlich genau das enthielt, was wir sowieso haben wollten. Allerdings mussten zum einen teilweise die Mengen angepasst werden, da wir für deutlich mehr Personen kochen wollten, zum anderen brauchten wir auch noch ein paar andere Sachen. Aber dadurch war es möglich, sogar die Lebensmitteleinkäufe für Weihnachten mit dem Fahrrad zu erledigen.

Außerdem haben wir es endlich mal geschafft, meinem Bruder, der hauptberuflicher Schafzüchter ist, ein halbes Lamm abzukaufen. Bisher scheiterte dieses Vorhaben immer daran, dass wir aufgrund der weiten Entfernung das Fleisch nicht vernünftig gekühlt bis zu unserem Gefrierschrank transportiert bekommen haben. Da wir ja jetzt nur noch 80 km weit weg wohnen, war es nun also endlich soweit.

Das alles führte dazu, dass große Teile des Weihnachtsessens dieses Jahr aus regionalem ökologischen Anbau kam. Ich gebe zu, bei der Vorspeise und dem Nachtisch für Heiligabend habe ich mich dazu hinreißen lassen, auch einige Südfrüchte zu verwenden.

Am allerbesten hat mir ja das Menü am Heiligabend geschmeckt, was ich nicht erwartet hätte, da ich eigentlich mehr Energie in das Essen am 2. Weihnachtstag investiert habe, aber manchmal sind die ganz einfachen Sachen dann doch die besseren.

Vorspeise: Salat „Olpe“ (ein Rezept von Alfred Biolek, der diesen Salat das erste Mal in Olpe gegessen hat, daher der Name…)

1 große rote Paprikaschote
1 große Orangen
1 große Rosa Grapefruit
1 Granatapfel
3 EL Himbeeressig
7 EL Walnussöl
1 große Fenchelknolle
1 großer säuerlicher Apfel

Im Originalrezept steht, dass man das Obst und Gemüse in Ringe bzw. Scheiben schneiden und auf einer Platte anrichten soll. Sieht zwar fancy aus, ist aber echt unpraktisch beim Essen und ich finde es total lästig, wenn ich mein Essen „bezähmen“ muss. Deshalb sind wir dazu übergegangen, das Zeugs in mundgerechte Stücke zu schneidenzerbrochener Granatapfel und in einer ordinären Salatschüssel anzurichten. Aus dem Essig, dem Öl, Salz und Peffer eine Vinaigrette machen, darübergießen, alles umrühren und fertig.

Hauptspeise: Lammschulter „Wellington“

1 kleine Lammschulter (~1 kg)
etwas Salz
etwas Pfeffer
1 kg Kartoffeln, längs geviertelt
2 Dosen geschälte Tomaten
1 EL Aceto Balsamico
2 EL Olivenöl
1 Knolle (sic!) Knoblauch, gepresst
2 TL Anchovis – Paste
1 Bund Basilikum

Die Tomaten in ein Sieb gießen und abtropfen lassen. Die Lammschulter in eine große, ofenfeste Form legen und salzen. Um das Fleisch herum Tomaten und Kartoffeln drapieren, mit Balsamico-Essig und Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen.
Backofen auf 190 Grad (Ober/Unterhitze) vorheizen.
Den Braten in den Backofen schieben und etwa eineinhalb Stunden garen. Lammschulter Wellington und Ofenkartoffeln im BackofenAb und zu mit dem Bratensaft begießen, der aus dem Fleisch austritt.
Den gepressten Knoblauch und die Anchovispaste miteinander verrühren. Nach  1 Stunde Garzeit diese Mischung auf der Oberseite des Bratens
verstreichen und mit Pfeffer würzen. Daraus entsteht eine Kruste.
Vor dem Servieren den Braten fünfzehn Minuten ruhen lassen, dann mit frischen Basilikum-Blättchen bestreuen.gedeckter Tisch mit Weihnachtsdeko
Tipp:
Die Garzeit richtet sich nach dem Gewicht des Bratens, ca. 25 Minuten pro 500 g Fleisch plus 25 Minuten.

Unsere Auflaufform war etwas zu klein, um wirklich alle Kartoffeln darin unterzubringen. Also habe ich einen Teil der Kartoffeln in eine Extraform getan, mit Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Kümmel, Salz und Pfeffer gewürzt und neben die andere Form in den Ofen gestellt.

Im Sommer, wenn es aromatische Tomaten gibt, kann man das ganze natürlich auch mit frischen Tomaten zubereiten, aber im Winter sind Dosentomaten definitiv die bessere Alternative.

Nachtisch: Schoko-Fruchtspieße

Obst, das man gerne mag, in Stücke schneiden, aufspießen. Schokolade hacken, 2/3 der Schokolade über dem Wasserbad schmelzen (max. 40°C, ein Thermometer ist eigentlich unverzichtbar, wenn man ein ansehnliches Ergebnis erzielen möchte). Dann die Schüssel vom Wasserbad nehmen, die restlichen Schokostückchen unterrühren und die geschmolzene Schokolade in kaltem Wasser auf 28°C abkühlen. Danach das ganze wieder auf 33°C aufwärmen und die Spieße in die flüssige Schokolade tauchen und abtropfen lassen. Wir haben die Spieße dann auf ein Abtropfgitter gelegt, SChoko-Fruchtspieße auf dem Abtropfgitterallerdings war es relativ schwierig, die da unbeschadet wieder runter zu bekommen, weil die Schokolade lieber am Gitter als an den Früchten haften geblieben ist. Lecker waren sie trotzdem und sogar meine kalorienbewussten Schwiegereltern fanden sie gut. Und der Aufwand mit dem Schokolade-Schmelzen lohnt sich, weil die Schokolade so nämlich schön glänzend wird.

Kochbücher, die II.

Nicht nur die Bilder in Kochbüchern sind manchmal irreführend, sondern auch die Rezepte an sich.

In der Gemüsekiste war letzte Woche Fenchel. Und weil ich mal was anderes damit machen wollte als den megatollleckeren Fenchelsalat mit Orange und Banane, habe ich mich von meiner Mama inspririeren lassen und glasierten Fenchel gemacht:

Das geht ganz einfach: Fenchel längs in 5 mm dicke Scheiben schneiden, etwas Butter und Puderzucker in einer Pfanne schmelzen und den Fenchel von beiden Seiten 2 Minuten glasieren. Anschließend warm stellen.

Dazu sollte es Lachsfilet nach der Niedrigtemperaturmethode gegart geben. Ich Trottelchen hatte allerdings vergessen, den tiefgefrorenen Lachs aufzutauen. Aber das konnte der ja auch bei 70 Grad Celsius im Backofen, oder? Also den Lachs mit Limettensaft beträufelt, gesalzen und hauchdünne Butterscheiben auf dem Lachs verteilt. Dass die angegebene Zeit im Rezept nicht stimmen konnte, war mir ja klar, schließlich musste der Lachs nicht von Raumtemperatur auf 70 Grad erwärmt werden, sondern von -18 Grad. Wobei im Rezept eine sehr exakte Zeitangabe gemacht wurde (25 min), aber mit keinem Wort erwähnt wurde, wie warm (bzw. kalt) der Lachs war, als er in den Ofen kam. Und da können ein paar Grad Unterschied die Garzeit enorm verlängern, kann ich euch sagen. Wir haben geschlagene 2 Stunden gewartet, bis der Lachs eine Kerntemperatur von 70 Grad hatte und damit nicht mehr im Sushi-Zustand war.

Kontrolliert haben wir die Kerntemperatur mit diesem tollen Thermometer, was für das Niedrigtemperaturgaren unerlässlich ist, wie wir wieder einmal festgestellt haben, da Garzeitangaben wirklich nur als ganz grobe Anhaltswerte verstanden werden können…

Aber das Warten hat sich gelohnt, der Lachs hat wirklich ganz vorzüglich geschmeckt und ich bin durchaus gewillt, diese Niedrigtemperaturgarmethode auch nochmal auf Fleisch anzuwenden, aber da muss ich ganz ganz viel Zeit haben!

Dazu gab es dann noch Spaghetti mit einer Limetten-Sahne-Sauce. Einen Becher Sahne erwärmen, ein Eigelb unterschlagen, wenn die Sahne kocht. Das ganze etwas abkühlen lassen (es darf auf keinen Fall mehr kochen!!!) und den Saft einer ausgepressten Limette hinzugeben. Mit etwas Instant-Gemüsebrühe würzen.

Falls jemand Vorschläge hat, was man aus einem Kürbis noch alles machen kann außer ihn süß-sauer einkochen oder eine Halloween-Laterne

schnitzen, immer her damit, am Donnerstag ist wieder ein Hokaido-Kürbis in der Gemüsekiste.

Bilder in Kochbüchern

Warum sehen die Gerichte, die in Kochbüchern abgebildet werden, eigentlich nie nie niemals so aus wie das, was man selbst gekocht hat, auch wenn man sich sklavisch an die Anweisungen hält?

Ich habe den Kürbis, der vor 3 Wochen in unserer Gemüsekiste war, nach folgendem Kochbuchrezept (Fleischlos kochen. Die neue große Schule) süß-sauer eingekocht:

Orangenkürbis

  • 1 kg reines Kürbisfleisch
  • 500 g Zucker
  • 1/4 l Weißweinessig
  • 50 ml Aceto Balsamico
  • 200 ml Orangensaft
  • abgeriebene Schale von 2 Orangen
  • 2 Gewürznelken
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 EL geriebene Ingwerwurzel
  1. Kürbisfleisch in 3 cm große Würfel schneiden
  2. Die übrigen Zutaten  zum Kochen bringen und über die Kürbisstücke gießen und 24 Stunden marinieren
  3. Dann alles miteinander aufkochen und bei mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten köcheln lassen (ich hab den Hokaido-Kürbis mit Schale verarbeitet, deshalb musste er etwas länger kochen), bis die Kürbisstücke glasig werden.
  4. Sofort in ausgekochte Twist-off Gläser füllen und fest verschließen.

Der aufmerksamem Leserin/dem aufmerksamen Leser ist vielleicht bei der Zutatenliste aufgefallen, dass da 50 ml Aceto Balsamico rein sollen. Wenn man sich das Foto aus dem Kochbuch (s.o.) so anschaut, dann fragt man sich schon, warum der Sud dann so hell ist. Und meine Vermutung bestätigte sich dann auch, mein Orangenkürbis sieht so aus:

Auch wenn er nicht so appetitlich aussieht wie im Kochbuch, schmecken tut er!

Jetzt warten allerdings erstmal noch 3 Fenchelknollen und 2 Porreestangen darauf, verarbeitet zu werden.Es war wirklich eine kluge Entscheidung, das Abo im 2-Wochen Rhythmus zu bestellen, denn ansonsten kämen wir gar nicht nach mit Essen, da wir ja nur am Wochenende kochen und unter der Woche in der Kantine bzw. KiTa essen.

Was tun mit all dem Gemüse?

Wir haben seit einiger Zeit wieder ein Gemüseabo. Diesmal kommt es vom Biolandhof Apfelbacher. Was ich ja an diesen Kisten mag ist, dass es saisonales Gemüse gibt und man immer wieder unbekanntes Gemüse drin hat. Ohne das Gemüseabo wäre ich nie auf den Geschmack von Pastinake gekommen und hätte wahrscheinlich nie diese Koteletts mit Pastinake und Birne ausprobiert.

Diese Woche gab es u.a. Mangold. Kannte ich schon, allerdings hab ich den, soweit ich mich erinnere, noch nie im Supermarkt gekauft. Meine Oma hat den immer so verarbeitet wie Spinat und das war irgendwie nicht das richtige für dieses Gemüse. Vor vier Wochen hatten wir bereits schonmal Mangold in der Kiste, da haben wir Mangold-Grünkern-Röllchen daraus gemacht. War allerdings ziemlich aufwändig und haben wir nur deshalb gemacht, weil der kleine Mensch bei seiner Oma war, wir also etwas mehr Zeit und Muße zum Kochen hatten. Diesmal sollte es was deutlich einfacheres geben als Beilage zum Hirschgulasch, welches meine Schwiegermutter gekocht hat. Gratinierter Mangold ist super simpel und suuuuuuper lecker!!!

Gratinierter Mangold

  • 700 g Mangold (soviel war in der Kiste drin)
  • 1 Knoblauchzehe
  • eine Handvoll Pinienkerne
  • ein Schluck Sahne
  • 200 g Le Gruyère (rezent oder surchoix)
  • Butter
  1. Mangold waschen und sowohl die Stiele als auch die Blätter in Streifen schneiden.
  2. Die Stiele in Butter 5 min andünsten, dann die Blätter und den Knoblauch zufügen, weitere 5 min andünsten, mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Die Pinienkerne leicht rösten.
  4. Mangold und Pinienkerne in eine Auflaufform geben, einen Schluck Sahne darüber gießen, mit geriebenem Käse bestreuen und für 30 min bei 200 °C in den Backofen.