Individuelles Handeln im gesellschaftlichen Zusammenhang

Dieser Text wird polarisieren. Aber ich kann ihn nicht so schreiben, dass er es nicht tut. Gemeinschaften bestehen immer aus Individuen. Kritisiert man ein Merkmal einer Gemeinschaft, fühlen sich trotzdem die Individuen angegriffen. Individuelles Handeln hat aber immer einen größeren Zusammenhang.

Seit Wochen gärt es in mir. Ich spüre Unbehagen, ja fast schon Wut in mir. Es fing schleichend an. Aber in den letzten Tagen ist mir bewusst geworden, dass ich das nicht mehr schweigend hinnehmen möchte, dass ich dem etwas entgegensetzen möchte. Weil ich mich betrogen fühle. Betrogen von „meiner“ Nähbloggerinnen-Community.

Als ich den MeMadeMittwoch entdeckte, war es wie eine Offenbarung! Neben der Lifestyle/Modebloggerinnen-Welt auf der einen und Bastelmutti-Welt auf der anderen Seite gab es da einen Platz im Netz, wo sich modebewusste, nähbegeisterte Frauen mit politischem Anspruch versammelten. Dieser Text fasst diesen Anspruch des MeMadeMittwochs sehr gut zusammen. Darin heißt es

Es geht um Unterstützung, Stärkung und Empowerment – dezidiert auch in Abgrenzung zum herrschenden Modediktat und der damit einhergehenden Normierung weiblicher Körper.

und weiter

Diese Blogs sind von Hypes und Moden nicht frei, sie entstehen aber im Zuge der Vernetzung „von unten“, aus der Bewegung selbst und lassen sich nur bedingt steuern.

Und damit kommen wir zum Punkt: Der neueste Hype in der Community bezieht sich nicht auf *das* Schnittmuster, das rauf und runter genäht wird, oder *die* Technik, zu der man nun in jedem Blog ein Tutorial findet sondern auf das eigene Körperbild, das für viele nicht mehr zu stimmen scheint. Meinen Instagramfeed habe ich zum größten Teil mit Selbermacherinnen gefüllt. In der Erwartung, dass man sich über Schnittmuster, Techniken, Inspiration,… austauscht. Aber seit ein paar Monaten nimmt etwas anderes immer mehr Raum ein: Essen mit kcal-Angaben, Gewichtsangaben, Kleidergrößen. Dinge, die bis vor einem Jahr vollkommen irrelevant in meiner Selbermacherinnenblase waren. Und es wird sich gegenseitig gratuliert für das nächste kg, dass da dem Hungern zum Opfer fiel. Und plötzlich bekommt dieser Absatz aus dem oben verlinkten Artikel einen sehr bitteren Beigeschmack

Diese Galerie mit Bildern „echter Frauen“, die ihren eigenen Kopf und Stil haben, verändert aber noch mehr. Wer Woche für Woche Zeit damit zubringt, „echte Menschen“ anzuschauen, schwächt damit die tief verwurzelte aber unbewusst verankerte Überzeugung, dass eine normale Frau aussehen muss, wie die ge-fotoshopten Kunstgeschöpfe in den Medien. Das scheinbar „Normale“ wird ersetzt durch das wirkliche Leben, das durch die Vielfalt der Erscheinungsmöglichkeiten einen neuen Entscheidungsraum bietet. Frauen übernehmen damit selbst die Deutungshoheit über ihr eigenes Bild.

Denn jetzt ist das, was uns InStyle und Co. seit Jahren predigen, massiv durch die Hintertür wieder über uns reingebrochen. Dadurch, dass wir Tag für Tag Zeit damit verbringen, dabei zuzusehen, wie sich gegenseitig für Gewichtsabnahmen auf die Schulter geklopft wird, stärken wir eben wieder die tief verwurzelte Überzeugung, dass normale Frauen eben *doch* aussehen wie gephotoshoppte Kunstgeschöpfe in den Medien.

Und jetzt höre ich sie, die Einwände: „Aber jede soll doch für sich selbst entscheiden, wie sie sich schön fühlt! Dürfen wir uns etwa für unsere Erfolge, endlich einen Weg gefunden zu haben, uns wohl zu fühlen, nicht freuen?!?  Ist gesund sein etwa nicht erstrebenswert?“

Journelle hat vorgestern schon sehr viele wohlbedachte Worte für diese Einwände gefunden. Und damit mich schlussendlich animiert, jetzt doch was dazu zu schreiben. Es gärt seit Monaten in mir.

Ja, jede bestimmt selbst, wie sie sich wohl fühlt. Aber wenn jetzt jedes kg, das die Waage weniger anzeigt, mehr Applaus bekommt als ein perfekter Musterverlauf, dann bereitet mir das Sorge. Und wenn dann jeden Tag noch jemand dazu kommt, die trotz Normalgewicht Menüfolgen mit Tageskalorienzufuhr verknüpft, dann beschleicht mich das Gefühl, dass sich da gerade ein Trend entwickelt, der gewaltige Sogwirkung hat. Wenn es nämlich wirklich nur um eine selbst ginge, dann bräuchte man das öffentliche Zelebrieren nicht. Die Gruppendynamik scheint mir aber durchaus ein wichtiger Faktor bei diesem Phänomen zu sein.

Und die, die nicht mitmachen wollen, schauen sprachlos zu. Fühlen sich um die Ideale ihrer Blase betrogen. Deshalb waren wir doch mal alle hier. Weil Körperformen hier nur insofern eine Rolle spielten, wie man dafür die optimale Passform findet. Doch plötzlich geht es auch hier nicht mehr um Passformoptimierung sondern Körperformoptimierung. Wie in den Frauenmagazinen, deren Diktat man sich entziehen wollte, dem man etwas entgegensetzen wollte. Sprachlos sind sie deshalb, weil es ja individuelle Geschichten sind, die da erzählt werden. Dagegen kann man schlecht was sagen. Weil das oberste Gebot ja immer war und auch weiterhin sein soll: Jede wie sie mag. Aber in der Häufung, wie diese individuellen Geschichten gerade aufpoppen, sind sie eben nicht mehr individuell sondern als Gesamtheit sehr wirkmächtig.

Aber ich bin nicht allein mit meinem Unbehagen. Wenn ich mich in geschützter Umgebung ein bisschen vorwage und dieses Unbehagen äußere, dann gibt es da viel Zustimmung. Aber niemand will es laut sagen. (In den letzten Tagen, die ich zögerte, diesen Post zu veröffentlichen, sind die Stimmen lauter geworden, was mir schlussendlich den Mut zur Veröffentlichung gab.)

Mit diesem Blogpost möchte ich euch sagen: Egal wie ihr seid, ihr seid nicht allein. Ihr seid nicht die einzigen, die ihre Ideale verraten fühlen.


Drei Tagen lag dieser Post nun im Entwurfsordner. Selten lasse ich einen Post von zwei weiteren Personen gegenlesen, bevor ich ihn veröffentliche. Seit Frau Crafteln ihren Senf zum Thema gestern abend abgab, zögerte ich wieder mehr, auf „Veröffentlichung“ zu klicken.

Weil die Entrüstung groß ist. Meine Enttäuschung aber auch. Und deshalb steht der Text jetzt hier.

 

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45 Gedanken zu „Individuelles Handeln im gesellschaftlichen Zusammenhang

  1. Ich kann nicht zustimmen – weil es beim Abnehmen eben nicht nur um Körperformen und Aussehen geht, sondern um mehr. Gesundheit, Fitness, Beweglichkeit … „leichtes Übergewicht ist nicht schädlich für den Körper“ ist eine Fehlinterpretation von Studien. Ich möchte meinem Körper nicht mehr schaden – und öffentlich abnehmen motiviert nunmal, was viele brauchen, da es zwar nicht mit Hungern, aber auf jeden Fall mit Verzicht zu tun hat (ich würde doch schon sehr gern gerade die Plätzchendose leer essen …)
    Abnehmen muss nichts mit dem Trend-Diktat zu tun haben. Mit meinen einssechzig und den Zähnen, die nie eine Zahnspange gesehen haben, strebe ich die langbeinige Perfektion der Zeitschriftencover gar nicht erst an – möchte aber gesund und fit sein. Und gratuliere gern jedem, der er schafft, seinem Körper etwas Gutes zu tun, indem er ihm Lasten abnimmt.

    Gesundheit ist nunmal ein wichtiges Gut, und eine Blase, aus der man Gesundheit bewusst aussperrt, weil man sich davon belästigt fühlt, möchte ich lieber nicht haben. Wenn es plötzlich immer mehr um Schönheits-OPs, Zähnebleichen und Haar-Extensions ging, würde ich dir Recht geben, so finde ich die Entwicklung aber gut.

  2. Zum Punkt „wer normalgewichtig ist, braucht doch keine Kalorien zählen“:
    Manche Menschen können gut einschätzen, wieviel sie essen können, ohne zuzunehmen. Viele können das aber nicht. Da kann Kalorienzählen eine gute Hilfe sein, um nicht wieder zuzunehmen! Kalorienzählen muss ja nicht heißen, dass man ein Kaloriendefizit isst, sondern kann auch helfen, genau die richtige Menge zu essen, nicht zuviel und nicht zu wenig.

  3. Dass deine Kommentare vollkommen an meinem Punkt, den ich machen wollte, vorbei gehen, ist dir wahrscheinlich nicht klar. Deshalb hier nochmal der deutliche Hinweis: Ich möchte gar nicht über Sinn oder Unsinn von Diäten diskutieren. Das ist überhaupt nicht mein Thema. Die Überschrift war durchaus mit Bedacht gewählt.

  4. Entschuldige die Mehrfachbeiträge, leider kann man nicht editieren:
    Ich finde es gut, wichtig und richtig, dass unterschiedliche Körperformen akzeptiert werden. Wer übergewichtig ist und sich wohlfühlt und die Gesundheitsrisiken in Kauf nimmt dafür, dass ihn „mehr essen“ glücklicher macht – das ist schön und ich wünsche alles Gute, dass die Person von Übergewichtskrankheiten verschont bleibt.
    Aber wer sich wirklich als Übergewichtiger wirklich wohlfühlt, der sollte sich doch nicht jucken lassen von denen, die es nicht tun und die beschließen, dass ihnen Gesundheit oder auch ein „Wohlfühlgewicht“, mit dem sie eher klarkommen, wichtiger sind? Sondern sich für die anderen, die unzufrieden sind und daran etwas ändern, freuen?

  5. Wenn ich dich falsch verstanden habe, dann kannst du mich gern aufklären: Was ist denn dein Ideal, was verraten wurde?
    Ich finde es toll, wenn jemand sich unwohl fühlt und das ändert, ob das die Figur, der Job oder der Kleidungsstil ist. Ich applaudiere, wenn jemand etwas für seine Gesundheit tut. Was verrate ich damit?

  6. Hm. Ist das wirklich ein Nähblog-Phänomen? Oder nicht doch eher ausschließlich auf Twitter zu finden? (ich persönlich glaube ja, dass man ohne Twitter ein viel glücklicheres Leben führen kann gg)
    Ich bin sehr, sehr viel auf Nähblogs unterwegs (ja, auch in denen vom angesprochenen Me Made Mittwoch), aber niemals bei Twitter und habe das von dir angesprochene Thema noch in keinem einzigen Nähblog gelesen. Noch nie. Kein einziges Mal.
    Deshalb wundert mich dein Text wirklich. Kannst du konkrete Beispiele nennen?

    Natürlich gehört der Körper zum Nähbloggen dazu. Wir nähen ja keine Kleider und hängen sie an Kleiderbügeln auf, sondern wir nähen für unsere Körper. Man sieht, wenn ein Kleidungsstück zu eng oder zu weit geworden ist, und selbstverständlich vergleiche ich meine Figur mit denen von Nähbloggern, weil ich deren Outfits betrachte und überlege, ob ein Kleidungsstück gut an mir aussehen könnte oder ein Schnittmuster funktioniert (bestimmte Ausschnittformen sehen z.B. super an flachbrüstigen Frauen aus, sind aber für „full busted“ Frauen wie mich schlecht zu gebrauchen, weil sie abstehen oder man bis zum Bauchnabel reingucken kann). Deshalb lässt sich das m.M.n. nicht trennen.

    Aber: Abnehmen ist kein „Verrat“, sondern eine persönliche Entscheidung. Wenn keiner das Recht hat, einen anderen dazu aufzufordern, abzunehmen, hat auch keiner das Recht, einen anderen dazu aufzufordern, dick zu bleiben.

    Selbstakzeptanz ist eine tolle Sache. Aber es gibt zwei verschiedene Arten:
    Der eine akzeptiert sich selbst, weil er mit sich, seinem Körper und seinem Leben wirklich zufrieden ist. Der andere versucht sich zu akzeptieren, weil er glaubt, dass er sowieso nichts ändern kann. Und wenn er dann feststellt, dass er doch etwas ändern kann, muss es erlaubt sein, das auch zu tun.

    Stell dir vor, eine Gruppe von Leuten steht auf einem Berg. Die einen stehen da, weil sie die Aussicht genießen und sind dort glücklich. Die anderen haben Höhenangst und stehen nur da, weil sie sich nicht runtertrauen. Dann kommt jemand und stellt ihnen eine Leiter hin. Sind die jetzt Verräter, weil sie runtersteigen, wo sie doch den Aussicht-Genießern so schön hätten Gesellschaft leisten können?

    Meikes Beitrag geht mir zu sehr in die Fat Acceptance-Richtung, in der Abnehmen als Verrat betrachtet wird. Das finde ich schlimm. Am besten wäre es, wenn jeder die anderen so akzeptieren könnte, wie sie sind. Dann ist dick sein okay, abnehmen aber auch (und nicht „buh, die nimmt ja nur ab, um gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen!“).

  7. Zuerst zum Kommentar:
    „leichtes Übergewicht ist nicht schädlich für den Körper“ ist eine Fehlinterpretation von Studien.
    Ich denke, die Kommentatorin bezieht ihr Wissen nicht aus eigener Anschauung, sondern aus dem Buch zu Fettlogiken, dass ja derzeit der Renner ist und der Begriff ja schon zum Wortschatz wurde (was mich ja am meisten nervt… Marketing ick hör dir trapsen 😉 ). Okay, kann man glauben, Oder eben nicht. Es ist nur einerlei, in welche Richtung man seinen Glauben schwenkt. Verkürzt sind doch beide Argumentationen 😉

    Natürlich ist adipös körperlich nicht gesund. Natürlich kann man diäten, wenn man das will und sich über Erfolge freuen. Und natürlich kann man es auch lassen. Das ist die private Entscheidung

    Ich verstehe Frau drehumdiebolzens Kritik aber an anderer Stelle. Nämlich am Politischen und an den Ideen des Kleidungs-DIY und dass sich dort ganz leise Ideale eingeschlichen haben, die mit der Sache – dem Schnittmuster, der Technik, dem Stoff – nichts mehr zu tun haben. Auch mich irriteren Essensfotos mit Kalorienangaben von ehemaigen Näh-Ikonen, die wegweisende Texte über DIY als ‚wegweisende Praxis‘ geschrieben haben. Von der Genderperspektive. Weil es nicht so recht zusammenpassen will. Ich habe das Nähbloguniversum gefunden und war erstaunt…. das alles war also möglich? Und das schreibt eine, die in jede Regelkonfektion 36/38 perfekt passt und das ‚Problem‘ der Kleidergrößen im Laden und Passformprobleme nie hatte. Sondern die den sog. Kopfkleiderschrank leider nicht im Laden fand.

  8. Bezüglich Mehrfachbeiträge: Ich finde es bemerkenswert, dass auf einen Blogpost, in dem deutlich steht, dass dieser Post über Wochen reifte, gleich drei Kommentare kommen, weil man nach dem ersten und zweiten zu schnell auf „abschicken“ klickte.

  9. Meikes Beitrag geht mir zu sehr in die Fat Acceptance-Richtung, in der Abnehmen als Verrat betrachtet wird. Das finde ich schlimm. Am besten wäre es, wenn jeder die anderen so akzeptieren könnte, wie sie sind. Dann ist dick sein okay, abnehmen aber auch (und nicht „buh, die nimmt ja nur ab, um gesellschaftlichen Konventionen zu entsprechen!“).

    Und auch das möchte ich unterschreiben, deswegen finde ich den politischen Aspekt in drehumdiebolzens Text sehr bereichernd.

  10. Hihi, auch ich ergänze noch etwas….. 😉 Kommentieren ist eben doch was anders als Blogbeiträge verfassen…..

    Mir fehlen bestimmte Blogs sehr, die detailliert Schnittmuster besprochen haben. Stoffe kritisierten, Fotos zeigten, Entstehungsprozesse dokumentierten, anspruchsvollere Schnittmuster bearbeiteten als die üblichen buntegmusterten Jerseypullis. Wo sind die eigentlich alle hin, die z.B. diese wunderbaren Retromodelle vorstellten und dokumentierten? Da sehe ich eben schon ‚mein‘ Ideal verraten. Weg von informativen Blogbeiträgen hin zu schnell, schnell, knips, knips, instagram (plus Kalorienangabe 😉 ). Leider finden sich ja oft nichtmal mehr eine kurze Erwähnung des Schnittmusters. Von ein paar Infos zu Erfahrungen und Anpassungen ganz zu schweigen.

    Ums auf den Punkt zu bringen: Meinem Nähuniverum fehlt die Qualität, die es mal hatte. Ist das Abnehmen daran schuld? Nein. Wohl eher die mediale Form instagram, die nur noch das schnell, schnell kennt. Trifft es sich gerade zufällig mit der Abnehmwelle? Ja, und das auf serh unschöne Weise.

  11. Zwei deiner Begriffe empfinde ich als schwierig: Verrat und Körperbild. Du weißt, wie sehr ich dich schätze und denke, wir haben in sovielen Dingen ähnliche Meinungen, dass wir in anderen konträr sein können 🙂
    Ein Verrat ist ein sehr hinterhältiges und verächtliches Tun. Eine Frau, die ihr KörperGEFÜHL, nicht ihr -bild, korrigieren möchte, begeht keinen Verrat an den Idealen einer eher zufällig und lose verbundenen Gemeinschaft. Auch wenn dir das, und das verstehe ich sehr gut, so vorkommen mag – während du zu dieser Gemeinschaft aus den oben zitierten Gründen teilnimmst, waren es für die betreffende vielleicht andere Gründe, die zählten. Das Nähen schlicht und einfach vielleicht? Ich weiß es nicht.
    Ich stelle gerade fest, dass es sehr schwierig zu argumentieren ist, wenn ich nicht auch auf das Nebenthema „Diäten und ihr Sinn/Unsinn“ abgleiten will, aber andererseits ist ein Verbot des Gesundheitsarguments ja auch ein Verbot der Erklärung, um was es den Abnehmenden geht. Das sieht nach außen vielleicht – durch die Häufung in deinen Kanälen – anders aus, als es ist. Ich gehe davon aus, dass es den wenigsten um das Erreichen eines gesellschaftlich anerkannten Normkörpers geht. Und schon gar nicht dürfte es den meisten darum gehen, dass andere Frauen mit einem anderen Weg sich nun unwohl oder unter Druck fühlen sollten.
    Und von Druck weiß ich was – eine ganze Menge leider. Wer über Jahrzehnte zu dünn war, hat seinen Anteil an gemeinen und verletzenden Sprüchen bis hin zu versuchten Zwangsfütterungen hinter sich. Weshalb es zumindest von meiner Seite aus eine echte Akzeptanz jedweder persönlichen Schönheitsvorstellung gibt – solange sie anderen nicht aufgezwängt wird. Und in den letzten Jahren der massiven Fatacceptancewelle mit all den Artikeln in meiner Chronik, die sehr selten ohne Dünnenschelte und -beschimpfung auskamen (und Klappergestell, Hungerhaken, keine echte Frauen etc. sind für mich auch als nicht mehr so Dünne schwer zu ertragen), da habe ich mich auch oft gepiekst und angegriffen gefühlt – und das mit mir selbst ausgemacht, weil ich davon ausging, es solle mir nicht wehtun, es habe seinen guten Grund und seine Berechtigung, für ein erweitertes Schönheitsbild zu kämpfen. Für das ich eh eintrete, trotz persönliches Handicaps eben nicht dick zu sein 😀
    Aber hätte mich jemand verstanden, hätte ich Besorgnis und das Gefühl von Verratensein geäußert? Hätte ich mich nicht auch verraten fühlen können, weil doch vorher immer behauptet worden war, ich könne ja so glücklich und froh sein, weil ich dem Ideal entspräche (was ich nie tat) und jetzt auf einmal soll das nicht mehr so sein?
    Leider wieder lang geworden. Was will ich sagen? Ich kann dein Gefühl und deinen Text verstehen, denke aber, dass du dich vielleicht getroffen fühlst, wo du nicht gemeint warst.

    Liebste Grüße
    Andrea

  12. Danke für diesen Beitrag. Ich freue mich, dass auch du etwas zu dem Thema sagst, denn ich glaube, es ist an der Zeit den anderen Stimmen ein Gegengewicht zu geben. Mir gefällt insbesondere die sehr griffige Formulierung „Passformoptimierung statt Körperformoptimierung“ – da hätte ich ja auch mal drauf kommen können.

    Ich bin immer noch zutiefst berührt davon, dass der Text auf dem MMM-Blog, den du zitierst, tatsächlich 5 Jahre alt ist. Im Dezember 2011 haben wir ihn geschrieben. Da ist echt ne Menge passiert und das wird erst jetzt sichtbar, was das alles ist. Das sich die Welt so umgekehrt hat, hätte ich damals nicht für möglich gehalten. Du hast das sehr genau mit folgendem Satz beschrieben:

    „Dadurch, dass wir Tag für Tag Zeit damit verbringen, dabei zuzusehen, wie sich gegenseitig für Gewichtsabnahmen auf die Schulter geklopft wird, stärken wir eben wieder die tief verwurzelte Überzeugung, dass normale Frauen eben *doch* aussehen wie gephotoshoppte Kunstgeschöpfe in den Medien.“

    Ich frage mich wirklich, ob wir uns was vorgemacht haben. Das ist das, was mich erschüttert. Da geht es mir gar nicht um die anderen und eine mögliche Enttäuschung, sondern es geht mir wirklich um mich und meine Überzeugungen. Lag ich falsch? Liege ich falsch? Wie gehe ich damit in Zukunft um?

  13. Liebe Miriam,

    anscheinend war ich schon lange nicht mehr beim MMM dabei, sonst wäre mir dieser Trend aufgefallen – ich muss zugeben, dass ich ursprünglich so naiv war zu glauben, dass es bei den MMM-Beiträgen darum geht, die Umsetzung von Schnittmustern vorzustellen oder Modelle am eigenen Körper zu präsentieren, einfach um auch den Unterschied zu den auf „perfekt“ getrimmten Fotos der Originalvorlage zu sehen.

    Wenn in MMM-Beiträgen immer mehr Informationen gepostet werden, die mit dem eigentlichen Thema auf den ersten Blick nicht viel zu tun haben, würde ich mich wahrscheinlich genauso fühlen wie Du. Wenn schon Kalorienzählen, Abnehmen und Diät die jeweilige Bloggerin beschäftigen, warum muss das dann auch noch mal explizit in einem Beitrag für den MMM stehen, wenn dieses die jeweilige Bloggerin beschäftigende Thema auch an anderer Stelle in dem Blog vorkommen kann. Beim MMM finde ich eine solche Thematik an der Sache vorbei.

    Was das Fehlen von Erklärungen/Beschreibungen angeht, muss ich mich leider „schuldig bekennen“, dass etliche meiner Beiträge mehr aufs Zeigen und Vorführen à la Instagram hinauslaufen – da könnte ich mich eigentlich auch gleich selbst an meine eigene Nase fassen.

    Sorry, dass mein Beifall länger als üblich ausgefallen ist.

    Lass dich trotzdem nicht verdrießen und hab‘ schöne Weihnachten mit Deinen Lieben

    LG
    Ulrike

  14. @Ulrike
    Um Missverständnisse vorzubeugen: Das passiert nicht direkt in den Beiträgen zum MMM, sondern hauptsächlich bei Instagram und Twitter. Aber eben in der Community, die sich um den MMM herum gebildet hat

  15. Danke für die vielen Gedankenanstöße im Beitrag und in der Diskussion.

    Wenn ich auch den Gedanken für richtig halte, dass sich durch individuelles Verhalten gesellschaftliche Perspektiven und dadurch auch letztlich Normen ändern (können), so finde ich es diskussionswürdig, dass ein Abweichen von der vermeintlich durch Nähblogs geschaffenen Norm (zum Beispiel „Körperakzeptanz“, „nicht der Körper ist falsch sondern das Kleidungsstück/das Schnittmuster“, „ich bin perfekt so wie ich bin“) jetzt als bedenkenswert eingestuft wird. Und noch bedenkenswerter, dass – vielleicht nicht in diesem Text, aber doch in den anderen und einigen Kommentaren – das als „Rückfall“ auf alte und längst überwunden geglaubte Normen bewertet wird.

    Das erinnert mich sehr stark an eine Bekannte, die ihrem Freund eigentlich furchtbar gerne Kuchen backen würde, das aber nicht tut, weil sie Angst hat, dass sie dadurch nicht mehr feministisch ist (oder so gesehen wird).

    Sprich: Ich kann durchaus abnehmen und meinen Körper optimieren wollen (sei es nun aus Gesundheits- oder optischen Gründen) und trotzdem gegen die Maßstäbe der Bekleidungsindustrie sein oder gegen Körperoptimierungswahn. Denn nur weil ich Kalorien zähle und meinen Körper nach einem bestimmten Bild formen möchte, heißt das weder, dass ich hier ein Opfer von gephotoshopten Normen geworden bin noch, dass ich andere dazu bewegen möchte, das gleiche zu tun. Es geht ja schließlich um individuelles Wohlbefinden, und das ist bei mir an einen bestimmten Fitnessgrad gebunden (und nicht an eine bestimmte Optik, ich lasse mir auch nicht meine recht große Nase operieren oder meine Brüste vergrößern oder meine Zähne richten). Und mein Wohlbefinden hat durchaus eine eher große Kleidergröße, zunehmen oder weniger trainiert sein möchte ich aber vermeiden, weil ich mich so genau gut und schön finde. Das bedeutet für mich eben Sport und manchmal auch Kalorienzählen. Das ist genauso gerechtfertigt wie das Wohlbefinden, das an leckeres Essen oder schöne Kleidung oder gar nichts von dem gebunden ist.

    Sende ich dann mit meinem Sport- und Essverhalten ein Signal aus? Ja, sicherlich. Aber für mich sende ich das Signal aus: Ich tue etwas, damit ich mich wohlfühle. Dazu gehört übrigens ebenso, dass ich mich am Wochenende mit Gintonic volllaufen lasse, und auch das würde ich präsentieren, hätte ich einen Blog oder Account. Sende ich das Signal aus, dass ich mich optimiere? Ja, auch.

    Aber sende ich das Signal aus, dass ich einem Normierungs- und Optimierierungswahn zum Opfer gefallen bin, der zum Beispiel durch Nähblogs überwunden werden sollte? Ich weiß es nicht. Vielleicht sehe ich es nicht, weil ich – das halte ich für durchaus möglich – einen zu genormten Blick habe, aber ich sehe dieses Signal nicht.

    Ich wünsche mir also, dass in der Nähblogszene alles Platz hat: diejenige, die abnimmt und sich wohl fühlt soll ihren Applaus dafür bekommen und diejenige, die es hinbekommen hat, etwas für ihren wie auch immer geformten Körper zu schneidern ebenso. Und wenn Leser dann entdecken, dass sie sich wohler fühlen, wenn sie passende Kleidung tragen – yeah! Und wenn Leser dann entdecken, dass sie sich wohler fühlen, wenn sie abnehmen – ebenfalls yeah. Das sollte doch gut nebeneinander exisitieren können.

    Tatsächlich finde ich es aber auch schade, wenn mehr über Essen als über Nähen geredet wird. Schlicht aus dem Grund, dass ich eben NÄHblogs und NÄHaccoutns besuche, um was übers Nähen zu erfahren. Ansonsten würde ich mir ja Ernährungsblogs anschauen.

  16. Vielen Dank, Miriam, für die Erklärung. Da ich weder ein Twitter- noch ein Instagram-Account habe, war mir dieses Phänomen bis dato auch völlig unbekannt.

    Lieben Gruß
    Ulrike

  17. diesen Wandel finde ich mehr als bedenklich – es hat für mich etwas Vergleichendes, wie bei einem Wettbewerb. Und im Moment erlebe ich diese Vergleichshysterie in direktem Umfeld, weshalb ich auf derartige Entwicklungen leicht allergisch reagiere.

  18. Ich habe ja jetzt auch schon eine ganze Weile ein komisches Gefühl zu diesen ganzen Essen-kcal-Kilo-Tweets mit mir rumgetragen und konnte das aber selbst nicht recht einordnen. Denn prinzipiell würde ich immer mit dem kölschen Grundgesetz sagen „Jede nach ihrer Fassong“ – mir ist grundsätzlich, so denke ich, vollkommen egal ob eine dünn, normal, dick ist, abnehmen möchte oder nicht – ich bin sehr bemüht über das, was andere mit ihrem Körper tun kein Urteil zu fällen. Und ich kann das Gefühl „ich fühle mich in meinem Körper nicht wohl und möchte daran was ändern“ – egal ob das abnehmen, zunehmen oder mehr trainieren bedeutet – schon nachvollziehen auch jenseits von Normen und Moden. Dennoch habe ich gemerkt, wie dieses Unwohlsein in mir wuchs in den letzten Wochen. Denn auch ich dachte zunehmend „Hype, Propaganda, Kult, Mainstreaming“ und ähnliches. Seit gestern grüble ich darüber, woher dieses Gefühl kommt, das ich z.B. noch nie hatte, wenn ich Blogs thematisiert wurde, das eine zunimmt, abnimmt, trainiert, oder was auch immer. Tatsächlich stimme ich Tanjas Kommentaren oben zu – es ist viel das Medium Twitter und Instagram, was dieses Gefühl von einem Abnehm-Hype überrollt zu werden auslöst. Wenn Medien, die kaum (Twitter) oder gar keine (Instagram) Differenzierung zulassen genutzt werden und gleichzeitig ehemals recht vielthematische Accounts vorrangig nur noch ein Thema bedienen, dann ist das eine ungute Kombi, denn es schafft eine Massivität, die es, da bin ich sicher, in Blogs nicht gäbe. Allein schon, weil das konsumieren von Blogs aktives aufrufen der Inhalte erfordert, die Timeline einem das ganze aber vor die Füße spült. Letztlich ist instagram einfach ein verdammt oberflächliches Medium, das genau dieses Schema noch bedient. Das sieht man ja auch an der Selfie-Kultur, die es dort unter Jugendlichen gibt.
    Also ja – ich bin auch in hohem Maße irritiert und zwar nicht, weil abnehmen per se doof ist (wie du ja auch gar nicht meinst), sondern weil das ganze wie ein Kult wirkt. Aber dass es wie ein Kult wirkt, hat viel mit dem Medium zu tun und genauso wie Tanja ist auch für mich die Schlussfolgerung, dass ich die oberflächliche und verkürzte Behandlung von Dingen in instagram und instagram-verknüpften Tweets einfach nicht sehr schätze. Ich bin derzeit froh, dass ich meine Skepsis ggü instagram nicht überwunden habe und daher dort gar keinen Account habe. Es brächte mir keine Inhalte, die mir echt etwas Einsicht bringen, aber wie ich heute feststelle, viele Inhalte die mich dann in der Gesamtheit stören würden.

  19. Ja. Instagram ist da sicher das stärkste Medium, was bei mir die Irritation hervorgerufen hat. Twitter aber auch. Und mein erster Reflex war ja auch einfach, diese Accounts, die mich massiv mit dem Thema überhäuften, zu entfolgen. Zwingt mich ja niemand, mir das anzusehen. Dann fing ich an, Accounts auf Twitter zu muten, mit denen ich bis dahin viel Interaktion hatte. Und das war dann der Punkt, wo ich das Gefühl hatte, ich möchte das thematisieren. Dass es eben neben jeder individuell nachvollziehbaren und selbstverständlich akzeptierten (was denn sonst bitte?) Entscheidung eben noch eine zweite Ebene gibt, die mitgedacht werden muss. Und diese Ebene ist eben der Rahmen, in dem ich etwas tue und dafür Aufmerksamkeit möchte.

  20. Es gab 2012/13, als der von Drehumdiebolzen zitierte Text entstand, einen offen ausgesprochenen Konsens in unserem Teil der Nähcommunity, das eigene Tun sei politisch und mit dem Nähen der eigenen Bekleidung könne man der Bekleidungsindustrie mit ihren Körpernormierungen den Mittelfinger zeigen und dem Frauenbild vieler Medien (dünn, jung, immer verfügbar) ein eigenes Bild entgegen setzen.

    Wenn nun knapp 5 Jahre später das Posten von Diätessen, Kalorien- und Gewichtsangaben bei einem Teil dieser Community en vogue ist, ist es doch eine berechtigte Frage, die Drehumdiebolzen hier stellt, was aus diesen Idealen geworden ist. Ich stelle mir diese Frage auch.

    Und mich befremdet, dass der politische Aspekt des eigenen Tuns und vor allem: des Postens in sozialen Medien, von den Diätbegeisterten nicht gesehen wird (oder gesehen werden will). DIY als widerständige Praxis, ein Nähblog zu schreiben, um der Welt zu zeigen, dass man nicht alles hinnehmen muss, was einem vorgesetzt wird, dass man sich nicht in ein Schema pressen lassen muss – darauf konnten wir uns in der Community einigen. Aber gepostete Diätessen sind jetzt auf einmal höchst privat, eine ganz individuelle Entscheidung, die keinesfalls von Außenstehenden bewertet werden werden darf und die auf der Metaebene überhaupt keine weitere Botschaft miitbringen – da stimmt doch was in der Argumentation nicht, das müsste man als reflektierter Mensch doch merken. Ich bin einfach sehr verwundert und bin froh, dass ich mit meiner Verwunderung nicht allein bin.

  21. Ja, ich finde das auch sehr unreflektiert. Aber ich finde auch die Hinwendung zu instagram und klare Absage an das bloggen ist schon ein deutliches Signal weg von dem, wie sich diese Community lang verstanden hat. Vielleicht ist das der Lauf der Dinge, was weiß ich. Auch mit dem Selbstverständnis des Nähens als politischem Akt waren nie alle einverstanden, es gab immer Stimmen, die sagten „nein, ich nähe einfach gern“. Nur hat sich für mich die Wahrnehmung der „Mehrheit “ verschoben. Und das schiebe ich auf eine generelle Veroberflächlichung der Online-Landschaft in unserer Ecke. Das ist schade und für mich, persönlich, nachhaltiger schade als dass ich womöglich einzelnen Accounts entfolge. Es bedeutet für mich nämlich, dass mir – genau wie Tanja schreibt – differenzierte und detaillierte Auseinandersetzung und das politische fehlt.

  22. Damit hast du recht, also mit der Veroberflächlichung. Umso mehr ein Ansporn, weiterzubloggen und dabei auch mal über den Tellerrand zu schauen.

  23. Ich verstehe das nicht ganz. Darf man in seinem Account nicht auch Essen zeigen auch wenn man sonst näht? Stört es wirklich wenn da Kalorien dabei stehen? Fühlt sich deshalb jemand unter Druck gesetzt jetzt auch Kalorien zu zählen? Wenn jemand täglich Sport treibt ist das nicht eher Ansporn selber auch mal aus dem Sofa hoch zu kommen? Für mich sollte das so sein, denn mein Belastungs-EKG war kürzlich zum schämen. Verzichtet nicht jeder heutzutage auf irgendwas? Fleisch? Eier? Milch? Gekochtes? Gluten? Rotes? Grünes?
    Na und, deshalb kann ich doch trotzdem essen was ich will.
    Normalerweise rede ich nicht über mein Gewicht, nicht über das was ich esse, ich schreibe auch sehr ungern meine genähte Größe dazu, denn ich gehöre zu den „Hungerhaken“, denen die ja essen können „was sie wollen“, bzw. zu denen, denen man vorwirt ja kein Gramm zuviel auf den Rippen zu haben weil sie ja vermutlich nicht mal wissen was Genuss ist und sowieso nichts essen weil sie Angst haben zu dick zu werden.
    Dabei würde ich mich besser fühlen mit mind. 6kg mehr und so wie ich mich mit zu wenig „Reserve“ unwohl fühle so kann ich auch gut jene verstehen die sich oberhalb ihres Wohlfühlgewichtes befinden (egal ob das 70 oder 90 oder sonst irgendwelche kg sind) und 6kg runter haben wollen.
    Nicht nur Kleidung ist wichtig für das Wohlgefühl… sie ist nur die Oberfläche, wirklich wichtig ist schon das darunter. In unserer Haut müssen wir uns wohlfühlen und zwar jeder in seiner und jeder sollte dabei auch auf sich hören dürfen. Keiner muss in jeder Situation mit sich zufrieden sein, Wunsch nach Veränderung (in gesundem Maße, da sind wir uns doch einig) sollte respektiert werden.
    Lieber Gruß
    Elke
    Vielleicht folge ich auch zu wenigen Personen die Diät halten oder Kalorien zählen und bei 3 oder 4 von 250 kann ich noch keinen Hype erkennen. Tut mir leid.

  24. Ich bin gerade echt etwas verwirrt. Steht in meinem Text irgendwo, was man darf und was nicht? Oder steht da nicht vielmehr: „jede wie sie mag“? Das finde ich schon famos, mit welchem bias manche diesen Text lesen.
    Und ich sagte es bereits in einem anderen Kommentar: mir geht es nicht darum, ob abnehmen nun gesund ist oder nicht. Sondern darum, dass öffentlich über etwas schreiben eben mehr ist als eine individuelle Entscheidung.

  25. Zitat: Wenn es nämlich wirklich nur um eine selbst ginge, dann bräuchte man das öffentliche Zelebrieren nicht. Die Gruppendynamik scheint mir aber durchaus ein wichtiger Faktor bei diesem Phänomen zu sein. Zitat Ende
    – aber das ist doch das selbe mit dem nähen, stricken, kochen oder wenn ein neuer Schnitt gefeiert und als Lemming rauf und runter genäht wird.
    – ich nähe für mich, trotzdem mag ich das öffentliche zelebrieren, den Austausch im Internet, mit Gleichgesinnten. Beim nähen und besprechen von Schnittmustern genauso wie beim Austausch von Rezepten.

    Zitat: ..man nun in jedem Blog ein Tutorial findet sondern auf das eigene Körperbild, das für viele nicht mehr zu stimmen scheint. Zitat Ende
    Für mich hat mein Körperbild nach der Geburt der Kinder nicht mehr gestimmt. Ich habe vor zwei Jahren 10 kg zugenommen und bin froh um „Vorbilder“ wie Stella und das Buch fettlogik, die mir einen Weg gezeigt haben diese 10kg wieder loszuwerden.

    In deinem letzten Absatz schreibst du von Verrat, das finde ich ziemlich heftig. Und hier in den Kommentaren schreibst du „jede wie sie mag“ und verstehst die in meinen Augen berechtigte Kritik an deinem Artikel nicht? Ich finde das widerspricht sich.

    Um es kurz zu machen, möchte ich einfach Michou zustimmen. Sie hat meine Gedanken ganz wunderbar zusammengefasst.

    Mathilda

  26. Wenn wir die Deutung des Nähens von Hausfrauenhobby/Heimchen am Herd zu einem ermächtigenden, feministischen Akt sich dem Modediktat nicht zu unterwerfen umdeuten können – eben weil es genau das für einige ist, wieso können wir dann nicht das Erreichen eines persönlichen Wohlfühlkörpers als Ermächtigung gegen die Medien (etc.) deuten? Medien, die einem vorgaukeln man könnte das nicht erreichen? Wieso müssen wir darin verfangen bleiben eine persönliche Wohlfühlentscheidung als sich-gesellschaftlich zu unterwerfen abzutun?

    Wieso verheimlichte ich im bei der Arbeitsumfeld nicht nur zu nähen, sondern auch auf Diät zu sein? Weil das Frauenthemen sind, weil andere da eine Unterwerfung sehen, wo ich sehe, dass ich Kontrolle über die Kleidung an meinem Körper an mich nehme und die Kontrolle darüber wie ich mit diesem Körper umgehe.

  27. Du schreibst „Jede wie sie mag“ und streust aber zwischen die Zeilen ganz haargenau rein, was du gutheisst. Das kommt dann halt nicht mehr so rüber, als ob du deine Worte ernst meinen würdest.
    Manche wollen halt nicht so politisiert werden oder sehen diese Nähcommunity auch anders als ihr „Fettlogikkritikerinnen“ es hier beschreibt.
    Wenn dann von Verrat u. ä. die Rede ist, wirkt das ein bisschen bevormundend, gängelnd, instrumentalisierend.
    Klar wirkt es in einer gewissen Menge wie ein „Hype“; wenn man aber die einzelnen Geschichten (ich gehöre auch dazu; knappe 30 kg Abnahme wegen schmerzender Gelenke, verschlechterte Blutwerte, extreme Diabetesgefahr durch Gestationsdiabetes. Trotzdem bin ich noch im Bereich leichtes Übergewicht, zum Mainstreammodelschönheitsideal fehlen mir ausser Fotoshop 20 cm Körperlänge, ein zarter Knochenbau und weitere 20 kg Abnahme. Aber das nur nebenbei) liest, wird es doch auch verständlich, dass sich die Frauen gegenseitig ermutigen möchten, mit Tipps stärken usw. Der Verzicht, die Rechnerei oder der Sport ist ja nicht immer easy, es ist halt nötig oder das Ergebnis den „Kampf“ wert. Da ist es schön, wenn gelobt oder motiviert wird.
    In grösserer Masse in die Feeds gespült ist es evtl irritierend, aber Verrat? Enttäuschend? InStylig?
    Ich weiss nicht….
    Dein und Meikes Post lesen sich einfach ziemlich ungelassen und z.T. etwas übergriffig.
    Und noch eins denke ich: Genau diese Möglichkeiten, die wir heute haben, dass jeder Hinz und Kunz und Frau Müller von Nebenan alles überallhin herausposaunen und veröffentlichen kann, erlauben eben genau das. Dass Individuelles nach draussen geht und der Leser muss filtern, nicht der Schreiber. Hat ja nicht nur Nachteile….
    Liebe Grüsse

  28. Hmm, einerseits verstehe ich das Unbehagen. Ich überscrolle die Essensfotos, Kalorienangaben und gelaufene Kilometer, weil es mich nicht interessiert. Trotzdem bin ich stolz auf jede, die es schafft, ihren Körper (wieder) so zu formen, wie sie es für sich gut findet. Das hat für mich nichts mit Kult zu tun und ich fühle mich davon auch nicht verraten.
    Meiner Meinung nach hat es die Community nie gegeben. Es gab, wie beim Feminismus auch, immer ganz unterschiedliche Strömungen. Die einen machten ihr Tun zu einem Politikum, die anderen wollten einfach nur nähen, die einen nähen Vintage, andere leggins und Sweater. Ich selbst bin mittlerweile von vielem gelangweilt. Der Austausch findet für mich inzwischen woanders statt als auf Blogs. Etwas schade finde ich, dass es weniger politische Statements gibt, als zu Hochzeiten, aber damit muss ich klar kommen. Für mich hat der MMM schon länger seinen Reiz verloren. Das hat aber andere Gründe als der Fitnesstrend, der gerade kursiert.
    LG von einer, die nicht mehr bloggt.

  29. Ich kann Dein Unbehagen sehr gut nachvollziehen. Als stille Blogleserin, die nicht nähen kann (und auch nicht will :)), fand ich dennoch die feministischen Aspekte beim Selbernähen immer faszinierend und ich lese sehr gerne Nähblogs, gerade wenn in diesen auch immer wieder (frauen-)politische Themen aufgegriffen werden. Das Ganze hat meine Meinung zu Körpernormen sehr erweitert und dafür bin ich echt dankbar.
    Schade finde ich, dass einige meiner Meinung nach die Aussage Deines Blogeintrags nicht ganz verstanden haben und sogar das Gefühl bekommen haben sich rechtfertigen zu müssen. Denn was Du schreibst finde ich total richtig und wichtig!
    Es ist nunmal vollkommen meine Sache ob ich meinen Körper von oben bis unten glattrasiere, aber ich will keine Frauenzeitschriften lesen in denen verbreitet wird dass Frauen grundsätzlich von oben bis unten glattrasiert zu sein haben. Es ist vollkommen meine Sache ob ich meinem Partner gerne mal was leckeres zu Essen koche, aber wenn es unter meinen Freundinnen vorherrschendes Thema wäre wie wir unsere Liebsten am besten verwöhnen können dann wäre das sehr schade. Es ist meine Sache ob ich Hausfrau ohne Kinder bin oder Karriere mit Kindern mache, aber in der Öffentlichkeit stelle ich keines von beiden als erstrebenswert, ein Muss oder Norm dar.
    Das eine sind Dinge die ich in meinem Privatleben selbst entscheide, das andere sind Dinge wie sie im (mehr oder weniger) öffentlichen Raum vorherrschend sind. Und da finde ich es auch bedenklich, wenn die Stimmung von „Wir (!) ermächtigen uns selbst und zeigen der Schönheitsindustrie mal den Mittelfinger“ zu „Ich (!) renne jetzt mal einer Norm hinterher“ umschwappt. Vom „WIR“ zum „ICH“, von der Revolution (im Kleinen :)) zur Anpassung ans System.
    Deine Reflektion ist meiner Meinung nach daher erstens total angemessen und zweitens wollte ich auch einfach mal mitteilen wie bereichernd ich Deinen Blog generell finde – Du erreichst auch Frauen die außerhalb oder nicht sichtbar in Deiner Filterblase sind!

  30. Ist öffentliches Schreiben über Veränderung durch Schminke und Frisur nicht auch Anpassung an das Schönheitsideal? Der einen die neue Frisur die sie teilt der anderen die neue Figur die sie teilt. Jede ein bisschen stolz dass sie anders wahrgenommen wird.
    Jedem sein Ideal, immer noch weit entfernt von InStyle.
    Viele Grüße
    Elke

  31. darf ich mal ganz kurz etwas anmerken: keep the MMM clean hiess es! Das bezieht sich nicht nur auf Werbebeiträge, unser Mittwoch hat mit dieser Diätdiskussion einfach keinen Zusammenhang, ich möchte euch persönlich und
    als Teammitglied bitten ihn aussen vor zu lassen.
    Schönen Advent

  32. Seit fast vier Jahren lese ich aus unterschiedlichsten Gründen Näh-/DIY-Blogs, querbeet von anspruchsvollen Schnittmusterbetrachtungen bis zur Umsetzung der aktuellen Farbenmix-Adventskalender-Tasche, bisweilen prokastinierend, phasenweise analytisch, oft aus rein praktischem Interesse. Ich bin auf mehreren Portalen angemeldet, jedoch fast nie eingeloggt; ich habe keine sogenannte Timeline.
    So vielfältig die gefundenen Themen sind, so selten werden – abgesehen von Stella, die ich bewundere – Gewichtsproblematik geschweige denn konkrete Diäten behandelt.
    Die angesagten Stichwörter heißen hier wohl Filterblase und Echokammer. Darüber hinaus ist vermutlich die subjektive Einschätzung der eigenen Community problematisch.

    Off topic- ich weiß – warum ich mich angesprochen (nicht angegriffen) fühle. Ich habe keine Arthrose in den Knien und mein BMI gilt noch als unproblematisch. Nichtsdestotrotz verwende ich Mühe darauf, den Ist-Zustand zu halten, weil:
    Ich schiebe meine 88jährige Mutter im Rollstuhl und bin froh über jedes Kilo, das ich nicht bewegen muß. Ich erledige/assistiere bei unterschiedlichsten Angelegenheiten, wohl wissend, ich mir dereinst diese Dienstleistungen werde kaufen müssen. Kürzlich reichte ich einer alten Dame den Arm, damit diese ohne Rollator 10 m zur Toilette gehen konnte.
    Im Klartext, ich arbeite daran, mir Unabhängigkeit/Selbstständigkeit im Alter zu erhalten. (Bei dem Begriff „Unabhängigkeit“ sollte bei Dir etwas klingeln.) Das erfordert ein Mindestmaß an Disziplin, ist jedoch nicht annähernd gleichbedeutend mit Selbstkasteiung, zumindest, wenn man früh genug damit anfängt. Und erst recht nicht mit – unreflektierter – Unterwerfung unter irgendwelche medial verordneten Ideale. Ich übernehme Verantwortung für mich selbst. Natürlich gibt es keine Garantie und kein Patentrezept, ein beschwerdefreies Alter zu erreichen. Man kann aber Risiken minimieren, indem man verantwortungsvoll mit seinem Körper umgeht.

    In diesem Sinne ist es legitim, Exzesse zu benennen. Der laissez-faire Modus des andernorts beschriebenen fat acceptance Ansatzes ist da nur sehr bedingt hilfreich, die XXL-Keule „Betrug“ sowie „Verrat“ hochgradig kontraproduktiv. Und für den hohen Anspruch, den „gesellschaftlichen Kontext“ zu beleuchten, ist der Text gleichzeitig zu persönlich (dieses „Flausch“-Dings) und zu allgemein. Dazu bräuchte es mehr Details, z.B. eine Analyse, inwieweit der angenommene Hype nur ein leichtes Mittel ist, wieder verstärkt Leben in die jeweiligen Präsenzen zu bringen. Schließlich wird bereits seit längerer Zeit angemerkt, wie mühsam es sei, ein Kleidungsstück nicht nur zu nähen, sondern auch ansprechend zu fotografieren und den Entstehungsprozeß en detail zu dokumentieren. Ich erinnere mich auch an einen Beitrag, wo eine oft nur näht, um Stoff für den Blog zu haben.
    Letztendlich bleibt natürlich die Verantwortung für die Inhalte. Möglicherweise geht es aber primär gar nicht um Diäten. Vielleicht haben Nähblogs einfach ihren Höhepunkt überschritten?

  33. Vielleicht geht es in den Posts eben nicht um Feminismus sondern einfach „nur“ um einen selber? Vielleicht ist diene Interpretation, dass Abnehmende den Feminismus verraten, einfach etwas zutiefst persönliches? Ich blogge meine Nähwerke, weil es mir Spaß macht. Ich bin zufällig auch Feministin, aber das eine hat mit dem anderen überhaupt rein gar nichts zu tun. Ich finde es schön, dass meine eigene Kreativität mich ein Stück weit von Massenproduktion und Ausbeuterbedingungen befreit, aber das ist nicht Thema meines Blogs. Ich nähe nicht, weil ich keine passenden Sachen in Durchschnittsläden finde. Ich nähe nicht, weil ich auf Kinderarbeit verzichten will. Ich nähe weil es mir Spaß macht. Und wenn ich abnehme(n will), hat das ebenfalls nichts mit Feminismus zu tun. Den lebe ich lieber auf Ebenen aus, die mir und der Gesellschaft etwas bringen. Zum Beispiel bei der Arbeit. Oder im Freundeskreis im Leben 1.0.

  34. @birgit Siehst du, da ist sie, diese bevormundende Attitüde, die manchen aufstösst. Manche WOLLEN nicht in diesem „wir“ dabei sein, manche WOLLEN nicht der Klamottenindustrie den Mittelfinger zeigen. Manche WOLLEN nicht feministisch nähen, sondern einfach nähen und nicht feministisch dick bleiben sondern ganz privat abnehmen. Und deshalb verraten sie auch kein Ideal.
    Und dann kommt die Aussage „… haben die Aussage nicht verstanden….“ Gängige Argumentation, viel zu gängig. Manche habens durchaus kapiert und MÖCHTEN es aber anders sehen.
    LG

  35. Ist das Problem nicht einfach, daß es eine Wirkung hat, wenn viele öffentlich das gleiche tun, dass aber jede einzelne diese Wirkung gar nicht beabsichtigt hat?
    LG
    Marlene

  36. Dieser Artikel ist respektvoll und dabei kritisch hinterfragend formuliert und wird von den Anhängerinnen der neuen Gewichtsreduktions-Communitiy wie ein persönlicher Angriff empfunden. Ich finde das Thema durchaus diskussionswürdig, vor allem wenn es um Aspekte wie soziale Sogwirkung, Sucht und Selbstbestimmtheit im Kontext von feministischen Haltungen geht.
    Mein Dank und meine Wertschätzung gilt den Autorinnen, die ihre Skepsis über diesen wiederauflebenden Trend veröffentlichen und damit einen wichtigen Diskurs eröffnen, von dem ich nicht gedacht hätte, dass er in dieser Form noch nötig sei.
    Statt Gewichtskurven und Kalorienzahlen zu teilen, könnte ja auch ein guter und liebevoller Umgang mit sich selbst und dem eigenen Körper gefeiert werden. Ich zitiere Anke Gröner: „Free your mind and your fat ass will follow“…
    Herzlich
    Laura

  37. Schlank sein ist gesünder und wird weltweit als attraktiver angesehen.
    Da verwundert es wenig, wenn Leute attraktiver sein wollen und sich gegenseitig darin unterstützen.

    Dass es andere hingegen ärgert ist auch verständlich:
    Das Thema auszublenden ist in intrasexueller Konkurrenz eben der Versuch diese Konkurrenz zu minimieren, ein stillhalteabkommen sozusagen

  38. Dieser Streit ist nicht „entscheidbar“, sondern wird immer so weiter gehen – mal mehr, mal weniger irgendwo aufpoppen.

    Was man aber tun kann: Foren und Plattformen, die zu einem bestimmten Thema wie Nähen existieren, vom Thema „Abnehmen“ frei halten. Das dient der friedlichen Atmosphäre, fürs Abnehmen gibt es ja genug andere Foren. Darüber könnte vielleicht sogar ein Konsens erziehlt werden und dann schreibt man das ins Editorial, in die Nettiquette o.ä.

    Ich bin in einem Dampfer-Forum (E-Zigarette), da treffen sich Menschen aller politischer Richtungen. Man tut gut daran, z.B. die Flüchtlingsfrage dort NICHT zu diskutieren, denn sonst ist gleich der Frieden und die gute Stimmung dahin!

    Auf allgemeinen Plattformen wie Twitter ist so eine Beschränkung natürlich nicht möglich. Da kann und muss jede selbst durch entsprechende Follow-Politik die eigene Timeline nach den individuellen Wünschen gestalten.

  39. Danke Ingenieurin.
    Ich nähe nicht, habe aber eben genau deswegen gerne Nähblogs gelesen, weil es um Empowerment, um Respekt für vielfältige Körperformen geht .
    Ich war versucht, zu Anke Gröner zu verlinken – ich habe sehr viel von ihr gelernt über Körper-Akzeptanz und Genuss.

    Zu dem, was bei MMM zu passieren scheint: Gruppendynamiken haben ihre Eigendynamik. Gruppendynamiken schaffen sehr oft Insider und Outsider. Egal ob das gewollt ist oder nicht, meistens steht da irgendwann ein „Wir“ und „ihr“.
    Da setzt meines Erachtens eine gewisse Selbstverantwortung ein: wenn ich Körpermaße, Kalorien, Weglassen/Entzug einzelner Nahrungsgruppen gemeinsam mit anderen durchgängig in einem Raum thematisiere, in dem das vorher nicht der Fall war, dann habe ich Verantwortung, dann sollte ich achtsam sein.

    (Ich fürchte, einen vergleichbaren Prozess gab es für mich bei einer feministischen Blogplattform, der ich inzwischen den Rücke gekehrt habe.)

  40. Ja, da ein Teammitglied des MMM ja selbst weiter oben gesagt hat, dass der MeMadeMitwoch von politischen Diskussionen sauber zu halten sei, wird er seinem vor 5 Jahren einmal formulierten Anspruch wohl nicht mehr gerecht. Und damit ist es wohl für mich an der Zeit, mir einen anderen Raum zu suchen.

  41. Ist trauriges Schulternzucken tatsächlich der einzige Weg? Das wäre mir sehr schade für dich.

    Aber nun ja, ich lese deinen Blog auch deswegen, weil aus ihm immer wieder spricht, dass das Private politisch ist (jaja, so isses, die ollen 68er) und wenn dir das genommen wird, dann ist etwas Essenzielles weg.

    Hoffentlich ist sich die eine oder andere der Mechanismen, die da am Werke sind, bewusst geworden.

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