Käsekuchen aus dem Schnellkochtopf

Das klingt irgendwie komisch, oder? Aber auch wieder abgefahren genug, dass ich sofort wusste, dass ich das Rezept ausprobieren muss. Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie ich auf das Rezept stieß, aber nachdem ich es gelesen hatte, ging ich sofort in die Küche und probierte aus, ob die kleine Springform in den Schnellkochtopf passte. Und mit ein bisschen Frickelei tat sie es tatsächlich.

Das Originalrezept benutzt Ritz Cracker für den Boden, ich hab ganz klassisch Löffelbiskuits verwendet.

Für den Boden

1 1/2 Tassen fein gebröselte Löffelbiskuit (ich brösel die immer mit dem Mixer-Aufsatz der Küchenmaschine, da wo die Hipster ihre grünen Smoothies drin machen)

4 EL geschmolzene Butter

miteinander mischen, die Masse auf den Boden und an den Rand einer mit Backpapier ausgekleideten 18 cm Springform drücken.

Käsemasse

450 g Frischkäse

1/2 Tasse brauner Zucker

2 EL Quark

1 EL Mondamin

1 EL Vanillezucker (wenn ich das Mark einer Vanilleschote für irgendwas brauche, lege ich die ausgekratzte Vanilleschote in ein Marmeladenglas mit Zucker)

2 Eier

Frischkäse und Zucker mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine verrühren. Den Quark hinzufügen, verrühren, anschließend das Mondamin und den Vanillezucker unterrühren. Zum Schluss die beiden Eier hinzufügen, alles verrühren. Die Masse in die Springform gießen.

2 Tassen Wasser in den Schnellkochtopf gießen, den Dämpfeinsatz hineinstellen.

Ein Stück Alufolie so groß wie ein Stück Küchenpapier abschneiden. Die Alufolie unter das Stück Küchenpapier legen, die Springform auf das Kückenpapier stellen. Den unteren Teil der Springform mit der Alufolie/Küchenpapier einwickeln.

Ein weiteres Stück Alufolie, etwa 3 mal so lang wie der Durchmesser der Springform, abreißen, der Länge nach auf ein Drittel zusammenfalten. Die Springform mittig auf diesen Streifen stellen, die beiden Enden nach oben falten. So hat man 2 Henkel, an denen man die Soringform nun in den Schnellkochtopf versenken kann. 2016-03-11 19.07.42

Den Schnellkochtopf verschließen, aufheizen und unter Druck 35 min kochen lassen. Anschließend den Topf kalt werden lassen, erst aufmachen, wenn der Druck wieder auf 1 bar abs abgesunken ist.2016-03-11 19.55.16

Dann den Kuchen vorsichtig an den Henkeln wieder aus dem Topf rausheben und für mind 4 Stunden in den Kühlschrank stellen.2016-03-11 19.56.30

Obwohl der Kuchen nur in Wasserdampf gegart wurde, ist er am Rand schön braun, was darauf hindeutet, dass der Zucker karamellisiert ist.2016-03-12 14.33.59

Vor dem Servieren kann man den Kuchen noch mit Karamellcreme bestreichen, denn sonderlich hübsch wird er im Schnellkochtopf nicht. Aber sehr schmackhaft!2016-03-12 16.33.39

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Impressionen von der h+h Cologne

Letzten Samstag hatte ich das Vergnügen gemeinsam mit Marja Katz die h+h Cologne besuchen zu können. Ich war sehr gespannt, wie das so werden würde. Ich war vor bestimmt 15 Jahren mal auf der Creativa in Dortmund und war damals ziemlich überwältigt von der Fülle an unterschiedlichsten Bastel- und Handarbeitstechniken. Die h+h Cologne ist aber keine Endverbrauchermesse sondern ausschließlich für Fachbesucherinnen. Umso mehr hofft ich darauf, neue Trends zu sehen zu bekommen, die noch nicht im Mainstream angekommen sind. Etwas komisch war allerdings das Gefühl, nicht als Einkäuferin unterwegs zu sein, wie wahrscheinlich 80% der Besucherinnen, sondern als Bloggerin. Aber die Aussteller reagierten alle sehr positiv auf diesen Fakt, das hatte ich so, ehrlich gesagt, nicht erwartet.

Direkt am Eingang zog uns der sehr farbenfroh gestaltete Stand von Clover in den Bann.

Es gab auch eine live-Vorführung eines Quasten-Werkzeuge, das so ähnlich zu funktionieren scheint wie diese Plastikringe zum Pompon machen. Allerdings hätte ich Quasten jetzt nicht unbedingt als den neuesten Schrei bezeichnet, hatte doch Birgit von Garn und mehr schon vor 2 Jahren auf dem Blogst Barcamp in Köln eine Session zum Quasten machen angeboten.

Als nächstes schauten wir uns die Haushaltsnähmaschinen von texi an. Bisher eher im Industrienähmaschinenbereich unterwegs, haben sie seit einigen Jahren auch Haushaltsnähmaschinen im Programm. Da wir beide diese Marke nicht kannten, schauten wir uns interessiert um und es gab auch ein sehr informatives Gespräch zu den Maschinen. Die Maschinen sind auf jeden Fall im unteren Preissegment angesiedelt. Trotzdem war ich überrascht, wie schwer die kleinste, günstigste Maschine doch war, was definitiv ein Qualitätsmerkmal ist, heißt es doch, dass die Maschine nicht nur aus Plastik besteht, sondern eben auch Metall verbaut ist. Wir durften sogar ein paar Nähte probenähen und wir hatten beide den Eindruck, dass es sich bei den Maschinen um sehr einfache, aber eben auch sehr solide Maschinen handelt. Als Einsteigermaschinen sind sie sicher besser geeignet als das Discountermodell von Singer (es steht Singer drauf, aber es ist Plastik drin), das ich vor 9 Jahren kaufte, als ich wieder mit dem Nähen anfing. Wer also eine günstige vollmechanische Nähmaschine oder eine günstige Overlock sucht, sollte durchaus auch mal bei texi schauen. Von den Discounterangeboten rate ich ja immer eher ab.

Anschließend bewunderten wir bei KnitPro die tollen bunten Bambusnadeln. Und lernten, dass man Stricknadeln so edel verpacken kann wie Füllfederhalter.

Auch wenn ich gerade wieder mal einen Anlauf im Stricken mache und ein Tuch stricke, ist das ja nicht so richtig mein Metier. Ich bin dafür einfach zu ungeduldig…

Wir ließen uns weiter von Stand zu Stand treiben, bewunderten wild arrangierte Kurzwaren

und stöberten in Stofflaschen2016-03-19 11.58.01

Und während ich gerade auf MarjaKatz wartete und dabei schon sehr von den intensiven Farben der Stoffe von karlotta pink fasziniert war, 2016-03-19 12.12.44wurde ich sehr offenherzig von Ines zum näherkommen gebeten. Als MarjaKatz dann aus den Tiefen des benachbarten Messestandes wieder aufgetaucht war, kamen wir dieser Aufforderung sehr gerne nach und unterhielten uns sehr gut mit Ines von KarlottaPink und Stefanie von SO! patterns, die sich einen Stand teilten. Und das aus gutem Grund. Ines trug ein Kleid aus ihren Stoffen nach einem Schnittmuster von SO! und diese Kombi sah einfach total klasse aus. Ich war wirklich kurz davor, das Schnittmuster mitzunehmen2016-03-19 12.38.30

aber ich glaube, das Schnittmuster sieht an Frauen mit weniger Oberweite besser aus. Der Wasserfallkragen ist schon sehr üppig. Aber die Schnittmuster von SO! sind in jedem Fall außergewöhnlich. Gedruckt sind sie auf reißfestem Schnittmusterpapier, man kann sie aber auch als download-Schnittmuster bekommen.

Das Sortiment von karlotta pink ist auf sehr besondere, farbenfrohe Stoffe aus Südafrika, Australien und Indien spezialisiert. Ich konnte mich kaum sattsehen an den tollen Stoffen und freue mich schon sehr darauf den Aborigini-Stoff zu vernähen.

Das erstemal aufmerksam auf karlotta pink und SO! wurde ich übrigens vor ein paar Wochen, als ich bei 81 grad Nord über den Stoff und Schnitt Markt in Augsburg las.

Auf der Such nach was zu Essen kamen wir dann auch an dieser skurillen Installation vorbei

Eine gestrickte Metzgerei. Sachen gibt es… Aber ich habe ja eine Schwäche für Skurillitäten, ich fand es wirklich faszinierend. Jedenfalls für mich eher Kunst als umstrickte Bäume oder Straßenlaternen.

Nach einem kleinen Snack ließen wir uns weiter durch die Hallen treiben, sahen viel viel Wolle und Garn, aber auch viel Stoff und wenig neue Trends im Sinne von Handarbeitstechniken. Der Fokus der Messe lag eindeutig auf Wolle und Stoff, weniger darauf, *was* man mit dem Material alles anstellen könnte. Allerdings haben wir auch keinen der Workshops besucht. Zum einen waren wir dafür zu spät dran, sie waren alle schon ausgebucht, zum anderen fand ich Einkaufsbeutel und Co. nähen jetzt auch nicht soooo interessant für mich. Trotzdem hätte ich es interessant gefunden, wenn es an den Ständen selbst mehr live-Vorführungen gegeben hätte.

Spannend war es, mal eine Profi-Quiltmaschine bedienen zu können. Dabei wird nämlich nicht der Stoff unter der Maschine bewegt sondern die Nähmaschine wird über den Stoff geführt. 2016-03-19 14.08.00

Dabei habe ich gelernt: Es gibt Menschen, die patchworken gerne, aber quilten nicht gerne. Und die geben ihre Patchworkarbeiten dann zum quilten an professionelle Quilterinnen, die diese Arbeit dann für sie erledigen.

Was ich auch lernte: Wenn Männer ein Strickbuch schreiben, dann werden sie wie Stars gefeiert, auch wenn sie über 10 min zu spät zum Interview kommen, weil sie einfach mal die Zeit vergessen hatten und von der Orga aufgeweckt werden mussten. Nunja, was ich über die Ikonisierung von Männern, die sich in weiblich konnotierten Schaffensbereichen tummeln, halte, könnt ihr euch wahrscheinlich sowieso denken, oder?

Es gab noch viel viel mehr zu sehen, es war in jedem Fall spannend und ich habe einiges neues gesehen und gelernt, auch wenn es ganz anders war, als ich mir vorgestellt hatte.

Und dann sah ich in der Workshopecke der Initiative Handarbeit noch dieses tolle Häkelmuster und wüsste gerne, ob eine von euch eine Ahnung hat, wo ich dafür eine Anleitung finde oder ob ich im Zeitschriftenhandel die Diana Mützen 09/2015 nachbestellen muss 2016-03-19 15.29.18

Weiter Berichte über die h+h Cologne sammelt malamü

MeMadeMittwoch ganz ungewohnt im Hoodie

Bei der anNÄHerung auf dem Tauschtisch hatte Chrissy einige Meter lila Sweatshirtstoff ausgesetzt, die ich dank meines veränderten Beuteschemas sehr bereitwillig mitnahm. Der erste Plan sah vor, dass ich mir daraus einen Onesie nähen könnte. Es gab einige Gegenstimmen, unter anderem schien sogar der von mir hochgeschätzte Max Buddenbohm, der ja schon für das Herzdamekleid verantwortlich war, Wind von meinen Plänen bekommen zu haben und sprach sich dagegen aus.

Also entschied ich mich dazu, dass es wohl doch erstmal bei einem Hoodie bleiben sollte. Vor einiger Zeit hatte ich bei Makerist ein paar ebook-Schnittmuster gekauft. Ich bastelte mir also den Schnitt Mrs. Klassik von Konfetti Patterns am Computer zusammen, ließ ihn an einem Stück ausdrucken und schnitt den Hoodie zu. Ein paar Tage vorher hatte Sina Trinkwalder von Manomama auf Twitter behauptet, aus 1 m Stoff bekäme man locker einen Hoodie raus.hoodie_160315-005 Das mag in der industriellen Produktion, wo man dank hoher Stückzahlen optimierte Zuschneidepläne hat, am Ende rein theoretisch zutreffen, in der Praxis ist es bei einem Einzelstück auch bei 1,80 m breit liegendem Stoff unmöglich. 1,3m müssen es schon sein, auch mit Zuschneidetetris.hoodie_160315-017

Beim annähen der Kapuze an den Halsausschnitt hielt ich mich genau an die Anleitung, die sagte, man sollte die Ecken vom Halsauschnitt zuerst einschneiden, dann die waagerechte Naht arbeiten und schlussendlich die Kapuze rundherum in den Halsausschnitt nähen. Dabei entstand dann diese Falte an der waagerechten Kante.hoodie_160315-001 Ich hab noch eine weitere Version des Pullovers genäht und da habe ich zuerst die waagerechte Naht genäht, dann habe ich die Ecken eingeknipst und dann habe ich die Halsausschnittkante genäht. Das hat viel sauberer funktioniert. Auf jeden Fall sollte man sich die Nahtlinien am Halsausschnitt auf alle rechten Stoffseiten aufmalen und diese sehr genau, vor allem in den Ecken aufeinanderstecken. Ansonsten hat der Pullover keine sonderlich großen Herausforderungen parat und ist wirklich ruckizucke genäht. hoodie_160315-002Die Ärmelbündchen habe ich nur halb so lang gemacht wie im Schnitt vorgesehen und ich finde sie, ebenso wie das Bauchbündchen noch immer eher auf der breiten Seite. Aber das ist Geschmackssache und ja nun wirklich leicht zu ändern.

Außerdem habe ich mir eine weitere Marlenehose nach meinem eigenen Hosengrundschnitt genäht, diesmal aus einem dunklen Jeansstoff. Auch wenn es keine echte Jeans werden sollte, habe ich ein paar Nähte mit pinkem Garn als Kontrast abgesteppt und finde das sehr gelungen. Ebenso die Knöpfe, die ein Werbegeschenk von stoffe.de waren. hoodie_160315-012

Beim Zurückschneiden der Nahtzugabe an der oberen Bundkante habe ich offensichtlich die Nahtsicherung mit weggeschnitten. Theoretisch weiß ich, dass man diese immer vor der Nahtzugabe machen sollte, praktisch mache ich sie meistens in der Nahtzugabe. Jetzt muss ich den Bund also wohl mit einem Matrazentich nochmal ausbessern.hoodie_160315-013

Die Taschenbeutel und die Schrägbandversäuberung vom Bundbeleg habe ich aus einer pink gemusterten Popeline gemacht, was mir ebenfalls sehr gut gefällt.hoodie_160315-014

Jedenfalls war dieses Outfit am Samstag vormittag nicht ordentlich genug, um im Music Store in Köln ein E-Piano zu kaufen, fand der Liebste, der mich zum Umziehen wieder nach oben schickte. Ich hatte mich zwar durchaus bewusst für den Hoodie entschieden, weil Musiker, Hipster und so, aber ich war so perplex, dass ich tatsächlich nach oben ging und den Hoodie gegen einen Blazer austauschte. Im Music Store liefen die Leute dann größtenteils mit zerissenen Hosen und so rum…hoodie_160315-003

Mehr selbstgemachte Kleidung wie jeden Mittwoch beim MeMadeMittwoch.

MeMadeMittwoch im anNÄHerungs-Kleid

Dieses Jahr nähte ich bei der anNÄHerung Anfang Januar in Bielefeld ein bewährtes Schnittmuster: Simplicity 2403. Zum 4. Mal. Wobei alle Versionen anders aussehen. Das Schnittmuster bietet schon sehr viele Variationsmöglichkeiten. Und ich ergänzte diese Möglichkeiten ja noch um die Variante Tellerrock statt Bleistiftrock.

Ich liebe dieses Kleid! Es ist aus einem grauen Anzugstoff von Alfatex in Köln. Eigentlich hätte ich gerne einen noch dunkleren Grauton gehabt, aber Stoffkaufen ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert 😉

Diesmal habe ich den Reverskragen genäht.kleid_160309-011 Das Rückenteil habe ich nicht gekräuselt sondern eine Kellerfalte eingelegt. kleid_160309-013Ebenso habe ich die Ärmel nicht gekräuselt sondern Falten eingelegt. Ich wollte einen möglichst cleanen Look.kleid_160309-012

Dazu trage ich eine Jenna Cardigan. Die erste Variante war ein ziemlicher Reinfall, weil sie viel zu groß war. Also durchforstete ich den Kleiderschrank des Liebsten nach alten Pullovern für ein Probemodell. Dabei stieß ich auf 3 Feinstrickrollkragenpullover aus Merinowolle, die ich noch nie gesehen hatte (wir kennen uns seit 17 Jahren und wohnen seit 6 1/2 Jahren zusammen). Ich bekam das okay, dass ich die Pullover zerschneiden dürfe. Also pauste ich Jenna erneut 2 Größen kleiner ab, an den Schultern sogar 3 Größen kleiner. Außerdem ließ ich die Schulterpassen mit den Kräuseln über der Brust weg. Dann zerschnitt ich den dunkelblauen Rollkragenpullover. Und nun bin ich schwer verliebt in meine Upcycling-Jenna aus feinstem Merinostrick.kleid_160309-004 Die Knopfleiste ist nicht perfekt. Ich hab auch nach 5 Jahren noch nicht rausgefunden, wie man bei der Overlock verhindert, dass die Naht am Ende immer etwas ausleiert in Strickware.  kleid_160309-008

Mehr Frauen in selbstgemachter Kleidung gibt es wie jeden Mittwoch beim MeMadeMittwoch

Internationaler Frauentag

Ich hatte ja erst vor der Kantine mit rosenverteilenden Betriebsratsmitgliedern gerechnet. Aber dann kam plötzlich eine Frau in unser Büro, die sich als Assistentin des Geschäftsbereichsleiters vorstellte und überreichte mir eine Rose anlässlich des Internationalen Frauentages. Ich sagte dann „Ich möchte eigentlich keine Rose, eigentlich möchte ich Gleichberechtigung.“ Das hat sie sichtbar irritiert und sie stammelte „Ja, hm, das werde ich so weitergeben. Die Rosen sind nämlich vom Geschäftsbereichsleiter persönlich! Das hat er sich überlegt und *sogar* von seinem eigenen Geld bezahlt! Und außerdem sind wir doch hier in der Firma jetzt gleichberechtigt!“

Ja, die Firma ist jung, es gibt neue Werte, einer davon bezieht sich explizit auf Diversität. Was aber nichts daran ändert, dass der Vorstand dieser Firma eine 100% Männerquote hat. Und der Geschäftsbereichsleiter, der diese Rosen verteilen *lässt*, der brüstet sich im übrigen damit im letzten Jahr 1200 Stunden im Flugzeug verbracht zu haben. Was irgendwie auch erklärt, warum er seine Assistentin losschickt, die Rosen verteilen zu lassen.

Meine Bürokollegen sind von mir aber immerhin schon so mit feministischen Ideen infiltriert, dass sie sofort den Kern meine Kritik verstanden.

Ich habe den Eindruck,  für Führungskräfte gehört es mittlerweile zum guten Ton, so zu tun, als habe man Frauenthema auf dem Schirm. Also zückt man am 8. März sein Portemonaie, kauft ein paar Rosen und schickt seine Assistentin los, diese unter den Mitarbeiterinnen zu verteilen. Damit zeigt man, wie sehr man die Frauen in der Firma schätzt. An den restlichen 365 Tagen im Jahr*  benimmt man sich dann so chauvinistisch wie eh und je.

Also, liebe Führungskräfte: Das Geld für die Rosen solltet ihr lieber in Trainings zu Chancengleichheit und Diversität stecken. Da hätten die Frauen in euren Unternehmen deutlich mehr von!

 

*2016 ist ein Schaltjahr

Tagebuchbloggen 05.03.2016

Es ist wieder der 05. und Frau Brüllen will wissen, was ich eigentlich den ganzen Tag gemacht habe.

2 Uhr der gr kl Mensch möchte aufstehen. Er sieht aber recht schnell ein, dass es noch mitten in der Nacht ist.

7 Uhr der zweite Versuch des gr kl Menschen, aufstehen zu dürfen. Diesmal darf er nach unten gehen und auf dem tablet Sachgeschichten in der Maus App anschauen.

7:40 Uhr der kl kl Mensch ruft, ob er nach unten gehen dürfe. Bleibt dann bis 8 Uhr doch noch liegen, bis er sich zu seinem Bruder gesellt.

8 Uhr twitter Nachttimeline nachlesen

8:20 Uhr aufstehen, Frühstück machen. Weil wir die kl Menschen gleich zu meiner Mama bringen, haben wir die Brötchen schon gestern Abend gebacken.

9:30 Uhr wir packen die Sachen der kl Menschen ein und machen uns auf den Weg Richtung Siegerland. Vorher müssen wir aber noch bei der Post vorbei, das Geburtstagsgeschenk für die Schwiegermutter muss dringend auf den Weg gebracht werden.

10:45 Uhr wir kommen bei meiner Mama an. Im schnelldurchgang tauschen wir uns über selbstgenähte haarschmucktäschchen, Schnittmuster plotten und ihren Thermomix aus.

11:30 Uhr wieder zurück ins Rheinland fahren

12:15 im Radio läuft ein Beitrag über neue Flüchtlingslager im Hinterland der griechisch-mazedonischen Grenze, die von der Moderatorin als „Lichtblick“ bezeichnet wurden und ich hätte fast das Armaturenbrett kaputt geschlagen. Natürlich ist es gut, dass man versucht, die Menschen in Zelten unterzubringen und mit essen zu versorgen statt sie unter einer Plastikplane im Regen schlafen zu lassen. Aber das ist kein Lichtblick sondern das Mindeste, was wir tun können müssen!

12:50 erst mal am hellichten Tag ne Runde „Californication“ gucken. Muss man ja ausnutzen, dass die kl Menschen nicht da sind —
durchaus inspirierend… 😇

14:30 Uhr wir sind morgen bei einer Freundin eingeladen und wir haben versprochen, einen Kuchen mit zu bringen.
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Beim Backen gelernt: in einem feuchten Keller können auch schokostreusel schimmeln. Oder auch nicht, der Liebste und ich waren uns nicht so sicher, was der weiße Pelz war…

15 Uhr ein bisschen auf dem Sofa sitzen, stricken und dabei elementary schauen
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17:45 Uhr in Köln ist heute Street food Festival. Mit den kl Menschen meide ich solche Events, zuviel Gedrängel, zuviele Möglichkeiten, die kl Menschen zu verlieren, zu wenig Spaß für kl Menschen. Also nutzen wir schon wieder die Gelegenheit… Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das ja immer so ne kleine Weltreise, sobald man in Köln auch nur 1x umsteigen muss. Aber ich bin von Zürich noch immer viel zu verwöhnt, was das angeht…
Das Street food Festival fand auf ner riesigen Brachfläche in Ehrenfeld statt. Es war zwar sehr voll, aber nicht zu voll. Nur hungrig hingehen ist anfangs doof, weil die Schlangen an vielen Ständen sehr lang sind. Wir verschafften uns erstmal einen groben Überblick und entschieden uns für den Start für yellow chicken von irgendwas balinesischem.
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Ich war leider zu hungrig, um das hühnchenfleisch im Brötchen zu fotografieren. Aber es war sehr lecker! Danach wollte ich gerne pulled Pork essen. Das hatte ich einmal gegessen und fand es damals sehr gut. Die Schlange an dem Stand war allerdings so lang, dass wir uns aufteilten.
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Er stellte sich an, ich besorgte die Getränke. Anschließend stellte ich mich an und er besorgte käsetoast.
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Als jede ihre Hälfte verputzt hatte, war ich wieder dran mit essen jagen, während er anstand. Ich probierte mein Glück bei einem taiwanesischen Stand,
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wo es angeblich für 799,90€ auch das hier
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gegeben hätte. Ich entschied mich dann aber doch für den karamellisierten porkbelly, was definitiv die beste Wahl des Abends war
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In der Zwischenzeit hatte der Liebste auch erfolgreich das pulled Pork gejagt
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was geschmacklich aber deutlich hinter dem taiwanesischen porkbelly zurück blieb.

Der Liebste probierte dann noch arancini, das sind italienische gefüllte frittierte reisbällchen. Ich war da schon ziemlich satt.
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Weiter ging es dann mit Nachtisch. Zu deepfriedshit, was sich als frittierte Snickers und ähnlichem rausstellte, konnten wir uns nicht durchringen, also entschieden wir uns für Zwetschgen-Mohn-Strudel. Leider war der kalt, was dem Genuss etwas abträglich war.
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Gegen 21 Uhr traten wir den Heimweg an, in dessen Verlauf wir am Hauptbahnhof einen Sprint einlegen mussten, um die S-bahn noch zu bekommen. Seither ist mir etwas schlecht. Jetzt sitzen wir gemütlich auf dem Sofa, trinken den restlichen Champagner von gestern auf (ein Geburtstagsgeschenk, das ich zur Feier sehr guter Nachrichten gestern geöffnet hatte). Jetzt gibts hier noch ein paar Impressionen vom Street food Festival, und ich gehe sicher bald ins Bett.
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