Tagebuchbloggen 05.10.2015

Es ist der 05. und Frau Brüllen will wieder wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag machen.

6:20 Uhr der Wecker klingelt. Da Herbstferien (hier wohnt ja jetzt ein Schulkind, was bedeutet, dass wir morgens um 7:35 Uhr die Fahrräder aus dem Keller holen müssen) sind, muss der große kleine Mensch nicht ganz so früh los, ich kann also noch bis 6:50 Uhr mit der Bettdecke kuscheln. Dann aufstehen, den kleinen kleinen Menschen anziehen, mich selbst anziehen, frühstücken. Beim Twitter überfliegen auf einen Text von Karl Popper von 1971 zum Positivismusstreit stolpern. Immer wieder faszinierend, dass es Philosophen gab/gibt, die tatsächlich so schreiben, dass ich das sofort verstehe und nicht jeden Satz dreimal lesen muss um herauszufinden, dass da bullshit steht (okay, ich geb zu, genau das zu entlarven war auch Sinn und Zweck des Popper’schen Artikels).

7:45 Uhr Der Liebste und der kleine kleine Mensch verlassen das Haus, der große kleine Mensch und ich sitzen noch 10 min zusammen auf dem Sofa und unterhalten uns, bis wir um 7:55 Uhr auch das Haus verlassen. Diese Woche wird er von der OGS in der Schule betreut. Er freute sich heute morgen schon darauf, dass diese Woche die Schule ein Kindergarten ist. Aber er versicherte mir auch, dass er gerne zur Schule geht. Puh!

8:10 Uhr im Büro. E-Mails lesen, den Popper-Artikel zuende lesen. Dabei kommt mir wieder ein Artikel über Gender Studies in den Sinn, der vor 2 Wochen erschien. Beim Suchen stell ich mich irgendwie ungeschickt an, aber auf meine Twitterfollower ist Verlass.

9:00 Uhr Gruppenbesprechung. Ich mag das, dass die jetzt am Montag morgen ist, das ermöglicht irgendwie gefühlsmäßig eine sinnvolle Wochenplanung innerhalb der Gruppe und ist nicht so eine reine Infoveranstaltung, wie sie es Mittwochs immer war.

11:30 Uhr Mittagessen

12:30 Uhr Zurück vom Mittagessen such ich erstmal ein paar Bibelzitate aus dem neuen Testament für einen Kollegen raus. Das ist nämlich gar nicht so kuschelig und gütig, wie viele meinen. Wen es interessiert, findet hier eine kleine (220 Zitate) Zusammenstellung. Ist auch ganz hilfreich in Diskussionen zum Thema „Islamisierung“.

Den Nachmittag verbringe ich mit Erstellen von Diagrammen, Datenblättern, Dokumentation.

17:40 Uhr verlasse ich das Büro. Seit der große kleine Mensch in die Schule geht, haben wir eine Kinderfrau, die die kleinen Menschen abholt und mit ihnen nach Hause geht. So hab ich nachmittags ein bisschen mehr Luft. Die OGS endet nämlich um 16:30 Uhr, was für Vollzeit arbeitende Menschen meist bedeutet, dass sie mit dieser Betreuungslösung alleine nicht auskommen. Aber wir haben mit der Kinderfrau einen absoluten Volltreffer gelandet. Die kleinen Menschen mögen sie, sie räumt auch noch ein bisschen die Wohnung auf und wenn ich nach Hause komme, habe ich wirklich Feierabend und kann mit den kleinen Menschen die Zeit genießen. Zuallererst wollen sie dann aber immer erstmal Fernseh schauen, was im Moment eine Folge „Zoes Zauberschrank“ und 10 min BBC-Doku „Unbekanntes Afrika“ bedeutet. Danach haben wir die Reste vom Wochenendkuchen gegessen (ich bin nicht so nett wie Frau Brüllen und versorg die Kollegen mit Kuchenresten).

19:00 Uhr der Liebste kommt nach Hause und hat dem großen kleinen Mensch einen „Calvin und Hobbes“ Comic mitgebracht. Noch klappt das mit dem selberlesen natürlich noch nicht und so machte ich für „Calvin und Hobbes“ dann doch mal eine Ausnahme von meinem Grundsatz „Ich lese keine Comics vor“ und las dem großen kleinen Mensch ein paar Strips vor.

19:20 Uhr der kleine kleine Mensch ist leicht angeschlagen und möchte ins Bett. Da der Liebste heute dran ist, kann ich es mir auf dem Sofa bequem machen. Und dann kam ich dem Wunsch von Moepern nach und schrieb doch noch was zu diesen absurd anmutenden Symmetrien zwischen den Artikeln von Popper und Schutzbach auf. Das artete dann mal wieder in ganz grundsätzliche Überlegungen zur Erkenntnistheorie und Anverwandtem aus, was ich dann aber in den Entwürfeordner verschob. Auf die „Absurden Symmetrien“ dürft ihr euch aber morgen freuen.

22:20 Uhr statt meine Nesselprobe für die nächste Jacke zu nähen hab ich also mal wieder intellektualisiert. Jetzt schau ich noch eine Runde Craftsy-Kurs über das Konstruieren von Ärmeln und strebe an, um 23 Uhr das Licht auszumachen.

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