Spring Style along – Finale

Ja, ich weiß, ich hab ganz viel geschwänzt. Und nu komm ich umme Ecke und hab tatsächlich ein bisschen was von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Dass ich den Accessoire-Termin geschwänzt hab, entschuldige ich damit, dass ich nach wie vor unter Accessoire-Legasthenie leide, und sich das in diesem Leben wohl auch nicht mehr ändern wird.

Das Schwalben-Kleid ist schon ein bisschen länger fertig (große Liebe übrigens!) und ich hätte bei den „Being on the needle„-Terminen tatsächlich was dazu schreiben können. Und einen Unterrock aus reiner Seide hab ich auch dazu genäht. Ein tolles Teil! Stattdessen habe ich dann aber lieber an der Tailleur-Jacke gearbeitet, die nun Samstag nacht auch endlich fertig wurde. Ich bin nicht 100% zufrieden, aber ich denke, ich kann sie tragen. Sonntag morgen war ich da noch skeptisch, aber nach der Fotosession am Sonntag abend sah die Welt schon wieder anders aus.

Nun also mein Spring Style: Zuerst mal das Schwalbenkleid alleinekleidSchwalbenSpielplatz150607-016kleidSchwalbenSpielplatz150607-018kleidSchwalbenSpielplatz150607-012kleidSchwalbenSpielplatz150607-010Dann mit Tailleur-Jacke (wie gesagt, weit entfernt von perfekt)kleidSchwalbenSpielplatz150607-032

Hm, nochmal richtig sorgfältig bügeln wäre hier wohl angebracht

Hm, nochmal richtig sorgfältig bügeln wäre hier wohl angebracht

kleidSchwalbenSpielplatz150607-033

Mit tollem Futter von Fashin for Designers

Mit tollem Futter von Fashion for Designers

Und Aufhänger!!!

Und Aufhänger!!!

Und nochmal mit gekaufter Wickeljacke (King Kong)

kleidSchwalbenSpielplatz150607-043Bei der Tailleurjacke habe ich aus meiner Sicht drei Fehler gemacht:

  1. Ich habe ein Nesselmodell nur vom Korpus gemacht, nicht von den Ärmeln. Was dazu führte, dass die Ärmel aussahen, als hätte ich Flügel an den Ellbogen. Da ich aber keinen Stoff mehr für neue ärmel hatte, musste ich mit denen, die da waren, irgendwas anstellen. Für die nächste Jacke also nochmal modifizierte Ärmel probenähen!!!
  2. Ich habe Saumbelege rundherum verwendet, weil ich dachte, das gäbe den Schößchen mehr Stand. Stattdessen ist da jetzt Zug auf Stellen, die vorher schön glatt lagen.
  3. ich habe für die Belege Einlage H200 verwendet. Viel zu steif. Ich wollte, dass die Schößchen Stand haben. Nun sind sie eher sperrig geworden. Vielleicht wird das noch weicher im Laufe der Zeit. Ansonsten werde ich die Einlage evtl versuchen, wieder rauszupopeln.

Fazit: Es ist so grau geblieben, wie anfangs schon angekündigt. Aber ich habe gerade das Gefühl, dass meine Persönlichkeit bunt genug ist und ich jetzt erstmal ein paar Basics brauchte, die dann im weiteren Verlauf des Sommers vielleicht noch mit dem einen oder anderen bunten Akzent ergänzt werden. Ich habe z.B. einen tollen beigen Strickstoff beerenfarben gefärbt. Der gefällt mir sehr gut, da werde ich mir wohl ein Plantain Top draus nähen zum unter die Jacke ziehen.

Als ich so viel schwänzte, hatte ich innerlich schon mit dem Style Along abgeschlossen. Aber als mir dann Samstag nacht beim Fertigstellen der Jacke klar wurde, dass ich doch mehr geschafft hatte, als ich zwischendurch dachte, beschloss ich, das Finale dann doch noch mitzunehmen.

Vielen Dank an Alexandra und Antonia fürs Organisieren dieses Style Alongs. Auch wenn aus mir keine Unützer-Schnick-Schnack-Tante mehr wird.

 

Tagebuchbloggen 05.06.2015

Es ist der 5. und Frau Brüllen will wieder wissen, was wir eigentlich den ganzen Tag gemacht haben.

6:20 Der Wecker klingelt. Da ich aber ganz alleine zu Hause bin, der Liebste ist mit den kleinen Menschen in Schwaben, drück ich beherzt bis 7:20 Uhr alle 10 min auf Snooze. Dann stehe ich auf, ziehe mich an, gieße die Balkonpflanzen, weil ich das am Abend vergessen hatte und frühstücke.

8:15 Uhr ich bin im Büro und widme mich dem unglaublich öden kopieren von Zahlen aus einer Excel-Tabelle in die andere.

9 Uhr obligatorische Kaffeepause.

9:20 weiter gehts mit stupidem Kopieren. Wenn man vor so einem großen Versuch schon wüsste, wann man wie welche Daten nimmt, könnte man das Protokolldesign sicher optimieren. Da wir aber im Verlauf der Versuche ne Menge gelernt haben, hat sich dabei auch unsere Datennahme geändert und passte damit nichtmehr zum Design meiner Auswertetabelle… Der hier mitlesende Teilchenphysiker lacht sich jetzt sicher schlapp angesichts der Terabyte Daten, die die in ihren Experimenten sekündlich nehmen…

11:30 Uhr Mittagessen Auf dem Weg dorthin ärgere ich mich, dass ich nicht vorher noch eine Schmerztablette genommen hab. Dieser Wetterumschwung von kühlen 12°C auf 30 °C innert 2 Tagen macht mein Kopf nicht mit. Vielleicht hab ich aber auch gestern zuviel Ammoniak geschnuppert, wer weiß… Wir nehmen uns für den Rückweg noch ein Eis mit und schlendern durch den Park.

12:30 Uhr Weiter gehts mit Zahlen kopieren. Aber es ist ein Ende in Sicht.

13:30 Uhr Leider streuen die Analysenergebnisse so sehr, dass man eigentlich gar nix richtiges aus den Daten rauslesen kann. Grmpf… Mit ein bisschen gefrickel und weniger wissenschaftlich sauberen Anspruch (hey, das ist keine Doktorarbeit, sondern ein hinsichtlich Kosten optimierter Versuch in der Industrie!) kommen am Ende doch noch ein paar schöne Graphen dabei raus.

16:30 Uhr Der Bericht ist geschrieben, ich bin sogar einigermaßen zufrieden mit mir. Jetzt dann mal einkaufen. Draußen ist es unerträglich heiß, ich fahre im Schneckentempo mit dem Fahrrad in die Stadt. Ich kaufe Unmengen Obst und Gemüse, vollkommen ungeachtet der Tatsache, dass zu Hause auch noch die Gemüsekiste vor der Kellertür steht. Die Erdbeeren haben den Transport mehr schlecht als recht überlebt. Also hab ich die direkt verspeist.

Bei dieser Hitze vermisse ich die Möglichkeit, nach der Arbeit mal eben schnell in die Limmat springen zu können schon sehr. In regelmäßigen Abständen erfasst mich dieses Schweizweh. Heute versuche ich es ein wenig mit Limette-Minze-Eistee zu bekämpfen. Den gabs an der ETH in der Cafeteria, die von der SV betrieben wird, und vor einiger Zeit machte ich einen Workshop zu den Unternehmenswerten in einem Tagungszentrum, das der SV Group gehört. Und dort konnte man das Pulver dieses Eistees kaufen. Und nun kann ich mir also an so Tagen wie heute ein Getränk mixen, das schmeckt, als säße ich auf dem Hönggerberg auf der Terrasse der Cafeteria.

20:00 Uhr Bei Twitter wurde ich auf diesen tollen Film aufmerksam

und nun möchte ich auf so einen Häkelkragen haben. Wenn ich mich entscheiden könnte, wäre ich sogar bereit, den Preis dafür zu bezahlen. Teurer als Schmuck aus Metall ist es auch nicht und fair noch dazu.

20:30 Uhr Statt Obst mache ich mir einen Salat zum Abendessen. Mit Orangenkürbis. Und Kürbiskernen. Und Kürbiskernöl. Lecker! Und weil ich alleine bin, darf ich vor dem Fernseher essen! Yay!

21:45 Jetzt noch ein bisschen Pam Howard dabei zuschauen, wie sie einen Jacket näht. Ich nähe nämlich gerade auch eins. Und weil ich den Schnitt selbst konstruiert hab, hab ich keine Anleitung. Da ist dieser Craftsy-Kurs extrem hilfreich!!!

22:00 Uhr Die Balkonpflanzen! Fast hätte ich wieder vergessen sie zu gießen! Danach weiter schauen, wie man denn jetzt genau Ober- und Unterkragen zusammenbringt bei einem Reverskragen. Mein Problem: Ich hab keinen rückwärtigen Beleg und bin mir noch unschlüssig, ob ich das Futter also erst an die Belege annähe, bevor ich Ober- und Unterkragen zusammennähe. Ich sinniere darüber noch ein wenig.

23:00 Uhr noch schnell Brötchenteig ansetzen, auch an einem familienfreien Wochenende möchte ich mittlerweile nicht mehr auf die selbstgebackenen Brötchen zum Frühstück verzichten. Dann ins Bett.

Blau machen oder Spaß mit Photochemie

Ich weiß, sonderlich früh dran bin ich nicht mit meinen photochemischen Experimenten. Cyanotypie ist schon seit einigen Jahren groß in Mode und Inkodye gibt es nun auch schon einige Zeit.

Jetzt ist aber nun so, dass das eine eher vorraussetzungsreiche Technik ist. Man braucht die Chemikalien, es muss einigermaßen gutes Wetter sein und Ruhe beim rumexperimentieren ist definitiv hilfreich für sicheres Arbeiten und schöne Ergebnisse.

Als ich in Berlin war, entdeckte ich bei Dussman ein Cyanotypieset, bei dem das Papier bereits vorbereitet ist, so dass man sich den Schritt mit dem zusammenmixen der Lösungen und das aufbringen derselben auf den Untergrund sparen kann. Mit diesem Set zauberte der große kleine Mensch auf Anhieb eine wirklich tolle UnterwasserweltCyanotypie01Das Prinzip ist simpel: Das Papier ist mit einem lichtempfindlichen Stoff (Mischung aus Kaliumhexacyanidoferrat(III) und Ammonium-oxalatoferrat(III)) beschichtet. Im abgedunkelten Raum packt man das Papier aus, legt die Motive, die man abbilden will, drauf (hier: Fische und Schwamm aus Pappe ausgeschnitten, Wasserpflanzen aus Rosmarin und Thymian) und legt das ganze dann für ein paar Minuten in die Sonne. Dadurch bildet sich an den belichteten Stellen wasserunlösliches Berliner Blau. Dann geht man zurück in den abgedunkelten Raum, wo man aus dem unbelichteten Teil im Wasserbad das Kaliumhexacyanidoferrat(III) und das Amonium-oxalatoferrat(III) auswäscht und das Bild dadurch fixiert. Das ist eine ziemlich coole Sache, weil sich im Wasserbad das Bild vom negativ zum positiv umkehrt.

In dem Set waren leider nur 4 kleine Bögen des Papiers. Eine kurze Recherche ergab aber, dass man es recht einfach im Fachhandel bekommt. Weil ich dem großen kleinen Mensch sein Papier nicht wegnehmen wollte, kaufte ich also noch 10 weitere Bögen, die mit 19×14 cm auch etwa doppelt so groß sind wie das Papier vom großen kleinen Menschen.

Heute hatte ich frei und der Liebste ist mit den kleinen Menschen nach Schwaben gefahren. Und es ist wunderbarstes Wetter. Die besten Vorraussetzungen für weitere Experimente also! Statt über einfaches Abschatten wollte ich diesmal mit richtigen Fotos, die ich als schwarz/weiß Negativ auf Overheadfolie ausgedruckt hatte, arbeiten. Ich suchte mir 2 Bilder aus, entsättigte und invertierte sie in Lightroom und druckte sie auf Folie aus. Dann nahm ich im abgedunkelten Zimmer einen Bogen des Papiers aus der schwarzen Plastiktüte, legte es auf die Rückseite eines Bilderrahmes, legte das Negativ drauf und fixierte das ganze mit der Glasplatte des Bilderrahmens. Das ganze legte ich dann um die Mittagszeit in die Sonne für etwa 5 Minuten.2015-06-04 13.49.34 Als das Bild dann im Wasserbad schwamm,2015-06-04 13.54.04 und langsam von negativ zu positiv wurde 2015-06-04 13.56.34bemerkte ich plötzlich, dass da noch ein Bild lag. Aus Versehen hatte ich nämlich 2 Bögen aus der Packung genommen und gespapelt belichtet. Das war ein wirklich sehr sehr toller Moment, als ich feststellte, dass ich ganz unbeabsichtigt mehr experimentiert hatte als geplant. Denn dadurch, dass das eine Papier unter dem anderen lag, war die Belichtungsintensität natürlich eine andere.2015-06-04 13.59.39Nach dem auswaschen ließ ich die Bögen trocknen und scannte sie schließlich ein (irgendwie schon leicht absurd, dass man ein digitales Bild nimmt, auf Folie ausdruckt, damit ein minderwertiges Photopapier belichtet, um es anschließend per Scanner wieder zu digitalisieren…). Im Endergenis kann man noch immer erkennen, welches Bild unten lag beim Belichten.Cyanotypie_Fels2 Cyanotypie_Fels1Beim nächsten Versuch achtete ich darauf, wirklich nur einen Bogen aus der Packung zu nehmen und belichtete es auch kürzer. Trotzdem ist es auch recht dunkel geworden.Cyanotypie_AlpenAls nächstes probierte ich die noch etwas elaboriertere Inkodye aus. Die gibt es in verschiedenen Farben, stinkt mörderisch nach Ammoniak und ist für Stoff gedacht (Ich vermute, hier handelt es sich um Diazotypie). Also schnappte ich mir Reste des Baumwollnessel, den ich für Probestücke beim Nähen verwende und strich etwas von der blauen Inkodye drauf. Es war auch ein Probenegativ mit in der Packung, was ich auf ein Stück legte. Auf das andere legte ich Sicherheitsnadeln und Knöpfe. Dann wieder ab in die Sonne damit2015-06-04 14.41.41nach ein paar Minuten sah es so aus2015-06-04 14.50.30In der anleitung stand, dass man eher kontrastreiche Fotos auswählen solle und meine Erfahrung mit dem Papier hatte dies ja durchaus auch gezeigt. Also stöberte ich noch ein bisschen weiter im Bilderordner und suchte nach einem schlauen Spruch. Mit Gimp bastelte ich den schlauen Spruch dann aufs Foto, entsättigte, invertierteDie_gute_Zeit_inverted und druckte das Negativ 2x aus. Anschließend klebte ich die beiden Folien übereinander um so ein stärkeres Negativ zu erhalten (stand als Tip in der Inkodye-Anleitung). Dann wieder das gleiche Spiel, diesmal mit orange. Fixiert wird das ganze dann mit einem speziellen Waschmittel in der Waschmaschine. Damit sich die auch lohnt, bedruckte ich zu guter Letzt noch eine fertige Baumwolltasche mit dem Motiv. Und nun hängt alles auf der Wäscheleine und trocknet.2015-06-04 19.08.12 2015-06-04 19.07.57 2015-06-04 19.07.49