Alaska 2006: Denali National Park Teil 4 (24.08.2006)

Nachdem der Wecker in der Nacht noch funktioniert hatte, wir aber keine Polarlichter gesehen hatten, versagte er heute morgen wieder aus unerfindlichen Gründen. Der Liebste war aber zum Glück zum richtigen Zeitpunkt wach, so das wir den 7 Uhr Camper Bus nach Kantishna ohne Probleme erreichten.

Auf der Fahrt sahen wir die unbedeckten Gipfel des Denali vom frühest möglichen Zeitpunkt an. Mit im Bus war ein verrückter Fotografiefan aus Bayern, der ständig anhalten wollte, um den Berg zu fotografieren.recap_alaska_2006-045Dann sahen wir endlich einen Grizzleybären. Sehr weit weg, mit unseren sehr begrenzten technischen Möglichkeiten kann man ihn auf den Fotos nur entdecken, wenn man weiß, wo er ist.recap_alaska_2006_add2-001 Dann sahen wir noch Big Daddy Moose mit einem riesigen Geweih auf dem Kopf. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie die Jungs mit dem Gewicht auf dem Kopf auch nur einen Meter weit gehen können.recap_alaska_2006_add2-002 Eine Rangerin kam vorbei um uns zu erzählen, dass sie ein paar Meter weiter die Straße rauf Bärendreck mit einem Glöckchen drin gesehen habe. Irgendwie makaber, aber wir waren uns einig, dass das Glöckchen zu sauber war, um einmal durch Bärs Verdauungstrakt gegangen zu sein.recap_alaska_2006-044Danach passierte etwas weniger witziges: Ein junger Mann hielt den Bus an, da etwa 1km weit weg 2 Wanderer und etwa 100 m neben ihnen ein Bär gesichtet worden war und die Leute an der Straße einen Schuss gehört hatten. Als ich die Szenerie mit dem Fernglas erfasste, befand sich der Bär glücklicherweise bereits auf dem Rückzug. Es war jedoch nicht so ganz klar, ob der Bär verletzt war, da er ziemlich schnell auf einen Bach zurannte. Die Busfahrerin erklärte, dass sich Bären im Schlamm wälzen, wenn sie verwundet sind. Dem Bär schien es aber ganz gut zu gehen, da er kurze Zeit später auf einem Hügel jenseits des Baches wieder auftauchte. Da es im Park verboten ist, Waffen bei sich zu tragen, begegnete uns auf dem Weg weiter richtung Wonder Lake die Law Enforcement Patrol. Außerdem schien es so, dass Tierärzte unterwegs sind um den Bär zu beobachten und ihn eventuell zu betäuben. Wir hofften, dass derjenige, der geschossen hat, gefasst wird.

Mit 1 1/2 Stunden Verspätung (weniger wegen des Bärens als vielmehr wegen des verrückten Bayerns)kamen wir am Wonder Lake an und bauten bei Sonnenschein unser leider nasses Zelt auf, was jedoch schon sehr bald trocken war.recap_alaska_2006-046 Danach gab es erstmal ein Picknick am Fuß des Denali. Wir konnten kaum glauben, dass das wahr war, eine wundervolle Stille herrschte dort. Nach einem kleinen Mittagsschlaf im Zelt machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ausflug in die Wildnis ohne Trail und ohne Ranger. Die Büsche könne wirklich ziemlich gemein und undurchdringlich sein. Es dauerte ein wenig, bis wir uns durch sie durchgekämpft hatten und einen wundervollen Teich erreicht hatten. Dort warteten wir auf die vermutlichen Bewohner, die aber nicht auftauchten (buchstäblich).recap_alaska_2006-047Die folgende Aufgabe erschien leicht, nur noch einen Höhenrücken war zu erklimmen, bevor wir den Rücken über dem Wonder Lake (westlich des Sees) erreichen wollten. Dies stellte sich jedoch schwieriger heraus als gedacht, da es noch mehr Buschland zu überwinden galt und die Büsche bis zum sumpfigen Rand des Sees heranreichten. Nach mehreren Fehlversuchen schafften wir es in einen weniger stark bewachsenen Hang zu erreichen, auf dem sich auf wieder ein Pfad gebildet hatte. Auf diesem erreichten wir dann den Höhenzug und eine fantastische Aussicht und eine wundervolle Ruhe tat sich uns auf. recap_alaska_2006-049recap_alaska_2006-048Wir schauten auf den Denali, das riesige Flussbett des McKinley Rivers, unendliche Weiten von Tundra, unzählige kleine Teiche und den Wonder Lake. Ein unbeschreibliches 360° Panorama. Wir wanderten ein wenig auf diesem Rücken entlang, hier oben war das Gehen relativ einfach, da die Vegetation überwiegend bloß wadenhoch war. Wir aßen jede Menge Blaubeeren und machten es uns schließlich auf der Mitte des Rückens mit Blick auf den See gemütlich. Auf dem Rückweg beachteten wir den Hinweis des Wanderführers und bogen nicht zu früh nach unten ab, so dass sich das durch Büsche schlagen in Grenzen hielt. Da uns diese Strategie auf einer etwas anderen Route nach unten führte, kamen wir noch an einem bilderbuchreifen ganz ruhigen Teich vorbei.recap_alaska_2006-051

Alaska 2006: Denali Nationalpark Teil 3 (23.08.2006)

Obwohl der Liebste den Wecker auf 7 Uhr pm gestellt hatte, wurden wir rechtzeitig wach um um 8 Uhr am am Wilderness Access Center zu sein für unseren Discovery Hike (sein Kommentar dazu: eigentlich hab ich das mittlerweile im Griff mit diesem am und pm). Dort trafen wir 8 weitere Wanderer und den Ranger. Mit dem Bus ging es dann zum Polychrome Overlook (etwa 3 Stunden Fahrt). Nachdem wir dort nochmal die Toilette benutzen konnten gingen wir ein Stückchen auf der Straße zurück bevor wir nach links abbogen und uns auf der Wiese versammelten. Bob*, der Ranger, initiierte zuerst eine Vorstellungsrunde, so dass wir Lilli* und Karl* aus Garmisch-Patenkirchen, Annie*, Peter*, Mathew* und Wendy* aus New York City und 2 Menschen aus Dublin, deren Namen wir abends schon nicht mehr erinnerten, da sie sich so von der Gruppe abkapselten, kennenlernten.recap_alaska_2006-042Zuerst ging es recht steil aufwärts auf den Grat eines Hügels. Oben angekommen machten wir unsere Mittagspause und die Familie aus NYC packte sogar ihren Kocher und ihre Trekkingnahrung aus (wahrscheinlich nur deshalb, weil sie eigentlich am Wonder Lake campen wollten, aber die Reservierung am Montag aufgrund des Schnees gecancelt hatten). Nach der ausgedehnten Pause im strahlenden Sonnenschein vor grandioser Bergkulise mit 360° Panorama lernten einige Kleidungsstücke von Annie, Peter, Mathew und Wendy fliegen, sie flogen ca 10 m hoch im Kreis, aufgewirbelt von einem Minitornado. Da wir uns auf einem Grat befanden, dachten wir alle, dass die Klamotten auf nimmer Wiedersehen in der Tiefe verschwinden würden. Wundersamerweise landeten sie aber alle wieder in einem Umkreis von 10 m um uns herum. Nachdem alle Kleidung wieder sicher verstaut war, wanderten wir etwa 3 km auf dem Grat entlang mit netten Erklärungen von Bob zu Blumen, Fußabdrücken, Tieren, usw. recap_alaska_2006-043Vor allem Mathew hat ihn mit Fragen gelöchert. Nebenbei ergaben sich nette Unterhaltungen mit Annie, Peter, Lilli und Karl. Das Panorama und die Aussicht dort oben war wirklich umwerfend, auch wenn wir zu Mathews Bedauern keine Tiere sahen. Der Weg nach unten führete uns durch buschiges Terrain und wir musten zuerst von oben schauen, ob dort unten irgendeine Aktivität zu beobachten war. Kurz vorm Abstieg sahen wir dann noch einen Adler, wunderschön ihm beim Fliegen zuzuschauen.recap_alaska_2006_add2-008recap_alaska_2006-039Beim Abstieg merkte man sehr deutlich, dass Wendy sehr müde war, als wir ein paar Blaubeeren fanden, war sie kaum noch zum Weitergehen zu bewegen. Unten and er Straße warteten Bob, Mathew, Lilli, Karl und die beiden Iren bereits auf den Bus und wir waren noch immer dort oben in den Sträuchern. Aber ein fast 7-jähriges Kind ist halt einfach etwas langsamer als ihr 2 Jahre älterer Bruder und sie war wirklich sehr tapfer und ausdauernd. Lilli, Karl und die beiden Iren hatten mittlerweile schon einen Bus genommen und als wir unten ankamen, erwarteten uns nur noch Bob und Mathew. Ich konnte Wendy dann noch dazu bewegen, nochmal auf Blaubeersuche zu gehen, während die anderen auf den nächsten Bus warteten. Der kam so ziemlich sofort, so dass wir genau 1 Beere fanden.recap_alaska_2006-040

Nachdem wir etwa 30 Minuten im Bus saßen, erfüllte sich Mathews größter Traum: Wir sahen einen Wolf. Unglaublich, wie majestätisch dieses Tier ist. Es trabte wie eine Diva mit erhobenem Schwanz über die Tundrawiese. Wir waren hin und weg von soviel erhabenheit. Mathew murmelte 5 min land „Oh my gosh“ vor sich hin. Leider sahen wir wieder keinen Bären, wobei wir uns auch mit Bob einig waren, dass wir den Bären lieber aus dem Bus sehen wollten.recap_alaska_2006-038Es war ein wirklich toller Tag mit tollen Leuten und wir haben vor allem die Gesellschaft von Annie, Peter, Mathew und Wendy sehr genossen. aber auch Bob war ein wirklich toller Guide. Zurück im Wilderness Access Center stellte sich heraus, dass der Parks Highway nach Süden wieder geöffnet war, so dass wir die Hoffnung hatten, noch einen Tag am Wonder Lake dranhängen zu können, zumal die Tafel für Freitag noch availability anzeigte. Dies stellte sich allerdings als Nachlässigkeit der Ticketverkäufer heraus. Also nur 1 Nacht am Wonder Lake und dafür vielleicht noch einen Nachmittag in Anchorage.

* Namen von der Redaktion geändert

Alaska 2006: Denali Nationalpark, Teil 2 (22.08.2006)

Nachdem wir am Tag zuvor im Wilderness Access Center gesehen hatte, dass am 23.08. ein Discovery Hike in der Nähe des Polychrome Passes stattfinden sollte, mussten wir um 8 Uhr am Visitor Center aufkreuzen, um uns für diese Wanderung anzumelden. Wir bekamen doch tatsächlich noch die letzten beiden Plätze! Dieser Tag fing also schonmal gut an.

Nach einem gemütlichen, wenn auch recht kühlen Frühstück sind wir zurück zum Visitor Center auf der Suche nach einem warmen Plätzchen zum Tagebuch schreiben. Dabei verirrten wir uns ins Kino und schauten uns den Film „Heartbeat of Denali“ an

Danach gingen wir zu Morinos Grill und machten es uns bei einem Tee gemütlich. Dabei überlegten wir uns, dass wir auch nur für eine Nacht auf dem Wonderlake Campground übernachten könnten, sollte die Straße nach Süden am Samstag noch geschlossen sein (unser Rückflug war Sonntag, 27.08., wenn die Straße noch zu wäre, bräuchten wir einen Tag mehr, um nach Anchorage zurück zu kommen). Zum x-ten Mal also wieder zum Wilderness Access Center, um den Campingplatz und den Camperbus zu reservieren, was zum Glück auch klappte.

Der Liebste war mittlerweile ziemlich nervös, da es „nur“ noch 25 Minuten bis zum Abholen durch die Leute von Denali Raft Adventures war. Natürlich haben wir es locker geschafft uns umzuziehen und anm Busstop zu sein.

Wir hatten eine 4-stündige Paddeltour gebucht, die leider aufgrund des vielen Wassers (ihr erinnert euch, die erste Woche, die wir in Alaska waren, hatte es fast ununterbrochen geregnet, weshalb ja auch die Straße gesperrt war, weil eine Brücke weggeschwemmt worden war) eine 2-stündige Tour gesteuert durch den Guide wurde. Da wir uns nicht bewegten wurde uns trotz Trockenanzügen (sehr beeindruckend und wirklich dicht) etwas kalt, vor allem an den Händen und den Füßen.recap_alaska_2006_add2-009

Es gab einige Stromschnellen auf dem etwa 30 m breiten und weitestgehnd hindernisfreien Nenana River, die etwa 1 m hohe Wellen verursachten und einige Strudel, die uns hin und wieder nass spritzten, meistens jedoch musste unser Guide die Stromschnellen etwas suchen um uns ein wenig Thrill zu verschaffen. Die Landschaft war, wie üblich hier, grandios. Etwas wärmeres Wetter hätte die Sache abgerundet. Anschließend hingen wir noch ein wenig in der Ansammlung von Souveniershops und Hotels rum (unter den Locals auch „Glitter Gulch“ genannt), wo es superbillige Fleecejacken und einen Haufen anderen Kitsch zu kaufen gab.

Nach dem Mittagessen durchstöberten wir noch ein bisschen den Buchladen im Visitors Center und hingen danach mal wieder in Morinos Grill ab. Ich las in einem neu erstandenen Buch (dazu demnächst auch nochmal mehr), der Liebste träumte einfach ein wenig vor sich hin. Um 18:30 Uhr fuhren wir dann mit dem Bus wieder zum Campingplatz und gingen schnurstracks unter die waaaaarme Dusche. Dann aßen wir im Zelt noch gemütlich einen Salat und schauten noch gemütlich ein wenig nach Wanderungen am Wonder Lake.

Alaska 2006: Denali Nationalpark Teil 1 (21.08.2006)

Beim Aufstehen konnten wir tatsächlich die Alaska Range sehen, der Wirt hatte also nicht gelogen. Nach dem schnellen Früstück waren die Berge allerdings schon wieder verschwunden.

Am Parkeingang angekommen mussten wir zuerst einmal in das Wilderness Access Center um auf dem Campingplatz einzuchecken und das Busticket zu bekommen. Aufgrund des schlechten Wetters und der kaputten Straße ist hier so gut wie nichts los, erstaunlicherweise ansonsten fast nur Rentner.

Nachdem wir (im Trockenen!) unser Zelt aufgebaut hatten, machten wir uns auf den Weg nach Wonder Lake. Es war jedoch noch nicht so ganz klar, ob wir wirklich bis Wonder Lake fahren würden, da aufgrund Schnee die Straße ab Toklat gesperrt war. Je höher wir kamen desto mehr ging der Regen in Schnee über und wir gaben jede Hoffnung auf, überhaupt irgendeinen Berg zu sehen. Bei der ersten Pause lag noch schnee auf den Hügeln um uns herum, aber wir entdeckten ein kleines Stückchen blauen Himmel und ein erster Blick auf die Berge tat sich auf.recap_alaska_2006-032 Das kleine Stückchen blauer Himmel riss immer mehr auf und schließlich gab es nur noch Quellwolken am Himmel. Wir machten uns jedoch weiterhin keine Illusionen den Mt McKinley (also Denali) zu sehen, da er sich eigentlich immer in Wolken versteckt und unser Busfahrer sagte, er sieht die Spitze nur 2 mal im Monat.

Aber auch auf dem Boden gab es einiges zu entdecken,recap_alaska_2006-033 recap_alaska_2006-034 recap_alaska_2006-035 wir sahen einige Dallschafe, Karibus und Elche. Die Landschaft wechselte ständig, von Taiga zu Tundra, von Busch zu Wiese, von Gebirge zu riesegen weiten Tälern, von ausgetrockneten steinigen Flussbetten zu sumpfigen Wiesen mit unzähligen Biberseen. Nur der Bär ließ auf sich warten. Mittlerweile hatte es so weit aufgeklart, das wir die Alaskarange komplett inklusive der Basis des Denali sehen konnten. Ein überwältigender Anblick!recap_alaska_2006-036 Zu allem Überflusss bewegten sich die Wolken um den Gipfel vielversprechend schnell, so dass wir alle 5 Minuten anhielten um Fotos zu machen, vielleicht war ja dieser Zustand das Maximum, was wir von dem Berg zu sehen bekommen würden.recap_alaska_2006-037

Irgendwann lugte der North Peak (etwas niedriger als der South Peak) aus den Wolken hervor und ab da war klar, das dieser Tag wirklich mehr hielt, als wir in den kühnsten Träumen erwartet hatten.

Die letzten 20 Meilen bis zum Wonder Lake waren eigentlich immer im Angesicht des Denali, so dass unsere Aufmerksamkeit nun wieder mehr den Tieren galt.

Der Wonder Lake ist ein wunderschön gelegener See fast am Ende der Straße (4 Meilen vor Kantishna). Drumherum relativ flache Tundra, im Hintergrund die Alaska Range.

Wir waren uns einig, dass wir versuchen würden, noch 2 Nächte auf dem Wonder Lake Campground zu übernachten, sollte die Straße nach Süden am Samstag wieder geöffnet sein. Damit war aber auch klar, dass wir den Wrangell-St. Elias-NP ausfallen lassen würden.

Nach einer 45 minütigen Pause mit Picknick vor grandioser Kulisse (und einiger weniger Moskitos) ging es wieder zurück Richtung Riley Creek. Auf der Rückfahrt schaute ich noch mal hoch zu dem Berg und unglaublicherweise war keine einzige Wolke mehr da, die die beiden Gipfel verdecken konnte!recap_alaska_2006_add-009 Wir sind also einige der wenigen privilegierten Menschen auf dieser Welt, die den Denali direkt beim ersten Besuch in seiner kompletten Monumentalität erleben durften! Ich hätte fast geweint bei diesem Anblick.

Bären gab es leider keine zu sehen, dafür aber noch 3 Elche. Der Rest der Rückfahrt war „ereignislos“ („scenic overdose syndrom“ nennt sich das wohl :D)

Schnell noch was Warmes zu essen gemacht (gefriergetrocknete Lasagne, die man in der Mensa nicht besser bekommen hätte) und dann ab in den warmen Schlafsack (es war nahe 0°C).

 

Alaska 2006: Von Seward zum Denali Nationalpark (19.-20.08.20606)

Auf dem Weg von der Kenai Peninsula zum Denali NP kamen wir zwangsläufig wieder an Anchorage vorbei.recap_alaska_2006-028 Dort gibt es einen REI, ein Laden vergleichbar mit Globetrotter hier in Deutschland. Wir brauchten noch etwas Trekking Nahrung und vor allem wasserdichte Überzieher für unsere Rucksäcke. Danach hatten wir vor, so weit wie möglich nach Norden an den Denali NP ranzukommen, bis wir auf einer anzeigentafel sahen, dass der Highway #3 (George Parks Highway) ab Meile121 gesperrt sei. Der Liebste war so clever zu bedenken, dass, je weiter nördlich wir kämen, je weniger Motelzimmer frei sein könnten. Also checkten wir kurz hinter Wasilla im Roadside Inn ein, wo wir erfuhren, dass eine große Flut der Grund für die Highwaysperrung sei und es nicht möglich sein würde, den Denali NP auf diesem Weg zu erreichen. Wir beschlossen, es über den klitzekleinen (so 725 km) Umweg über Fairbanks von Norden her zu versuchen. Das wird uns wohl einen Tag kosten, so dass wir am nächsten Tag erstmal telefonieren mussten, wie die Straßenzustände so sind und ob wir die Reservierung für den Campingplatz eventuell um einen Tag nach hinten verschieben können.

Das Abendessen ließen wir uns dann in die angegliederte Kneipe liefern, die genauso wie das Motelzimmer einem schlechten Hollywoodfilm entsprungen su sein scheint. Dort spielten wir dann noch eine Runde Poolbillard, die ich knapp mit viel Anfängerinnenglück gewann.

Nachdem wir am nächten Morgen um 8:30 Uhr feststellten, das wir locker 2,5 h verschlafen hatten, gönnten wir uns doch noch ein Frühstück in diesem erlebenswerten Roadside Inn. Zuvor hatte der Liebste die Campground Reservierung um einen Tag nach hinten verschoben, da klar war, dass wir es heute nicht mehr bis Riley Creek schaffen würden.

Nach dem sehr üppigen Frühstück fuhren wir den Parks Highway also wieder nach Süden bis Palmer, um dort nach Osten auf den Highway #1 abzubiegen.

Nachdem ich nach einem Sekundenschlaf fast in dne Straßengraben gefahren wäre, machten wir Fahrerwechsel. Plötzlich war ich total aufgeregt, weil ich einen Gletscher sah. Der Matamuska Glacier ergießt sich förmlich ins Tal. Seine Außmaße sind wirklich atemberaubend und man kann sich kaum vorstellen, dass es vor 150 Jahren in der Schweiz ähnlich ausgesehen haben muss.recap_alaska_2006_add-005 Bis Glenallen war die Fahrt eher ereignislos, was aber wahrscheinlich an dem sintflutartigen Regen und den tiefhängenden Wolken lag.recap_alaska_2006_add-003

In Glenallen brauchten wir beide dann mal etwas Koffein und tranken in einem total überfüllten „Restaurant“ einen Kaffe bzw. Tee (1$ insgesamt!)

Der Regen wurde eher schlimmer als besser, so dass uns die Alaska Range ziemlich verborgen blieb. Die Transalaska-Pipeline war abschnittweise sehr gut zu sehen. recap_alaska_2006-030

Hier verläuft die Pipeline unterirdisch. Die Luftkühler dienen dazu, den Permafrostboden auf unter 0°C zu kühlen, damit die Pipeline nicht im Morast absäuft.

Hier verläuft die Pipeline unterirdisch. Die Luftkühler dienen dazu, den Permafrostboden auf unter 0°C zu kühlen, damit die Pipeline nicht im Morast absäuft.

Nördlich der Alaska Range wurde der Regen dann etwas schwächer und hörte schließlich ganz auf.

Am Nordpol (oder zumindestens in einem Örtchen namens „North Pole“) kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und aßen chinesisch zu Abend. Von Fairbanks haben wir nicht wirklich was gesehen, aberviel gibt es da wohl auch nicht zu sehen. Fairbanks war für mich der nördlichste Punkt, an dem ich zu der Zeit auf der Erde gewesen war. Dann ging es wieder nach Süden auf dem Parks Highway (der von Meile 121 bis 134 noch immer gesperrt war) und der Regen setzte wieder ein.

Die Nacht verbrachten wir in einer wirklich tollen kleinen Cabin in der Earthsong Lodge (für den stolzen Preis von 144$). recap_alaska_2006_add-007 recap_alaska_2006_add-006Der Fortune Cookie des Liebsten versprach auch, das etwas wirklich wunderbares direkt vor uns liege. Wir hofften, dass die Wolken ein wenig aufreißen und wir am nächsten Tag beim Aufstehen die Alaska Range sehen könnten. Die sollte nämlich laut Lodge-Wirt direkt vor der Tür sein.