Alaska 2006: Fazit

alaska_map-001Nach diesen wundervollen Tagen in der Wildnis ging es wieder zurück in die Zivilisation. Wir verbrachten noch einen sehr entspannten Samstag in Anchorage, spazierten durch die Stadt, begegneten einem Elch in einem Vorgartenrecap_alaska_2006-053 und gewöhnten uns langsam wieder an größere Menschenansammlungen.

Sonntag morgens fuhren wir zum Flughafen. Auf inneramerikanischen Flügen kann man idR nur noch bei solchen Check-in Automaten einchecken. Unser Flug sollte um 12:20 Uhr gehen. Als wir so gegen 10 Uhr einchecken wollten, sagte der Automat, dass unser Flug schon weg sei. Wir waren ziemlich verwirrt und schafften es auch irgendwann mal eine echte Person aus Fleisch und Blut anzusprechen. Die schaute sich unser Ticket an und war auch erstmal verwirrt, bis ihr auffiel, dass unser Flug am 27.08.2006 um 12:20 Uhr pm ging. Und das ist aus irgendeiner total verqueren Logik heraus nicht 20 minuten nach Mittag, sondern 20 Minuten nach Mitternacht. So, da war also einer meiner Albträume, die ich in Verbindung mit Fliegen habe, in Erfüllung gegangen. Flug weg (der andere ist: Pass vergessen). Aber da Fliegen in den USA ähnlich wie Busfahren ist, konnten wir diesen Economy Class Flug auch im Nachhinein noch für 25 $ p.P. umbuchen. Mega Glück gehabt. Dem Freund, der morgens um 6, als wir noch selig in unseren Betten schlummerten, vergeblich auf uns am Flughafen in San Francisco wartete, schuldeten wir ein mega-schickes Abendessen. Vor allem, weil er abends dann nochmal zum Flughafen fuhr um uns tatsächlich abzuholen. Soviel zum Thema „Eigentlich hab ich das mit dem AM und PM im Griff“ (aber ich gebe zu, es *ist* wirklich nicht logisch, die Stunde nach Mitternacht 12 Uhr pm zu nennen, aber schon das neue Datum zu benutzen).

Dieser Urlaub war mein erster wirklicher Trekking Urlaub. Davor hatten wir nur mal eine 2-Tages-Tour in den Grand Canyon mit dem Zelt gemacht. Aber trotz des schlechten Wetters, der nassen Sachen, der Kälte,… habe ich diese 2 Wochen Alaska in unfassbar guter Erinnerung.

Wir hatten ja einen Mietwagen, was uns angesichts der Weite des Landes und dem schlechten öffentlichen Verkehrsnetzes in den USA irgendwie alternativlos erschien. Aber vor Ort bemerkten wir, dass wir wahrscheinlich sogar mit dem Zug ganz gut unterwegs gewesen wären. Vor allem hätten wir uns dann die Tramperei zum Auto zurück sparen können und hätten die Wanderung über den Resurrection Pass bis zum Exit Glacier verlängern können. Nunja, wenn man mal vor Ort war, weiß man vieles besser einzuschätzen. Und wenn wir nochmal dahin in Urlaub gehen sollten, dann werden wir auf jeden Fall auch einen Flug in den Katmai Nationalpark buchen, um uns an Lachsen sattgefressene Grizzlys anzuschauen. Die sollen nämlich deutlich entspannter sein als ihre Artgenossen im Denali -Nationalpark, die sich ja hauptsächliche von Beeren ernähren und entsprechend hungriger und deshalb unentspannter sind. Wobei unsere Bärenglöckchen am Rucksack ja scheinbar gut funktioniert haben, wir haben ja nie einen Bären von wirklich nahem gesehen.

In den Kommentaren wurde gefragt, wie es dazu kam, dass ich nach fast 9 Jahren diese Miniserie hier veröffentliche. Unser 3 Personen-Zelt, das Vaude Mark 2 light ist für 2 Erwachsene und 2 Kinder leider zu klein. Also haben wir vor 2 Wochen ein neues Zelt bestellt (Hilleberg Nallo 4 GT), in der Hoffnung, dass ich demnächst dann auch wieder mehr Outdoor-Erlebnisse hier teilen werde. Und da fiel mir ein, dass ich zwar den Island-Urlaub hier verbloggt hatte, aber nicht Alaska.

Im Sommer werden wir es erstmal ganz harmlos mit nach Frankreich nehmen. Und wenn es davor ein warmes Wochenende gibt, mal nach Holland an die Nordsee fahren. Aber ich bin fest entschlossen, mir irgendwann auch wieder ein Beispiel an Siljas Reisen zu nehmen und mit den kleinen Menschen Outdoor-Urlaub zu machen (ohne Windeln, denn das war wirklich das Hauptargument, was uns bisher davon abhielt)!

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2 Gedanken zu „Alaska 2006: Fazit

  1. ich lach mich grad shceckig weil die ingenieurin genau die gleiche Zeltkarriere mit leichten Verschiebungen hingelegt hat wie wir/ich.
    Diesen Somer auf großer Radtour an der Ostsee konstatiert: Das 2-3Personen Vaude (ca 1989 angeschafft und heute noch top ok) ist für 3 Personen echt zu unbequem. Also erst mit dem Hilleberg geliebäugelt und dann das äquivalente Helsport gekauft.

  2. Ich habe die Berichte sehr gern gelesen, ist Alaska doch schon lange ein Traum. Zum Thema Outdoor mit Kindern sage ich nur: Traut euch! Unsere inzwischen 12-jährige musste von Anfang an mit, schläft mittlerweile am liebsten ganz ohne Zelt draussen, hat mehrtägige Fahrrad-/Wander-/Paddeltouren völlig schadlos überlebt und immer noch Lust mitzukommen. Sie hat ein waches Auge für Naturschönheiten, kennt eine Menge Pflanzen und Tiere, weiß, dass nasse Schuhe auch wieder trocknen und dass die Anstrengung mit Erlebnissen belohnt wird, die andere nicht haben. Ich bin gespannt auf weitere Berichte.
    Herzliche Grüße,
    Malou

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