Alaska 2006: Denali Nationalpark Teil 5 (25.08.2006)

Als wir aufwachten, regnete es (schon wieder). So ein Mist, schon wieder ein tropfnasses Zelt einpacken. Aber von daher war es gut, dass wir den Sonnenaufgang verpennt haben, denn das „Alpenglow“ wäre wegen Wolken eh nicht zu sehen gewesen. Das Aufstehen zögerten wir hinaus, weil wir hofften, dass der Regen ein wenig nachlassen würde. Immerhin wussten wir nun, dass das Nahtabdichten etwas gebracht hatte, diesmal kam kein Tropfen Wasser durch das Zelt.

Um 10 Uhr wurde der Wasserdruck im Inneren unseres Körpers dann doch größer als der Regen draußen und das Aufstehen war unumgänglich. Beim Frühstücken unter dem Dach des Food Lockers trafen wir auf ein deutsches Pärchen, die ebenfalls eine Beziehung USA-Schweiz führten. Bei ihnen schauten wir uns auch ab, dass sich frisch gepflückte Blaubeeren wirklich gut im Müsli machen.recap_alaska_2006_add2-006

Der Regen ließ ein wenig nach und wir beschlossen, dass Zelt abzutrocknen und abzubauen, so dass wir nun nur ein feuchtes und kein klatschnasses Zelt mit uns herumtragen.

Da die Sicht eh schlecht war und wir keine Lust hatten uns durch den nassen Busch zu schlagen, machten wir uns auf den Weg nach Kantishna (auf der Straße). Dies stellte sich als eine sehr gute entscheidung heraus, da die Landschaft wirklich grandios war und das gehen ganz einfach. Eine unglaublich schöne herbstliche Tundra-Landschaft mit grünen, gelben, roten bis hin zu braunen Büschen wechselten sich mit unzähligen Kettle Ponds und vereinzelten Fichten ab. recap_alaska_2006_add2-003Auch die Formation der Moränenlandschaft war sehr interessant. Am Ende des Wonder Lakes ergab sich nochmal ein Blick über den ganzen See, das Flussbett des McKinley Rivers und hätten wir es nocht vorher schonmal gesehen, würden wir nicht glauben, dass sich hinter dem Flussbett die Alaska Range und der 18000 ft hoch über die Tundra ragende Denali erhebt.

Unterwegs trafen wir noch zwei Wanderer, die einen Bären mit 2 Jungen gesehen hatten, etwa 150 yard von der Straße entfernt. Trotz größerer Aufmerksamkeit und Absuchen der Umgebung sahen wir die Bären glücklicherweise nicht. Nach einiger Zeit wurde klar, dass wir Kantisha nicht zu Fuß erreichen würden, wenn wir den Bus um 13:55 Uhr zurück zum Wonder Lake nehmen wollten. Praktischerweise kam genau dieser Bus nun von hinten und nahm uns mit. Der Busfahrer war der gleiche wie am Montag.

Kantishna ist eine traurige Ansammlung von 4 Lodges und einer historischen Hütte einer Goldsucher-Familie.recap_alaska_2006_add2-004

Der Busfahrer ließ uns an der Abzweigung zum Campingplatz wieder raus und nach einem strammen Marsch von etwa 30 minuten hofften wir, das der bereitstehende Bus uns vielleicht mitnehmen könnte. Dass dieser Bus jedoch zu voll war um noch 4 Camper samt Gepäck mitzunehmen machte gar nichts, da laut Fahrplan 25 Minuten später der nächste Bus fahren sollte und wir so noch Mittagessen kochen konnten. Die Rückfahrt war bis auf die Sichtung eines Fuchses ziemlich ereignislos.

In Toklat fragten wir die Rangerin nach dem gestrigen Bär-Zwischenfall und sie berichtete, dass niemand auf den Bären geschossen habe, sondern die Wanderer einen Bären-Abschreck-Knallkörper gezündet hatten, nachdem sich der Bär auf ca. 7 m genähert hatte und ihm zusätzlich noch eine Portion Pfeffespray verpasst hatten. Das erklärt vielleicht, warum er so schnell zum Bach lief. Der Bär sollte nun beobachtet werden und falls nötig eventuell umgesiedelt werden.

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