Nähfrage

Als vor 11 Monaten meine eine Oma starb, stellte ich fest, dass ich kein schwarzes Kleid besitze. Auch wenn sich der Dresscode bei Beerdigungen aufweicht, wäre es mir zu dem Anlass unangemessen vorgekommen, aus der Reihe zu tanzen. Das ist definitiv noch eine Generation, in der darauf geachtet wird, was sich gehört.

Also brauche ich dann wohl mal ein formales schlichtes schwarzes Kleid. Also sichtete ich meine Schnittmuster und  bestellte schwarzen Wollcrepe und Viskosefutter. Ausgesucht habe ich mir New Look 6143, das in der „Meine Nähmode“ drin war.2015-03-01 15.52.49Ich werde es ohne die Spitze nähen, aber den Wollcrepe muss ich füttern, damit er schön fällt und nicht kratzt.

Nun hab ich 2 Fragen:

1. Beim Futterrock werde ich die Kellerfalten weglassen. Nur: wie? Stattdessen 10 cm lange abnäher? Bei Twitter erklärte auch eine (Michou? Frifris?), ich könne die Kellerfalten einfach zulegen. Aber wird der Rock am Saum dann nicht zu eng? Wie bekomme ich die Mehrweite da rein?

2. Die Ärmel. Nähe ich einfach das komplette Kleid aus Futterstoff, stecke es links auf links ins Oberkleid und veräubere Halsausschnitt und Ärmelsäume mit Schrägband? Ich las mal was von Rollweite in Futterärmeln. Kann dazu aber nix ergiebiges finden. Außer im Hofenbitzer, da gibt es dieses Bildchen 2015-03-03 19.19.50Das Nahtdiagramm verstehe ich nicht. Wird das Futter am Armloch mit dem Oberstoff zusammengenäht? Warum? Wenn ich es so mache, wie ich es oben beschrieben hab, sieht das Nahtdiagramm so aus 2015-03-03 21.41.00Oder ist da ein Denkfehler? Brauch ich die Rollweite? Aber dann nur 1x NZ + 0,5 cm, oder?

Und dann der Ärmelsaum. Kann ich Futter und Oberstoff gemeinsam mit Schrägband versäubern, so wie den Halsausschnitt? Oder kann ich dann die arme nicht mehr bewegen?

Liebe Nähnerds, ich zähle auf euer geballtes Wissen, ich fürchte nämlich, ich werde das Kleid in nicht allzuferner Zukunft brauchen…

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9 Gedanken zu „Nähfrage

  1. Zu Rockfutter: Ich hab´mal einen Rock mit Falten genäht, da waren extra Schnittteile fürs Futter dabei, der hatte die Form wie der Rock, wenn er schon gefaltet war. Ich würde also den Futterschnitt vom schon in Falten gelegten Rockteil abnehmen. Über die Ärmel kann ich mit meinem müden Kopf nicht mehr nachdenken.
    Herzliche Grüße
    Sabine

  2. Ja, ich hatte dir dazu was geschrieben: du nimmst dein Rockschnittteil und faltest die Falten weg und steckst sie fest. Das zeichnest du für den Futterschnitt genau so ab. Sollte der Schnitt nicht ganz glatt liegen, so sind wahrscheinlich Abnäher in den Falten versteckt – die müsstest du dann mit abzeichnen (und jetzt stelle ich fest, dass es komplizierter zu erklären als zu machen ist)

    Die Abnäher am Futter werden nur als Minifalte gesteckt. Für die Bewegungsfreiheit werden die Seitennähte nur bis zum Oberschenkel geschlossen und dann als Schlitz gearbeitet – so kannst du große Schritte machen. War das verständlich?

    Die Rollweite dürfte bei den dünneren Stoffen keine so große Rolle spielen. Ich füttere Kleider, in dem ich Futter- wie Oberstoffkleid komplette nähe und dann an Hals, Arm und RV ansteppe. Erst Halsausschnitt. dann Unterkleid komplett reinziehen und schauen, ob es überall aufeinander trifft. Dann zwischen beide Schichten zum Ärmelsaum greifen und dort steppen, zuletzt auf den RV. Da rutscht nichts und unkompliziert ist es auch.

  3. So wie es schildkroete/Sabine geschrieben hat, würde ich es auch machen. Vielleicht hast du ja einen A-förmigen Rock, den könntest du als Vorlage nehmen. Du musst halt nur die Weite des Oberteils beachten. Kleiderärmel füttere ich grundsätzlich nie. Ich versäubere den Ärmelbereich des Vorder- und Rückenteils und nähe es mit ein paar Handstichen an der Naht des Ärmelausschnittes fest.
    Martina

  4. Ich habe mir mal einen Faltenrock genäht und da habe ich die Falten oben zusammengenäht, aber die Saumweite war auch im Futterrock enthalten.
    Kleiderärmel füttere ich grundsätzlich nicht, da ich den Futterstoff nicht direkt auf der Haut leiden mag. Bei den Kleidern füttere ich das Oberteil meistens auch aus Baumwollstoff und den Rockteil aus Flutsch. Ich hätte große Bedenken, Futter und Ärmelsaum unten zusammenzunähen, denn oftmals entstehen ganz fiese Züge auf einen der Stoffe und das ganze Teil verzieht sich. Das ist mir schon bei Jackenärmeln passiert.

    LG Luzie

  5. Ich mache es immer folgendermaßen: An den Futterärmels ist die Nahtzugabe am Armausschnitt recht groß. Das Futterkleid und das Oberstoffkleid werden bis auf die Ärmel gebaut, dann den Halsausschnitt zusammen verarbeitet. An den Armausschnitten die zweite Teile zusammenheften, dann die Oberstoffärmel dran nähen. Dann die Futterärmel 1-2mm in die Nahtzugabe der Armausschnitte des Kleides einnähen (von der Ärmelseite), die Futterärmelnahtzugabe zur anderen Seite umlegen und von Hand annähen (jetzt ist man auf der Körperseite der Armausschnitte.
    Ich hoffe, das war halbwegs verständlich. Das ist dann etwas anderes als Deine Zeichnung.
    Alternativ kann man noch das Oberteil vom Kleid und den Rock beim Futter getrennt an das Oberstoffkleid annähen.
    Liebe Grüße & viel Erfolg

  6. Michou hat es ja genau beschrieben, mit dem Futterrock, und Kleid mit Ärmeln füttern: keine Ahnung 🙂
    LG frifris

  7. Zur Erklärung für die Rollweite am Ärmel: der mit dem Futter-Hauptteil zusammengenähte Futter-Ärmel muss über die Nahtzugabe der Verbindungsnaht zwischen dem Kleid-Hauptteil und dem Kleid-Ärmel passen. Diese steht ja in der Regel unter dem Arm hoch (ins Armloch hinein). Deshalb muss der Futterärmel etwas länger sein: damit er von der Unterarmnaht über die Nahtzugabe des Kleids den Kleiderärmel entlang bis zum Handgelenk reicht. So ist die obere Zeichnung m.E. gemeint.
    Viele Grüße und viel Erfolg beim Nähen dieses hübschen Kleides, Doju

  8. Ich verstehe die Skizze so, dass du die angegebene Rollweite benötigst, wenn du den Futterärmel komplett (rundum) mit dem Oberstoffärmel verbinden willst. Bei getrennter Verarbeitung von Futter und Oberstoff (wie von Michou beschrieben) entfällt das dann. So mache ich es auch bei Kleidern und verbinde die Lagen lediglich unter dem Arm an den Nahtzugaben mit einem losen Achterstich.

    Bei dem Futterrock kannst du m.E. auf einen Standardfutterrock (schmal, Abnäher nur einbügeln, Bewegungsschlitz) zurückgreifen. In meiner Ausbildung haben wir bei nahezu allen Röcken und Kleidern den immer gleichen Futterrock (in entsprechender Größe natürlich) eingearbeitet, wenn denn die Leibhöhe die gleiche war.

    Es tut mir sehr Leid, dass Du Bedarf an dieser Art des Anlasskleides kommen siehst. Ich hoffe, Du fühlst Dich dann wenigstens in Deiner Kleidung wohl.
    Viele Grüße, Bele

  9. Pingback: MeMadeMittwoch im „Trauerkleid“ | drehumdiebolzeningenieur

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