Maus-Shirts für die kleinen Menschen und ambivalente Gedanken

Ich nähe ja durchaus auch für die kleinen Menschen hier in dem Haushalt. Und als kürzlich folgender Tweet in meiner Timeline auftauchte

habe ich sofort 2 Pakete inklusive Schnittmuster gekauft (ihr merkt, wie impulsiv das war, jetzt hab ich nämlich 2 mal das Schnittmuster hier liegen obwohl ich durchaus schon andere Schnittmuster für Kinder-Raglanshirts hier habe). Die kleinen Menschen sind sehr sehr große Maus-Fans, seit wir die Maus-App auf dem Tablet haben, können wir am Wochenende richtig lange ausschlafen (*hust*).

Das coole an dem Stoff ist, dass die 1,50 m breit liegende Stoffbahn 1 m breit mit Streifen bedruckt ist, wo dann auch noch eine Maus-Vorderseite und eine Maus-Rückseite drauf gedruckt ist und die restlichen 50 cm mit Sternen als Stoff zum kombinieren. Gerade für Menschen, die gerade erst anfangen, Kindershirts zu nähen, finde ich das eine tolle Sache, wenn man einfach noch kein riesiges Stofflager mit Kombistoffen hat.mausstoff_150209-001Beim lesen der Schnittmusteranleitung hab ich mich dann auch erstmal wieder etwas gewundert:2015-02-09 07.11.56dieses „kann sowohl von Jungs als auch von Mädchen getragen werden“ erscheint mir total überflüssig. Mal abgesehen davon, dass der große kleine Mensch auch schon Röcke und Kleider getragen hat (ja, das kann er! Hat er möglicherweise Superkräfte?) reden wir hier von einem T-Shirt! Aber selbst da scheint es heutzutage schon Unsicherheiten zu geben, welches Geschlecht das Kind haben muss, damit es ein T-Shirt tragen kann.

Ich habe das Schnittmuster dann einmal in 98 und einmal in 122 kopiert und den Stoff zugeschnitten. Dabei gibt es durch das Motiv bedingt schon recht viel Verschnitt. Und in Größe 122 hat der halbe Meter, den der Zuschnitt lang ist, gerade so gereicht. Der Streifenstoff hat genug Verschnitt, aus dem man Ärmelbündchen arbeiten könnte, so dass man dadurch bei größeren Größen noch etwas Ärmellänge gewinnt.

Anschließend hab ich die beiden Shirts genäht. Die Saumversäuberung mit der Coverlock muss ich wohl noch ein bisschen üben, die linke Nadel lässt Stiche aus bzw. greift der Unterfaden scheinbar den linken Oberfaden nicht zuverlässig.IMG_20150210_153705Der Twitter-Nähnerd-Support empfahl, die Stichlänge zu vergrößern und an einem Probestück sieht das auch sehr gut aus. Da der Ärmelsaum des einen Shirts sich schon wieder auflöst, werde ich das dann bald auch nochmal am fertigen Shirt probieren.IMG_20150210_161627So, und so sehen die Shirts aus, wenn sie getragen werden_DSC5199Ich finde die Idee nach wie vor witzig, aber schon beim Nähen merkte ich, dass ich es auch irgendwie langweilig finde, 2 mal das exakt gleiche Shirt zu nähen. Für mich fehlt da echt ein bisschen der kreative Aspekt. Da draußen laufen nun unzählige Kinder mit genau diesem Shirt rum. Es ist alles andere als ein Unikat. Klar, ich habs selbstgenäht, aber so richtig selbstgemacht fühlt es sich einfach nicht an. In diesem Shirt steckt irgendwie zu wenig wirkliche kreative Leistung von mir drin um es als „hab ICH gemacht“ bezeichnen zu können.

Wie ich oben schon schrieb, für Menschen, die (noch) kein riesiges Stofflager mit Stoffen zum kombinieren haben, ist dieser Stoff eine tolle Möglichkeit, ein individuell aussehendes Kindershirt zu nähen. Und auch für Menschen, die sich als Farb-Legastheniker bezeichnen, ist es eine tolle Möglichkeit, bei der Wahl des Kombistoffes nicht daneben zu greifen. Aber es wird eben kein Unikat.

Ich beschrieb ja vor einiger Zeit, dass ich selbstgenähte Kinderkleidung oft an den Stoffen erkenne, weil man die typischen Kinderstoffe halt aus unzähligen Blogs kennt. Und trotzdem ist jedes der genähten Kleidungsstücke einzigartig, weil der Stoff unterschiedlich kombiniert wird, weil mal ein Kleid, mal ein Shirt, mal ein Rock, mal eine Hose und mal eine Leggins draus genäht wird.

Ihr seht, ich bin hier sehr ambivalent und hab keine eindeutige Meinung. Aber das muss man vielleicht auch nicht immer, oder?

 

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6 Gedanken zu „Maus-Shirts für die kleinen Menschen und ambivalente Gedanken

  1. Ich denke, Du hast Deinen Kindern etwas besonderes genäht. Vielleicht ist die Kombination nicht außergewöhnlich oder kreativ, aber Du hast etwas speziell für Deine Kinder genäht, weil Du wusstest, dass Deine Kinder es mögen werden – und das macht es in meinen Augen viel besonderer als eine selbstüberlegte Stoffkombination.

  2. Die Kinder freuen sich an der Maus und weil deine Kinder die Maus lieben, hast Du die Shjirts gemacht.
    Das ist doch gut so, „Malen nach Zahlen“ ist doch ab und an o.k..
    Ich bin nicht so nett zu meinen Kindern, die müssen nämlich ganz oft Klamotten aus Reststücken meiner Kleidung tragen. 😉
    Liebe Grüße
    Julia

  3. Auf jeden Fall sind die Shirts sehr niedlich! Und das ist ja erstmal die Hauptsache. Aber ich kann dich schon verstehen, da muss man nix mehr denken, nur noch machen, das ist schon ein bisschen schade drum. Die Idee finde ich trotzdem niedlich, du warst nur nicht ganz die richtige Zielgruppe.

    Liebe Grüße,
    Steffi

  4. Hallo Frau Ingeneurin,
    Ich hab den Mausstoff tatsächlich auch früh genug gesehen (sonst bekomme ich so Trendstoffe ja immer erst mit, wenn sie ausverkauft sind) und kurz überlegt, ihn zu kaufen, weil das Kind die Maus gerne mag.
    Allerdings war mir sofort klar, dass ich den Mausteil nicht mit dem Sternenteil zusammen vernähen möchte, aus genau den Gründen, die du ja auch schon ansprichst. Ich bin wohl irgendwie kein Typ für „Nähpackungen“, obwohl ich andererseits auch nicht gerade zu denen gehöre, denen aussergewöhnliche und tolle Kombinationen einfallen.
    Naja, ich konnte mich dan nicht zum Sofort-Kaufen durchringen, und bin erst mal arbeiten gegangen. Als ich zurück kam, war der Stoff ausverkauft, so mußte ich keine Entscheidung mehr treffen. 😉
    Die „dieses simple Basic-Shirt können sowohl JUgs als auch Mädchen tragen“ Angabe finde ich übrigend genauso so überflüssig wie du. Aber mir geht die zunehmende genderisierung von Stoffen und Schnitten für Kinder eh auf den Keks.

    Grüße,
    naehfreundin

  5. Ich finde auch Deine erste Reaktion – kaufen – super! Deine beiden lieben die Maus, also müssen sie ein Maus-shirt haben. Leider schau ich bei so Sammler-Stoffen immer zu langsam und sehe die erst auf diversen blogs. Wäre ich Dein Kind, ich hätte mich wahnsinnig gefreut und das zählt doch, oder?

  6. Pingback: Gedanken zum Trend auch Uninnovatives per Crowdfunding zu finanzieren | drehumdiebolzeningenieur

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