Me made Mittwoch auf Dienstreise

Ich bin mal wieder auf einem Seminar. Diesmal ists aber nicht so ein psychokram, sondern ein fachseminar. Der Dozent ist etwas gewöhnungsbedürftig, der scheint den gleichen Rhetoriktrainer zu haben wie alle Pastoren. Der klingt, als würde er predigen.

Gestern hab ich eine kleine Deutschlandreise gemacht. Weil der liebste auch auf Dienstreise ist, habe ich die kleinen Menschen zu den Großeltern nach Schwaben gebracht und bin dann zurück nach Frankfurt, wo mein Seminar stattfindet. Und für so eine Reise ist bequeme Kleidung sehr praktisch. Perfektes Einsatzszenario fürs weihnachtskleid!

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Es ist zwar in den schultern echt ein bisschen weit, aber das merkt außer mir und ein paar nerdigen nähnerds wahrscheinlich eh keiner! Ansonsten mag ich es sehr sehr gerne!

Frau Kirsche tummelt sich noch immer in North Carolina und dort ist es nun auch endlich Winter. Und den zeigt sie heute beim MeMadeMittwoch blog.

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Maus-Shirts für die kleinen Menschen und ambivalente Gedanken

Ich nähe ja durchaus auch für die kleinen Menschen hier in dem Haushalt. Und als kürzlich folgender Tweet in meiner Timeline auftauchte

habe ich sofort 2 Pakete inklusive Schnittmuster gekauft (ihr merkt, wie impulsiv das war, jetzt hab ich nämlich 2 mal das Schnittmuster hier liegen obwohl ich durchaus schon andere Schnittmuster für Kinder-Raglanshirts hier habe). Die kleinen Menschen sind sehr sehr große Maus-Fans, seit wir die Maus-App auf dem Tablet haben, können wir am Wochenende richtig lange ausschlafen (*hust*).

Das coole an dem Stoff ist, dass die 1,50 m breit liegende Stoffbahn 1 m breit mit Streifen bedruckt ist, wo dann auch noch eine Maus-Vorderseite und eine Maus-Rückseite drauf gedruckt ist und die restlichen 50 cm mit Sternen als Stoff zum kombinieren. Gerade für Menschen, die gerade erst anfangen, Kindershirts zu nähen, finde ich das eine tolle Sache, wenn man einfach noch kein riesiges Stofflager mit Kombistoffen hat.mausstoff_150209-001Beim lesen der Schnittmusteranleitung hab ich mich dann auch erstmal wieder etwas gewundert:2015-02-09 07.11.56dieses „kann sowohl von Jungs als auch von Mädchen getragen werden“ erscheint mir total überflüssig. Mal abgesehen davon, dass der große kleine Mensch auch schon Röcke und Kleider getragen hat (ja, das kann er! Hat er möglicherweise Superkräfte?) reden wir hier von einem T-Shirt! Aber selbst da scheint es heutzutage schon Unsicherheiten zu geben, welches Geschlecht das Kind haben muss, damit es ein T-Shirt tragen kann.

Ich habe das Schnittmuster dann einmal in 98 und einmal in 122 kopiert und den Stoff zugeschnitten. Dabei gibt es durch das Motiv bedingt schon recht viel Verschnitt. Und in Größe 122 hat der halbe Meter, den der Zuschnitt lang ist, gerade so gereicht. Der Streifenstoff hat genug Verschnitt, aus dem man Ärmelbündchen arbeiten könnte, so dass man dadurch bei größeren Größen noch etwas Ärmellänge gewinnt.

Anschließend hab ich die beiden Shirts genäht. Die Saumversäuberung mit der Coverlock muss ich wohl noch ein bisschen üben, die linke Nadel lässt Stiche aus bzw. greift der Unterfaden scheinbar den linken Oberfaden nicht zuverlässig.IMG_20150210_153705Der Twitter-Nähnerd-Support empfahl, die Stichlänge zu vergrößern und an einem Probestück sieht das auch sehr gut aus. Da der Ärmelsaum des einen Shirts sich schon wieder auflöst, werde ich das dann bald auch nochmal am fertigen Shirt probieren.IMG_20150210_161627So, und so sehen die Shirts aus, wenn sie getragen werden_DSC5199Ich finde die Idee nach wie vor witzig, aber schon beim Nähen merkte ich, dass ich es auch irgendwie langweilig finde, 2 mal das exakt gleiche Shirt zu nähen. Für mich fehlt da echt ein bisschen der kreative Aspekt. Da draußen laufen nun unzählige Kinder mit genau diesem Shirt rum. Es ist alles andere als ein Unikat. Klar, ich habs selbstgenäht, aber so richtig selbstgemacht fühlt es sich einfach nicht an. In diesem Shirt steckt irgendwie zu wenig wirkliche kreative Leistung von mir drin um es als „hab ICH gemacht“ bezeichnen zu können.

Wie ich oben schon schrieb, für Menschen, die (noch) kein riesiges Stofflager mit Stoffen zum kombinieren haben, ist dieser Stoff eine tolle Möglichkeit, ein individuell aussehendes Kindershirt zu nähen. Und auch für Menschen, die sich als Farb-Legastheniker bezeichnen, ist es eine tolle Möglichkeit, bei der Wahl des Kombistoffes nicht daneben zu greifen. Aber es wird eben kein Unikat.

Ich beschrieb ja vor einiger Zeit, dass ich selbstgenähte Kinderkleidung oft an den Stoffen erkenne, weil man die typischen Kinderstoffe halt aus unzähligen Blogs kennt. Und trotzdem ist jedes der genähten Kleidungsstücke einzigartig, weil der Stoff unterschiedlich kombiniert wird, weil mal ein Kleid, mal ein Shirt, mal ein Rock, mal eine Hose und mal eine Leggins draus genäht wird.

Ihr seht, ich bin hier sehr ambivalent und hab keine eindeutige Meinung. Aber das muss man vielleicht auch nicht immer, oder?

 

Me Made Mittwoch im nicht so wie erträumten Hosenanzug

Als ich im letzten Jahr die geblümten Docs kaufte, sah ich vor meinem geistigen Auge einen etwas ungewöhnliches Outfit: Einen Hosenanzug mit Kniebundhose und Jacket nach einem 40er Jahre Schnittmuster, welches ich bei Cat und Susi gesehen hatte (Simplicity 4736).

Die Kniebundhose habe ich nach einer bis zum Auseinanderfallen getragenen Kaufhose genäht und schon häufig getragen.

Den Schnitt fürs Jacket hat Susi mir geliehen, aber es war ein, wie damals üblich, ein Eingrößenschnitt. Statt den Schnitt zu vergrößern, habe ich mir das Schnittmuster genau angeschaut und dann nach meinen Maßen einen Jackengrundschnitt konstruiert und mir den Schnitt selbst gemacht. Aber weil ich mich an den Reverskragen nicht so recht alleine rantraute, habe ich kurzerhand einen Nähkurs in der Schneiderschule gebucht. Und war sehr positiv überrascht, dass ich mit Petra Brodhag jemanden gefunden hab, die mir sehr bereitwillig jede meiner abgefahrenen Fragen beantwortete. Ich gebe mich selten mit „Das ist halt so, das macht man einfach so!“ zufrieden. Frau Brodhag hat das nie gesagt, sondern immer sinnvolle Erklärungen gegeben. Toll!

Als dann das Jacket fertig war und ich es zur Kniebundhose anzog war ich aber irgendwie etwas enttäuscht. Die Jacke war einfach 5 cm zu kurz um zu einer Hose gut auszusehen. kombi_150204_2-001

Stoff hatte ich dank des sehr großzügigen Verkäufers auf dem Stoffmarkt noch massig übrig, also beschloss ich, noch einen Rock zu nähen. Den Schnitt dazu habe ich auch selbst konstruiert, allerdings ist der Bund mal wieder etwas zu weit geraten. Und die Standard-Burda-Methode einen Bund mit Untertritt und Knopfverschluss zu verarbeiten hat bei mir noch nie funktioniert. Denn ich kriege kein Knopfloch in diese 1000 Lagen Stoff da an der Kante vom Bund… Egal, beim nächsten Rock mach ich einen Formbund und den Reißverschluss bis ganz nach oben.kombi_150204_1-002

Und dann kam der Liebste auf eine ganz fabelhafte Idee: Die Jacke offen lassen und eine Bluse drunter. Und siehe da, das sieht doch schon viel besser aus, oder? kombi_150204_2-003

Heute präsentiert den MeMadeMittwoch Gastbloggerin Jenny, die ich ja sowas von superstcool finde btw, ein Polizeibeamtinnenmantelkleid (das wäre mal ein Wort für Galgenmännchen!!!).

MeMadeMittwoch im Geburtstagskleid

Dieses Jahr bedurfte es gar keinen langen Überlegungen, was mein Geburtstagskleid werden sollte: Ein Original-@herzdame-Kleid.kleid_150204-010Das Probekleid ist ja schon heiß und innig von mir geliebt, auch wenn es aus mir unerklärlichen Gründen an den Schultern weiter sitzt als das Original.kleid_150204-005Ich war mir ja lange unsicher, ob ein dünner Viskosejersey der richtige Stoff für dieses Kleid sein könnte, aber als ich bei stoffe.de eh Viskosejersey bestellte (der für die anNÄHerung gedacht war, von stoffe.de auch rechtzeitig losgeschickt wurde, jaja, die scheinen ihre Logistik in letzter Zeit besser im Griff zu haben, aber DHL das Paket dann 2 Tage in Hamburg im Paketzentrum liegen ließ und deshalb erst hier ankam, als ich schon in Bielefeld war), hab ich mich dann doch dazu hinreißen lassen, den roten Polkadot-Viskosejersey mitzubestellen. Bis jetzt bin ich auch wirklich zufrieden mit dem Stoff, er ließ sich gut verarbeiten, trennen mag er nicht sonderlich, aber da erwarte ich von dünnem Viskosejersey auch nicht, das er das verzeiht. Einzig der Saum war ziemlich widerspenstig. Mit der Coverlock gings gar nicht, egal was ich einstellte, sie mochte den Stoff nicht transportieren. Also doch wieder Zwillingsnadel. Und auch da musste ich mit Füßchendruck und Fadenspannung etwas spielen, bis es nicht mehr wellte.kleid_150204-007Ich habe den Stoff vorgewaschen und hatte schon etwas Sorge um die weißen Punkte, dass sie rosa werden, aber sie blieben weiß. Das Kleid habe ich noch nicht gewaschen, also ein abschließendes Fazit zum Stoff kann ich noch nicht geben. Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass er auslommelt, allerdings habe ich die oberen Kanten der Wickelteile auch mit Formband verstärkt, damit die nich ausleiern. Außerdem habe ich am Rückenteil oben am Halsausschnitt gut 5 cm rausgenommen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich wohl immer Quetschunterwäsche tragen werde, dieser dünne Flutschjersey malt dann doch jede Falte ab…kleid_150204-002Wibke ist im Gegensatz zu mir sehr winterlich gekleidet, was den aktuellen Temperaturen auch durchaus angemessener ist (psssst, ich trug das Kleid am Sonntag beim Brunch und mit 30 Personen in der Wohnung ist es halt dann doch muckelig warm :D)