Fragen und Antworten

Corinne vom Makellosmag hat unter anderem mich gebeten, ihr ein paar Fragen zu beantworten. Mir geht es ähnlich wie Marco damit: Kettenbriefe mag ich nicht, aber Corinne ignorieren mag ich auch nicht. Also beantworte ich ihre Fragen, werde aber keine neuen stellen.

Wie geht’s dir jetzt, da du anfängst die Fragen zu beantworten? Freude, unliebsame Pflicht oder “Ich mache einfach copy-paste aus anderen Fragebögen”?

Da ich, wie schon gesagt, keine Freundin von Kettenbriefen bin, geht copy-paste nicht. Ein bisschen geschmeichelt gefühlt habe ich mich natürlich schon, dass Corinne sich für meine Antworten interessiert, vor allem, wenn man sieht, welche andere Leute sie auch noch gefragt hat. Schaut euch ihre Liste an, da sind tolle Blogs dabei!!!

(Vor etwa 14 Jahren gab es mal einen Kettenbrief per e-Mail, in dem triviale aber irgendwie auch witzige Fragen gestellt wurden. Daraufhin suchte der Liebste, den ich damals gerade kennenlernte und noch nicht als „Liebsten“ bezeichnete, die Fragebögen von Max Frisch raus.)

Seit wann gibt es deinen Blog? Worum geht es? Hat sich das Thema schon einmal gewandelt?

Diesen Blog gibt es seit 2007. Er ist ein wildes Sammelsurium dessen, was mich gerade privat interessiert. Anfangs waren es viele Reise- und Wanderberichte in Tagebuchform, seit ein paar Jahren nutze ich ihn hauptsächlich für Dokuzwecke meiner Selbermachaktivitäten. Dabei ist mir aber ganz wichtig, dass ich mich dabei von diesen pastell-Herzchen-heile Welt DIY Blogs unterscheide. Der Prozess des Selbermachens ist mir wichtiger als perfekt arrangierte Fotos. Der Liebste macht zwar tolle Fotos, aber er steht ja nun nicht immer mit der Kamera daneben (und selbst dann wird selten für ein Foto das perfekte Setting arrangiert, sonder so fotografiert, wie es gerade ist). Es gibt also, vor allem bei den Sachen, wo ich den Entstehungsprozess dokumentiere, auch Handyphotos bei schlechtem Licht. Und ganz sicher werde ich mir nie Holzdielen auf Din A3 ausdrucken und als Unterlage für meine selbstgemachten Sachen zum Fotografieren benutzen. Tisch abwischen muss reichen. Bei den selbstgenähten Sachen bemühen wir uns meist schon, die Sachen hübsch zu präsentieren. Aber häufig zeige ich die Sachen ja im Rahmen des MeMadeMittwochs und dann entstehen die Bilder auch genau an diesem Mittwoch, abends irgendwann, wenn die kleinen Menschen im Bett sind. Und das ist dann halt oft mit zerknitterten Kleidern, vom Fahrradhelm derangierter Frisur und bei Kunstlicht. Und es werden maximal allzu prominente Pickel wegretuschiert. Ich möchte ehrliche Fotos zeigen. Und damit meine ich nicht die Sachen, wie sie bei Pinterest Fails zu sehen sind. Und wenn mir mal ein gesellschaftliches oder politisches Thema unter den Nägeln brennt, dann schreibe ich das genauso in diesen Blog. Und seit ein paar Monaten mache ich bei der „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“-Aktion von Frau Brüllen mit. An jedem 5. eines Monats protokolliere ich meinen Tag. Und mache damit sichtbar, wie dieses Leben mit Vollzeitjob, 2 kleinen Menschen, einem Liebsten und den Selbermach-Hobbys so vereinbar ist.

Was war zuerst da? Die Lust am Schreiben oder die Lust, einen Blog aufzumachen?

Lust am Schreiben? Hahaha. Wenn ihr wüsstet, wie sehr ich mich bei der Dissertation gequält hab, irgendwie 100 Seiten voll zu schreiben, dann wüsstet ihr, wie wenig gern ich schreibe. Es war mehr die Lust, ein Blog aufzumachen. Das mal auszuprobieren. Weil ich andere Blogs las, das irgendwie spannend fand. Anfangs brauchte ich für jeden Beitrag ungelogen Stunden. Mittlerweile tippe ich etwas freier von der Leber weg. Obwohl ich eigentlich häufig gerne mehr in die Tiefe gehen würde. Mehr Links und so. Anfangs dachte ich auch, dass ich mit den Blogbeiträgen Menschen aus meinem analogen Leben, die weit weg wohnten, ein bisschen teilhaben lassen könnte ohne sie ständig mit Mails belästigen zu müssen. Also von push auf pull Benachrichtigung umstellen wollte. Und damit wären wir wohl schon bei der nächsten Frage.

Wann passen dein digitales & analoges Leben nicht zusammen?

Ich habe den Eindruck, dass das ziemlich oft der Fall ist. Genau kann ich das natürlich nicht sagen, aber ich habe das Gefühl, dass mein Blog überwiegend von meinen digitalen Freunden und Bekannten gelesen wird. Meine Geschwister, Mutter, Freunde aus dem Real Life lesen meinen Blog nicht, glaube ich (oder?). Meine Arbeitskollegen finden Facebook, Twitter und Blogs suspekt. Und vor allem bei ihnen merke ich, dass sich meine digitale Blase mit vollkommen anderen Themen und Welten beschäftigt als meine analoge Umwelt.

Was horten und sammeln Sie – und was verbrauchen und genießen Sie?

Ich horte vor allem Dinge, von denen ich denke, die könnte man zum Basteln nochmal gebrauchen. Aber da ich lange Zeit sehr beengt gelebt habe, habe ich mir das ziemlich abgewöhnt. Stoff und Kurzwaren horte ich. Und mittlerweile kann ich tatsächlich einfach drauflosnähen und muss nicht erst Zutaten kaufen gehen, wenn ich plötzlich eine Idee habe. Bücher habe ich früher mal gesammelt. Auch wenn ich ein Buch ganz ganz selten 2x lese. Mittlerweile lese ich viel online. Neben dem gehorteten Stoff, wo ich es genieße, ihn zu verarbeiten, verbrauche und genieße ich Lebensmittel. Ich koche und backe gerne, gehe aber auch gerne gut essen. Seit die kleinen Menschen da sind, leider viel zu selten…

Welche Speisen essen Sie aus Heimweh (z.B. die deutschen Urlauber auf den Kanarischen Inseln lassen sich täglich das Sauerkraut mit dem Flugzeug nachschicken) und fühlen Sie sich dadurch in der Welt geborgener?

Im Urlaub eigentlich nicht. Aber als ich in der Schweiz lebte, habe ich schon kräftiges Körnervollkornbrot vermisst (der Klassiker, Deutsche und ihr Brot…). Aber jetzt vermisse ich Bürli.

Gibt es Freundschaft ohne Affinität im Humor?

Schwierig.

Hätten Sie von sich aus die Ehe erfunden?

Wahrscheinlich nicht. Obwohl ich aus rationalen Gründen verheiratet bin, hat sich emotional dadurch für mich nichts an der Beziehung zum Liebsten geändert. Mal abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass dieser Trauschein die romantische Zweierbeziehung wirklich zu was exklusiven machen kann.

Was bewundern Sie an Frauen?

So pauschal schwierig zu beantworten. Ich tue mich wirklich schwer mit diesen binären Kategorien.

Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben?

Dass ich ein ordentlicher Mensch werde

Was ertragen Sie nur mit Humor?

Ganz schwierige Frage, finde ich. Vielleicht bin ich ein zu ernsthafter Mensch. Oder zu pietistisch erzogen. Wenn ich etwas unerträglich finde, fände ich Humor irgendwie unangebracht.

Manche Situationen in meiner Herkunftsfamilie sind hin und wieder so absurd bescheuert, dass ich nur noch drüber lachen kann. War aber ein langer schmerzhafter Prozess, dahin zu kommen.

 

So, und nun noch ein paar empfehlungen von Blogs, die ich gerne lese:

Frau Brüllen

Kitty Koma

Cloudpharming

Cati Basmati

Mama arbeitet

Absolut nicht vollständig, vor allem hab ich die Nähblogs hier mal außen vor gelassen, aber rechts in der Blogroll gibt es noch jede Menge mehr Empfehlungen!

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5 Gedanken zu „Fragen und Antworten

  1. Pingback: Tagebuchbloggen 05.01.2015 | drehumdiebolzeningenieur

  2. Das mit den Geschwistern stimmt nicht ganz! Ich lese den Block nicht jedesmal und habe ihn auch nicht abonniert, aber sobald ich bei Facebook den Eindruck habe das Thema könnte interresant sein lese ich ihn ….. -die Schwester

  3. Pingback: Fragen und Antworten II | drehumdiebolzeningenieur

  4. Pingback: Fragen und Antworten III | drehumdiebolzeningenieur

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