Allgäu 19.07.2014 – Nebelhorn

Manche Dinge muss man einfach wiederholen. Vor drei Jahren durfte der Trauzeuge den großen kleinen Menschen in der Kiepe aufs Nebelhorn tragen, diesmal war der kleine kleine Mensch dran. Die Wettervorhersage war gut, was fürs Nebelhorn, welches ja mit 2224 m schon so richtig Hochgebirge ist (also für allgäuer Verhältnisse), schon wichtig ist. Ich hatte mal ein echt fieses Erlebnis mit Gewitter und Schneeregen am Säntis, das will ich nicht nochmal erleben!

Weil wir wirklich bis auf den Gipfel wollten, um die guten Sichtverhältnisse so richtig auszukosten, nahmen wir die Gondelbahn bis zur Bergstation Höfatsblick. Die Gondel war vollgepackt mit Gleitschirmfliegern. In der Gondel wurden dann die Kunden der Tandemflüge über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt („Wir sind bis 1,5 Millionen Euro versichert. Aber nur, wenn du auch wirklich das machst, was ich dir sage. Wenn ich sage ‚Renn‘ dann muss du rennen, verstanden?“) und mussten die Einverständniserklärung unterschreiben. Oben angekommen verbrachten wir dann auch ziemlich lange damit, den Gleitschirmfliegern beim Starten zuzuschauen und uns gegenseitig zu versichern, dass wir das für ein sehr bescheuertes Hobby halten. allgaeu_web_2014-028Wir hingegen gingen von der Bergstation über den Südgrat zum Gipfel, die zwar erhöhte Anforderungen an die Besteigerin vorraussetzt, aber wir wussten vom letzten Mal, dass dieser Hinweis den Menschen in Sandalen und Flipflops galt._DSC0934 Nach der Tour zum Gaisalpsee war klar, dass der große kleine Mensch diesen Anforderungen gewachsen sein würde. Der Südgrat belohnt außerdem mit einem grandiosen Ausblick. allgaeu_web_2014-029Der Liebste freute sich schon riesig auf die Dohlen, denen er diesmal mit seinem 70-200 mm Teleobjektiv optisch zu Leibe rücken wollte._DSC0887Die letzten Meter des Aufstieges gestalteten sich dann doch irgendwie zäh, der große kleine Mensch wollte nicht mehr so recht und irgendwie war er auch mit nix so richtig zu locken. Auch nicht mit so Mutmaßungen wie „Vielleicht können wir ja von oben den Gaisalpsee sehen, da wo wir vorgestern waren!“. Ihm war das alles herzlich egal und ich musste dann auch feststellen, dass man den Gaisalpsee tatsächlich nicht sehen konnte.

Als wir dann über den „einfachen“ Weg Richtung Höfatsblick aufbrechen wollten, gab es dann auch noch einen ziemlich heftigen Disput über die Wahl des Fortbeweungsmittels. Ich schlimme Mutter hatten nämlich nur Gondeltickets zum Höfatsblick und zurück gekauft. Die Gipfelrunde mussten wir also zu Fuß machen. Das stieß beim großen kleinen Menschen auf ziemlich lautstarken Protest. Schließlich hatte er die Snackpause direkt neben der Gondelabfahrt nach unten gemacht. Warum also sollte er laufen, wenn es doch auch eine Gondel nach unten gab… Dieses Theater ging diesmal auch wirklich lange, so 15 Minuten oder so (der Weg war aber auch wirklich steil und rutschig, so Schotterzeugs, auf dem man ständig rutscht…). Dann entdeckten wir am Wegesrand ein altes Schneefeld. Und plötzlich gings wieder. Aber gut, wenn man dem Papa mittels des kleinen Bruders Schnee in den Nacken stecken kann, wer denkt da noch an Protest und Rummotzen?

Auf dem Weg nach unten konnten wir uns auch weiterhin sehr darin bekräftigen, was für ein beklopptes Hobby dieses Gleitschirmfliegen ist. Außerdem gab es noch eine Gratislektion in Meteorologie und man konnte schön sehen, wo der Hangaufwind, der seit Mittag blies, am stärksten war.Manche sind aber wagemutiger als andere.(Wir nehmen an, dass dieser Stunt Absicht war und soweit wir das beurteilen konnten, wurden bei der Erstellung dieses Fotos auch niemand verletzt)

Da ich den großen kleinen Menschen ja den ganzen Abstieg über versucht hatte, mit dem Spielplatz zu locken, legten wir also zurück am Höfatsblick eine sehr ausgedehnte Spielplatz- und Mittagspause ein. Das fiese am Hochgebirge ist ja, dass es dort meist ein paar Kelvin kälter als im Tal ist (was ich ja toll finde!) und man mangels Bäumen in der prallen Sonne sitzt. Aber wir sind alle ohne Sonnenbrand oder Sonnenstich davon gekommen. Abschließend gab es noch einen Abstecher zum Zeigersattel.allgaeu_web_2014-050 Irgendwann wurde mir bewusst, dass es schon kurz vor 4 war und die letzte Gondel ins Tal um viertel vor 5 fuhr. An sich kein Problem, aber mit den drei Kindern (hups, haben wir uns verzählt? Nein, den Trauzeugen durften wir halt auch nicht da oben unbetreut zurücklassen) braucht man ja immer, bis man loskommt. Und kurz vor knapp an der Gondelstation ankommen ist auch suboptimal („Ich muss Pipi!“, ihr kennt das…). War dann aber auch alles ganz entspannt. Durch das richtige Objektiv betrachtet, liegt die Gondelstation ja eh quasi direkt neben dem Zeigersattel.allgaeu_web_2014-048

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2 Gedanken zu „Allgäu 19.07.2014 – Nebelhorn

  1. Ui, was für eine schöne Tour! Tolle, wunderschöne Gegend, in der wir auch ab zu sehr gerne sind! Respekt, dass der große kleine Mensch mitgelaufen ist…

    Liebe Grüße,
    Stefanie

  2. Danke für deine Reiseberichte und die wunderschönen Bilder! Wirklich toll, wie aktiv deine beiden Kinder dabei sind!
    Ich fahre im September auch in die Berge und deine Berichte haben bei mir noch mehr Vorfreude ausgelöst!
    Schöne Grüße
    Christiane

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