Allgäu 17.07.2014 – Gaisalpsee

Dachten wir gestern schon, wir sind irre, müsste man uns spätestens jetzt in die Klapse einweisen. Nach der (für die Erwachsenen dieser Familie) Anstrengung von gestern wollten wir heute eher was ruhiges machen. Also konsultierte ich einen unserer Wanderführer, und wir entschieden uns für eine Wanderung „direkt vor der Haustür“. Von Reichenbach entlang des Reichenbachtobels zur Gaisalpe und optional noch bis zum Gaisalpsee. Der zweite Teil war in dem Wanderführer für Kinder ab 6 angegeben. Wir sagten uns: Umkehren können wir jederzeit, mal schauen, wie es läuft. Wollten wir nicht was ruhiges machen? Irgendwo unterwegs muss dieser Vorsatz verloren gegangen sein, wir wissen auch nicht so genau, was da passiert ist…

Die bewährte Strategie, steil, spektakulär, Wasserfälle wendeten wir auch hier wieder an. Vom Wanderparkplatz kurz vor Reichenbach bis zum echten Einstieg in den Tobelweg war es mal wieder mühsam, ab da lief es wie geschmiert.allgaeu_web_2014-018Recht schnell gelangten wir durch den Tobel nach oben auf Alpwiesen und hatten dann die Wahl zwischen der Gaisalpe und der Richtersalpe für eine Einkehr zur Mittagspause. Wir entschieden uns für die etwas kleinere und in unseren Augen sympathischere Richtersalpe (vor allem aber deshalb, weil der Wegweiser zum Gaisalpsee dorthin zeigte).allgaeu_web_2014-019Nach einer Mirabellensaftschorle und einer ausgedehnten Ruhepause machten wir uns dann weiter Richtung Gaisalpsee. Ich fragte die Alpwirtin extra nochmal nach dem Weg (weil mir nämlich die Kante, die mir als zu überwinden notwendig erschien, doch einigen Respekt einflößte) und sie schien in keinster Weise beunruhigt, dass wir mit den beiden kleinen Menschen dort hin wollten. Innerlich lachte ich ein bisschen über den Wanderführer, der den Wegteil zum See erst für größere Kinder empfahl. Also ging es weiter über Alpwiesen und durch kleine Wäldchen, immer weiter hinauf. Wir waren alle guter Dinge, unterhielten uns über alles mögliche, irgendwann musste der Blutzuckerspiegel des großen kleinen Menschen mal ein bisschen aufgefrischt werden, weshalb wir auf dem doch recht schmalen, viel bewanderten Pfand eine Pause einlegten. Dann kam eine leichte Klettersteigpassage mit Drahtseilsicherung und Eisentritten, die der große kleine Mensch aber souverän meisterte (auch nichts anderes als klettern auf dem Spielplatz, oder?). Was dann nicht mehr wie auf dem Spielplatz war, war die Stelle, wo es einen kleinen Wasserfall zu überwinden galt. Das war etwas tricky, weit das eine Seil endete am einen Rand des Wasserfalls und das andere Seil begann am anderen Rand des Wasserfalls. Dazwischen waren 30 cm ungesicherter Steig zu überwinden. Ich bin vorgegangen, habe ihn an die Hand genommen, und doch ist der große kleine Mensch aus Vorsicht sehr nah am Fels und damit direkt unter den Wasserfall getreten. Der wasserdichte Schuh (was immer wieder in Bächen getestet werden musste) war dann also von oben mit erfrischend kühlem Bergwasser gefüllt worden, was für die nächsten 5 Minuten für Geschrei und Gejammer beim großen kleinen Menschen führte. Als das Wasser dann endlich Körpertemperatur hatte, war das Gejammer aber wieder vorbei und weiter ging es frohen Mutes Richtung See.allgaeu_web_2014-020 Ganz zum Schluss, kurz bevor wir den See sehen konnten, bedurfte es dann schon ein bisschen gutes Zureden, aber allein das Versprechen, dass da ganz bald ein See sein würde reichte schon als Motivator.Und da wollen wir hin: Zum Gaisalpsee.Das war übrigens auch die Kante, die uns beim Anblick von unten etwas Respekt eingeflößt hatte.

Am See angekommen wurden dann zuerst die pitschnassen Schuhe und Socken ausgezogen und die geschundenen Füße den im See lebenden Raubfischen zum Fraß angeboten.Oben angekommen, kann Emil erstmal ganz vorsichtig die Füße kühlen.Nach einer ausgedehnten Mittagspause überlegten wir noch ganz kurz, ob es einfacher sei, den Weg zum Höfatsblick zu nehmen und dann mit der Gondel nach Oberstdorf zu schweben und von dort mit dem Bus nach Reichenbach zurück zu fahren, aber uns entgegenkommende Wanderer bestätigten unsere Vermutung, dass der Weg nach oben nicht ganz anspruchslos ist und wir entschieden uns dann doch für den Abstieg über den gleichen Weg, den wir gekommen waren. Merke: wenn die kleinen Menschen lang genuge Beine für diese Klettereien haben: Früh genug los und von Reichenbach zum Höfatsblick durchsteigen.

Auf dem Rückweg nochmal an der Richtersalpe gerastet, den fast schon obligatorischen Käsekuchen gegessen, ein bisschen auf dem Spielplatz getolltemiljulius_gallery_140727-049_jpgDann über die Fahrstraße nach Reichenbach abgestiegen,allgaeu_web_2014-024 wirklich wenig Motivationsspiele spielen müssen und am Ende des Tages bekamen die kleinen Menschen von unserer Vermieterin einen Orden verliehen. Den hatten sie sich aber auch redlich verdient!!!

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