Me Made Mittwoch – Faltenrock und Kaufbluse

Gleich vorneweg: Ich habe geschummelt, heute am Mittwoch ist kein Wetter für diese Garderobe, aber das scheinen heute viele beim MeMadeMittwoch gemacht zu haben…

Im Bestreben, etwas mehr kombinierbare Garderobe zu haben, habe ich beim letzten Nähkränzchen mit Antonia und Sabrina einen Faltenrock genäht. miriam140504-001Und dann fand ich einfach kein Oberteil, was dazu passte. Auch mit dieser gekauften Bluse bin ich nicht so richtig zufrieden. Aber das Ding mit den Oberteilen ist wohl mal einen eigenen Post wert.

Der Rock ist aus der Burda 10/2013. Das Faltenteil ist einfach nur ein rechteckiges Stück Stoff. Da ich es etwas weiter brauchte als angegeben, musste ich für die Falten dann doch noch ein bisschen rechnen. Außerdem habe ich den gepunkteten Streifen noch angefügt, weil mir der Rock ansonsten doch sehr zu kurz gewesen wäre. Und ich bin mit meinen 1,62 m nun wirklich nicht groß!

So, und wer den Fehler findet, den ich beim Nähen gemacht habe, der spendiere ich ein Eis!miriam140504-006 miriam140504-005 miriam140504-004 miriam140504-003

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Lessons Learned

Ha, da wollte ich doch heute mal noch schnell, während der kleine kleine Mensch schlief und der große kleine Mensch auf einem Geburtstag weilte, eine neue Portion Luxemburgerli zubereiten für den Geburtstag des kleinen kleinen Menschen morgen (statt Muttertag wird hier nämlich das Kind gefeiert, ist doch toll!).

Aber mal eben schnell und Luxemburgerli, das ist ein Oxymoron. Und deshalb gings dann schief. Weil ich dachte, beim dritten mal weiß ich ja, wie es geht und ich brauch das Rezept ja nur für die Mengenangaben.

Also, nun weiß ich, dass ich tatsächlich nur 300 g Puderzucker mit den Mandeln und dem Kakao mischen sollte, und die restlichen 60 g mit dem Eiweiß zu Schnee verschlage. Denn wenn man die gesamten 360 g Puderzucker mit den Mandeln und dem Kakao mischt und keinen Zucker zum Eiweiß gibt, dann wird das am Ende eine so flüssige Masse, dass einer das alles durch die Spritztülle einfach wieder rausfließt, was man oben reinschaufelt. Riesensauerei, total klebrig. Bäh!

Und die Makronenschalen zerlaufen auf dem Backblech und sind auch nach dem Backen platt wie eine Flunder. Und zusammengelaufen. 2014-05-10 18.46.41Immerhin schmecken sie, so dass ich sie trotzdem mit Ganache füllen werde und den Gästen anbiete.

Luxemburgerli

Als ich in Zürich lebte, waren Luxemburgerli eine der typisch schweizerischen Konfiserieprodukte. So richtig verstanden hab ich das nicht. Die Dinger waren quitschbunt, zuckersüß und in der Konsistenz pappig-klebrig. Die ein oder andere Geschmacksrichtung fand ich okay, aber der Preis und das Aufhebens um die Dinger war in meinen Augen in keiner Weise gerechtfertigt. Wenn ich bei Sprüngli einkaufte, investierte ich mein Geld lieber in ausgesuchte Pralinés.
In einem exquisiten Schokoladenbackbuch, das ich mir schon vor meinem Umzug in die Schweiz gekauft hatte,

Robert Linxe, Chocolat - Sinnliche Verführung, Mosaik Verlag, 2001, Niedernhausen

Robert Linxe, Chocolat – Sinnliche Verführung, Mosaik Verlag, 2001, Niedernhausen

gab es allerdings ein Rezept für Macarons, die vom Bild her verdächtig nach Luxemburgerli aussahen.2014-03-29 17.46.12 Nach eher missglückten Pralinen-selbermach-Versuchen verschob ich das Projekt Macarons aber auf einen Zeitpunkt mit mehr Platz in der Küche. Ich bin einfach eine logistische Vollkatastrophe beim backen und kann nur sorgfältig arbeiten mit einem Mindestangebot an Platz. Ansonsten artet das sehr schnell in slapstick aus. Mit dem Auszug aus der Miniküche war aber auch die Ankunft des großen kleinen Menschen verbunden, und nun mangelte es eher an entspannter Atmosphäre denn am Platz. Langer Rede kurzer Sinn: jetzt, wo Macarons auf jedem Backblog zu bewundern sind, hab ich mich auch mal dran probiert (10 Jahre, nachdem ich Luxemburgerli das erste mal aß und den Plan fasste, die mal selbst zu machen). Der erste Versuch erfolgte nach dem Rezept aus dem Schokoladenbackbuch. 2014-03-29 17.32.03 Auch wenn sie optisch noch sehr sehr verbesserungswürdig sind, waren die geschmacklich der Hammer. Überhaupt nicht vergleichbar mit den pappig-klebrig-süßen Luxemburgerli, sondern außen knusprig, innen fluffig, und der Kakao bildet eine herrlich nussige Kombination mit den Mandeln.

Nun ist es ja (leider) so, dass der große kleine Mensch keine Schokolade mag. Dementsprechend hat er die Macarons nicht angerührt. Jetzt hatten wir am Samstag 2 Eiweiß übrig und ich die Idee, dass man daraus ja wieder Macarons machen könne. Und weil ich dem großen kleinen Menschen einen Gefallen tun wollte, fragte ich ihn, was er denn statt Schokolade haben wolle. Er wünschte sich grün mit Buttercremefüllung. Also machte ich die Macaronage nach diesem Rezept und eine Buttercreme hiernach und fügte der Buttercreme noch gemahlene Pistazien zu.2014-05-04 17.02.51 Das Ergebnis waren okaye Macarons, die mich sehr an die Luxemburgerli aus Zürich erinnerten, aber in keinster Weise geschmacklich an die Schokoluxemburgerli von vor ein paar Wochen rankamen. Außerdem waren sie ähnlich pappig-klebrig von der Konsistenz, wie ich die von den gekauften kannte. Und da der große kleine Mensch, wie sollte es anders sein, schon beim Anblick beschloss, dass er das doch nicht mag und auch ein klitzekleiner Bissen (eher so homöopathische Dosen) seine Meinung nicht änderte, werde ich in Zukunft einfach wieder die unglaublich sensationell leckeren Schokoluxemburgerli machen, egoistisch, wie ich bin! Aber das Rezept will ich euch nicht vorenthalten, auch wenn es in diesem Internet mittlerweile von Macaronrezepten nur so wimmelt.

Schokoladenmakronen

Rezept von Paul Linxe

  • 140 g gemahlene Mandeln
  • 20 g ungesüßtes Kakaopulver
  • 360 g Puderzucker
  • 5 Eiweiß

für die Schokoladenfüllung (Ganache)

  • 170 g Schokolade mit 70% Kakaoanteil
  • 90 g Schokolade mit 55% Kakaoanteil
  • 160 g Sahne
  1. Gemahlene Mandeln, Kakaopulver und 300 g Puderzucker mischen und sieben.
  2. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen, den restlichen Puderzucker hinzugeben, weiterschlagen, bis der Schnee sehr steif ist. Die Mandel-Kakao-Zucker-Mischung unterheben, bis ein luftiger Teig entsteht.
  3. Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Den Teig in eine Spritzbeutel füllen und mit einer glatten Tülle auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen.
  4. 30 min ruhen lassen (wenn ihr das nicht macht, dann reißen die Makronen)2014-03-29 16.04.04
  5. 20 min backen. Aus dem Ofen nehmen, Backpapier leicht anfeuchten (ich hab eine Silikonmatte verwendet und nix angefeuchtet. Lösten sich trotzdem ganz gut ab). Zum Abkühlen auf ein Kuchengitter legen
  6. Für die Füllung die Schokolade ganz fein hacken (ich nehme immer so Schokoladentäfelchen und zerhack die mit einem großen Messer). Sahne warm machen, Schokoladengehäcksel reingeben und schmelzen lassen (am besten die Temperatur der Sahne mit einem Thermometer überprüfen, die Sahne sollte nicht wärmer als 40 °C sein, sonst trennt sich die Kakaobutter vom Rest und die Ganache bekommt beim Festwerden einen Grauschleier). Ganache im Kühlschrank fest werden lassen, mit dem Mixer aufschlagen und die glatte Seite einer Makrone mit der Füllung bestreichen und auf eine andere Makrone drücken.

 

 

#Stoffwechsel – Nähsteckbrief

Bei Siebenhundertsachen gibt es eine wirklich tolle Aktion: Den Stoffwechsel. Dabei geht es darum, für eine zugeloste Person Stoff zu kaufen, den diese Person dann vernäht. Um es derjenigen zu erleichtern, einen Stoff zu finden, der zu einem passt, hat sich Siebenhundertsachen für den Einstieg einen Nähsteckbrief ausgedacht. ähnlich wie diese Freunde-Steckbrief-Bücher, die es früher in der Schule gab (hier hat der Trend mittlerweile schon den Kindergarten erfasst, was ich jedes Mal, wenn ich so ein Ding mit dem großen kleinen Menschen ausfülle, irritert).

Nun also mein Nähsteckbrief

Was nähst du am liebsten für dich?

Kleider. Auch wenn ich gerade versuche, mehr kombinierbare Kleidungsstücke zu nähen. Also Röcke, Jackets, Blusen. Hosen sind ein sehr schwieriges Thema. Die rutschen nämlich immer. Auch die Kniebundhose, jaha…

 Und wenn wir kurz mal vor allem an Oberteile und Röcke denken, was würdest du da gern nähen? Hast du schon etwas vor Augen?

Nein. Ich bin gerade dabei, herauszufinden, welche Oberteile für mich funktionieren könnten. Simplicity 1692 funktioniert gar nicht. Vergrößert meine ohnehin schon üppige Oberweite optisch nochmal um 2 Körbchengrößen. Die Hemdbluse, die ich in Bielefeld nähte, ist optimal unter Kleider, aber als Kombination zu einem Rock ohne Jacket drüber finde ich sie zu langweilig. Figurbetont um die Brust rum ohne Presswurstoptik am Bauch. Schwierig. Vorschläge sind hier sehr willkommen!

Ein Rock müsste auf jeden Fall genug Bewegungsfreiheit zum Fahrradfahren bieten. Ein Bleistiftrock kommt da nicht in Frage. auch weil ich darin immer verkrampft sitze. Knieumspielend sollte er sein.

 Die Glaubensfrage: Webstoff oder Jersey? Oder doch beides?

In der Freizeit trage ich hauptsächlich Jerseykleider. Davon brauche ich aber bedeutend weniger als bürotaugliche Kleidung. Und da geht Jersey nur als Oberteil unter einem Jacket. Ich könnte mir aber für den Sommer durchaus auch vorstellen, noch ein Freizeitkleid aus Jersey zu nähen. Richtig sommerliche Freizeitkleider habe ich nämlich gar nicht. Also: beides!

Welches Material vernähst du am liebsten (z.B. Viskose, Baumwolle, Wolle, …) – gegen was hast du eine (starke) Abneigung?

Am Liebsten:

Bei Webware: Baumwolle, Wolle, Viskose,

Jersey: Feste Viskose, Baumwolle

Abneigung: alles mit mehr als 30% Plastik, dünne, labberige Jerseystoffe

Was sind deine Lieblingsfarben, welche stehen dir gut? Welche gehen gar nicht?

Generell bin ich für alle gedeckten, aber durchaus kräftigen Farben zu haben. Aber schwarz, weiß, und alles dazwischen geht. Eine Farbberatung hab ich noch nie gemacht und kann auch gar nicht wirklich sagen, dass mir eine Farbe so gar nicht steht.

Ich mag: gedecktes grün, lila, schwarz, weiß, grau, braun, gedecktes gelb, gedecktes orange

Ich mag nicht so arg gerne: rosa, pink, blau

Welche Muster magst du? Groß oder klein? Blumen, Streifen, Punkte? Oder sind Muster vielleicht gar nicht so deins?

Kleine Muster, hauptsächlich geometrische Muster, Streifen, Punkte. Aber auch kleine Blümchen, die nicht zu verspielt daher kommen, mag ich.

Nachtrag: Karos finde ich nur als kleines Vichykaro schön. Schottenkaro oder Glencheck mag ich nicht. Und weil einige schon über Tierprints philosophieren: Fellprint finde ich gruselig. Aber ganze Tiere als graphisches abstrahiertes Muster mag ich. Also z.b. Schwalben, Elefanten,…2014-04-28 18.02.21 2014-04-28 18.02.04 2014-04-28 18.01.34 2014-04-28 18.01.20 2014-04-28 18.00.54 2014-04-28 18.00.17Das sind die gemusterten Stoffe, die ich aktuell gerne vernähen möchte.

 Was sind die Kleidungsstücke, die dir (in letzter Zeit) in deinen Augen am besten gelungen sind? (Bitte mit Link oder Foto) Sind welche dabei, die du vor allem wegen ihres Stoffes magst?DSC_9297 miriam140226-012 miriam140219-007 Miriam140204-001 Miriam140115-001 miriam131221b-006 OLYMPUS DIGITAL CAMERA IMAG0324 DSC_1837

 Wieviel Stoff verbrauchst du ca. für einen Rock, ein Oberteil, ein Kleid?

Rock: 1-2 m, Bluse mit kurzen Armen: 1,5 m, Bluse mit langen Armen: 2 m, Kleid ab 2,5 m

Gibt es sonst noch etwas, das dich als Näh-/Stofftyp in deinen Augen ausmacht?

ich sagte es ja bereits schon einige Male: Ich bin aus tiefstem Herzen Eklektizistin. Mädchenhaft verspielt ist nicht so meins, aber ich kann mir sogar ein Jerseyshirt aus „Kinderstoff“ vorstellen (also jetzt nicht unbedingt Zwergenmotive, aber der gerade angesagte Schiffchenstoff könnte gehen).

Vor allem bin ich aber sehr gespannt, einen Stoff zu bekommen, der vielleicht gar nicht so unbedingt in meinem Lager gelandet wäre.

Die Steckbriefe der anderen Teilnehmerinnen gibt es hier.