MeMadeMittwoch – mit Blumen im Haar

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Als ich diesen Schnitt das erste Mal bei Catherine sah, war mir klar, was ich aus dem auberginefarbenen Stoff mit grau-schwarzen Streifen machen möchte. Eigentlich dachte ich, dass ich das noch im September letzten Jahres mache, aber wie das immer so ist, es ist immer viel zu wenig Nähzeit. Nunja, genau ist es jetzt mit dem Jacket zur Kniebundhose. Muss wohl auch bis zum Herbst warten. Aber so war dann wenigstens klar, was ich als erstes Frühlingskleid 2014 nähe. Der Schnitt (Simplicity 2403) ist out-of-print, aber in den USA kann man ihn noch als reprint bestellen. Ich bin nicht die Einzige, die diesen Schnitt unbedingt haben wollte, also gabs mal wieder eine Nähnerdsammelbestellung von Schnittmustern in den USA. Lotti hat schon mehrere tolle Kleider nach diesem Schnittmuster genäht. Sie brachte mich auch auf die Idee mit den Paspeln

Allerdings hatte sie auch erwähnt, dass der Schnitt für größere Körbchengrößen eher knapp ausfällt. Das hatte ich aber irgendwie verdrängt und habe es in Größe 18 zugeschnitten. Dank der Princessnähte am Oberteil konnte ich noch ein bisschen was rauslassen, aber die Knopfleiste, die ich zum Glück noch nicht geschlossen hatte, bekam ich beim besten Willen nicht zu. Also hab ich einfach einen Streifen in den Ausschnitt eingenäht und sag jetzt einfach, das gehört so!Bild

Das nächste Mal werde ich aber wohl eine Größe größer zuschneiden (Mist, den Schnitt mit seinen 13 Schnittteilen nochmal kopieren…) Das ist wirklich meine größte Kritik an dem Schnitt, diese echt vielen Teile. Ich mag kopieren und zuschneiden nicht besonders.

Das nächste mal werde ich eine Variante mit Stoffmix ausprobieren, so dass es dann so aussieht, als trüge ich eine in den Rock gesteckte Bluse.

Da es morgens noch recht kühl ist, habe ich noch ein Wickeloberteil drüber gezogen.Bild

Wie andere das Problem mit kaltem Morgen, sommerlichen Temperaturen am Mittag und selbstgenähten Kleidern lösen, seht ihr beim MeMadeMittwoch

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Sew your own wardrobe – Das Buch zur zweiten Staffel „The great british sewing bee“

Gerade läuft die zweite Staffel von „The great british sewing bee“ (Das große britische Nähkränzchen). Jeden Dienstag abend um 21 Uhr MESZ, heute kommt kam bereits die 7. Folge, das Halbfinale. Letzte Woche  war Vintage Nähen angesagt. Und ich war schockverliebt in die Bluse, die in Schnittmuster-Herausforderung genäht werden sollte. Ein Original 30er-Jahre Schnittmuster.

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aus „The great british sewing bee – Sew your own wardrobe“ von Tessa Evelegh, Quadrille Publishing, London 2014

Das wollte ich haben. UNBEDINGT! Die Schößchen, das gesmokte am Halsausschnitt, die Puffärmel. Große Liebe! Und Twitter war mal wieder so freundlich und wies darauf hin, dass das Schnittmuster in dem Buch zur Sendung enthalten sei. 2014-04-01 20.16.23Impulskontrolle war an der Stelle nicht vorhanden, ich habe das Buch wider jeder rationalen Gründe sofort bestellt. Und es ist schon seit Ende letzter Woche da! Genäht habe ich noch nichts, zuerst muss die Original 1940er Reprint Bluse (Simplicity 1692) genäht werden.

Ich bereue es aber überhaupt nicht, das Buch so spontan bestellt zu haben. Denn neben der Bluse sind noch ein paar wirklich hübsche Schnittmuster enthalten (insgesamt 25 Stück). Neben Sachen für erwachsene Frauen, auch 4 Schnitte für Männer (Weste, Anorak, Hemd und Hose) und 4 Sachen für Kinder (Teddybäranzug, Latzhose, Babykleidchen und Höschen und ein Kleid). Eine wirklich bunte Mischung, die ich vor allem für Menschen, die gerade mit dem Nähen von Kleidung anfangen, ganz gelungen finde, weil mal neben Projekten für sich auch das karmaverbessernde Nähen für Andere ausprobieren kann.

Zu der Qualität der Schnittmuster kann ich noch nichts sagen, da ich wie gesagt, noch keins ausprobiert habe. Aber ich habe die Hoffnung, dass zumindest die Sachen, die auch in der Sendung genäht wurden, einigermaßen konsistent sind, denn ich hatte nie den Eindruck, dass die Teilnehmerinnen mit der Qualität der Schnittmuster Probleme hatten. Wie die Gradierung ist, weiß ich natürlich nicht, denn in der Sendung haben ja alle eine Größe für die Puppen genäht. Neben den Nähprojekten ist aber auch ein 40 seitiges  Grundlagenkapitel enthalten. Beim ersten querlesen habe ich da nichts fundamental neues für mich entdeckt, aber ich hab auch schon mehrere Nähbücher hier rumstehen. Pro Projekt gibt es noch jeweils ein bis zwei Seite ‚Masterclass‘, wo auf Besonderheiten wie Materialverarbeitung (Wolle, Seide, Satin, dehnbare Stoffe, Fell, Neopren, Baumwolle), verschiedene Techniken (kräuseln, Falten, Passform, Abnäher, Paspelknopflöcher ‚pattern matching‘) und alle möglichen Arten, einen Reißverschluss einzusetzen (aufgesetzt, nahtverdeckt, Hosenreißverschluss mit Untertritt, überdeckend) eingegangen wird. Ich persönlich finde diese Art der didaktischen Aufarbeitung nicht so richtig geschickt, weil ich mich jedesmal totsuche, wenn ich eine bestimmte Technik nachlesen möchte, aber vielleicht sollte ich mir auch einfach mal angewöhnen, den Index zu benutzen.

Auf meiner To-sew-Liste sind neben der 30er Jahre Bluse gelandet:

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Slip dress (aus „The great british sewing bee – Sew your own wardrobe“ von Tessa Evelegh, Quadrille Publishing, London 2014)

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Box pleated skirt (aus „The great british sewing bee – Sew your own wardrobe“ von Tessa Evelegh, Quadrille Publishing, London 2014)

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1960s Coat (aus „The great british sewing bee – Sew your own wardrobe“ von Tessa Evelegh, Quadrille Publishing, London 2014)

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Yoke Skirt (aus „The great british sewing bee – Sew your own wardrobe“ von Tessa Evelegh, Quadrille Publishing, London 2014)

Alle Schnittmuster kann man sich hier herunterladen.