Kostüm Sew Along – Das Finale

Miriam131102-012Ich habs tatsächlich im gesetzten Zeitrahmen geschafft, ein ganzes Kostüm zu nähen. Und zwar dank Catherines unermüdlichem Einsatz und Ermutigungen, dass wir das schaffen. Und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, was die anderen Teilnehmerinnen alles tolles geschafft haben.Ein Wehmutstropfen gibt es allerdings: Bis Freitag Mittag hatte ich die Hoffnung, dass ich auch noch die Bluse schaffen würde. Miriam131102-005

Aber da hat mir der Rock einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht! Genäht habe ich auf Anregung von Frau Siebenhundertsachen Simplicity 2451. Und dieses Drecksding war viel viel zu eng! Und das obwohl ich doch schon die Nahtzugabe aus den einzelnen Bahnen rausgelassen hatte und es danach so aussah, als wäre alles gut. Nachdem ich den Bund dann angenäht hatte, war dann nichts mehr gut. Verrückterweise ist das nicht der erst glockige Bahnenrock, der nach dem Annähen des Bundes zu eng war. 2009 hatte ich ein ganz ähnliches Erlebnis mit einem Burda Rock. Trotzdem rätsel ich noch immer, was ich beim Ausmessen falsch gemacht haben kann. Mein Hüftmaß erschien mir plausibel. Die korrespondierende Rockgröße kam mir eher klein vor, aber da ich seit dem letzten Rockdesaster 2009 nur noch Oberteile/Kleider für mich genäht hatte (und 2 Hosen, aber die sind bekanntermaßen ja auch eher… naja, lassen wir das…), hatte ich kein wirkliches Gefühl für die Rockgröße. Eine Lösung musste also her. Der Stoff war definitiv zu teuer, um daraus ein Teil für die Tonne werden zu lassen. Ich hab zwar noch 70 cm Stoff übrig, aber nochmal komplett von vorne kam nicht in Frage, zumal ich den Schnitt längst weitergeschickt hatte (Kettenschnittverschickung ist der neueste heiße Scheiß!). Also entschied ich mich dazu, einen Keil in die Seitennaht einzusetzen. Ich trennte die Seitennaht bis zum Taschenansatz auf, zog den Rock an und maß mit den Fingern ab, wie weit die Seiten auseinanderklafften. Und kam auf sage und schreibe 11 cm auf jeder Seite. Also hab ich mir Schnittteile für den Bund und den Keil im Rockteil (Oberstoff und Futter) gebastelt. IMAG0480Diese hab ich dann irgendwie in den halb aufgetrennten Rock gewurschtelt. Dass der Rock jetzt schätzungsweise 4 cm zu weit ist am Bund ist verschweige ich bleibt unter uns, okay? Da muss ich wohl nochmal ran, aber gestern hatte ich da wirklich keinen Nerv mehr für. Der Liebste hat sich sowieso schon über meine schlechte Laune beklagt.IMAG0486

Da der Rock auf mich einen eher kurzen Eindruck machte, wollte ich den Saum ungern nochmals 3 cm kürzen, indem ich ihn umnähe (Da der Rock zu weit ist, sieht es auf den Foto jetzt nach zu lang aus…). Außerdem finde ich es immer schwierig bei so ausgestellten Säumen, dass man das ordentlich hinbekommt, ohne dass das krumpelt. Da ich die Saumversäuberung mit Schrägband außerdem sehr schick finde, mich das bisher aus Angst, dass das nicht gut aussehen könnte, noch nie getraut habe. Trotzdem kaufte ich heute spontan ganz beherzt 3 m Satinschrägband und machte mich daran, den Rock zu versäubern. Und weil nun wenigstens der Saum ordentlich werden sollte, nähte ich ganz besonders sorgfältig. Nur um nach gefühlten Kilometern zu merken, dass die Unterfadenspule leer ist. Nachdem ich mich bei Twitter darüber beklagte, bekam ich dutzende Antworten, dass das scheinbar *jedem* Nähnerd so geht. Und eine zuverlässige Quelle bestätigte, dass es für High End Maschinen auch eine Unterfadenwarnung gäbe. Liebe Bernina Marktforscher: Auch im Basic-Bereich würde diese Funktion Ihre Kundinnen sehr sehr glücklich machen! Glücklicher jedenfalls als der 30. Zierstich.

Aber das Satinschrägband war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Also wenigstens eine richtige Entscheidung, die ich bei dem Rock getroffen hab. Denn das Satinschrägband verleiht dem Saum den nötigen Stand, so dass er richig schön ausgestellt ist. Miriam131102-003Als Bluse plane ich übrigens eine Mischung aus Portrait Blouse und Bow-Tie Blouse aus Gerties Buch. Anders gesprochen: Die Portrait Blouse mit deutlich angeschnittenen Ärmeln. Aus diesem StoffIMAG0487Das Gesamtensemble zeige ich dann mit enger gemachtem Rock und Bluse bei einem MeMadeMittwoch

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17 Gedanken zu „Kostüm Sew Along – Das Finale

  1. Schade, dass dich der Rock so viele Nerven gekostet hat. Aber das Kostüm ist super geworden! Ich dachte auch spontan, der Rock sei zu lang, aber das scheint ja vorübergehend. Sehr schick!

  2. Ja, heute Abend wird der Bund an der Seite nochmal aufgetrennt und enger gemacht. Ich hoffe, das führt dann zu einem zufriedenstellenderem Ergebnis als dieser dilletantisch angemessene keil. Eine individuelle Puppe muss her!

  3. Einfach Klasse! Vor allem auf dem ersten Foto: Seriös, kompetent, aber nicht spießig. Das, was so schwer hinzukriegen ist. Die Stiefel sind für den Alltag super dazu! Und wenns außer seriös und kompetent auch noch richtig elegant sein soll, ist das mit anderen Schuhen kein Problem.

  4. Dein Kostüm ist richtig toll geworden! Wenn der Rock noch ein paar Zentimeter kürzer ist, hast du ein perfektes Business Outfit. Deine Stiefel gefallen mir übrigens auch sehr!

    Liebe Grüße
    Steffi

  5. Ein super Kostüm und ein Rock mit Taschen dazu, finde ich eine schöne Idee. Für die Portrait Blouse würde ich zum Probe Teil raten, ich fand die Ärmel ein wenig eng.
    Viele Grüße
    Sylvia

  6. Dein Kostüm ist klasse geworden. Vor allen Dingen finde ich den Rock sehr gelungen. Die Mühe hat sich wirklich gelohnt.
    LG, Sandra

  7. Ich finde auch: dein Kostüm ist perfekt. Schöne Form und schöne Passform – manchmal gut, wenn man nur die End- Ergebnisse sehen kann und das Fluchen nicht hört.
    Rock einen Hauch zu lang, aber da du ja sagst er wird noch ein Stück hochrutschen wenn er genau sitzt, dürfte das genau richtig sein.

    Madame, so gut passend und schick ist das… unbezahlbar 😉

  8. Super schick. Ich finde den Stoff wirklich super. Und alle Achtung, dass Du nach, erst zu eng, jetzt Bund zu weit, einfach am Ball bleibst. Aber es hat sich gelohnt. Steht Dir super.
    Liebe Grüße Susi

  9. Yeah yeah yeah! Du bist super, du hast es geschafft und es sieht spitze aus!

  10. Ich bin auch stolz auf dich, dass du ein Jackett, was sage ich, ein GANZES KOSTÜM genäht hast.

    Der Rock gefällt mir ausgesprochen gut zu dem Jäckchen. Sieht sehr raffiniert und besonders aus – überhaupt nicht spießig, sondern wie Frau mit Klasse!

  11. Baby, diese Stiefel! 🙂

    Toll ist es geworden, Dein Kostüm! Da hat sich doch der Mut gelohnt, den megateuren Stoff anzuschneiden. Dass Du nach zwei Probeteilen für’s Jackett jetzt noch so ein Gehuddel mit dem Rock hattest, ist ganz schön fies. Aber der Rock gefällt mir ausgesprochen gut, vor allem wie er unten ausgestellt ist. Elegant, schick und alles andere als langweilig! Super gemacht! 🙂

  12. Ein tolles Kostüm! Und das Futter des Blazers ist echt schick. Die Bluse ist doch dann nur noch ein kurzer Schritt 🙂

  13. Gefällt mir wirklich gut, das Kostüm, vor allem der Jackenschnitt ist ganz große Retro-Liebe und ich weiß nun, dass ich auch einen Rock in der Form brauche. Und Respekt für die ganze Arbeit. Blazer sind ja noch die letzte Herausforderung, die ich noch nicht gemeistert habe. AdoraBelle hat mir deinen Blog empfohlen und ich habe mich letzte Nacht bis weit nach der Schlafenszeit festgelesen. Endlich mal wieder ein wirklich stylischer Näh-Blog, der nicht nur aus ‚Hat Mutti selbstgenäht‘-Modellen in möglichst vielen kreischbunten Farbkombinationen besteht. Bitte versteh mich nicht falsch, ich habe absolut nichts gegen Mütter, aber es ist mir oft aufgefallen, dass, sobald das erste Kind da ist, sich auch die Mutter selbst nur noch in die wildesten Knatschbunt-Kombis, die der Stoffmarkt Holland hergibt, kleidet.

    Liebe Grüße vom fleißig nerdic walkenden Mad Scientist

  14. Danke! Ja, der blazer ist toll! Und so bequem! Bisher dachte ich immer, dass man in den dingern nur bedingte Bewegungsfreiheit hat, weil’s an den armen kneift, und überhaupt. In dem Kostüm will ich wohnen! Und das tollste: der schnitt ist ganz einfach! Werde in den nächsten Tagen wohl ein zweites Kostüm beginnen. Hab nämlich Unmengen anzugstoff vom stoffmarkt Holland nach Hause getragen.
    Ich weiß genau, was du meinst mit dem muttiphänomen. Ich hab durch das nähen von kinderkleidung viel gelernt und Selbstbewusstsein und Mut in Bezug aufs nähen entwickelt. Wobei ich auch dort allzu krasse Farben- und Mustermixe vermeide.
    Falls du mehr ’stylische‘ nähblogs suchst: kennst du den Me Made Mittwoch? memademittwoch.blogspot.de Da werde jeden Mittwoch Links zu Blogs von Menschen, die selbstgemachte Kleidung im Alltag tragen, gesammelt. Es sind da zwar auch viele bunte jerseyoberteile dabei, aber auch immer ganz tolle ssachen, die mich für meinen Alltag inspirieren (dresscode bei der Arbeit ist irgendwo zw stoffhose mit Hemd und Anzug).

  15. Pingback: MeMadeMittwoch in der neuen Wohnstatt | drehumdiebolzeningenieur

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