Schwäbischer Kartoffelsalat

Ich mochte schon immer gerne Kartoffelsalat. Aber seit ich das erste Mal schwäbischen Kartoffelsalat aß, kann ich es kaum noch fassen, dass ich die norddeutsche Variante mit Majo jemals lecker fand. Immerhin musste es selbstgemachte Majo sein, damit ich den Salat lecker fand. Das Zeug in der Dortmunder Mensa fand auch ich ungenießbar.

Als dann der Schwabe in mein Leben trat, mussten zuerst die getrockneten Spätzle ausziehen und dann auch irgendwann der Majo-Kartoffelsalat.

Heute gabs wieder Kartoffelsalat. Und als ich twitterte, dass ich mich kaum beherrschen könne, die ganze Schüssel heimlich alleine leer zu essen, wollten plötzlich ettliche Follower das Rezept haben. Das Problem ist nur, dass es sich um das Rezept der Schwiegeroma handelt. Und Rezepte von Omas enthalten hauptsächlich die Mengenangabe „nach Gefühl“, ihr kennt das…

Man nehme:

  • festkochende Kartoffeln
  • Zwiebel(n)
  • Knoblauch
  • Brühe (im Original Fleischbrühe, aber Gemüsebrühe ist genauso gut!)
  • Weißwein- und Sherryessig
  • Senf
  • Walnussöl
  • Salz, Pfeffer

Die Kartoffeln mit Schale kochen. Ich mach das meistens im Dampfdruckkochtopf mit Dämpfeinsatz. Nur leider hab ich es noch immer nicht raus, wie lange ich die Kartoffeln kochen muss. Entweder sie sind noch nicht gar oder sie bröseln auseinander…

Brühe zubereiten. Ich nehme meist eine Mischung aus gekaufter Instant-Fleischbrühe und selbstgemachter Instant-Gemüsebrühe.

Zwiebel(n) fein hacken, Knoblauch pressen (ja, Knoblauch, laut Schwiegeroma die geheime Zutat). Beides zusammen mit etwas Senf, Essig, Salz und Pfeffer mischen.

Handwarme Kartoffeln schälen und in hauchdünne(!) Scheiben schneiden. Nach 2-3 Kartoffeln etwas von der Zwiebel-Essig-Mischung und von der Brühe drüberträufeln. Dann wieder 2-3 Kartoffeln hauchdünn schnibbeln, Essig-Zwiebel-Mischung und Brühe drüberträufeln usw. Am Ende sollten, wenn man die Kartoffeln zur Seite schiebt, so 1-2 cm Flüssigkeit unten in der Schüssel stehen. Wenn alle Kartoffeln geschnibbelt sind, dann noch ordentlich Öl drübergießen und durchrühren. Abschmecken, 2-3 Stunden ziehen lassen, wenn man es bis dahin aushält, die Finger davon zu lassen. Ich versprech euch, ihr wollt nie wieder einen anderen Kartoffelsalat essen!Kartoffelsalat131020-001Man kann auch noch ein paar Blätter Endiviensalat druntermischen, schmeckt auch ganz vorzüglich! Der Schwabe sagt, frische Salatgurke in ganz feine Scheiben geschnitten, schmecke darin auch gut. Dazu kann ich nix sagen, weil ich das noch nie gegessen hab 😉

Dazu trinken wir gerade einen 2012er Müller-Thurgau trocken vom Weingut Merkle aus Ochsenbach. Absolute Empfehlung!!!

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7 Gedanken zu „Schwäbischer Kartoffelsalat

  1. Knoblauch ist immer gut! (Auch wenn meine Oma den weltbesten Kartoffelsalat ohne gemacht hat. Keine Ahnung, was ihre geheime Superzutat war, dass der dermaßen gut schmeckte.)

  2. Ich kann ja persönlich den weltbesten Mayo-Kartoffelsalat, natürlich von meiner Oma, mag aber auch schwäbischen sehr gern und bin mit den diversen Schwaben im Bekanntenkreis sowie der schwäbischen Schwiegermutter zu einem Kartoffelsalatfrieden bei ggenseitiger Tolerierung gekommen. Das ist schon viel wert.

  3. Ich bin Westfälin. In meiner Kindheit gab es nur Mayonnaise-Kartoffelsalat. Ich mochte ihn sehr gerne. Aber der Schwäbische ist viel besser. Es geht mir da wie dir.
    Gruß Mema

  4. Klingt lecker. Ich werde leider nicht dazu kommen, den mal auszuprobieren. Ich habe weder Weißwein- noch Sherryessig im Haus. Bin der Meinung 3 Essigsorten müssen reichen 😉
    Vielleicht komme ich ja anderweitig mal in den Genuss. Ich kenne sonst auch nur den mit selbstgemachter Mayo. Hier auch Knoblauch mein Geheimrezept 😉
    LG

  5. Ich bin ja sonst eine überaus stolze Hamburgerin, aber Kartoffelsatal (oder Pommes oder was auch immer) mit Mayo finde ich unangenehm. Dieses Rezept klingt ausgesprochen lecker, vielleicht versuche ich es mal mit einem solchen Kartoffelsalat!

  6. der badische ist ähnlich. Nur kein Walnußöl. Und die Kartoffeln schön dünn. Ich bin aber zugereist ins badische. Meine Oma, aus der Tschechei geflohen damals, die machte auch einen leckeren Kartoffelsalat. Kartoffelwürfel. Majo, leider, Fleischwurst – hatte ich als Vegetarier weggelassen, früher, gekochte Karrotten, Eier, Essiggurke, Apfel. Alles in kleine Würfel geschnitten. sehr sehr lecker

  7. Ich glaube, Du musst mal den echt sächsischen Kartoffelsalat nach Rezept meiner Mutter probieren. Der Schwabe muss zur Verkostung ja nicht mitkommen (darf aber natürlich – Horizonterweiterung und so :D) Vielleicht sollten wir gar mal einen Kartoffelsalat-Contest machen? Werde Dein Rezept aber sicher mal ausprobieren 🙂

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