Ein Kleid zum rumhängen, was gar nicht schluffig aussieht

Jerseykleider sind ja für am Wochenende zu Hause rumhängen ideal. Und nachdem ich schon 2 Onion 2022 Knotenkleider habe (plus eine Tunika) wollte ich mal einen andere Schnitt ausprobieren. Bei meinem Stoffgroßeinkauf in Berlin habe ich auch zwei Jerseys mitgenommen und beim anschließenden Schnittmustershoppen entschieden, dass aus dem grau gemusterten Jersey unbedingt McCalls 5974 werden soll.DSC_1555 Da es sich bei dem Schnitt um ein Exemplar aus der „Fit for real people“ Reihe von Palmer Pletsch handelt, und ich das Buch hier auch rumliegen habe, dachte ich mir, ich probier das gleich mal aus. Es sollte Variante C mit den Wickelbändern werden.Kleid130818-010Also den Schnitt auf Folie abgepaust, die Schnittteile zusammengesteckt und anprobiert. Wie erwartet, war der Armausschnitt mal wieder zu weit, aber das Problem bekomme ich so langsam in den Griff.

Da ich mit einer üppigen Oberweite gesegnet bin, hatte ich außerdem die Befürchtung, dass das vordere Oberteil zu kurz sein könnte. Aber der Streifen unterhalb der Brust saß bei dem halben Folienkleid tatsächlich ziemlich exakt dort, wo er hin sollte.Jersey zugeschnitten und wie ich es befürchtet hatte, reichte der grau gemusterte nicht aus, um die doch sehr üppig ausfallenden Bindebänder auch daraus zuzuschneiden. Ich hatte aber noch einen Rest dunkelgrauen Jersey aus ähnlicher Qualität, der gerade eben so für die Bänder reichte. Die Bänder wollte ich aber unbedingt, weil sich damit mein Bauch etwas verstecken lässt.Das Rückenteil habe ich im Bruch zugeschnitten, ein Reißverschluss in einem Jerseykleid kam mir irgendwie überflüssig vor.Kleid130818-013Da der Stoff zwar dünn, aber doch eher schwer ist, beschlich mich schnell der Verdacht, dass Folien-Theorie und Jersey-Wirklichkeit etwas auseinanderklaffen würden. Und so war es dann auch, das Oberteil war viel zu weit, viel zu lang und überhaupt, es klaffte nicht nur etwas auseinander. Also den Streifen unter der Brust wieder abtrennen, die Falten erneut heften (Strafarbeit!) und den Streifen 4 cm weiter oben und mit mehr Überlapp der beiden Oberteile nochmal annähen. Das sah schon besser aus. Die Seitennähte musste ich aber auch mit deutlich mehr Nahtzugabe als den im Schnittmuster enthaltenen 2,5 (!) cm nähen.
Die Ärmel waren irgendwie auch viel zu weit, was teilweise sicher daran lag, dass ich in der Seite einiges an Weite weggenommen hab und das Armloch dadurch ja auch nochmal kleiner wurde, aber auch im weiteren Verlauf des Ärmels musste ich deutlich Weite rausnehmen.

Alles in allem hätte es 1 Größe kleiner wahrscheinlich auch getan. Da sich Jersey dehnt, halte ich hier die „Fit for real people“ Methode, den Papier-/Folienschnitt anzuprobieren, für fragwürdig. Normalerweise rechnet man bei dehnbaren Stoffen ja auch mit negativen Bequemlichkeitszugaben. Da im Schnitt ein Reißverschluss vorgesehen ist, vermute ich mal, dass die Designerin da von einem deutlich weniger dehnbaren Stoff ausgegangen ist als dem, den ich verwendet habe. Wobei ich mir kaum einen Strickstoff („The perfect knit dress“) vorstellen kann, bei dem man einen Reißverschluss bräuchte.

Auch wenn das Resultat nicht perfekt ist (Schultern zu weit, Falten im Oberteil formen durch die Änderungen die Rundungen nicht mehr an den richtigen Stellen, Ausschnitt springt auf) fühle ich mich sehr wohl in dem Kleid. Kleid130818-014

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2 Gedanken zu „Ein Kleid zum rumhängen, was gar nicht schluffig aussieht

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