Me Made Mittwoch im bewährten Look und Anfreunden mit dem Licorice Dress

Heute habe ich mal wieder das selbstkonstruierte Etuikleid an, weil es sich einfach echt bewährt hat und die Temperaturen ja eh nichts anderes zulassen als Lagenlook.

DSC_1833Diesmal habe ich eine Bluse aus der Maßkonfektion dazu kombiniert. Der Stoff hat ganz schmale rote Streifen und an den Manschetten und die Knopfleistenbelege sind aus Vichykaro. Aber Maßkonfektion bei Frauen sucks. Nicht umsonst gibt es dazu einen Forschungsschwerpunkt an der Hochschule Niederrhein. Im Prinzip hab ich nämlich bei diesen maßkonfektionierten Blusen das gleiche Problem wie bei der Kittelschürze: Armbewegungsfreiheit ist eher eingeschränkt…

Aber eigentlich wollt ihr ja was ganz anderes sehen, oder? Nämlich das Licorice Dress von Colette aus tollem Tulpenstoff, welches ich gestern endlich fertig genäht hab. In meiner Vorstellung sollte das ein leichtes, weich fließendes, bequemes Sommerkleid werden. Aber weil das Wetter zum einen nicht wirklich sommerlich ist und zum anderen ich mich nicht so richtig mit dem Kleid anfreunden kann, habe ich es heute tagsüber nicht getragen. Aber für Fotos habe ich es dann eben doch nochmal angezogen und bin nicht mehr ganz so skeptisch.

DSC_1837Nach den Armhebeproblemen bei der Kittelschürze habe ich bei diesem Kleid sowohl die Armausschnitte als auch die Armkugel mit 4 cm Nahtzugabe zugeschnitten, um im Zweifelsfall genug Stoff zum ändern zu haben. Unter der Achsel habe ich von vornherein nur 1 cm Nahtzugabe genäht, also 3 cm neben der ursprünglichen Nahtlinie. Zur Schulter hin habe ich dann die neue Nahtlinie auf die Originallinie auslaufen lassen. Die erste Anprobe ergab, dass die Armlöcher viel zu eng waren und vor allem die Schulternähte viel zu weit außen lagen. Ich habe dann noch 3 mal nachkorrigiert. Wirklich bequem war es aber noch immer nicht und dann fing der kleine kleine Mensch an zu quaken und als ich mich um ihn kümmerte, machte es plötzlich „ratsch“. Ich dachte wirklich, dass da eine Naht gerissen war. Aber es war zum Glück nur die Nahtzugabe, die einfach zu eng war.

Die Taillenabnäher und die Seitennähte musste ich übrigens auch ordentlich rauslassen, damit es nicht total nach Presswurst aussah. Vielleicht hätte ich es besser in Gr. 14 statt 12 zugeschnitten. Denn die Abnäher sitzen definitiv nicht richtig.

Die Arme kann ich mittlweile bequem bewegen

DSC_1844Unzufrieden bin ich allerdings mit der Rückenansicht

DSC_1846Der Reißverschluss ist zu kurz. Ich wollte einen 60 cm langen nahtverdeckten Reißverschluss, aber in diesem durmeligen Nähladen hier vor Ort hatten sie keinen schwarzen nahtverdeckten RV in 60 cm Länge. So richtig glauben kann ich das noch immer nicht, weil das ja nun wirklich so ziemlich ein Standardding sein sollte, oder? Also ließ ich mich von der Verkäuferin dazu überreden, einen 40 cm langen Reißverschluss zu nehmen. Das würde für ein Kleid doch locker ausreichen. Nein, für ein enganliegendes Kleid reicht das nicht!!! Näht weiter eure Patchworkdecken und Handytäschen, aber tut bitte nicht so, als würdet ihr was vom Nähen von Damenoberbekleidung verstehen!

Wirklich gut eingenäht ist er aber auch nicht. Der Stoff ist ziemlich fragil und benötigte Seidenpapier beim Nähen, damit die Zähnchen vom Transporteur ihn nicht zerstören. Aber entsprechend heikel reagiert er auch auf nicht einwandfrei eingenähte Reißverschlüsse. Das muss ich definitiv noch üben!

Und dann der Kragen. Ich weiß, dass der so gehört, aber diese große Lücke hinten finde ich irgendwie „hmmm“. Das ist so ein Detail, welches typisch für Colette ist. Sieht so ein bisschen halbgar aus.

Wahrscheinlich liegt es an den drölfmillionen Änderungen an den Armlöchern/-kugel, aber die Ärmelabschlüsse sehen krumm und schief aus

DSC_1848So und jetzt ihr: Ist es wirklich so schlimm? Oder bin ich überkritisch?

Fest steht: Gr. 14 und ein etwas weichfließenderer Oberstoff und ein rutschigerer Unterstoff wären wahrscheinlich besser gewesen, damit ich mich wohler fühlen würde. Habt ihr Tipps für ein flutschiges Unterkleid?

Das letzte Mal vor der Sommerpause führt heute Meike die Riege der Damen in selbstgenähter Kleidung an.

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7 Gedanken zu „Me Made Mittwoch im bewährten Look und Anfreunden mit dem Licorice Dress

  1. Jetzt kommentiere ich in Reihe, dann komm ich nicht aus dem Konzept…
    Was ist denn eine Bluse aus der Maßkonfektion? Wenn das auf dich zugeschnitten ist (mein Verständnis von Maßkonfektion), verstehe ich nicht, wieso du die Arme nicht richtig heben kannst – also keine Turnübungen am Reck ohne Nachher zuppeln, klar, aber so im normalen Rahmen bewegen? Davon abgesehen steht dir rosa super.

    Das Licorice Kleid finde ich soweit völlig o.k., also alles was mir jetzt nicht so gefällt ist einfach dem Schnitt geschuldet (der Kragen, und die komische Ärmellänge – ich bin kein Colette Fan, in diesem Falle).
    Wenn dir der Armabschluss nicht gefällt würde ich ihn noch mal ändern (ich fände auch eine Länge bis zum Ellbogen und nicht drüber schön).

    Dass der Reißverschluss zu kurz ist fällt nur dir beim Anziehen auf 😉 Sieht ansonsten doch ok aus. Ja der Kragen – nachdem du darauf hingewiesen hast, ist mir auch aufgefallen, dass diese Lücke etwas seltsam ist. Aber auch das ist vermutlich etwas, was anderen nicht auffällt.

    Ob du Licorice nochmal nähen solltest? Aber ja, warum nicht? Ich glaube ich würde obenrum dann auch einen Nr. größer nehmen. Vielleicht dann mit einem gleichfarbigen Kragen? Das fände ich glaube ich schöner, so in schwarz sieht er zu dem feinen Stoff doch sehr kontrastig aus. Tipps für ein flutschiges Unterkleid hab ich leider nicht.

    Haha, ich sollte doch lieber nur twittern, da muss man sich kurz halten 😉
    LG frifris

  2. Oh, mann, und jetzt doch noch: Ich könnte mir bei diesem Kleid auch sehr sehr gut ein Stoffband als Gürtel geknotet/be-schleift (aus dem gleichen Stoff wie der Kragen), dazu vorstellen. Probier das mal aus, liebes Versuchskaninchen. (Und poste ein Bild davon, natürlich). 😉

  3. Das Kleid sieht super aus. Sei nicht so kritisch. Vielleicht noch ein bisschen bügeln und dann ist allet schick. Ich finde, dass dir das ziemlich gut steht. Beim ersten Foto dachte ich „Wow! Was hat sie nur?“ Also wirklich tragbar und das wär doch auch was für die Arbeit, oder?
    Meinst du, du kannst den kurzen Reißverschluss noch raustrennen? Ich glaub, das nervt auf Dauer wirklich, wenn man Schlangenmensch artige Züge annehmen muss, um in ein Kleid und vor allem auch wieder raus zu kommen…
    LG

  4. @frifris:
    Bei der Maßkonfektion werden ein paar Körpermaße gemessen, diese in den Computer eingegeben, nach Tschechien geschickt und dort werden dann die Blusen, Jacken, Hosen, whatever genäht. D.h., dass ein paar Proportionen tatsächlich individueller sind, als bei Konfektion, aber es handelt sich also immer noch um standardisierte Schnittmuster und ich scheine halt davon sehr abweichende Achseln zu haben. Da keine Zwischenanprobe stattfindet, und die Leute in der Filliale scheinen angehalten, nachträgliche Änderungen so minimal wie möglich zu halten. Damals wusste ich noch nicht, was eine gute Passform ist, deshalb ist es mir nicht aufgefallen. Aber jetzt halt schon. Dank Dir! 😉 Die Bluse ist übrigens rot-weiß gestreift und nicht rosa 😉

    Ärmel nochmal ändern ist definitiv eine Option.

    Den Bindegürtel hab ich zugeschnitten und verlegt. Werde ich aber auch noch ausprobieren, auch wenn ich bisher das Gefühl hattel dass Gürtel bei mir eher unvorteilhaft wirken.

  5. Ja, schlangenmensch trifft die Verrenkungen sehr gut, die ich da machen muss, um das Kleid beim an- und ausziehen nicht kaputt zu reißen. Von daher ist das mit dem Raustrennen echt ne überlegung wert!
    Auf den Bildern sieht es ja wirklich ganz passabel aus, aber in Wirklichkeit müsste es irgendwie lockerer fallen, damit ich es seriös genug fürs Büro fände. Deshalb ja die Frage, ob ein flutschiges Unterkleid noch was retten könnte…

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