Me Made Mittwoch

Ich hab gestern bis tief in die Nacht hinein genäht, weil ich das Kleid unbedingt fertig haben wollte. Resultat: auf der Zielgeraden musste ich mal wieder wurschteln. Hätte ich mich an Wiebkes Rat zum Verstürzen von Halsausschnitt und Armlöchern gehalten (so wie es in der Burda Nähschule für gefütterte Westen erklärt wird), wäre ich vermutlich deutlich früher im Bett gewesen und deutlich zufriedener mit dem Ergebnis. Jetzt muss ich wohl damit leben, dass dieses ansonsten ganz wundervolle Kleid an den Schulternähten sehr unsauber gearbeitet ist (wird außer mir und meiner Oma wahrscheinlich niemand bemerken).DSC_0684
Der Schnitt ist von mir selbst konstruiert. Ich hab nämlich letztes Wochenende bei Martina Karnehl einen Kleidergrundschnitt-Kurs gemacht. Und ich bin restlos begeistert. Dadurch hat sich nämlich mein Schnittmusterverständnis direkt mal verzehnfacht! Ich muss ja zugeben, dass ich mehr so der theoretische Typ bin. Und obwohl der Kurs zu 100% praktischer Natur ist, hab ich aber durchs selbst konstruieren kapiert, wie das mit den Abnähern funktioniert. Die Brustabnäher werden nämlich zuerst einmal zwischen Schulternaht und Halsausschnitt konstruiert. Dann wird ein Schenkel bis kurz vor den Brustpunkt aufgeschnitten. Ebenso wird ein Schnitt dort gemacht, wo eine den Brustabnäher haben will. Dann werden die beiden ursprünglichen Abnäherschenkel aufeinander gelegt und dadurch springt der gewünschte Abnäher auf. Prinzessnähte sind etwas komplizierter, aber auch kein hexenwerk!
Von einem anderen Projekt hatte ich noch genug Stoff übrig, um mal einen ersten Versuch mit einem ganz schlichten Schnitt zu wagen. Die Armausschnitte könnten etwas weiter sein, aber nur minimal, meine Bewegungsfreiheit ist in keinster Weise eingeschränkt. Ansonsten sitzt das Kleid hervorragend. Nirgendwo steht was ab, oder wirft seltsame Falten. Das Rockteil habe ich ganz leicht ausgestellt, ich mag das nicht, wenn meine Schrittlänge durch die Rockweite begrenzt wird.
Im Juni mach ich noch einen Aufbaukurs. Der nennt sich zwar Jackengrundschnitt, aber im Wesentlichen geht’s dann um die Ärmel. Und die waren bisher immer das kritischste bei mir. Ich erinnere mich noch sehr schmerzhaft an den Abiball meines damaligen Freundes, wo ich die Arme nicht heben konnte… Ich hatte ein ganz traumhaftes Kleid an, toller Schnitt, sündhaft teurer Stoff, aber nur einmal getragen 😦 Ich hätte wohl vorher besser mal ein Probeteil nähen sollen. Hinterher ist eine immer schlauer.

Mehr selbstgenähte Frauenkleider gibt es hier zu sehen.

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8 Gedanken zu „Me Made Mittwoch

  1. Klasse Foto und Selbstkonstruktion finde ich sowieso toll. Ich kenne das auch, dass man eben mal schnell fertig werden will und anfängt zu schlampen. Und hinterher ärgere ich mich dann.
    LG

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