Me Made Mittwoch

Ich finde den Me Made Mittwoch ja eine ganz wundervolle Einrichtung und er hat mir definitiv sehr dabei geholfen, wieder Kleidungsstücke für mich zu nähen und vor allem auch im Wochenalltag zu tragen (zumselige Sachen hab ich auch vorher schon hin und wieder für mich genäht und am Wochenende getragen). Warum ich mich trotzdem erst zum zweiten Mal beteilige liegt an ganz profan praktischen Gründen:

  • Der einzige Ganzkörperspiegel in der Wohnung ist gegenüber vom Fenster, also fallen Photos, die ich von mir im Spiegel mache, irgendwie flach, weil es sich dadurch zwangsläufig um Gegenlichtaufnahmen handelt, die irgendwie doof aussehen.
  • Ich betrete die Wohnung eigentlich nie mit Straßenschuhen. Photos in schicken Kleidern mit Hausschuhen sehen aber scheiße aus, ganz ehrlich!
  • Und sowieso müsste es ja eigentlich eher Me Made Dienstag heißen, weil ich es mittwochs morgens vor der Arbeit nicht schaffe, mein Outfit zu photographieren und dazu einen originellen Blogtext zu schreiben. Deshalb bin ich heute wahrscheinlich auch die letzte, die ihren Beitrag verlinkt…

Aber genug der Ausreden, hier also jetzt ein Photo von mir, mit Straßenschuhen in der Wohnung, dank Sommerzeit sogar bei Tageslicht gemacht.

Simplicity 4014

Bei dem Kleid handelt es sich um Simplicity 4014. Schon beim Schnittmuster abzeichnen war mir klar, dass ich da in der Taille was zugeben muss. Aber da es sich um ein Kleid mit Princess-Nähten handelt und die amerikanischen Schnittmuster ja von vornherein 1,5 cm Nahtzugabe haben, hab ich den Oberstoff erstmal nach Schnittmuster zugeschitten und mit der Nähmaschine mit großer Stichlänge zusammen“geheftet“ (ich emanzipiere mich immer mehr von der rigiden Nähschule meiner Oma!!!). Mein einziges Problem war, dass laut Anleitung der Reißverschluss ganz zum Schluss eingenäht werden sollte, ich hatte keine Ahnung, wie das mit der Anprobe ohne fremde Hilfe funktionieren sollte. Netterweise gab es per Twitter ein paar hilfreiche Tipps, schlussendlich hab ich den Reißverschluss aber auch erstmal nur „geheftet“ und dann das Oberkleid anprobiert. Wie erwartet war es in der Taille zu eng, so dass ich an der Stelle die vorderen Princess-Nähte und die Seitennähte jeweils um 0,5 cm nach außen verlegt und somit 4 cm gewonnen habe. Die Anleitung war etwas gewöhnungsbedürftig, denn zuerst sollten die Princess-Nähte des Vorder- und Rückenteils geschlossen werden, dann die Schulternähte und dann das Futter auf die gleiche Weise genäht werden. Das Futter habe ich dann nicht mehr geheftet sondern direkt mit der Overlock nach dem geänderten Schnitt zusammengenäht und gelernt: Flutschiger Futterstoff ist flutschig. Beim nächsten mal werde ich den brav mit Stecknadeln zusammenstecken, mit der Nähmaschine heften und dann mit der Overlock nähen. Denn irgendwie ist mir die untere Stofflage immer ein bisschen weiter unters Messer gerutsch als die obere Lage, die perfekt an der eingezeichneten Nahtlinie genäht wurde. Resultat sind also weniger als 4 cm Mehrweite, das Futter sitzt jetzt etwas knapp, der Oberstoff hingegen fällt schön darüber.

Nachdem also die Princess- und Schulternähte von Ober- und Futterstoff geschlossen sind, soll der Ausschnittbeleg links auf rechts auf das Futter geheftet werden und dann das Futter rechts auf rechts am Hals- und Armausschnitt auf den Oberstoff genäht werden. Die Seitennähte und die hintere Mittelnaht sind dabei noch offen. Leider kann eine den Beleg nicht mehr auf der Nahtzugabe festnähen, wenn schon die Armausschnitte genäht sind. Weiß ich jetzt auch, dass die Anleitung da etwas missverständlich ist. Danach wird das ganze durch die Träger gewendet und dann die Seitennähte vom Ober- und Futterstoff in einem Rutsch geschlossen. Erst dann wird die hintere Naht geschlossen und der Reißverschluss zwischen Oberstoff und Futter eingenäht. Dadurch kann er aber nicht mehr nahtverdeckt eingenäht werden. Oder gibt es da einen Trick?

Neben dem nicht nahtverdeckten Reißverschluss stört mich außerdem, dass eine an der Seitennaht extrem sauber arbeiten muss, damit am Übergang von Futter- zu Oberstoff wirklich Futter auf Futter und Oberstoff auf Oberstoff trifft. Das ist leider nicht so unbedingt meine Stärke. Ich werde das Kleid auf jeden Fall nochmal nähen, aber irgendwie muss ich mir da eine andere Strategie zum zusammennähen ausdenken. Dadurch, dass es ärmellos ist, und die Armausschnitte auch ordentlich versäubert werden müssen, ist das mit dem Futter einnähen vor dem Schließen der Seitennähte schon charmant, aber nunja, das muss doch auch anders gehen, oder?

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9 Gedanken zu „Me Made Mittwoch

  1. Herrlich zu lesen!
    Besser das Futter etwas enger als andersrum… ;))
    Bzgl. Verstürzen, wenn man gerne schon vorab wissen möchte, ob das Oberteil an den Seitennähten passt. Da gibt es was von burda: Die Kochlöffelmethode.bei der am Schluss die Schulternaht geschlossen wird. Die Methode hört sich ganz schlimm an, ist aber recht einfach und nur ein kleines bißchen fummelig. Und man kann eben schon vorher die Seitennähte schließen. Ich kenne keine Anleitung dazu im Netz, ich habe das burda „Nähen leicht gemacht“-Buch , da wird das ganz gut beschrieben.
    LG
    Wiebke

  2. Danke für den Tip! Das Buch hab ich auch hier rumliegen, werde gleich direkt mal schauen, ob ich das blicke. Finde die Burda-Beschreibungen nämlich oft total unverständlich…

  3. Das Ergebnis ist jedenfalls schön geworden! Ansonsten fehlt mir leider die Erfahrung für hilfreiche Tipps…
    LG Judy

  4. Vielen Dank!
    Ich fürchte, das Futter muss ich tatsächlich von Hand an den Reißverschluss nähen. Denn die verlinkte Methode funktioniert ja auch nur, wenn der Reißverschluss als aller erstes eingenäht wird. Dann funktioniert das mit dem Verstürzen der Armausschnitte aber nicht mehr, oder hab ich einen Knoten im Hirn? Vielleicht klappt es ja in Kombination mit der von Wibke erwähnten Kochlöffelmethode. Die muss ich mir wirklich dringend mal anschauen…

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