Herbstwanderung

Gestern haben wir gemeinsam mit einem Teil meiner Verwandtschaft eine tolle Herbstwanderung gemacht.

HerbstwanderungDie anderen haben schon einige Fernwanderwege in (verlängerten) Wochenendetappen bewältigt. Vor ein paar Jahren haben Philip und ich sie auch schonmal auf einer Etappe des Rothaarsteigs begleitet.

An diesem Wochenende stand ein Teil des Rheinsteigs auf dem ProgrammRheinsteig und da das ja mehr oder weniger hier um die Ecke ist, haben Emil, Philip und ich gestern die Kraxe eingepackt und sind die Etappe von Rengsdorf nach Sayn mitgegangen. Das Wetter war zwar nicht ganz so gut wie vorhergesagt aber für Ende Oktober war es erstaunlich gut. Aber trotzdem sollte man das Kind in der Kraxe nicht zu dünn anziehen, da es sich ja nicht bewegt und deshalb leicht auskühlt. Vor allem die Beine sollten warm eingepackt sein. Eine Matschhose ist da eigentlich ganz praktisch.

Wie wahrscheinlich jede Etappe des Rheinsteigs ging es auch auf dieser ziemlich viel auf und ab, vorbei am Kernkraftwerk Mülheim-KärlichAKWund durch verwunsche Wälder.MärchenwaldIm Schmetterlingsgarten in Sayn gab es dann noch einen Spielplatz für Emil, der mal wieder ganz toll war und es sichtlich genossen hat, von den verschiedensten Menschen durch die Gegend getragen zu werden.Spielplatz

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Kochbücher, die II.

Nicht nur die Bilder in Kochbüchern sind manchmal irreführend, sondern auch die Rezepte an sich.

In der Gemüsekiste war letzte Woche Fenchel. Und weil ich mal was anderes damit machen wollte als den megatollleckeren Fenchelsalat mit Orange und Banane, habe ich mich von meiner Mama inspririeren lassen und glasierten Fenchel gemacht:

Das geht ganz einfach: Fenchel längs in 5 mm dicke Scheiben schneiden, etwas Butter und Puderzucker in einer Pfanne schmelzen und den Fenchel von beiden Seiten 2 Minuten glasieren. Anschließend warm stellen.

Dazu sollte es Lachsfilet nach der Niedrigtemperaturmethode gegart geben. Ich Trottelchen hatte allerdings vergessen, den tiefgefrorenen Lachs aufzutauen. Aber das konnte der ja auch bei 70 Grad Celsius im Backofen, oder? Also den Lachs mit Limettensaft beträufelt, gesalzen und hauchdünne Butterscheiben auf dem Lachs verteilt. Dass die angegebene Zeit im Rezept nicht stimmen konnte, war mir ja klar, schließlich musste der Lachs nicht von Raumtemperatur auf 70 Grad erwärmt werden, sondern von -18 Grad. Wobei im Rezept eine sehr exakte Zeitangabe gemacht wurde (25 min), aber mit keinem Wort erwähnt wurde, wie warm (bzw. kalt) der Lachs war, als er in den Ofen kam. Und da können ein paar Grad Unterschied die Garzeit enorm verlängern, kann ich euch sagen. Wir haben geschlagene 2 Stunden gewartet, bis der Lachs eine Kerntemperatur von 70 Grad hatte und damit nicht mehr im Sushi-Zustand war.

Kontrolliert haben wir die Kerntemperatur mit diesem tollen Thermometer, was für das Niedrigtemperaturgaren unerlässlich ist, wie wir wieder einmal festgestellt haben, da Garzeitangaben wirklich nur als ganz grobe Anhaltswerte verstanden werden können…

Aber das Warten hat sich gelohnt, der Lachs hat wirklich ganz vorzüglich geschmeckt und ich bin durchaus gewillt, diese Niedrigtemperaturgarmethode auch nochmal auf Fleisch anzuwenden, aber da muss ich ganz ganz viel Zeit haben!

Dazu gab es dann noch Spaghetti mit einer Limetten-Sahne-Sauce. Einen Becher Sahne erwärmen, ein Eigelb unterschlagen, wenn die Sahne kocht. Das ganze etwas abkühlen lassen (es darf auf keinen Fall mehr kochen!!!) und den Saft einer ausgepressten Limette hinzugeben. Mit etwas Instant-Gemüsebrühe würzen.

Falls jemand Vorschläge hat, was man aus einem Kürbis noch alles machen kann außer ihn süß-sauer einkochen oder eine Halloween-Laterne

schnitzen, immer her damit, am Donnerstag ist wieder ein Hokaido-Kürbis in der Gemüsekiste.

Bilder in Kochbüchern

Warum sehen die Gerichte, die in Kochbüchern abgebildet werden, eigentlich nie nie niemals so aus wie das, was man selbst gekocht hat, auch wenn man sich sklavisch an die Anweisungen hält?

Ich habe den Kürbis, der vor 3 Wochen in unserer Gemüsekiste war, nach folgendem Kochbuchrezept (Fleischlos kochen. Die neue große Schule) süß-sauer eingekocht:

Orangenkürbis

  • 1 kg reines Kürbisfleisch
  • 500 g Zucker
  • 1/4 l Weißweinessig
  • 50 ml Aceto Balsamico
  • 200 ml Orangensaft
  • abgeriebene Schale von 2 Orangen
  • 2 Gewürznelken
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 EL geriebene Ingwerwurzel
  1. Kürbisfleisch in 3 cm große Würfel schneiden
  2. Die übrigen Zutaten  zum Kochen bringen und über die Kürbisstücke gießen und 24 Stunden marinieren
  3. Dann alles miteinander aufkochen und bei mittlerer Hitze 10 bis 15 Minuten köcheln lassen (ich hab den Hokaido-Kürbis mit Schale verarbeitet, deshalb musste er etwas länger kochen), bis die Kürbisstücke glasig werden.
  4. Sofort in ausgekochte Twist-off Gläser füllen und fest verschließen.

Der aufmerksamem Leserin/dem aufmerksamen Leser ist vielleicht bei der Zutatenliste aufgefallen, dass da 50 ml Aceto Balsamico rein sollen. Wenn man sich das Foto aus dem Kochbuch (s.o.) so anschaut, dann fragt man sich schon, warum der Sud dann so hell ist. Und meine Vermutung bestätigte sich dann auch, mein Orangenkürbis sieht so aus:

Auch wenn er nicht so appetitlich aussieht wie im Kochbuch, schmecken tut er!

Jetzt warten allerdings erstmal noch 3 Fenchelknollen und 2 Porreestangen darauf, verarbeitet zu werden.Es war wirklich eine kluge Entscheidung, das Abo im 2-Wochen Rhythmus zu bestellen, denn ansonsten kämen wir gar nicht nach mit Essen, da wir ja nur am Wochenende kochen und unter der Woche in der Kantine bzw. KiTa essen.

Was tun mit all dem Gemüse?

Wir haben seit einiger Zeit wieder ein Gemüseabo. Diesmal kommt es vom Biolandhof Apfelbacher. Was ich ja an diesen Kisten mag ist, dass es saisonales Gemüse gibt und man immer wieder unbekanntes Gemüse drin hat. Ohne das Gemüseabo wäre ich nie auf den Geschmack von Pastinake gekommen und hätte wahrscheinlich nie diese Koteletts mit Pastinake und Birne ausprobiert.

Diese Woche gab es u.a. Mangold. Kannte ich schon, allerdings hab ich den, soweit ich mich erinnere, noch nie im Supermarkt gekauft. Meine Oma hat den immer so verarbeitet wie Spinat und das war irgendwie nicht das richtige für dieses Gemüse. Vor vier Wochen hatten wir bereits schonmal Mangold in der Kiste, da haben wir Mangold-Grünkern-Röllchen daraus gemacht. War allerdings ziemlich aufwändig und haben wir nur deshalb gemacht, weil der kleine Mensch bei seiner Oma war, wir also etwas mehr Zeit und Muße zum Kochen hatten. Diesmal sollte es was deutlich einfacheres geben als Beilage zum Hirschgulasch, welches meine Schwiegermutter gekocht hat. Gratinierter Mangold ist super simpel und suuuuuuper lecker!!!

Gratinierter Mangold

  • 700 g Mangold (soviel war in der Kiste drin)
  • 1 Knoblauchzehe
  • eine Handvoll Pinienkerne
  • ein Schluck Sahne
  • 200 g Le Gruyère (rezent oder surchoix)
  • Butter
  1. Mangold waschen und sowohl die Stiele als auch die Blätter in Streifen schneiden.
  2. Die Stiele in Butter 5 min andünsten, dann die Blätter und den Knoblauch zufügen, weitere 5 min andünsten, mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Die Pinienkerne leicht rösten.
  4. Mangold und Pinienkerne in eine Auflaufform geben, einen Schluck Sahne darüber gießen, mit geriebenem Käse bestreuen und für 30 min bei 200 °C in den Backofen.