Allgäu, Tag 8-11

Am Montag sind wir von der Talstation der Söllereckbahn aus zum Freiberger See gelaufen. Wie sich herausstellte, ist das ein Badesee. Neben einem offiziellen Naturfreibad gibt es aber auch noch ein paar andere Badestellen am See, sogar mit kleinen Hüttchen, in denen man sich umziehen kann. Wir hatten natürlich unsere Badesachen nicht dabei, aber da es um 12 Uhr Mittags schon so heiß war, sind der kleine Mensch und ich kurzerhand nackidei in den See gesprungen. Der Liebste wollte mit seinem offenen Finger lieber nicht baden gehen. Selber schuld, das war so herrlich!

Danach ging es sehr steil bergauf, glücklicherweise durch den Wald zur Hochleite, wo wir einige Familien wiedertrafen, die morgens in der Schlange zur Seilbahn standen, an der wir vorbeigelaufen sind. Obwohl der Liebste behauptete, dass wir schon auf der Höhe der Bergstation seien, kam mir das etwas spanisch vor, dass diese Familien so lange für ein flaches Stück gebraucht haben können. Wie sich herausstellte, hatte der Liebste sich geirrt und wir mussten noch 300 Hm rauf…. Ging aber glücklicherweise wieder größtenteils durch den Wald, denn die Sonne war wirklich mörderisch. Der kleine Mensch hat sich scheinbar zwischendurch auch gelangweilt, da er irgendwann anfing, dem Liebsten in die Haare zu reißen und ihm die Hände blutig zu kratzen. Glücklicherweise passiert sowas selten, aber auf unsere sehr strengen Ermahnungen hin hat er sich eher noch motiviert gefühlt weiter zu machen und im Wald aussetzen kommt natürlich nicht in Frage. Tipps, wie man ein Kind in der Kraxe diszipliniert? Oben angekommen, führte ein Stück des Weges durch ein Hochmoor, wunderschön!

Anschließend haben wir uns noch ein Stück Pflaumenkuchen im Bergrestaurant gegönnt, Der kleine Mensch hat sich fast die Beine an einer sengend heißen Rutsche verbrannt und dann sind wir mit der Gondelbahn wieder talwärts geschwebt. Abends kam dann mit einiger Verspätung noch ein Freund von uns an, der den Rest der Woche mit uns verbracht hat.

Nebelhorn

Am Dienstag morgen sind wir megafrüh aufgestanden, da wir aufs Nebelhorn wollten und es noch heißer werden sollte. Wir haben wieder am Ortseingang von Oberstdorf geparkt und sind mit dem Ortsbus zur Talstation der Nebelhornbahn gefahren. Vor 9 Uhr hat der Bus leider einen 20-Minuten-Takt und wir hatten den um 8:30 Uhr knapp verpasst. Wir waren trotzdem noch so früh an der Talstation, dass wir fast ohne Wartezeit in die Kabine der Seilbahn einsteigen konnten. Als wir nach oben schwebten, ging die Schlange schon aus dem Gebäude raus. Es lohnt sich, wirklich früh dort zu sein, vor allem mit Kindern. Wir sind dann auf der Bergstation Höfatsblick ausgestiegen und die fehlenden 300 Hm zum Gipfel über den Weg nur für Geübte zurückgelegt. Auch dieser Weg war einigermaßen harmlos, aber endlich kam mal wieder Hochgebirgsfeeling auf. Das Gipfelrestaurant war natürlich eine ganz schöne Tourifalle, aber am Gipfel war es trotzdem schön, vor allem die Aussicht war gigantisch (auch wenn man die versprochenen 400 Gipfel natürlich nicht sehen konnte, dafür war es zu diesig).

Danach sind wir mit der Kabine wieder runter zum Höfatsblick gefahren und sind dann dem Tipp unserer Gastgeberin gefolgt, und sind den Laufbachereckweg gegangen, allerdings nicht ganz bis zum Laufbacher Eck. Aber den Blick ins Oytal und auf die Käseralpe, den wollten wir dann doch genießen, so dass wir bis um den Schochen herumgelaufen sind. Die Aussicht war gigantisch und die Menschenmassen, die sich auf dem Nebelhorn rumtrieben, haben es vorgezogen, lieber zur Seealpe zu laufen.

Hin und wieder kamen uns mal Wanderer entgegen, die vom Prinz-Luitpold-Haus kamen, und es gab auch noch ein paar Wanderer, die uns folgten, aber eine gewisse Exklusivität konnte selbst unser anspruchsvoller Begleiter nicht abstreiten.

Der kleine Mensch ist sogar ein Stück des Weges selbst gelaufen, irgendwann wurde der Weg dann aber wieder so ausgesetzt, dass wir ihn lieber wieder in die Kraxe verfrachtet haben.

Fand er kurzzeitig ziemlich doof, aber nach kürzester  Zeit hat er schon wieder angefangen zu singen und plappern, was er in der Kraxe eigentlich die ganze Zeit tut. Einzige etwas kritische Stelle auf der Wanderung war ein Stelle, die einen Höhenunterschied von ca. 4 Metern mit Drahtseilsicherung überwand. Mit Kind auf dem Rücken schon einer etwas größere Herausforderung, die man aber mit ein wenig Trittsicherheit und Erfarhung im alpinen Gelände gut meistern kann. Der kleine Mensch hat uns dann noch alle ziemlich verblüfft, als er den letzten km bis zur Seilbahn alleine gelaufen ist. Und da ging es teilweise nochmal richtig steil bergauf.

Am Mittwoch haben wir uns dann die Breitachklamm angeschaut und auch hier gilt: Früh aufstehen lohnt sich. Wir waren um kurz vor 10 da, da war der Parkplatz noch relativ leer, was sich innerhalb von wenigen Minuten dann änderte. Die Klamm ist wirklich beeindruckend, und auch mit Kraxe auf dem Rücken eines 1,92 m großen Mannes noch begehbar, auch wenn man an einigen Stellen echt aufpassen muss, dass man nicht anstößt.

Anschließend sind wir in der Walserschanze eingekehrt und haben uns sehr über die Bedienung dort geärgert, weil es nicht möglich war, ein kleines Getränk für den kleinen Menschen zu bekommen. Auch unserem Wunsch nach einem kleinen leeren Glas konnte nicht entgegegen gekommen werden, so dass der kleine Mensch natürlich die ganze Zeit aus dem für ihn viel zu großen und schweren Glas selber trinken wollte, und wir die ganze Zeit damit beschäftigt waren, zu verhindern, dass er sich und uns von oben bis unten mit Johannisbeerschorle übergießt. Den Rückweg haben wir dann über die Dornach- bzw. Sesselalpe angetreten, wo wir dann einen weiteren Versuch gestartet haben, bei letzterer zu Mittag zu essen. Abgesehen von der Tatsache, dass wir ziemlich lange aufs Essen gewartet haben, und unsere Begleitung die Portion zu klein fand, war das ein etwas erfreulicheres Erlebnis. Von unseren Tischnachbarn (jüngere Rentergeneration) wurden wir dann noch in ein Gespräch verwickelt, wohin Eltern heutzutage ihre 2-jährigen hinschleppen und dass das Kind davon doch gar nichts habe außer Streß. Wir haben schon den Eindruck, dass der kleine Mensch sehr viel von den letzten 10 Tagen hatte, da er unglaublich viel plappert neuerdings und so viele neue Dinge gesehen hat, die er nicht kennt, aber verstehen will und auch versucht, diese Zusammenhänge mit seinen einfachen 2-Wort-Sätzen wiederzugeben und jeden Morgen ganz begeistert vom Wandern erzählt und noch in der Ferienwohnung alleine in die Kraxe einsteigt.

Donnerstag hatten wir dann alle irgendwie einen kleinen Durchhänger und haben nur eine ganz gemütliche Wanderung nochmals zu den Wasserfällen, zur Königin der Liebe und zum Malerwinkel gemacht. Der kleine Mensch ist mittlerweile ein Meister im Immitieren seiner Eltern und ist zwischendurch mit meinen zusammengeschobenen Wanderstöcken gewandert, wirklich sehr süß! Zum Mittagessen sind wir dann im Gasthof Zengerle in Hinang eingekehrt und wurden da wirklich sehr freundlich bedient. Es war überhaupt kein Thema, dass wir für den kleinen Menschen einfach nur einen Extrateller bekommen haben, der sogar mit Salat garniert war, auf dem wir ihm dann einen Teil unseres Essen abgegegen haben. Es gab Kinderstühle und genügend Bierdeckel um Brücken und Häuser zu bauen. Und das Essen war auch gut, vor allem der Zwiebelrostbraten war exzellent!

Leider ist morgen unser Urlaub schon wieder vorbei. Wir haben uns auf dem Ferienhof Winkler in Hinang sehr sehr wohl gefühlt, die Winklers sind unglaublich herzliche und hilfsbereite Menschen und wir können uns sehr gut vorstellen, im nächsten Jahr wieder hier im Allgäu Urlaub zu machen. Es gibt noch so viel zu entdecken!

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3 Gedanken zu „Allgäu, Tag 8-11

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