Allgäu, Tag 2-4

Drei Tage Urlaub und abends immer zu faul zum Tagebuch schreiben… Das Wetter ist seit Dienstag traumhaft schön, vielleicht fast ein bisschen heiß, aber erstaunlicherweise macht mir das nicht allzu viel zu schaffen.

Am Dienstag, unserem ersten richtigen Urlaubstag hier, wollten wir die Wasserfälle dann nochmal mit der Kamera festhalten

und dann weiter zum Altstädter Hof wandern. Aber so richtig gut in Form waren wir noch nicht, weshalb wir uns an der Sonnenklause entschieden, über Hochweiler wieder zurück nach Hinang zu wandern. Der kleine Mensch durfte aber vorher noch ein bisschen im Fluss mit Steinchen schmeißen, bevor er wieder in seine Kraxe gesetzt wurde.
Am Abend schmerzten meine dicken Zehen ziemlich und ich hatte mir an beiden Fersen schon wieder Blasen gelaufen. Diese Wanderschuhe waren ja noch nie meine besten Freunde, aber nach so einer kurzen Tour schon wieder solche Beschwerden waren dann doch etwas heftig. Bei einem kleinen Abstecher zum Bach hat der kleine Mensch dann aus Versehen seinen Schnuller in den Bach fallen lassen. Seinem Vorschlag, doch nach dem Schnuller zu tauchen, ist der Liebste allerdings nicht nachgekommen. Jedesmal, wenn wir seither am Hinanger Bach vorbeikommen, erklärt uns der kleine Mensch, dass dort sein „Nuller“ drin ist.

Am Mittwoch morgen merkte ich schon nach ein paar Schritten, dass meine Füße keinen zweiten Tag in diesen Schuhen überstehen würden. Scheinbar sind meine Füße durch die Schwangerschaft größer geworden, so dass die Wanderschuhe nun gar nicht mehr passen. Also bin ich kurzerhand nach Sonthofen ins Allgäu-Outlet gefahren und habe mir neue Wanderschuhe gekauft. Da der kleine Mensch partout nicht ins Auto einsteigen wollte und in seiner Kraxe sitzen bleiben wollte, haben der Liebste und der kleine Mensch sich derweil ein wenig das Dorf angeschaut und dabei ein attraktives Ziel hier im Tal ausgemacht: Die Schöllanger Burgkirche, auf einem kleinen Hügel oberhalb von Fischen gelegen. Also haben wir eine gemütliche Wanderung über Oberthalhofen und Au zu dieser Kirche gemacht. Der Anstieg auf den Hügel war bei 30 Grad eher auf der anstrengenden Seite, aber dafür haben wir anschließend im Kirchhof eine ausgiebige Pause gemacht.
Der Rückweg ging dann über den Auwaldsee, Au und Burgegg nach Schöllang. Dort waren am Mittwoch nachmittag die Bürgersteig hochgeklappt, so dass wir auf direktem Weg weiter nach Hinang gelaufen sind. Die neuen Wanderschuhe haben sich sehr gut angefühlt, so dass ich wirklich froh bin, dass ich mich spontan zum Kauf dieser Schuhe durchringen konnte. Anschließend sind wir dann nochmal zu den Wasserfällen, wo der kleine Mensch dann sehr ausgiebig im recht kühlen Wasser geplanscht hat. Da er sich vorher nicht die Hose ausziehen lassen wollte, war die nach einem beherzten Schritt ins tiefere Wasser und anschließendem Hinknien dann natürlich nass.
Nach der Planschorgie hat er sich die Hose dann problemlos ausziehen lassen. Anschließend haben der kleine Mensch und der Liebste noch beim Silage-Ballen pressen zugeschaut, ich habe es vorgezogen, zurück zum Hof zu gehen, da ich das ja in meiner Kindheit zur Genüge miterleben musste…

Heute habe ich die Schuhe dann richtig gestestet beim Aufstieg auf den Sonnenkopf. Seit der Geburt des kleinen Menschen war ich ja nicht mehr so richtig wandern und die Knallsonne heute war auch nicht zu verachten, deshalb bin ich echt stolz, dass ich den 900 m hohen Aufstieg gemeistert habe, auch wenn ich früher so eine Tour locker gemacht hätte. Und beim Liebsten darf man nicht vergessen, dass er den kleinen Menschen die ganze Zeit getragen hat. Diesmal sind wir nicht wieder an den Wasserfällen vorbei aufgestiegen sondern haben den Fahrweg zur Sonnenklause genommen. Zwischenzeitlich hab ich mich ein wenig geärgert, dass wir nicht das Auto genommen haben, um die ersten 220 Hm zu sparen, allerdings war der Plan, vom Sonnenkopf nach Schöllang abzusteigen und mit dem Bus nach Hinang zu fahren. Und dann hätte das Auto ja an der Sonnenklause gestanden. Von der Sonnenklause aus ging es dann erstmal einigermaßen erträglich bergauf, aber irgendwann ging der Wanderweg dann in die direkte Falllinie über, die 500 Hm bis zur Diana-Jagd-Hütte waren echt der Hammer.
Das letzte Stück bis auf den Gipfel des Sonnenkopfes (1712 m ü. NN) waren dagegen dann wieder fast ein Spaziergang.
Leider war der Abstieg nach Schöllang wegen Forstarbeiten gesperrt, so dass eine Alternative her musste. Den gleichen Weg zurück wollten wir auf keinen Fall gehen, denn das einzige, was schlimmer ist als ein steiler Aufstieg ist ein steiler Abstieg. Also sind wir auf dem Rückweg über den Altstädter Hof gelaufen, was sich landschaftlich wirklich sehr gelohnt hat. Der kleine Mensch hat uns dann noch einen gehörigen Schrecken eingejagt, da er plötzlich ganz schlaffi in der Kraxe hing
und ich auch keinen Atem mehr gehört hab. Der Pupillenreflex funktionierte aber noch, so dass wir beruhigt beschlossen, dass er wohl einfach nur eingeschlafen war (die Tage davor hat er in der Kraxe keinen Mittagschlaf gemacht). Schlussendlich sind wir aber durch die Planänderung doch wieder an der Sonnenklause vorbei gekommen. Kurzzeitig haben wir überlegt, ob einer von uns per Anhalter ins Dorf runterfahren soll, um das Auto zu holen, aber wir hatten dann doch noch soviel Ehrgeiz, auch den Abstieg komplett bis ins Dorf zu machen. Von den bereits vorhandenen Blasen abgesehen habe ich keine weiteren dazu bekommen, so dass ich die Schuhe endgültig für gut befinde. Jetzt bin ich auf den Muskelkater morgen gespannt.

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2 Gedanken zu „Allgäu, Tag 2-4

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