15.08.08 Hveragerði

Irgendwie haben uns die letzten Tage doch ein wenig mitgenommen und wir hatten das Gefühl, nochmal so richtig ausschlafen zu müssen, so daß wir erst um 8 Uhr aufgestanden sind. Dann haben wir uns auch noch ziemlich Zeit gelassen mit dem Frühstücken und fertig werden, um
anschließend auch noch der Empfehlung des Hüttenwarts von Fimmvörðuskáli zu folgen, die lokale Bäckerei und deren Hverabrauð auszuprobieren. Natürlich konnen wir dort auch dem legendären süßen Gebäck nicht widerstehen und kosteten neben dem im geothermisch heißen Boden gekochten Brot Hverabrauð auch noch ein Stück leckeren Apfelkuchen und ein frittiertes Hefegebäck, das zwar ganz OK war, aber nicht so super gut wie der Rest.
Um 10:30 Uhr kamen wir endlich los und machten uns wieder auf den Weg ins Reykjadalur, diesmal mit dem Plan, eventuell den Hengill zu besteigen. Also folgten wir dem Wanderweg weiter rauf als gestern, wo wir dann auch die Zelte der Franzosen vom Dettifoss fanden, die uns (unfallbedingt nur noch zu fünft) gestern beim Abstieg entgegenkamen. Irgendwie trifft man immer die gleichen Leute.
An der nächsten Kreuzung stellten wir uns ein bißchen ungeschickt beim Kartenlesen an, weshalb wir absichtlich vom markierten und geplanten Weg abkamen, aber nach einiger Zeit (Navigation war doch an sich nicht schlecht) wieder an der richtigen Stelle rauskamen und an einer Schotterpiste den Wanderweg wieder fanden. Mittlerweile war der Wind und der zeitweilige Regen so kalt, und das auf nur 400 bis 500m H.ü.M., daß uns klar war, daß eine Besteigung des 800m hohen und sehr ausgesetzten Hengill heute nicht mehr in Frage kommen würde. Also änderten wir unser Tagesziel und steuerten die Kuppe an, über die man bis zum Þingvallavatn schauen konnte. Ein wunderschöner Ausblick mit

sehr abwechslungsreichem Himmel bot sich uns, aber zum Photographieren mit der Kompaktkamera war es leider etwas zu trübe, so daß die Bilder die Faszination der Landschaft und der starken Naturgewalt des Windes nicht so richtig einfangen konnten. Wir blickten über die Schlucht Kýrgil bis zum Þingvelir, und wir stellten fest, daß eine Trekkingtour von Reykjadalur zum Þingvallavatn durchaus reizvoll wäre. Der Wind war wohl schon ein Sturm und so machten wir uns auf den Rückweg (mit Gegenwind). Hinter eine Kuppe war es geschützt genug, so daß wir dort im weichen Gras picknicken konnten. Gestärkt für den Abstieg wählten wir diesmal den richtigen Weg und entdeckten, zurück am oberen Ende des Reykjadalur, die kochend heiße Quelle, die für das warme Badevergnügen weiter unten verantwortlich war. In diese Quelle hatte jemand ein großes Edelstahlsieb gefüllt mit Kichererbsen


gestellt, etwas weiter oben (wo der in die kochend heiße Quelle hineinfließende warme Bach etwa 30 Grad warm war) stand ein Brotteig zum gehen in einer Schüssel im Wasser. Auch toll das Farbenspiel: oberhalb der Quelle saftig grüne Algen, um die Quelle herum nur
schwefliges Orange.

Etwas weiter unten als gestern (kühler) suchten wir uns einen schönen tiefen Pool im Bach, in dem wir es uns gemütlich machten. Diesmal war es die dunkle Regenwolke, die uns aus dem Wasser trieb, im Wasser hätte man den Regen zwar gut aussitzen können, aber die Klamotten und Schuhe am Ufer sollten dann doch nicht so naß werden.

Der Rückweg war relativ unspektakulär. Beim Abendessen haben wir dann noch zwei Bioverfahrenstechnikstudenten aus Dortmund bzw. Iserlohn kennengelernt, die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Hier auf dem Campingplatz tanzt der Bär im Kettenhemd, dieses Blumenfestival, für das die halbe Stadt mit roten, blauen und pinken Luftballons und Schleifchen
geschmückt ist, scheint halb Island in auffaltbaren Wohnwägen anzulocken.

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Ein Gedanke zu „15.08.08 Hveragerði

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