09.08.08 Emstrur – Þórsmörk (Langidalur)

Morgens war es so kalt und windig, dass wir die Vorstellung, dort draußen Wasser heiß zu machen, nicht sehr verlockend fanden. Obwohl der Zeltplatz eigentlich sehr geschützt aussah, zog es wie Hechtsupe durch die kleine Schlucht. Frank war aber hart genug (oder koffeinsüchtig genug?), dass er sich an der Hütte ein etwas geschütztes Plätzchen suchte und dort Wasser für seinen Kaffee warm machte.
Durch das ungemütliche Frühstück im Zelt kamen wir etwa 30 Minuten früher los als sonst.
Zuerst ging es noch etwas weiter durch die schwarze Sandwüste bis wir an die Schlucht des Markafljót kamen, wo ein Teil des Abstiegs über ein Fixseil ging.
Über den Fluss führte dann aber eine Brücke.
Der Weg ging etwa 100 m neben der Schlucht über ein Lavafeld, bevor es dann ziemlich steil bergauf endgültig aus der Schlucht hinaus ging. Nach dem Aufstieg bogen wir dann nach rechts vom Weg ab, um noch einen Blick auf den Zusammenfluss von Markafljót und Fremri-Emstruá in 100 m Tiefe zu werfen.
In den kleinen Nebenschluchten gab es mal wieder interessante Basaltrosetten zu bewundern.

Viele kleine Nebenbäche galt es zu überqueren, was das schon bekannte auf und ab bedeutete, so dass man gar nicht das Gefühl hatte, an Höhe zu verlieren. Relativ lange begleitete uns der Anblick des Einhyrningur, welcher eigentlich 2 Hörner hat.

Den Fluss Ljásá überquerten wir auf einer schmalen Holzbrücke, die über die sehr tiefe, mit Birken bewachsene Schlucht führte. Über den Hügel Kápa, wo uns der Regen endgültig einholte, obwohl über uns blauer Himmel war, ging es Richtung þröngá. Der Wind blies so stark aus Nordosten, dass die dunklen Regenwolken über den nördlichen Ausläufern des Mýrdalsjökull ihre Tropfen bis zu uns herüberschickten, was tolle Regenbögen verursachte.

Nun endlich hatten wir seit 2 Tagen wieder Handy-Empfang und beim Abstieg zur þröngá erhielten wir die langersehnte Nachricht, dass die Herz-OP meiner Oma gut verlaufen ist, was zur allseitigen Erleichterung führte.
Das Furten der þröngá stellte sich als wesentlich unproblematischer heraus, als von allen Seiten beschrieben, was aber einfach nur bedeutet, dass wir Glück hatten!

Nun mussten nur noch 2 birkenbewachsene Hügelzüge überquert werden, wo mein Hunger immer größer wurde, aber mein Rufen nach Pause von Frank ignoriert wurde, schließlich seien wir ja gleich da. Da wir den ganzen Tag schon sehr zügig unterwegs waren, verlangte mein Körper nach Körner, die er nicht bekam. In Langidalur angekommen, war ich schon so unterzuckert, dass jeder Windzug mich noch mehr frieren ließ, da ich nass geschwitzt war. Dementsprechend mühsam war das Zeltaufbauen und das von Frank gekaufte Snickers hat dann sehr geholfen, mich wieder fitt zu bekommen.


Zeltplatz Langidalur
800 ISK p.P.
warme Dusche 400 ISK
WC, kaltes Wasser
kaum gerade Zeltplätze
schön gelegen
recht viel Verkehr (am Wochenende) von durchgeknallten SUV- und Geländewagen- Fahrern
kleiner Shop mit Keksen, Brot, Marmelade, Schmierkäse, Fertigsuppe, Gaskartuschen, Reinbenzin, Duschgel,…

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