28.08.08 Skaftafell

Wir haben gut geschlafen, hin und wieder hat es nachts ein wenig geregnet und gewindet, aber Oropax waren nicht nötig.
Um 6:45 Uhr sind wir dann wieder ohne Wecker aufgewacht, Beim Frühstück zeigte sich, dass Frank noch immer nicht richtig satt war und es in den nächsten 3 Wochen auch nicht mehr werden wird. Auch sein Kaffeekonsum macht mir ein wenig Sorge, ob der in dem Maße aufrecht erhalten werden kann.
Um 9 Uhr sind wir dann Richtung Mörsadalur losgegangen. Der erste Teil des Weges war wie gestern Richtung Svartifoss. Dann weiter über Skaftafellsheiði nach NNW durch Buschland und Feuchtwiesen mit kräftigem grünen Gras. Danach der Abstieg ins Mörsadalur durch Birkenwälder.
Da der Fluss scheinbar Teile des Weges gefressen hat, ging es die ganze Zeit am Hang ziemlich kurvig und auf und ab durch recht niedrigen Birkenwald, was für Philip teilweise recht beschwerlich war.
Zum Glück entfernte sich der Fluss nach ein paar Kilometern vom steilen Hang, so dass der Weg dann über das moosbewachsene Schwemmland weiterging. Lange Zeit ging es flach durch das Flussbett, auf die Endmoräne des Morsárjökull zu, so dass der Morsárlón und der untere Teil des Gletschers nicht zu sehen war, was die Spannung sehr gesteigert hat.
Auf der Endmoräne dann hatte man einen Wahnsinnsblick auf die Eisberge im Morsárlón, ein Vorgeschmack auf dem Jökulsárlón, den wir morgen besichtigen.
Das Panorama war umwerfend, links rote Berge, vor uns das Blau und Weiß des Gletschers, rechts knallgrüne Berge und hinter uns das karge schwarze Schwemmland. Die Mittagspause mussten wir leider hinter einem großen Stein verbringen, da der Wind vom Gletscher doch sehr eisig war. Dabei stellte ich mich auch mal wieder etwas dämlich an, als ich mich mitsamt einer geöffneten Wasserflasche aus der Senkrechte in die Waagerechte bewegte und mir etwa 200 ml Wasser über die Jacke und Hose kippte. Philips Kommentar, nachdem er herausgefunden hatte, dass ich mir NICHT in die Hose gepinkelt hatte, war:“Tja, so eine Koordinatentransformation ist halt nicht immer ganz einfach“. Der Rückweg sollte eigentlich über die westliche Talseite gehen, doch leider waren von der Brücke über die Morsá nur noch verbogene Stahlträger und eine Betonstütze zu bewundern.
Der Fluss war auch ganz sicher nicht zu durchwaten, so dass wir also in der Mitte des Tales auf der gleichen Flussseite wie auf dem Hinweg wieder zurückgingen. Das Gehen auf dem weichen Moosbett war ganz schön anstrengend und irgendwann fing auch der Birkenwlad wieder an, so dass ein ein wenig „bush whacking“ angesagt war, um den eigentlichen Weg wieder zu finden. Dann wieder das Auf und Ab durch den Birkenwald bis zur Brücke über die Morsá, wo wir dann den Fluss endlich überqueren konnten. Danach ging es dann durch schwarzen Sand flussabwärts über eine Piste.
Am Ende mussten wir noch 2 Deiche überqueren, bevor wir ein total seltsames Kettenfahrzeug sahen, was ein amerikanischens Amphibienfahrzeug war, was von den Islandern 1963 gekauft wurde, die Panzerung abgeschraubt wurde, um damit die Verbindung der Ringstraße vor dem Skeiðararjökull zu gewährleisten.Die Straße und die Brücken wurden erst 1974 gebaut (und 1996 beim Gletscherlauf zerstört)
Wieder auf dem Zeltplatz, haben wir erstmal geduscht und danach einen kleinen Mitagsschlaf gemacht. Anschließend beim Abendessen wurden wir von 3 lächerlichen Amis eingeräuchert, weshalb wir dann Asyl am Tisch von 2 Berlinern bekommen haben.

Zeltplatz Skaftafell:
1500 ISK p. Zelt
200 ISK für 4 bzw. 5 min Duschen
Sanitäreinrichtungen top in Ordnung
Café von 10-18 Uhr mit ein paar Lebensmitteln
200 ISK für 30 min Internet
Strom kostenlos
Wunderschöne Lage am Eingang des NP am Fuße der Skaftafellsheiði

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Ein Gedanke zu „28.08.08 Skaftafell

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