02.08.08 Vesturdalur – Ásbyrgi

6:15 Uhr aufgestanden, Müsli in der Sonne gefrühstückt, 8:15 losgegangen, die hübsche Rangerin ein fünftes Mal getroffen, und wieder hat sie mit Philip geflirtet. Wir entschieden uns auf Anraten der Rangerin und aufgrund von Philips Erinnerung für den etwas beschwerlicheren Weg durch die Hljóðaklettar, was unglaublich eindrucksvoll war. Philip schwärmt von einem Basaltkegel, von dem ich nichts mehr weiß (auf dem Photos habe ich ihn aber wieder erkannt…), woran ich mich aber sehr gut erinnere ist der Spaltenvulkan, der bei Tröllahellir und Tröllið zweimal vom Fluß durchschnitten wird. Weiter nach Norden ging es durch die wilde Basaltlandschaft, die schließlich in Basaltwänden gipflete, die original aussahen, als seien sie Teil einer alten Burgruine (inklusive ‚Spritzbeton‘), minimal etwa einen halben Meter dick, mehrere Meter hoch, teils senkrecht frei stehend, teils wild geschwungen.
Von dort aus ging es auf den ersten Ascheberg stramm gergauf, was mit 15kg bzw. über 20kg auf dem Buckel etwas beschwerlich war, weshalb wir die Rucksäcke für die Besteigung des roten Aschebergs Rauðholar an der Weggabelung ablegten. Dieser Aschekegel ist auf der unteren, dem Fluß zugewandten Seite pechschwarz, darüber aber ist er von einem tiefen dunklen Rostrot, welches man schon von der Zufahrt zum Dettifoss aus sehen konnte. Er ist nämlich auch so hoch, daß man von ihm aus bis zur Küste sehen kann und auch einen wunderschönen Blick auf die verrückten Basaltformationen ein Stück weiter flußaufwärts hat. Weiter ging es durch Heideland bis zur Kviar, wo wir uns für den Weg über Klappir entschieden. Dort gibt es Tümpel im Gestein, die aus tiefen Wannen im Basalt bestehen, die entstanden sind als Steine im Wasser von einem Strudel herumgewirbelt wurden. Am Kliff oberhalb des Talkessels von Ásbyrgi haben wir dann eine kurze Mittagspause gemacht, in 60m Höhe senkrecht über einem See.

Danach ging es noch ein wenig durch die Heidelandschaft sanft bergab, bis wir an einem Fixseil die noch verbliebenen 10m Höhendifferenz zum Talboden überwanden.

Über einen Glofplatz (!) stolperten wir zum Besucherzentrum, wo wir uns endlich erklären ließen, wie die regelmäßige Struktur der Basaltsäulen eigentlich zustandekommt. Damit müssen wir die Giraffenmustertheorie beerdigen, die Erklärung ist viel einfacher: Beim Erkalten zieht sich der Basalt zusammen und bricht auseinander, so wie brüchiger Lehm an der Oberfläche beim Trocknen. Ist einmal am Anfang der Abkühlung (bei einer flachen Lage Basalt oben oder unten) ein regelmäßiges Netz der Sprünge vorhanden, zieht es sich beim weiteren Fortgang der Abkühlung senkrecht zur Richtung des Erkaltens tiefer ins Gestein. Am günstigsten ist dabei die hexagonale Form, die der dichtesten Packung der Kerne bei gegebener Kerngröße entspricht. Die Größe der Kerne wiederum wird von der Geschwindigkeit der Abkühlung bestimmt: Eine langsame Abkühlung führt zu großen regelmäßigen Kernen, schnelle Abkühlung, etwa durch Wasser, zu kleinen unregelmäßigen Kernen. Da Frank sich während der Mittagspause auf der friedlichen Hochebene gelangweilt hatte, mußten nun über 2 Stunden auf den Bus warten, was Mama und ich zum Ausruhen an einer unattraktiven Tankstelle nutzten,

Philip und Frank gönnten sich noch eine kleine Joggingrunde (die so nicht geplant war) zum See Ástjörn,

rauf zum Áshöfði (einem kleinen Hügel mit Aussicht, früher Standort eines Gehöfts), und plötzlich standen sie unverhofft wieder am Jökulsá á Fjöllum. Da es mittlerweile höchste Zeit zur Umkehr war, joggten sie von dort wieder rauf auf die Hochebene, von der sie 3 Stunden zuvor abgestiegen waren, und über das Fixseil wieder runter auf den Golfplatz, joggend an den verwunderten Golfern vorbei und wieder zur Tanke.
Der Bus kam pünktlich wie immer und der Busfahrer war der gleiche, der uns vorgestern fälschlicherweise erzählt hatte, am Dettifoss gäbe es kein Trinkwasser. Zuerst ging es um die Halbinsel Tjörnes herum, was mit etwa 66 Grad 12 Minuten nördlicher Breite der nördlichst gelegenste Punkt unserer Reise war. Von dort hat man auch einen schönen Blick auf Mánáreyjar, zwei schiefe Basaltblöcke, die da einfach ins Meer gekippt liegen.

Umsteigen in Husavik, einen sehr sympathischen Örtchen mit bunten Häuschen einer Kirche und einem richtig netten Hafen, an dem wir in einen Kleinbus umstiegen, der leider von dem anderen Busfahrer von vorgestern (der ohne Englischkenntnisse) gefahren wurde. Dieser wollte uns dann 200ISK zuviel abknöpfen, aber wir waren pfiffig genug, das zu bemerken. Aber pfiffiger als dieser Busfahrer zu sein war auch wirklich nicht schwer…

Am Zeltplatz Bjarg angekommen haben wir zuerst unsere Zelte aufgebaut, ausgiebig geduscht, Wäsche gewaschen und waschen lassen und die 6 Franzosen wohlbehalten wieder getroffen.

Zum Abschluß des Tages haben wir uns mit Pichelsteiner und Kartoffelpüree vollgestopft und sind ins Bett gefallen.

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