01.08.08 Dettifoss – Vesturdalur

Aufgestanden um 6:15 Uhr und bei strahlendem Sonnenschein gefrühstückt. Um 8:15 Uhr losgegangen. Nochmal den Dettifoss bewundert, ein Start-Bild von uns vieren von einer anderen früh aufgestandenen Camperin machen lassen und dann weiter nach Norden über ein Stück Hochebene an der Schlucht entlang (und einige Minuten im ‚Regen‘ des unglaublichen Dettifoss-Wasser-Staubs), von wo aus sich nochmal schöne Blicke auf den Dettifoss (und die Regenbögen) ergaben. Dort, wo das Sanddalur auf die Jökulsárgljúfur trifft über ein Fixseil in die Schlucht abgestiegen. Unten hat sich ein Bach mit blauem klaren Wasser mit der grau-braunen Brühe des Jökulsá á Fjöllum gemischt, umgeben von knallgrünen Pflanzen, ein wunderbares Farbenspiel. In der Schlucht entlang bis zum Hafragilsfoss ging es durch eine faszinierende Landschaft auf und ab, teilweise über (mit den schweren Rucksäcken) schwierige Geröllfelder. Am Anfang der Schlucht war der Fels blank und alles karg, doch im Lauf der Zeit tauchten immer mehr und mehr Quellen in den steilen Basaltwänden auf und wir gingen über saftige Wiesen und durch kleine Sträucher. Ein tiefer Seitencanyon mit klarem blauen Wasser traf auf den Jökulsá, wo sich das klare Wasser in phantastischen Strukturen mit der braunen Brühe vermengte und dabei eine interessante milchige türkise und scharf abgegrenzte Zwischenschicht bildete.

Ein Regenbogen im Wasserstaub zeigte schon von weitem den nächsten Wasserfall an, den Hafragilsfoss. Sein Staub befeuchtete und begrünte die Schlucht noch weiter. Ingrid und Frank wagten sich bis in den dichtesten Wasserstaub ganz am Rand der Schlucht direkt hinter dem Wasserfall und wurden mit einem fast komplett kreisrunden Regenbogen belohnt. Am Ende der Klamm Hafragil stiegen wir durch einen Seitencanyon wieder auf und erreichten schließlich wieder die Ebene neben der Schlucht. Entlang der Schlucht ging es weiter bis nach Hólmatungur. Immer wieder boten sich dabei phantastische Ausblicke. In Hólmatungur schöpften wir von einem kleinen klaren Bach Wasser und besichtigten dann ohne Rucksäcke die Katlar, eine phantastische Vulkanformation mit vielen kleinen Bächen über grauem oder rotem Basalt, durch den der Jökulsá á Fjöllum früher sein Bett gegraben hat, bevor er sich weiter nach Osten orientierte und so eine phantastische Landschaft hinterließ, die nun grün überwuchert ist. Der Gegensatz zwischen den lieblichen Pflanzen, krüppeligen kleinen silbrigen Birken

und kleinen Wasserfällen des Ufers einerseits und den bombastischen Basaltformationen und der rauhen Kraft des braunen schäumenden Flusses andererseits ist gigantisch. Wir begaben uns zurück zur Hólmá, wo unsere Rucksäcke noch warteten, und gingen entlang der Hólmá nach Hólmárfossar, wo viele Bäche über viele Stufen zum Jökulsá á Fjöllum abfallen. Nach einer kleinen Pause im dichten Unterholz der Birken, an einen kleinen klaren Pool, ging es entlang des Flusses Stallá zur ersten Furt unseres noch jungen Island-Aufenthalts, wo wir im klaren kalten Wasser das Waten üben durften.Beim Furten trafen wir auch die rothaarige Rangerin wieder, die uns gestern das Frischwasser gebracht hatte. Ein steiler Aufstieg führte uns zu den phantastischen Basaltformationen der Gloppa, wo ringförmig angeordnete Basaltsäulen ein Auge bilden, durch das man auf en tief darunter liegenden Fluss sehen kann. Weiter ging es in Richting Kallbjarg, von wo aus wir den ersten tollen Ausblick auf die roten Ryolith-Felsen am gegenüberliegenden Ufer hatten.

Der Höhepunkt des letzten Teils der Etappe bildeten aber die Basaltformationen der Tröllahellir und Karl og Kerling (Mann und Frau), wo der Jökulsá á Fjöllum durch die hohen und harten Basaltkerne von Spaltenvulkanen schneidet und phantastische unglaubliche Formen zurücklässt, z.B. frei in der Schlucht stehende Wände aus Basalt (ein paar davon Herr und Frau Troll),

nicht ganz einfach zu entdeckende Gesichter (könnten auch Mann und Frau sein) oder eine riesige Krone.

Von dort aus war es nicht mehr weit bis ins Vesturdalur, wo wir zwar den überfüllten Parkplatz voller Tagestouristen fanden, aber erst mal nicht den Campingplatz. Der erwies sich dann aber als um so schöner, ein kleiner klarer Bach fließt unweit unseres Zeltes, wir haben schon daraus unseren Durst gestillt, und ich war gar nicht mehr heraus zu bringen, nachdem ich einmal angefangen hatte, darin meine Füße zu baden, obwohl allen anderen die Füße schon scheinbar abgestorben waren (und ich bei der Furt am lautesten geschrien hatte…). Schließlich lernten wir noch die sehr gut aussehende Park-Rangerin kennen, die sich gerade um den Campingplatz kümmert, und sich offenbar auch gerne um uns kümmerte… Ein kleiner Spaziergang führte uns noch auf den Eyjan, wo sich viele lustige Basaltformationen, tolle Moose und kleine hübsche Tümpel fanden.

Der Zeltplatz hat sich in der Zwischenzeit leider noch etwas gefüllt, nicht nur mit einem Wohnmobil mit LB-Kennzeichen, dem Landkreis, aus dem Philip stammt, sondern auch mit sich betrinkenden isländischen Jugendlichen, die den Motor ihres Autos laufen lassen, damit sie dauernd Radio hören können.

Campingplatz Vesturdalur

1500 ISK p. Zelt und Nacht
Wasserklo, Waschbecken, kaltes Wasser
unglaublich schön gelegen, weitläufig,
viele Wind- und Blickgeschützte Ecken
leider per Auto einfacher zu ereichen als gedacht

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Ein Gedanke zu „01.08.08 Dettifoss – Vesturdalur

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