Trockenfutter

Im Sommer geht es ja gemeinsam mit Philip und meinen Eltern für drei Wochen nach Island. Nach dem Tandem ist das ein weiterer Traum von mir, den ich schon seit Jahren hege und nun endlich in die Tat umsetze. Der Plan ist, dass wir uns nur mit dem Bus oder zu Fuß fortbewegen, wir haben 2 ausgedehnte Wanderungen geplant und mehrere Tagestouren. Da Island ja nun doch eher dünn besiedelt ist (3.1 Einwohner/km^2), bekommt man da auch nicht an jeder Straßenecke was zu essen, so dass wir den größten Teil unseres Essens mitschleppen müssen. Da es Wasser aber in Hülle und Fülle auf der Insel gibt, nimmt man aus Gewichtsgründen Trockenfutter mit, was man dann vor dem Verzehr in heißem Wasser einweicht.
Die professionellen Trekking-Mahlzeiten sind allerdings sehr teuer, die im Supermarkt erhältlichen Tütensuppen hingegen bei weitem nicht so gehaltvoll. Nach längeren Diskussionen haben wir uns nun auf einen Kompromiss geeinigt, teilweise Trekking-Mahlzeiten (die ich im Juni in den USA besorgen werde, da die dort gerade nur halb so teuer sind wie in Europa, dem $-Kurs sei dank…) und teilweise selbstkreierte Rezepturen aus Tütensuppen, gefriergetrocknetem Gemüse, Couscous oder Kartoffelpüree oder Linsen und Trockenfleisch. Ich war ja zugegebenermaßen etwas skeptisch, was diese Fleisch-Trocken-Aktion betraf, aber ich bin wirklich angetan von dem Ergebnis. Wir haben einfach ein großes Steak in 5 mm dicke Scheiben geschnitten, Mama hat es dann nochmal schön flach geklopft und dann kam es für 4 Stunden bei 60 Grad C in den Backofen. Teilweise haben wir es vor dem Trocknen noch mit mallorquinischem Kräutersalz und Peffer gewürzt, der andere Teil war vollkommen ungewürzt. Ich war wirklich sehr skeptisch, ich hatte irgendwie dieses seltsame Beef-Jerky aus den USA im Kopf und das fand ich, obwohl ich es nie probiert hatte, immer irgendwie seltsam (wahrscheinlich vor allem deshalb, weil Philip mir erzählt hatte, dass das ganz scheußlich schmecke). Aber der Duft, der da aus dem Backofen kam, war eigentlich ganz angenehm und die getrockneten Fleischstücke, die wir dann niach 4 Stunden da rausgefischt haben, waren total lecker. Im Prinzip schmeckten sie wie viel zu lange gegrilltes Rindersteak, und auch wenn ich mein Steak nicht unbedingt well done brauche, so mag ich die knusprige Kruste von so einem Steak doch sehr. Die Dinger wurden also von uns allen als sehr lecker befunden und sind in den Speiseplan aufgenommen. Nicht ganz so erfolgreich ist mein Projekt für die Versorgung mit Trail-Snacks verlaufen. Ich wollte mich nämlich an selbstgemachten Müesliriegeln versuchen. Das Rezept, das ich ausprobiert habe, war aber leider nicht so richtig das, was ich mir vorgestellt hatte, so dass ich mich demnächst also mit einem Laborbuch in die Küche stellen werde und genau so wie im Labor verschiedenste Parameter der Rezeptur verändern werde um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Ausgangspunkt wird das Rezept vom Wochenende sein, was ich aus dem Buch „Outdoorpraxis“ von Rainer Höh entnommen habe. Aber das Verhältnis von Erdnussbutter zu Haferflocken von 1:1 werde ich definitiv zugunsten der Haferflocken bzw. 5-Korn-Getreideflocken und Haferfleks verändern. Außerdem mehr Honig, den ich mit den Flocken ankaramelisieren werde. Dann noch ein paar Trockenfrüchte (aber keine Rosinen!!) dazu und das dann eher bei 150 Grad C trocknen/backen/karamelisieren. Wie gesagt, da werde ich mal ein bisschen experimentieren und mal schauen, was mir am besten schmeckt. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass ich verschiede Geschmacksrichtungen ausprobiere, damit wir auch ein bisschen Abwechslung haben, z.B. mit und ohne Erdnussbutter, Schoko-Banane (meine Lieblingssorte bei den gekauften Riegeln), nussig mit Haselnüssen, Walnüssen, Pinienkernen,…
Auf jeden Fall laufen die Vorbereitungen für den Urlaub nun auf Hochtouren, die Ausrüstung ist soweit zusammen, Landkarten sind bestellt, Zeitplanung steht, Bustickets für die Sprengisandur-Route sind gekauft und ich freu mich riesig, mal so richtig in die Wildnis zu gehen und dabei keine Angst vor Bären haben zu müssen.

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