Was soll ich morgen essen?

So, nun ist eine Woche Familie vorbei und ich mindestens 5 kg schwerer. Jedes Jahr das gleiche Spiel, essen bis man platzt, Bewegung an der frischen Luft so gut wie ausgeschlossen, weil es draußen kalt und nass ist und dann noch die Verwandschaft „ertragen“, das ist wirklich ein hartes Los.

Und trotzdem stellt man sich diesem Wahnsinn ein jedes Jahr aufs neue und freut sich auch immer wieder darauf. Dieses Jahr haben wir versucht, die Deutschlandreise ein wenig weniger hektisch zu gestalten und waren vom 21.-29.12. in Siegen. Aber deshalb gab es da nicht weniger Termine zu bestreiten und Essen zu bezwingen. Vor allem die 13 kg Pute waren eine echte Herausforderung

Aber diesem Vogel wären 8 Leute ja vielleicht noch Herr geworden, wenn es nicht vorher schon 3 Gänge gegeben hätte und außerdem noch eine üppige Dessertauswahl in der Küche auf uns wartete. Und jeder Gang war so lecker, dass man sich alleine daran hätte satt essen können.

Und weil Weihnachten ja nur 3 Tage sind, hat sich meine Oma vor 80 Jahren etwas ganz besonderes ausgedacht um das große Fressen noch einen Tag länger gehen zu lassen und ist deshalb am 27.12.1927 zur Welt gekommen. So ein achtzigster Geburtstag muss natürlich gebührend gefeiert werden und deshalb haben wir uns also am „3. Weihnachtstag“ (aka Omas Geburtstag) im Vereinshaus des Fischereivereins (nein, keine Freikirche) zur nächsten Orgie getroffen.

Der Schulball meiner Schule am 28.12. war leider eine ziemliche Enttäuschung. Es fällt natürlich immer leicht, sich über Dinge, die schiefgelaufen sind zu beklagen, wenn man den Beweis, dass man es besser kann, nicht antreten muss. Da ich allerdings vor 10 Jahren an der Organisation unseres Abiballs beteiligt war, wage ich zu behaupten, dass man einige Dinge bei der Organisation des Schulballs hätte besser machen können. Es war wirklich sehr schade, dass aus meinem Abijahrgang nur noch 2 andere Personen dort waren, und auch aus den anderen Jahrgängen vor und nach mir waren, wenn überhaupt, jeweils nur eine Handvoll Leute da. Aber wenn bei einer Familie wie der unseren, wo alle 4 Kinder auf dieser Schule waren, keine einzige Einladung ankommt, auf der Startseite der Schulhomepage kein Hinweis auf den Ball zu finden ist und auch ansonsten scheinbar wenig Werbung für diese Benefizveranstaltung zugunsten einer Bibliothek stattgefunden hat, ist es auch nicht verwunderlich, dass nur etwa 600 Leute dort waren. Aber dass das Programm auch absolut mager war, es ewig gedauert hat, bis getanzt wurde und die neue Schulleiterin nicht in der Lage ist frei zu sprechen, war schon enttäuschend.

Wobei wir bei der Frage wären, die sich wie ein roter Faden durch die Weihnachtsfeiertage zog: Ist die heutige Jugend noch zu etwas zu gebrauchen? Wächst da eine Generation dauergelangweilter, desinteressierter unselbstständiger Komasäufer heran? Und woran liegt das?

Natürlich hat in den letzten 20 Jahren ein enormer Umbruch in unserer Gesellschaft stattgefunden. Zum einen haben die Frauen entdeckt, dass es durchaus möglich ist, neben dem Kinder kriegen und erziehen auch noch andere Erfüllungen geben kann, aber die wirtschaftliche Situation der Familien hat sich in den letzten 20 Jahren auch so verändert, dass viele Familien mit einem Einkommen nicht auskommen. Da aber nicht im gleichen Maße, wie (meistens) Mütter aus wirtschaftlichen Gründen zur Erwerbsarbeit gezwungen sind, entsprechende Alternativen zur familiären Erzihnungs- und Betreuungsarbeit geschaffen werden, entsteht in diesem Bereich ein Vakuum, was sich vielleicht tatsächlich mit desinteressierten und unselbstständigen Jugendlichen gefüllt hat. Diese Jugendlichen landen dann irgendwann bei meiner Schwester mit über 3 Promille in der Notaufnahme. Auf der anderen Seite sitzen bei mir in der Übungsgruppe 20-jährige Studenten, die deutlich zielstrebiger studieren als es noch vor 10 Jahren bei meinen Kommilitonen und mir der Fall war. Da muss jedes Praktikum und jeder Auslandsaufenthalt genau auf den angestrebten Karriereweg abgestimmt sein.
Aber deshalb den Untergang unserer Gesellschaft herbeireden? Also das finde ich doch übertrieben. Eine Gesellschaft verändert sich und schon Aristoteles hielt nichts von der nachfolgenden Generation (z.B. Alexander der Große). Ein paar hundert Jahre später ist dann tatsächlich die Vorherrschaft der Griechen im Mittlelmeerraum zuende gegangen. Einen richtigen Dämpfer hat die griechische Kultur allerdings erst erhalten, als die Vorgänger der Jungs, die uns heute was von der Überlegenheit des christlichen Familienmodells erzählen wollen, da unten mal ein wenig aufgeräumt haben.

Ein glückliches und zufriedenes Jahr 2008!!!

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Ein Gedanke zu „Was soll ich morgen essen?

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