Sevilla

Wenn man sich die spanische Bahn so anschaut, dann muss man sich wirklich fragen, warum die Deutsche Bahn nicht das profitabelste Unternehmen des Landes ist. In Spanien fahren viel viel weniger Züge, wenn, dann absolut moderne (TGV, ICE, Eurostar,…), die Bahnsteige sind total leer, die Züge halbvoll, in den Hochgeschwindigkeitszügen werden Kopfhörer verteilt, damit man den Film schauen kann, der gezeigt wird und die Preise sind absolut vergleichbar mit denen der deutschen Bahn. WIE schaffen die das, wenn es der deutschen Bahn doch angeblich sooo schlecht geht?

Die Zugfahrt nach Sevilla habe ich allerdings größtenteils verschlafen, da ich diese Seafood-Orgie am Abend zuvor nur mit einigem Wein überstanden hatte. Aber ich habe mir von Philip sagen lassen, dass es unglaublich viele Olivenbäume und auch einige schöne Landschaften zu sehen gab.

In Sevilla am Bahnhof angekommen, mussten wir erstmal die Bushaltestelle finden, was sich als etwas schwieriger erwies als erwartet. In der Altstadt von Sevilla angekommen, machten wir uns dann auf die Suche nach einem Hostal und wieder verließen wir uns auf einen vier Jahre alten Reiseführer, was dann auch bedingt funktioniert hat. Das Hostal Lis hatte einen sehr witzigen Innenhof, in dem sich die Rezeption befand.

Nachdem wir unser Zimmer (leider nur mit Fenster zum Gang/Innenhof, ansonsten aber sehr nett mit andalusischen Fliesen dekoriert)


bezogen hatten, machten wir uns erstmal auf die Suche nach Mittagessen, was dann in super leckren Tapas am Plaza Alfalfa bestand. Danach schlenderten wir ein wenig durch die Altstadt, wobei wir feststellten, dass man in Sevilla vor allem Brautkleider, Kinderklamotten und Schuhe kaufen kann. Die Kathedrale ist an einer Stelle gebaut, wo vorher eine Moschee stand und dem Minarett hat man einfach nur eine Mütze aufgesetzt und nun ist es der Glockenturm der Kathedrale.

Die Kathedrale ist ganz schön gewaltig und auch irgendwie seltsam aufgeteilt, der Chorraum ist mitten im Kirchenschiff als eine Art Käfig angesiedelt.
Im Innenhof der Kathedrale habe ich dann noch ein sehr amüsantes Schauspiel beobachtet, ein super schmieriger Typ, der unzählige Photos von sich per Selbstauslöser geschossen hat, eine Pose affiger als die andere.

Unser Plan, uns anschließend die Alcázar inklusiver ihrer Gärten anzuschauen, scheiterte daran, dass die Festung am Montag geschlossen ist. Also bewegten wir uns mal so Richtung Plaza de España bzw. dem Río Guadalquivir. Dabei kamen wir an einem recht interessant aussehenden Gebäude vorbei, das angeblich eine alte Tabakfabrik war. Die Masse an jungen Leuten mit Mappen oder Büchern unterm Arm legte allerdings den Schluss nahe, dass wir uns in die Uni verirrt hatten. Ein Blick in den Reiseführer bestätigte diesen Verdacht auch.

Der Plaza de España wurde 1929 für die Exposición Iberoamericana angelegt. Ganz nett anzuschauen sind die Kachelbilder von jeder spanischen Provinz,


aber ansonsten ist das Ganze wenig spannend. Weiter ging es dann durch den Parque de María Luisa zum Fluss. Leider kommt man gar nicht direkt an den Fluss ran (der Weg wurde scheinbar gerade angelegt), sondern latscht an einer ziemlich viel befahrenen Straße lang. Da wir vom vielen Laufen und schauen dann auch ziemlich müde waren, sind wir dann beim Torre del Oro

rechts Richtung Altstadt/Hostal abgebogen.
Etwas zum Abendessen zu finden, war auch wieder wesentlich leichter als am Abend zuvor und der vier Jahre alte Reiseführer über Andalusien erwies sich als wesentlich zuverlässiger als der vier Jahre alte Madrid-Führer.

Am nächsten Morgen haben wir mehr oder weniger per Zufall eine spanische Frühstücksspezialität entdeckt: Churros con chocolate, frittierte Teigstangen, die in eine super dickflüssige heiße Schokolade getunkt werden. Derart gestärkt konnten wir dann einen zweiten Versuch die von Moslems für Christen gebaute Festung anzuschauen. Man kann wirklich gut verstehen, warum Pedro I. seinen Kumpel Mohammed V., seines Zeichens Emir von Granada, gebeten hat, seine Palast zu bauen.

Auch die Gärten sind einfach wunderschön.

Zum Mittagessen gabs dann wieder ein paar Tapas, die aber nicht so gut waren wie am Mittag davor. Danach gings dann weiter nach Granada.

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