Madrid

Jetzt bin ich schon über eine Woche zurück aus Spanien und mehr als die Appetizer von letzter Woche gab es noch immer nicht zu lesen und sehen… Das Sortieren und Kommentieren der Unmenge an Photos nimmt leider viel mehr Zeit in Anspruch als erwartet und irgendwie bin ich auch ziemlich viel unterwegs in letzter Zeit. Aber jetzt gibt es das erste Kapitel des Reisetagebuchs zu lesen:

Mitten in der Nacht mussten wir aufstehen, um den Flug nach Madrid nicht zu verpassen, hat auch glücklicherweise geklappt, was bei uns beiden Schlafmützen vielleicht nicht unbedingt selbstverständlich ist. In Madrid angekommen, mussten wir erstmal ewig vom Terminal zur Metrostation laufen und dann in einer einigermaßen vollen Metro in die Stadt fahren. Unser Hostal war super zentral gelegen, auch wenn die Calle Fuencarral gar keinen soooo belebten Eindruck machte, wie im Internet angepriesen. Aber es war auch noch vor 10 Uhr, die Läden waren alle noch zu, es war auch noch ganz schön kalt in der Stadt. Unser Hostalzimmer war auch noch nicht bezugsbereit, aber wir konnten immerhin unser Gepäck dort lassen und uns schonmal ein wenig in der Stadt umschauen. Als wir dann um halb eins ins Zimmer konnten, haben wir uns erstmal eine Stunde hingelegt, denn mittlerweile machte sich das frühe Aufstehen doch etwas bemerkbar. Das Zimmer war ganz okay, Dusche und Waschbecken im Zimmer, Klo auf dem Gang. Leider ging es zur Straße raus, aber ich hatte glücklicherweise vorsichtshalber Ohropax eingepackt. Nach unserem Mittagsschläfchen starteten wir dann unser Kulturprogramm mit einem Besuch im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia.


Dort gab es (vor allem spanische) Kunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute zu sehen. Das absolute Highlight war natürlich Picassos Guernica,


aber es gab auch ein paar ganz hübsche Stücke von Miro. Mit Dali kann ich persönlich ja nicht so viel anfangen…

Mittlerweile hatten wir auch einen ungefähren Plan davon, was wir in der nächsten machen wollten. Also gingen wir zum Bahnhof, um die Zugfahrkarten zu kaufen.


Mit so gut wie null Spanischkenntnissen war das aber gar nicht so einfach, denn in Spanien sprechen die meisten Menschen kein Englisch. Leider wurden unsere Reisepläne ein wenig durchkreuzt, da an dem zweiten Wochenenden unseres Aufenthaltes in Spanien die Ferien begannen. Unser Rückflug ging am Sonntag abend um 19:40 Uhr ab Madrid. Wir hatten geplant, am Sonntag morgen von Ronda mit dem Zug zurück nach Madrid zu fahren. Dieser Zug war leider schon ausgebucht. Der einzige andere Zug von Ronda nach Madrid fuhr allerdings am Abend, so dass wir unseren Flug nicht mehr erreicht hätten. Also mussten wir wohl oder übel einen Tag früher nach Madrid zurück, da es absolut nicht möglich war, dem Menschen am Bahnschalter zu fragen, ob es vielleicht eine etwas kompliziertere Verbindung mit Umsteigen gegeben hätte. Mittlerweile bin ich mir allerdings relativ sicher, dass Umsteigen bei der Spanischen Bahn nicht vorgesehen ist. Und auch die Nachtzugalternative scheiterte an mangelnden kommunikativen Fähigkeiten.

Nach dem Abendessen entschieden wir uns dann, für die letzte Nacht unseres Urlaubs, die wir ja nun gezwungenermaßen in Madrid verbringen mussten, ein Hostalzimmer zu suchen. Das war leider gar nicht so einfach, wie erhofft, da es am Wochenende wohl immer recht schwierig ist, in Madrid was zu bekommen, noch dazu am Ferienanfang. Irgendwann hatten wir ein Hostal gefunden, das noch ein Zimmer frei hatte, allerdings kam es mir schon ein wenig spanisch vor, dass wir keine Reservierungsbestätigung bekommen hatten. Aufgrund der nicht vorhandenen Spanischkenntnisse hatten wir auch vergessen zu sagen, dass wir wohl erst gegen 23 Uhr dort ankommen werden. Also baten wir die nette Frau an der Rezeption unseres aktuellen Hostals, uns einen Zettel zu schreiben, auf dem genau das stand. Mit diesem Zettel bewaffnet, gingen wir erneut zu dem anderen Hostal, um dort natürlich nicht die Dame anzutreffen, die die Reservierung gemacht hatte, sondern einen alten Mann, der ebenso wenig englisch verstehen konnte/wollte, wie seine Kollegin. Aber wir hatten ja diesen Zettel, und lesen konnte er hoffentlich… Wir haben dann auch Philips Namen in der Excel-Tabelle gesehen, mit der sie dort ihre Reservierungen verwalteten, so dass wir einigermaßen sicher waren, dass sie tatsächlich ein Zimmer für uns reserviert hatten…

Die Nacht verbrachten wir dann dank Ohropax einigermaßen ruhig, ohne diese Wunderdinger aus PU-Schaumstoff wäre an Schlaf allerdings wohl nicht zu denken gewesen.

Am nächsten Morgen stand dann der Prado auf dem Programm.


Wir waren für unsere Verhältnisse zeitig, aber nicht allzufrüh aus den Federn gekrabbelt. Die Schlange vorm Prado war allerdings trotz kostenlosem Eintritt am Sonntag erstaunlich kurz. Philip wollte vor allem die „Schwarze Serie


von Goya


sehen und da die Ausstellung im Prado sowieso so umfangreich ist, dass man eine Auswahl treffen muss, konzentrierten wir uns auf diese sehr düsteren Wandgemälde, die der gute Goya nicht als Hofmaler im Auftrag des Königs gemalt hatte, sondern ganz für sich alleine an die Wände in seinem Haus gepinselt hatte. Anschließend haben wir uns ein wenig im Parque de Buen Retiro rumgetrieben, wo Philip einem Straßenkünstler beim Aufsteigen aufs Einrad behilflich war.


Nach einem leckren Stück Kuchen (bei dem wir feststellten, warum die Schlange vor dem Prado so kurz gewesen war, nämlich weil wir aufgrund der Zeitumstellung auf Winterzeit eine Stunde früher dort waren, als wir dachten…) haben wir dann Madrid noch weiter zu Fuß erkundet, über den Plaza Mayor


über den Palacio Real


bis hin zum Plaza de España.


Zum Abendessen haben wir uns dann nach längerer Suche (dumm, wenn man sich auf Reiseführer von 2003 verlässt) zu einem galizischen Restaurant verirrt, deren Spezialität Meeresfrüchte waren. Also haben wir mal ganz mutig eine Platte mit Meeresfrüchten für 2 bestellt und saßen dann da mit jeder Menge Garnelen, Taschenkrebsen, und anderem Meeresgetier. Da es noch nie mein Lieblingsessen war, bin ich auch diesmal nicht in kunilarische schwelgereien verfallen, aber es war ganz lecker, muss aber jetzt erstmal nicht mehr sein.

Am nächsten Tag ging es dann mit dem AVE (so heißt der Hochgeschwindigkeitszug in Spanien, der aber im Prinzip ein TGV ist) recht früh morgens los nach Sevilla

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