My secret date

Dies wird ein sehr kurzes Posting, in Anbetracht der Uhrzeit und meinem Geisteszustand. Hab wohl ein wenig zu viel Wein getrunken mit meinem Besuch heute abend, der sich selbst als „secret hot date“ bezeichnet. Und ich bin tatsächlich etwas aufgekratzt, da wir wirklich einen unglaublich lustigen Abend miteinander verbracht haben.

Ich erspare euch also für diese Woche irgendwelche Ausschweifungen über erfreuliche und weniger erfreuliche Wahlausgänge. Nur soviel: Ich bin froh, dass die Polen gestern für Europa gestimmt haben und ich bin bestürzt, wenn auch nicht sonderlich verwundert, dass die Schweizer eher ein gegenteiliges Bild abgeben.

Bahnstreik und andere Unannehmlichkeiten

Am Freitag haben ja mal wieder die Lokführer gestreikt und ausgerechnet dann fahre ich mit der Bahn nach Koblenz. Aber da es ja gerichtlich untersagt war, den Fernverkehr zu bestreiken, bin ich ziemlich problemlos mit nur 15 Minuten Verspätung in Koblenz angekommen.

Als ich dann am Sonntag wieder zurückfahren wollte, war allerdings das totale Chaos ausgebrochen. Zuerst nur eine Stellwerksstörung im Ruhrgebiet, aber dann wurde aus den 45 Minuten Verspätung eine Verspätung auf unbestimmte Zeit aufgrund von Notarzteinsatz im Gleisbereich. Man solle doch mit der Regionlbahn nach Mainz fahren. In Mainz angekommen war mir mittlerweile klar, dass es ziemlich unwahrscheinlich war, in Basel noch den letzten Zug nach Zürich zu erreichen. Dumm war nur, dass ich von der DB lediglich eine Fahrkarte bis Basel hatte, da es bei einer Online-Buchung nicht möglich ist, auf dem schweizer Teil der Strecke 50% Ermäßigung aufgrund des Halbtax-Abos zu bekommen. Die Bahn musste mich also nur bis Basel befördern, was höchstwahrscheinlich auch geklappt hätte. Aber was mache ich mitten in der Nacht in Basel? Der Mensch am Service Point in Mainz hat mir dann auch geraten, besser bei Freunden in Frankfurt zu übernachten. Er hat mir dann auf dem Ticket die Verspätung vermerkt, dass ich am nächsten Tag die Reise fortsetzen darf und einen ICE von Mainz nach Frankfurt benützen dürfe. Dieser ICE war sogar pünktlich (der einzige Fernverkehrszug in Mainz ohne die Bemerkung „auf unbestimmte Zeit verspätet“!), allerdings nur bis zum Flughafen, denn dort musste der Zug dann auf Anschlussreisende aus Richtung Dortmund warten… Glücklicherweise nur 20 Minuten.
Heute morgen bin ich dann ohne größer Zwischenfälle von Frankfurt nach Zürich gefahren, allerdings war mein Ticket von Basel nach Zürich nicht mehr gültig (Onlinetickets der SBB gelten nur an einem bestimmten Tag) und der Schaffner der SBB war auch nicht dazu zu überreden, dieses Ticket gelten zu lassen, obwohl ich ja nun glaubhaft machen konnte, dass ich das Ticket gestern nicht benutzen konnte. Hab der DB nun mal einen längeren Brief geschrieben, dass ich die 20 CHF für die Fahrkarte von Basel nach Zürich gerne zurückerstattet hätte. Ich bin mal gespannt, was passiert.

Nachtrag: Die Bahn hat mir tatsächlich einen Gutschein über 15 Euro zugeschickt

Ich bin auch ein schwarzes Schaf

Da ich gerade neben meinem Liebsten auf dem Sofa sitze (Konferenzen können auch schonmal ganz praktisch sein), heute nur ein kurzer Eintrag.

Nach den Krawallen am Samstag in Bern hat mein italienischer Betreuer erzählt, dass sowas ähnliches in Italien passiert sei. Irgendwann hat die Linke dann eine Kampagne gestartet, in der sie den Autonomen unterstellt hat, dass diese von den Rechten bezahlt würden, denn immer, wenn die Autonomen gegen rechts Krawall machten, half das den Rechten. Ähnliches kann man sich nun auch bei den Vorfällen in der Schweiz fragen, denn warum ist kein einziger Polizist auf dem Bundesplatz anwesend, wo eine Kundgebung des Justizministers geplant ist und außerdem auch bereits der Schwarze Block einen Demonstationszug von SVP-Anhängern gestoppt hat? Nun kann sich die SVP als Opfer der gewaltbereiten Linken stilisieren, bessere Publicity kann man sich 2 Wochen vor der Wahl ja wohl nicht wünschen…

Auf der Suche nach einem schönen Bild von der Anti-SVP-Kampagne habe ich gerade auch der Seite vom schwarzen Schaf gesehen, dass auf allen Bildern von der friedlichen Gegendemonstation am Samstag die Gesichter der Demonstrierenden verpixelt sind. Selbst diese Menschen, die absolut friedlich gegen Blocher und Co. demonstriert haben, scheinen Angst vor strafrechtlicher Verfolgung zu haben. Und da wundert sich die SVP wirklich, warum sie sogar von der UNO Rassismus vorgeworfen bekommt?

Herdprämie

Gestern habe ich ein Interview mit dem frischgekürten neuen Vorsitzenden der CSU gesehen. Dabei ging es größtenteils um die Kontroverse der CSU mit der bewundernswerten Bundesfamilienminsterin von der Leyen (meiner Meinung ja die einzige Person im Kabinett, die was taugt…).

Ich bin ja recht empfindlich, was Wortbedeutungen betrifft und manchmal übertreibe ich es sicher auch, aber was kann man bitte an dem Wort „BetreuungsANGEBOT“ falsch verstehen? Warum tut die CSU so, als wolle Frau von der Leyen und die SPD alle Eltern zwingen, ihre Kinder ab der 2. Lebenswoche in eine Krippe abzugeben? Da sagt dieser Herr Huber doch tatsächlich, sie wollen doch einfach nur, dass die Eltern die Wahl hätten, ob Krippen- oder Elternbetreuung. Ja aber diese Wahlfreiheit steht doch auch gar nicht zur Debatte, oder ist da wieder was an mir vorbeigegangen? Es geht um ein ANGEBOT, als Alternative zur Betreuung durch die Eltern.

Das Gegenteil von Angebot ist laut Wörterbuch die Nachfrage. In Deutschland sind die Bevölkerungszahlen rückläufig, vor allem Akademiker pflanzen sich nicht mehr fort. Da liegt doch irgendwie der Schluss nahe, dass es da eine Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage zu geben scheint, weshalb viele berufstätige Frauen nicht gewillt sind, aufgrund mangelden Angebots die Nachfrage zu steigern. Denn die Nachfrage ist heute schon höher als das Angebot, die Frauen wollen eine tatsächliche Wahlfreiheit zwischen Eltern- oder Krippenbetreuung. Die CSU sendet aber das Signal aus, dass es schon jetzt ausreichend Krippenplätze gäbe und viele Frauen ihre Kinder nicht in die Krippe geben würden, wenn sie nicht ihren Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit sichern müssten. Diese Frauen hätten keine Wahlfreiheit, weil sie eben arbeiten gehen müssten anstatt sich um ihre Kinder zu kümmern. Da frage ich mich schon, warum gerade Akademiker, die wahrscheinlich auch mit nur einem Einkommen klar kommen würden, sich nicht mehr fortpflanzen.

Also habe ich mich dann gestern gleich mal an den Herd gestellt, um schonmal zu üben, was mich dann so in ca. 5 Jahren erwarten könnte…

Seit Ostern gibt es in Zürich nun auch ein Angebot, was in Berlin vor 3 Jahren schon selbstverständlich war, nämlich eine Bio-Gemüsekiste, die einem nach Hause geliefert wird. Vorzugsweise im Abo, aber da ich häufig am Wochenende nicht in Zürich bin, bekomme ich diese Kiste in unregelmäßigen Abständen. Am Freitag war es wieder soweit, als ich abends nach Hause kam, stand eine Mixkiste mit Salat, Kohlrabi, Blumenkohl, Karotten, Birnen und Bananen vor der Tür. Der Kiste wird auch immer ein Zettel mit Rezepten beigelegt.

Gestern hatte ich Besuch von Freunden und da konnte ich mich dann (auch ohne Herdprämie) am Herd verausgaben. Es gab also Indischen Blumenkohl mit Möhren-Pilaw-Reis und Herbstsalat.

Indischer Blumenkohl

1 mittlerer Blumenkohl
1 EL Senfkörner
2 cm frischer Ingwer
5 Knoblauchzehen
1/2 TL Kurkuma
2 EL Öl
Salz
1/2 TL Garam Masala (meiner Meinung kann man auch mehr ran tun)

Blumenkohl in Röschen zerteilen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, die Senfkörner darin erhitzen, bis sie springen, den Blumekohl dazugegeben und leicht anbraten. Ingwer reiben, Knoblauch durch die Presse drücken, aus Ingwer und Knoblauch eine Paste herstellen, diese zum Blumenkohl geben und kurz mitdünsten. Kurkuma hinzugeben und mit 200 ml Wasser ablöschen. Etwa 15 min. gar kochen und mit Salz und Garam Masala abschmecken.

Möhren-Pilaw-Reis

2 EL Butterschmalz
1 Tasse (200 ml) Langkornreis
3 Nelken
2 Kardamonkapseln
1 Zimtstange
etwas Safran
3 Karotten, in etwa 1cm breite Scheiben geschnitten
Salz

Das Butterschmalz in einem kleinen Topf heiß werden lassen, den Reis einrühren, die Gewürze und die Karotten dazugeben, mit 2 Tassen Wasser ablöschen, etwas salzen und bei geringer Hitze solange quellen lassen, bis kein Wasser mehr da ist. Sollte der Reis noch zu hart sein, etwas Wasser nachgießen.

Dazu kann man noch jeweils 1 EL Mandelstifte, ganze Pistazien, Cashewkerne und Pinienkerne anrösten und unter den fertigen Reis rühren.

Herbstsalat

gemischte Blattsalate
rote und helle Trauben
3 Birnen
geröstete Walnusskerne
Parmesanspäne
Olivenöl
Walnussöl
Apfelessig
Sherryessig
Honig
Salz und Pfeffer

Naja, hier sollte ziemlich klar sein, wie man das macht, oder? Trauben halbieren, Birnen in schmale Streifen schneiden. Aus Öl, Essig, Honig, Salz und Pfeffer ein Dressing zubereiten, und dann einfach alles mischen.

War ein wirklich schönes Abendessen, nicht nur wegen des Essens, sondern auch wegen der sehr netten Gäste.