Ein Stadtmantel aus Softshell

Ich habe das Schnittmuster für den Stadtmantel schon ewig hier herum liegen. Während des Sew Alongs bei Frau Crafteln auf dem Blog war ich aber gerade mit den Vorbereitungen meiner Indienreise beschäftigt, da wollte ich sicher keinen warmen Übergangsmantel nähen. Dann wurde es Sommer und plötzlich Ende August war es morgens so kühl, dass ich dachte: Ui, es wird höchste Zeit für eine Übergangsjacke. Kurz darauf fragte eine Freundin, ob ich mit ihr am Sonntag auf den Stoffmarkt gehe. Da ich bisher immer um das sehr große Angebot an Wollwalk rumgeschlichen war auf dem Herbststoffmarkt, dachte ich, das sei die Gelegenheit. Tja. Das Angebot auf dem Stoffmarkt hat sich in den letzten 7 Jahren sehr gewandelt. Fand ich im Herbst 2010 noch kaum bunte Kinderjerseys dort, gibt es mittlerweile kaum noch erwachsene Bekleidungsstoffe. Und auch das Walkangebot ist auf ein Minimum geschrumpft. Und ich fand einfach keine Farbe, die mir gefiel. Ich hatte mich schon mit einem Streifzug durch das neue Walkangebot im Shop von Frau Crafteln abgefunden, da fiel mir beim Warten auf Marja Katz plötzlich ein Softshell ins Auge. Weder langweilig einfarbig noch quitschebunt gemustert, sondern in einer melierten Kammgarnoptik. Als Marja Katz ihren Stoff eingepackt hatte, befragte ich sie, was sie von meinem Plan hielte, immerhin hatte sie den Stadtmantel schon genäht. Wir waren uns einig, dass es gehen könnte, da der Softshell leicht stretchig ist. Aber auch, dass es ein Experiment ist, da Walk eben doch flexibler ist als dieser Softshell. Da ich mich von meinen Maßen her zwischen zwei Größen befand, schnitt die die größere Größe zu. Normalerweise schneide ich in so einem Fall die kleinere Größe mit etwas mehr Nahtzugabe zu. softshellMantel170916-032

Ich las ein paar Tutorials, die die Verarbeitung von Softshell beschrieben. Da Softshell ja ein Laminat aus wasserabweisendem Oberstoff, winddichter Membran und flauschiger Innenseite ist, sollte man möglichst darauf verzichten mit Stecknadeln zu arbeiten, da die Einstichlöcher sichtbar bleiben. Also verwendete ich Wonderclips. Die Aufgesetzten Taschen klebte ich mit Wondertape auf, das war auf dem wasserabweisenden Stoff aber gar nicht so einfach. Die Schulternähte habe ich mit noch übrigem Seamtape abgedichtet, da dies wahrscheinlich die Nähte sind, die am ehesten lecken bei starkem Regen.2017-09-02 18.25.03

Ich habe die Variante mit Abnähern genäht, das ist allerdings bei Softshell eigentlich eine doofe Idee, da wären die Teilungsnähte geschickter, weil bei Softshell sich die Abnäherspitzen nur sehr schlecht ausbügeln lassen.softshellMantel170916-027

Etwas gewöhnungsbedürftig an dem Schnitt finde ich ja, dass es 2 verschiedene Nahtzugaben gibt. Das wird zwar in der sehr detaillierten Anleitung an jeder Stelle immer explizit gesagt, mit welcher Nahtzugabe genäht wird, aber das bedeutet, dass man auch beim x-ten Mal nähen nicht ohne Anleitung nähen sollte. Die Anleitung ist aber super und ich musste auch am Schnitt nichts anpassen.softshellMantel170916-024

softshellMantel170916-022In den Wahnsinn getrieben hätten mich allerdings fast die 7 Druckknöpfe, die von Hand angenäht werden sollten. Nach dem zweiten bin ich aber dazu übergegangen, doch die Knopf-annäh-Funktion meiner Nähmaschine zu nutzen.2017-09-13 21.18.37 Allerdings sieht man auf der Außenseite die Stiche für die Knöpfe sehr deutlich. Ich überlege, ob ich noch Fake-Knöpfe drüber nähe.

Fazit: Ein tolles Schnittmuster, das sich tatsächlich auch aus Softshell nähen lässt, der Mantel it mega bequem, ich fahre jeden Tag Fahrrad damit. Das Softshell sollte allerdings leicht dehnbar sein.

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Tagebuchbloggen 05.09.2017

Es ist wieder der 5. und Frau Brüllen will wissen, was ich eigentlich den ganzen Tag mache.

6:30 Uhr der Wecker klingelt

6:50 Uhr aufstehen, Kinder wecken, anziehen, frühstücken usw

8:00 Uhr eine Postkarte nach Norwegen in den Briefkasten schmeißen

8:10 im Büro angekommen

9:00 Gruppenbesprechung

10:30 Uhr ein Vortrag anhören. 

11:30 Uhr Mittagspause

13:00 Sicherheitsgespräche für einen laborversuch. Aus verschiedenen Gründen ein Versuch, den wir so ähnlich vor 2½ Jahren schonmal gemacht haben. Trotzdem ist jetzt alles irgendwie anders und wir fangen beim Sicherheitsgespräche wieder bei Null an. Und so sehr ich ja einsehe, dass das wichtig ist, so sehr nervt es mich, verschiedene Dinge erneut grundlegend zu diskutieren. 

16:15 Uhr zurück im Büro muss ich erstmal ausgiebig mit 700sachen chatten. 

17:15 Uhr ich brauche noch Nähgarn, also noch schnell zum Stoffgeschäft. Dann noch schnell die ibuprofenvorräte in der arbeitstasche und die am Samstag aufgebrauchten triptanvorräte in der Apotheke auffüllen.

18:00 Uhr auf die Minute pünktlich bin ich zu Hause und löse die Kinderfrau ab. Jetzt die obligatorischen lernwörter mit dem gr kl Menschen üben.
19:00 Uhr Abendessen

20:15 Uhr Nähkränzchen. Ich nähe den stadtmantel von crafteln weiter. Weil es keinen hübschen wollwalk auf dem Stoffmarkt gab, probiere ich es mit Softshell.

23:18 die Freundin ist weg, ich putze jetzt Zähne, schminke mich ab und falle ins Bett

Tagebuchbloggen 05.08.2017

Es ist der 5. und Frau Brüllen will wissen, was ich eigentlich den ganzen Tag gemacht habe.

6:30 Uhr ich werde das erste Mal wach vom.klingeln der Kuhglocken. Das Milchvieh wird zur tagesweide getrieben

7:30 Uhr ich muss auf Toilette und bin nun endgültig wach. Der kl kl Mensch kommt ins Wohnzimmer getapert, weil er sauer auf den gr kl Menschen ist.

8 Uhr Frühstück

9 Uhr Abfahrt zum Fahrradverleih

9:40 los geht’s mit den Fahrrädern an der Iller entlang. Leider gab es keinen Fahrradanhänger für den gr kl Menschen, so dass der obligatorische Ausflug ins oytal dieses Mal leider ausfallen muss. Stattdessen ist der Plan, in Oberstdorf die tretach entlang bis zum christlesee zu radeln. Der gr kl Mensch findet die Idee zwischenzeitlich sehr blöd und schimpft und flucht vor sich hin. Vor allem, dass ihn zwei Bremsen stechen, findet er sehr sehr blöd und tut dies lautstark kund. Als sich dann eine Gruppe junger Männer deshalb über ihn lustig machte, hielt mich nur die Tatsache, dass der gr kl Mensch in seinem Zorn das gar nicht mitbekam, davon ab, diesen Typen gewaltig den Marsch zu blasen.  

12:45 Uhr erreichen wir den christlesee. Ein wunderschön gelegener Bergsee, der von einigen starken Quellen gespeist wird und sich dadurch an mehreren Stellen blautürkise Kreise im See abzeichnen. Außerdem liegen einige umgefallene Bäume im glasklaren Wasser, was teilweise wie versunke Schiffe aussieht.

Um den Bremsen und Wespen aus dem Weg zu gehen, entschließen wir uns, das Mittagessen im Inneren des Cafe christlesee zu uns zu nehmen. Nach einer ordentlichen Portion Pommes und chicken Nuggets ist der gr kl Mensch plötzlich wie ausgewechselt. Dabei hatten wir schon auf dem Hinweg sehr drauf geachtet, ihn ausreichend zu füttern. Der Liebste macht noch eine fotorunde um den See.

14 Uhr wir treten den Rückweg an. Diesmal geht es flussabwärts und das geht bedeutend flotter als in die andere Richtung. Ich hatte etwas Bammel, weil der Weg größtenteils geschottert ist und die kl Menschen das mit dem eohldisiertem bremsen noch nicht immer so gut raushaben. (Spoiler: jetzt haben sie es.) Es ist aber alles gut gegangen! Aber ich hab jetzt Fransen am Mund („Sachte bremsen. Rollen lassen. Sachte bremsen. Rechts fahren. Halben Meter Abstand zum Abgrund lassen. Rechts fahren. Nicht so weit rechts, da geht’s den Berg runter. Sachte bremsen. Und mit Schwung den Berg rauf…)

15 Uhr weil die Wettervorhersage für unsere hüttentour durchs Hochgebirge nächste Woche einen Temperatursturz vorhersagt, müssen wir noch Mützen kaufen. Also in Oberstdorf die Räder abstellen und zum Sportgeschäft. Außerdem noch ein paar müesliriegel und das fehlende Stück der Wanderkarte kaufen. Ein Eis essen und dann weiter ging’s flussabwärts am Illerursprung vorbei und zum am Morgen ausgeguckten Platz am Fluss zum Füße baden. Dort trafen wir dann auch die Schwiegereltern, die mit uns am Montag auf die hüttentour gehen. 

Um 17 Uhr machten wir uns dann wieder auf, um die Fahrräder in fischen abzugeben. Und ich muss sagen, ich bin sehr stolz auf den kl kl Mensch, der 25 km mit dem puckyfahrrad ohne Gangschaltung fuhr, wo andere mit dem E-Bike unterwegs sind…

Um 18 Uhr waren wir wieder in hinang. Der Liebste stellte die Kinder unter die Dusche, während ich die dreckwäche einsammelte und in die Waschmaschine steckte. Dann sprang ich auch unter die Dusche.

19:20 Abendessen. Spaghetti mit vor 2 Wochen zu Hause vorgekocht er Bolognesesoße. 

20 Uhr die kleinen Menschen ins Bett bringen. 

20:30 Uhr absacker auf der Bank vorm Haus. Allerdings vertreibt und das Gewitter sehr jäh nach drinnen.

Danach herrscht dann auch etwas gewitterstimmung in der Wohnung. Aber auch das gehört wohl zum Urlaub dazu, dass nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. 

23 Uhr bettgehzeit

Sonntagssachen

Geburtstagsshirt vorbereitet. Erklärt, was ein Benzolring ist. „Alles steht Kopf“ geschaut und dabei gestrickt. Teigsauerei von vermeintlich misslungenen Baguetts beseitigt. Beim Lasagneplatten verlegen geholfen. Nur ein bisschen misslungene Baguettes aus dem Ofen geholt (geschmacklich hat es sich gelohnt, den Pâte fermentée einen Tag länger im Kühlschrank zu lassen). Perfekte Lasagne gegessen. Zuviel gekochte Bolognese für den Urlaub eingeweckt. Wein getrunken.